Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 54

Thema: Howto: Geschwindigkeitsprobleme ins Internet

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Moderator Avatar von frank_m24
    Registriert seit
    20.08.2005
    Ort
    Niederrhein
    Beiträge
    17.423

    Howto: Geschwindigkeitsprobleme ins Internet

    Hallo,

    Nach zahllosen Fragen zu dem Thema ist es Zeit für ein HowTo zu der Frage: Warum ist meine Internet-Geschwindigkeit langsamer, als es bei meiner Anschlussgeschwindigkeit sein sollte?

    Dieser Beitrag orientiert sich an der AVM Fritzbox, sollte aber auch auf andere Hardware anwendbar sein.

    Sachdienliche Hinweise genereller Natur zu dem Problem sind in diesem Thread herzlich willkommen und werden natürlich auch von mir in diesen (ersten) Beitrag eingepflegt. Somit sollten wir ihn gemeinsam in einem iterativen Prozess zu einer vernünftigen Anleitung machen können.
    Einzelschicksale hingegen sollten in einem eigenen Thread behandelt werden.

    Grundsätzlich Lesenswert in diesem Zusammenhang: Heise Netze: TCP/IP-Tuning. Auf viele der dort angesprochenen Punkte werdet ihr im Laufe dieses Howtows auch stoßen. Im Heise Artikel ist es allerdings ausführlicher beschrieben.

    Grundsätzlich kann das Problem natürlich viele Ursachen haben.
    Nicht eingehen will ich in diesem Beitrag auf Geschwindigkeitsverluste durch Leitungsprobleme, dafür gibt es bereits ein sehr gutes Howto: Howto: Was tun bei DSL-Verbindungsproblemen.
    Auch nicht eingehen will ich auf die Einflüsse durch WLAN, die hier diskutiert und in Form eines Howtos hier erklärt werden.

    Speedtests
    Einige grundsätzliche Anmerkungen zum Thema Speedtests: Von den üblichen Verdächtigen (z.B. www.speedmeter.de, www.wieistmeineip.de/speedtest, www.speedreport.de) kann man keine zuverlässigen Aussagen erwarten. Zum einen ist die Internetverbindung nur so schnell, wie das schwächste Glied auf dem Weg von euch zum Server - und das ist nicht zwangsläufig euer Internetanschluss. Auf der anderen Seite sind Puffer (z.B. Proxys) beim Provider die reinen "Nachbrenner" - schön zu sehen bei UMTS Handys: Ob wohl die eigentlich nur 384 kBit/s zur Verfügung haben, kann man bei Speedmeter damit locker 8 MBit/s erreichen - Klasse!
    Also muss man sich einen Speedtest suchen, bei dem sowohl den negativen Einfluss von Servern und Backbone als auch den positiven von Proxys eliminieren kann. Ersteres erreicht man, indem man die Last verteilt, also von mehreren unterschiedlichen Servern überträgt. Letzteres erreicht man, indem man nicht immer nur die gleiche kleine Datenmenge überträgt, sondern große Sachen, die nicht im Proxy gepuffert werden.
    Ein gutes Beispiel: Mehrere CDs von freien Linux Distributionen, die jeweils von mehreren Servern gleichzeitig heruntergeladen werden, bevorzugt von schnellen FTP Servern der deutschen Hochschulen. Z.B. 4 CD Images verteilt von 12 verschiedenen FTP Servern.
    Damit hat man - zumindest in Download-Richtung - eine relativ zuverlässige Aussage über die erreichbare Geschwindigkeit.
    Nicht unerwähnt bleiben soll, dass man mit einer falschen Einstellung des RWIN Wertes - beschrieben unter Punkt 5 - bei diesem Test trotzdem eine tolle Übertragungsrate erreicht. Sollte also dieser Test super verlaufen, einzelne Downloads sind aber grundsätzlich langsam, dann schaut euch Punkt 5 dieses Howtos an.
    Nachtrag: heise ist der gleichen Meinung: http://www.heise.de/netze/Online-Spe...artikel/139815

    So, nu geht’s endlich los.
    1. DSL Geschwindigkeit
      Zunächst sollte man sicherstellen, dass DSL tatsächlich auf der erwarteten Geschwindigkeit läuft. Durch Fehler bei den Providern oder durch die "adaptive" Aushandlung kann es nämlich dazu kommen, dass die DSL auf einer niedrigeren Geschwindigkeit arbeitet, als man bestellt hat.
      Die Fritzbox verrät die Geschwindigkeit in den DSL Informationen: Im Punkt "ADSL" steht genau die eingestellte Geschwindigkeit und die Art der Aushandlung.
      Der Wert der "Nutzdatenrate" ist der entscheidende. Er ist immer ein bisschen größer, als die tatsächliche Arbeitsgeschwindigkeit (z.B. 3130 bei DSL 3000 oder 406 bei DSL 384). Dennoch kann man hier erkennen, wenn der DSL Anschluss deutlich langsamer arbeitet, als man erwartet.
      Steht darunter die Aushandlung auf "fixed" und die angezeigte Geschwindigkeit entspricht nicht den Erwartungen, so sollte man sich mit seinem Internetanbieter in Verbindung setzen und in Erfahrung bringen, warum das so ist. Möglicherweise liegt nur ein Fehler vor.
      Aber auch eine langsame Geschwindigkeit aufgrund der Leitungsqualität ist denkbar. Findet man das nach der Schaltung heraus, ist die Enttäuschung meist groß. Bei der T-Com kann man sich vorher informieren, was die maximale DSL Geschwindigkeit des eigenen Anschlusses ist: beim DSL Verfügbarkeitscheck auf dieser Seite wird die maximale Geschwindigkeit angezeigt. Auch hier bekommt man Informationen: http://www.hfo-telecom.de/privatkunden/hfo_dslcheck.php
      Steht die Aushandlung auf "adaptive", so einigt sich die Fritzbox mit der Gegenstelle auf die maximale Geschwindigkeit für die Leitung, natürlich nur bis zur vertraglich festgelegten Obergrenze (für die bezahlt wird ). Ist der Wert in diesem Falle kleiner als erwartet, hilft auch dieser Thread.

    2. Traffic Shaper
      Immer wieder wird von Problemen mit dem Traffic Shaper berichtet. So soll er zuweilen auch ohne VoIP Telefonat die Internetgeschwindigkeit drosseln. Während eines VoIP Telefonates wird es häufiger festgestellt.
      Falls man eine ältere Firmware drauf hat, findet man durch testweises Deaktivieren des Traffic Shapers heraus, ob er der Übeltäter ist. Man findet ihn in der Fritzbox unter "Einstellungen" -> "Internet" -> "Zugangsdaten". Möglicherweise muss man zunächst unter "Einstellungen" -> "System" -> "Ansicht" die Expertenansicht aktivieren. Seit Einführung der "Priorisierung" kann man den Shaper jedoch nicht mehr deaktivieren. Dann muss er immer korrekt eingestellt werden.
      Der Traffic Shaper sorgt u.a. dafür, dass VoIP Pakete mir höherer Priorität behandelt werden. Ihn zu deaktivieren kann also negative Folgen für VoIP Telefonate haben (schlechte Sprachqualität), wenn die Daten nicht mehr Platz auf der Verbindung haben.
      Eine weitere Ursache für schlechte Downloadraten während eines VoIP Telefonates kann sein, dass der Traffic Shaper den RWIN Wert während eines Telefonates reduziert (bei mir auf 4x MSS). Bei meinem DSL 3000 Anschluss mit Fastpath merke ich noch keine Auswirkungen (345 kByte/s sind noch drin), aber ohne Fastpath oder bei höheren Geschwindigkeiten kann sich das durchaus bemerkbar machen. Mehr zum Thema RWIN Wert siehe Punkt 5. Die dort erläuterten Optimierungsmethoden wirken aber nicht in diesem Fall.
      Betreibt man die Box hinter einem Router oder einem externen DSL-Modem / Kabelmodem, so sollte man sicherstellen, dass die Werte für den Traffic Shaper korrekt eingestellt sind.
      Hat man nur einen geringen Upload (64 oder 128 kBit), so ist ein großer Teil der Upload Bandbreite durch das Telefonat belegt. Das kann auch negativen Einfluss auf den Download haben.
      Es ist so, dass TCP Datenverkehr nicht nur Download erzeugt, sondern auch immer ein bisschen Upload (Acknowledgement Pakete). Anhand der Verzögerung dieser ACK Pakete stellt TCP die Übertragungsgeschwindigkeit ein, um Paketverluste zu vermeiden. Wenn nun durch vorhandenen VoIP Traffic die ACK Pakete in Uploadrichtung verzögert werden, reagiert TCP mit Reduktion der Bandbreite. Dadurch bricht der Download stärker ein, als man erwartet.
      Der Effekt wird noch verstärkt, wenn man den Download erst startet, wenn schon ein VoIP Gespräch läuft (Stichwort TCP Slow-Start).

    3. Fritz hinter externem Modem oder einem anderen Router
      Häufig wird von Problemen der Fritzbox hinter anderen Routern oder Kabelmodems berichtet. Dafür kann der Traffic Shaper verantwortlich sein, den man im Modus "Internet über LAN" selbst mit korrekten Werten versorgen muss.
      Zuweilen lassen sich die Probleme nicht eindeutig identifizieren. Es scheint manchmal Probleme zwischen der Box und einigen Geräten auf der Ethernetverbindung zu geben. Oft hat man dabei das Phänomen, dass ein PC am Modem die maximale Geschwindigkeit bringt, die Box aber nicht. Ein Switch zwischen Box und Modem/Router kann das Verhältnis beider deutlich verbessern .
      Probleme solcher Art gehören zu den häufigsten, die hier im Forum nicht gelöst werden können .
      Ganz im Gegensatz zum nächsten:

    4. Tauschbörsensoftware / Trojaner, Viren, Würmer
      Es ist kein Zufall, dass ich die zusammenfasse. . Gemeint ist generell Software, die unerwartet oder unerwünscht Datenverkehr erzeugt.
      Tauschbörsensoftware (eMule, Bittorent) verursacht viel Upload und vor allem sehr viele Verbindungen. Wie sich großer Upload auf die Performance auswirkt, habe ich unter 2. schon beschrieben. Aber auch die Große Anzahl Verbindungen macht Routern wie der Fritzbox zu schaffen. Vom langsamen Surfen bis zu Fehlermeldungen beim Seitenaufbau oder Download ist alles drin. Auch schlechte Qualität bei VoIP Telefonaten kann dadurch verursacht werden. Eine Reduktion der Verbindungsanzahl kann Abhilfe schaffen.
      Ein Wurm oder Virus kann ähnliches verursachen. Wenn so ein Teil anfängt, Daten mit aller Macht ins Internet zu pusten, ist Verbindung ganz schnell platt. Ein Virenscanner hilft in dem Fall (hoffentlich). Hat man nur einen Volumentarif, ist das besonders ärgerlich.
      Herausfinden kann man seinen momentan produzierten Traffic z.B. mit dem Task-Manager in Windows XP, dem T-Com DSL Speedmanager oder z.B. auch mit Statbar. Es gibt noch mehr Tools, die die Bandbreite anzeigen. Unter Linux geht das mit Boardmitteln (ifconfig) oder auch mit xosview oder gkrellm.
      Unter Windows kann z.B. TCPView von sysinternals auch die Programme anzeigen, die den Upload erzeugen.

    5. MTU/RWIN
      Folgende Einstellungen werden bei Windows Vista und Windows 7 automatisch optimiert. Dort sollten die beschriebenen Schritte also nicht mehr erforderlich sein und werden evtl. nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Für Notfälle gibt es auf Speedguide.net auch eine Anleitung, wie man die Werte unter Vista und Windows 7 optimieren kann. Aber normalerweise regeln die Systeme die Werte selber, also ist es wahrscheinlich, dass andere Programme Einfluss auf die Werte genommen haben oder Windows daran hindern, regulär zu arbeiten.
      Ebenfalls immer wieder gerne genommen: Falsche Einstellungen des Betriebssystems. Falsche MTU und RWIN Werte können unter Windows und Linux zu massiven Geschwindigkeitseinbrüchen führen, wobei der RWIN Wert meines Erachtens der kritischere ist.
      Allerdings muss ein kleiner RWIN Wert nicht zwangsläufig schlecht sein. So gibt es Szenarien (Onlinespiele), bei denen ein kleiner RWIN Wert nicht nachteilig ist. Bei großen Download hingegen merkt man es stark.

      Unter www.speedguide.net:8080 kann man seine Werte überprüfen. Steht da was rotes oder was von " ... is not optimized. Cosider ...", dann hat man Handlungsbedarf. Übrigens können die Werte durch ein Windows Update durcheinander gebracht worden sein (habe ich selbst schon erlebt).

      Die Seite bietet auch ein Tool an, um die Einstellungen unter Windows zu optimieren. Der TCPOptimizer kann sowohl den MTU als auch den RWIN Wert unter Windows einstellen. Wie immer gilt: Die Benutzung eines solchen Tools erfolgt auf eigene Gefahr. Die Wirkung kann kontraproduktiv sein. Allerdings kann das Tool ein Backup der aktuellen Einstellungen erzeugen, die man zurückspielen kann.

      Hinweis: Ein zu großer MTU Wert kann dazu führen, dass Seiten nicht mehr korrekt angezeigt werden (das "eBay Problem"). Sollte bei einigen Seiten unerwartet "Seite kann nicht angezeigt werden" im Browser auftauchen, kann man den MTU Wert mal verkleinern. Hier gibt es eine genauere Beschreibung.
      Sollte man unter dem "eBay Problem" leiden, kann man mit dem TCP Optimizer unter "Largest MTU" die maximal mögliche MTU herausfinden. der TCPOptimizer spuckt am Ende eine Zeile aus wie "You can set your MTU to 1492". Danach die Optimierung wie unten beschrieben ausführen.

      Mit dem Tool kann man unter Windows die Einstellungen optimieren, und zwar wie folgt:
      • Programm starten
      • ganz unten "Optimal Settings" auswählen
      • Oben am Schieber die DSL Geschwindigkeit einstellen
      • Darunter das Netzwerkdevice auswählen, an dem die Box hängt. Im Zweifel darunter "Modify all Network Adapters" auswählen
      • Rechts noch "PPPOE" auswählen, damit die MTU 1492 wird
      • Hat man einen "Largest MTU" Test ausgeführt, so kann man jetzt hier das Ergebnis dieses Tests eintragen
      • Auf "Apply Changes" klicken
      • Rechner rebooten
      Das war’s.
      Hat man z.B. mit einem Notebook zuweilen Internetzugang über verschiedene Netzwerke (mal WLAN, mal LAN), so sollte man die Optimierung für jede Netzwerkkarte einzeln durchführen.

      Unter Linux kann man die Werte auch verändern. Hier wird beschrieben wie. Das wichtigste in Kürze:
      Die MTU stellt man ein mit
      Code:
      ifconfig <dev> mtu 1492
      <dev> ist dabei z.B. eth0. 1492 ist optimal für PPPOE, sonst ist 1500 besser.
      Die RWIN Werte verändert man wie folgt:
      Code:
      echo 256960 > /proc/sys/net/core/rmem_default
      echo 256960 > /proc/sys/net/core/rmem_max
      echo 256960 > /proc/sys/net/core/wmem_default
      echo 256960 > /proc/sys/net/core/wmem_max
      
      echo 0 > /proc/sys/net/ipv4/tcp_timestamps 
      echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/tcp_sack 
      echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/tcp_window_scaling
      Das ganze kann man natürlich in ein Startscript einfügen. Anleitungen dazu gibt es für nahezu jede Distribution im Internet, sie hier aufzuführen, wäre zu aufwendig. Im Zweifel schreibt hier einen Beitrag, ich will gern helfen.

      Sonderfall: Optmizer für Online Spiele
      Es gibt spezielle Optimierungstools für Online Spiele. Da es für ein Online Spiel grundsätzlich gut ist, wenn wenn die Antwort auf eine Anforderung schnell zurückkommt, bevor weitere Anforderungen gesendet werden, setzen diese Tools den RWIN Wert erfahrungsgemäß auf einen sehr kleinen Wert. Es gibt sogar einige Spiele, die das selbständig machen. Damit machen sie das genaue Gegenteil eines Download Optimizers. Man muss sich dann also entscheiden, was einem wichtiger ist: Online zocken oder schnelle Downloads.
      Auf vielfache Nachfrage habe ich zum Thema Online-Spiele einige generelle Hinweise zusammengefasst:
      http://www.ip-phone-forum.de/showthr...563#post886563

    6. Virenscanner / Softwarefirewalls
      Ja, leider auch solche "seriöse" Software ist zuweilen für miese Downloadraten verantwortlich. Zu erkennen, ob das der Fall ist, ist oft schwierig. Die Prozessorauslastung kann ein Hinweis sein: Steigt die bei hoher Datenübertragung stark an, so stimmt was nicht, denn eigentlich müsste auch ein PC mit ca. 1 GHz (heute wahrhaftig kein Brüller mehr) die 16 MBit/s von DSL2+ locker verpacken, ohne nennenswerte CPU Last zu erzeugen. Endgültig wird man es jedoch wohl nur durch Deinstallation der Software herausfinden können. Deaktivieren reicht meist nicht, viele Produkte bleiben noch teilweise aktiv in dem Zustand. Aber Vorsicht: Nicht selten werden durch Deinstallation solcher Programme bleibende Schäden an der Windows Installation verursacht, da sie sich tief im System verankern.
      Doch was tun, wenn sich ein solches Programm als Übeltäter herausstellt? Bei Softwarefirewalls kann man eine Deinstallation in Betracht ziehen: Die machen eh mehr Ärger als sie Nutzen bringen. Bei Virenscannern ist das anders: Darauf sollte man auf keinen Fall längere Zeit verzichten. Man könnte einen Wechsel in Betracht ziehen, das ist aber ärgerlich, wenn man für sein aktuelles Produkt viel Geld bezahlt hat.

    7. Die Verbindung zwischen PC und Box
      Die wird natürlich so richtig erst bei DSL 16000 wichtig. Aber ein Ethernet mit 10 MBit kann diese Leistung natürlich nicht übertragen. Auch die USB Anschlüsse von Fritzboxen unterstützen nur USB 1.1, also netto maximal 1000 kByte/s, und die auch nur unter optimalen Bedingungen. Auch WLAN kann in diesem Zusammenhang als Bremse wirken, aber dazu siehe das schon erwähnte Howto.

    8. Die Standardprozedur
      Natürlich gibt es auch jetzt immer noch Fälle, in denen alles vorher gesagte nicht zutrifft. Diesen Fällen kann man dann immer noch die "Standardprozedur" ans Herz legen:
      • Überprüfung aller Kabelverbindungen.
      • Alternative Anschlussmöglichkeiten ausprobieren (LAN statt USB, WLAN statt LAN ...).
      • Mal alle Geräte außer einem Testgerät abklemmen (Telefone, Computer, Spielkonsolen, d-Boxen ...)
      • Ist die neueste Firmware im Router / Modem?
      • Man kann bei der Box einen Werksreset durchführen und alle Daten von Hand neu eingeben. Das wirkt zuweilen Wunder.
      • Die Box eine Zeit stromlos machen und dann wieder anklemmen auch.
      • Sind die aktuellen Treiber / Firmwares auf den beteiligten Rechnern installiert?
      • Vielleicht gibt es ein Problem mit der Windows Installation? Alte Treiberleichen, nicht mehr verwendete DLLs ... Eine frische Installation hilft erstaunlich oft.
    So. (Puh!)
    Ich hoffe, mit den Tipps kann vielen Anbindungen auf die Sprünge geholfen werden.
    In diesem Sinne.

    Viele Grüße

    Frank

    Geändert 13.05.2006 09:22: Punkt 6 hinzugefügt.
    Geändert 15.05.2006 21:33: Link von Ostholländers HowTo hinzugefügt.
    Geändert 07.06.2006 20:48 "Largest MTU" Anpassung eingeführt
    Geändert 13.08.2006 17:24 Anmerkungen zu Speedtests hinzugefügt.
    Geändert 24.08.2006 18:16 MMTU/RWIN Teil überarbeitet
    Geändert 29.10.2006 20:08 Firewall/Virenscanner Kapitel hinzugefügt
    Geändert 02.01.2007 23:03 Optimizer für Online Spiele Abschnitt eingefügt
    Geändert 25.01.2007 21:40 Kapitel über Anschlussart hinzugefügt
    Geändert 10.10.2007 20:57 Hinweis von ebn eingefügt: Link zu TCPView war falsch
    Geändert 20.10.2007 10:27 Link zu Heise-Artikel von Telefonmännchen eingefügt
    Geändert 05.11.2008 10:57 Link zum Verfügbarkeitscheck aktualisiert, Danke an neronero für den Hinweis
    Geändert 09.02.2009 20:11 Trafficshaper kann seit Einführung der Priorisierung nicht mehr deaktiviert werden
    Geändert 20.08.2009 22:26 Link zum HFO Verfügbarkeitscheck angepasst nach Hinweis von flothi
    Geändert 07.01.2010 23:23 Windows 7 und Windows Vista RWIN Kapitel angepasst
    Geändert von frank_m24 (27.10.2007 um 15:47 Uhr)
    Viele Grüße, Frank

    Router: FB 7390 84.05.20-freetz-devel-8772 (dnsmasq, dropbear, inadyn, openvpn)
    Netz: 1und1 Doppel-Flat 16000
    VoIP: 1und1, GMX, dus.net und sipgate über FBF
    Telefon: Siemens Telefon + T-Sinus 500i DECT Mobilteil an der 7390

    Ich beantworte keine technischen Fragen per PM oder Messenger, Support gehört ins Forum! Bezüglich administrativer Fragen könnt ihr mich natürlich jederzeit kontaktieren.

  2. #2
    IPPF-Fan Avatar von Outpack
    Registriert seit
    25.03.2006
    Ort
    B
    Beiträge
    248
    Feines (kommt auf den Punkt) HowTo. Danke.
    cu Outpack
    --------------
    Router: FBF 7390 -FritzOS 05.55-25188
    T-Home 16+ und Analoganschluss
    Infineon 7.23.4 H0 0 - LCR V1.50.33, Fritz.Mac Suite 2.4
    Aktiv: Telnet
    iMac, 21 Zoll Intel, 4 GB RAM OSX 10.8.3

  3. #3
    IPPF-Fan Avatar von Harald-444
    Registriert seit
    16.02.2006
    Ort
    Deutschland
    Beiträge
    129
    Hallo,

    hab heute DSL 16000 geschaltet bekommen. Nutzdatenrate laut Fritzbox 12523. Die ersten Versuche mit dem Notebook über WLAN verliefen dabei dann aber eher enttäuschend. Mehr wie 4500 kbit waren einfach nicht drin. Dann mit einen anderen Rechner über LAN geprüft: satte 16382 kbit.

    Also hab ich mir gedacht das WLAN muss ich mal genauer ansehen. Dabei hab ich die Option zum Auswählen des WLAN Standards entdeckt. Eingestellt war b+g. Das hab ich mal auf nur g geändert, und schon hatte ich reproduzierbar mindestens 10000 kb. Kein Problem mit nur g da ich am WLAN nur mein Notebook und sonst nichts dran hängen hab.

    Alle Test wurden mit http://www.wieistmeineip.de/ durchgeführt.

    Vieleicht hilft das dem ein oder anderen ja noch weiter.

    mfg Harald

    PS: jetzt muss ich ganz schnell noch meine Signatur anpassen.
    VoIP Hardware: FRITZ!Box Fon WLAN 7270(UI) FW54.04.76
    DSL Anbindung: 1und1 Komplett 16000 DSLAM: Broadcom 98.132 - H1 6

  4. #4
    IPPF-Urgestein Avatar von doc456
    Registriert seit
    27.04.2006
    Beiträge
    15.377
    Frank, das ist super!

    Gehört ins Wiki, vielleicht macht kai1234 den Link drauf! (thx)
    --Horst

    Router: FBF 6360
    | FBF 7390-84.05.51-24828 | FBF 7270-54.05.50 | FBF 7050-14.04.50-1009 | UM 3pl 50/5 | Telefone: diverse
    Handbücher AVM | Recover - ruKernelTool | Sip BoxToBox | Sip TelAtBox | [HowTo] Installation Fritz!Fax | [Kompendium] Fritz!Fax
    Es werden keine Fragen per PN, etc. beantwortet, denn Support gehört ins Forum!

  5. #5
    IPPF-Fortgeschrittener
    Registriert seit
    24.01.2005
    Ort
    Hunsrück
    Beiträge
    56
    @Harald-444

    Super-Tipp! Hab auch von b+g auf nur g umgestellt und nu rennt das INet viel schneller! Danke! Das neue Macbook vom Sohn muß ja wohl damit auch klarkommen, denk ich.
    Gruß
    abraxas

    Anbindung Telekom Call & Surf Comfort 4
    Leitungsdämpfung 32/16
    Rauschtoleranz 11/21
    in: 3456 out: 448
    Router: Fritz!Box Fon WLAN 7170 (FW 29.04.70)
    FritzWLAN USB-Stick v.1.1
    Telefonanlage T-Concept X320, 3 analoge Telefone, 1 Fax
    Browser: Firefox 3.0.9
    PC: Pentium 4, XPHome (Sp3)

  6. #6
    IPPF-Urgestein Avatar von RudatNet
    Registriert seit
    25.01.2005
    Ort
    Duisburg
    Beiträge
    14.981
    Wenn du das auf ein hier verlinktes WLAN-HowTo beziehst,
    dann solltest du dich eigentlich dort bedanken.

    Hier geht es ja um die Geschwindigkeit im Allgemeinen und nicht speziell für WLAN!
    Gruß
    Thomas

    FBF 7390 [84.05.55-25409 Beta]: an ARCOR (vodafone)/NGN VDSL2 25/5 Mbit/s, mit MT-F [01.02.91] und Gigaset S1 color, WLAN aktiv,
    Fritz!DECT 200 [3.13]; UMTS und GSM mit Huawei E173 Lidl-Mobile (Freundschaftswerbung per PN)
    FBF 5012 (IP-Client) als VOIP2ISDN-Gateway an 7390; OpenVPN via Synology DS111 NAS
    Komplettes Heimnetz mit diversen APC-Back UPS Überspannungs- und Stromausfallgeschützt

    Links: AVM UpdateNews, AVM Handbücher, AVM Service-Portale, AVM Fritz!Labor

  7. #7
    IPPF-Einsteiger Avatar von kleiner Geist
    Registriert seit
    29.01.2007
    Beiträge
    19
    Zitat Zitat von frank_m24
    [*] MTU/RWIN
    (...) kann man mit dem TCP Optimizer unter "Largest MTU" die maximal mögliche MTU herausfinden. der TCPOptimizer spuckt am Ende eine Zeile aus wie "You can set your MTU to 1492".
    Dazu hätte ich mal eine Frage.

    Diesen MaxMTU Test habe ich durchgeführt, aber ich erhalte folgende Meldung:
    Pinging [88.198.6.81] with 1125 bytes ->bytes=1125 time=145ms TTL=54
    Pinging [88.198.6.81] with 1312 bytes ->bytes=1312 time=197ms TTL=54
    Pinging [88.198.6.81] with 1406 bytes ->bytes=1406 time=194ms TTL=54
    Pinging [88.198.6.81] with 1453 bytes ->Request Timed Out
    Pinging [88.198.6.81] with 1453 bytes ->Request Timed Out
    Pinging [88.198.6.81] with 1453 bytes ->Request Timed Out
    Couldn't determine largest possible MTU due to packets being lost.
    You might want to try a different URL


    Den Tip mit der anderen Url habe ich probiert, liefert aber das gleiche Ergebnis.
    Der Test auf Speedguide liefert mir folgendes:

    MTU = 1448
    MTU is not fully optimized for broadband. Consider increasing your MTU to 1500 for better throughput. If you are using a router, it could be limiting your MTU regardless of Registry settings.


    So nun ist meine Frage, wie ich den für mich maximalen MTU ermitteln kann. Oder bekommt der TCP Optimizer das mit den optimal settings sogar alleine hin? Dort steht hinter der Netzwerkkarte bei MaxMTU der Wert 1492 (grau hinterlegt). Aber wenn nich mal 1453 geht...

    Meine Systemdaten:
    XP Prof Sp2
    Fritzbox SL mit aktueller Firmware ohne Branding
    ISP: Freenet

  8. #8
    Moderator Avatar von frank_m24
    Registriert seit
    20.08.2005
    Ort
    Niederrhein
    Beiträge
    17.423
    Hallo,

    das bei Freenet Probleme mit der MTU 1454 auftraten und max. 1448 drin waren, hatten wir schon öfter. Stelle deine MTU also ruhig auf 1448 oder sogar testweise noch kleiner, um herauszufinden, ob das einen Einfluss hat.

    Viele Grüße

    Frank
    Viele Grüße, Frank

    Router: FB 7390 84.05.20-freetz-devel-8772 (dnsmasq, dropbear, inadyn, openvpn)
    Netz: 1und1 Doppel-Flat 16000
    VoIP: 1und1, GMX, dus.net und sipgate über FBF
    Telefon: Siemens Telefon + T-Sinus 500i DECT Mobilteil an der 7390

    Ich beantworte keine technischen Fragen per PM oder Messenger, Support gehört ins Forum! Bezüglich administrativer Fragen könnt ihr mich natürlich jederzeit kontaktieren.

  9. #9
    IPPF-Fan Avatar von Dr.Verdi
    Registriert seit
    31.01.2006
    Beiträge
    287
    Also die Aussage über die Nutzdatenrate ist falsch, sie ist immer am niedrigsten von allen Werten, was auch logisch ist.
    An den MTU Einstellungen usw. würde ich nichts schrauben, bringt bei einem Router sowieso nichts.

    Router/DSL-Modem: FRITZ!Box Fon WLAN 7170 (FW 29.04.76)
    LCR: V1.50.12 beta stable
    jFritz: v0.7.3.xx - Java 1.6.0_15-b03
    Endgeräte: Siemens Gigaset A200
    VoIP: 1&1 (Flat)
    DSL-Anschluß: 1&1-4DSL 16000 (~12000 /1179)
    ISDN-Anschluss: T-ISDN Standard

    http://www.idradurch.de/

  10. #10
    Moderator Avatar von frank_m24
    Registriert seit
    20.08.2005
    Ort
    Niederrhein
    Beiträge
    17.423
    Hallo,

    Zitat Zitat von Dr.Verdi
    Also die Aussage über die Nutzdatenrate ist falsch, sie ist immer am niedrigsten von allen Werten, was auch logisch ist.
    Wo genau?

    Viele Grüße

    Frank
    Viele Grüße, Frank

    Router: FB 7390 84.05.20-freetz-devel-8772 (dnsmasq, dropbear, inadyn, openvpn)
    Netz: 1und1 Doppel-Flat 16000
    VoIP: 1und1, GMX, dus.net und sipgate über FBF
    Telefon: Siemens Telefon + T-Sinus 500i DECT Mobilteil an der 7390

    Ich beantworte keine technischen Fragen per PM oder Messenger, Support gehört ins Forum! Bezüglich administrativer Fragen könnt ihr mich natürlich jederzeit kontaktieren.

  11. #11
    IPPF-Fan Avatar von Dr.Verdi
    Registriert seit
    31.01.2006
    Beiträge
    287
    Die Frage verstehe ich nicht.
    Im 1. Posting, übrigens von dir selber, steht diese Aussage drin.

    Die Nutzdatenrate ist aber immer kleiner als die ATM Datenrate bzw. die Leitungskapazität, weil sie die wirkliche Datenrate ohne Overhead und sonstige Verluste beschreibt.

    Router/DSL-Modem: FRITZ!Box Fon WLAN 7170 (FW 29.04.76)
    LCR: V1.50.12 beta stable
    jFritz: v0.7.3.xx - Java 1.6.0_15-b03
    Endgeräte: Siemens Gigaset A200
    VoIP: 1&1 (Flat)
    DSL-Anschluß: 1&1-4DSL 16000 (~12000 /1179)
    ISDN-Anschluss: T-ISDN Standard

    http://www.idradurch.de/

  12. #12
    IPPF-Einsteiger
    Registriert seit
    16.04.2007
    Beiträge
    10

    Niedriger RWIN Wert (Einstellungen zu Online Spielen)

    Zitat Zitat von frank_m24

    Sonderfall: Optmizer für Online Spiele
    Es gibt spezielle Optimierungstools für Online Spiele. Da es für ein Online Spiel grundsätzlich gut ist, wenn wenn die Antwort auf eine Anforderung schnell zurückkommt, bevor weitere Anforderungen gesendet werden, setzen diese Tools den RWIN Wert erfahrungsgemäß auf einen sehr kleinen Wert.
    Dieser Teil würde mich sehr interessieren. Kannst du mir mal mögliche RWIN Einstellungen für Online Spiele sagen? Es würde mich schon interessieren in welcher Größenordnung solch ein RWIN Wert liegt. Du sprachst auch von Programmen die mir speziell dabei helfen können.
    Ich möchte mich schon im Vorraus für eine Antwort bedanken.
    Mit freundlichen Grüßen
    gnZ'mV

  13. #13
    Moderator Avatar von frank_m24
    Registriert seit
    20.08.2005
    Ort
    Niederrhein
    Beiträge
    17.423
    Hallo,

    ich hab auf Anhieb keinen verfügbar, aber ich hab mal im Forum eines Spieleherstellers davon gelesen.

    Erwarte dir nicht zuviel davon. Diese Weisheit hat sich mittlerweile auch bis zu den Spieleherstellern herumgesprochen, so dass die solche Anpassungen direkt in ihre Software eingepflegt haben. Läuft das Spiel, so verändern sich die TCP Parameter. Des weiteren arbeiten viele Spiele mit UDP, da haben die Werte eh keinen Einfluss.

    Unter Windows Vista haben solche Veränderungen keinen Sinn mehr, da Vista die Optimierung selber macht.

    Ein Wert von 4xMSS (also 5808 falls MSS von 1452) scheint mit nicht schlecht für einen Versuch.

    Viele Grüße

    Frank
    Viele Grüße, Frank

    Router: FB 7390 84.05.20-freetz-devel-8772 (dnsmasq, dropbear, inadyn, openvpn)
    Netz: 1und1 Doppel-Flat 16000
    VoIP: 1und1, GMX, dus.net und sipgate über FBF
    Telefon: Siemens Telefon + T-Sinus 500i DECT Mobilteil an der 7390

    Ich beantworte keine technischen Fragen per PM oder Messenger, Support gehört ins Forum! Bezüglich administrativer Fragen könnt ihr mich natürlich jederzeit kontaktieren.

  14. #14
    IPPF-Einsteiger
    Registriert seit
    16.04.2007
    Beiträge
    10
    Danke für die Lösung. Das Spiel um das es mir geht ist schon etwas älter und basiert auf der Unreal Tournament 99 Engine. Also kann ich mir schon eine Verbesserung vorstellen.
    Ebenfalls viele Grüße
    gnZ'mV

  15. #15
    IPPF-Einsteiger
    Registriert seit
    16.04.2007
    Beiträge
    10
    So ich hab jetzt einen Test durchgeführt. Beim Pingbefehl macht das jetzt ungefähr 2-4 ms aus oder es ist auch einfach nur Zufall... Ich hatte gerade ein Gespräch mit einer Bekannten, die sich mit Ethernet auskennt. Wir sind zu einem Diskussionspunkt angelangt ob eine Reduzierung der MTU auch Pingvorteile bringen könnte. Allerdings sind wir zu keinem Ergebniss gekommen. Vielleicht hast du eine Ahnung ob das in dem Fall etwas bewirkt.
    mfG
    gnZ'mV

  16. #16
    Moderator Avatar von frank_m24
    Registriert seit
    20.08.2005
    Ort
    Niederrhein
    Beiträge
    17.423
    Hallo,

    ich bin mir verhältnismäßig sicher, dass es keinen Einfluss hat. Begründung:

    MTU repräsentiert die maximale Paketgröße - das Paket kann auch kleiner sein, wenn nicht genug Daten für die Übertragung anstehen. Deshalb würde eine Verkleinerung meines Erachtens die zu übertragende Datenmenge nicht reduzieren und folglich keine Verbesserung bringen. Anders ein reduzierter RWIN Wert, der die Gegenseite zu einer beschleunigten Antwort nötigt.

    Bei Onlinespielen kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: Dort müssen mehr Daten übertragen werden, als in einem Ping Paket. Ist der MTU Wert zu klein für so ein Datenpaket, denn provoziert das ein weiteres Datenpaket => Mehr Protokolloverhead und damit absolut kontraproduktiv.

    Wo ich schon mal dabei bin, noch einige generelle Anmerkungen zu Onlinespielen:
    Wie oben schon mal erwähnt, können kleinere RWIN Werte positiven Einfluss haben, wenn Spiele über TCP kommunizieren. Ein Wert von 4xMSS scheint für den Anfang nicht schlecht, bei einem MSS von 1452 wären das 5808.
    Es ist nicht allein die Ping-Zeit, die über einen flüssigen Spielablauf entscheidet. Bedenkt immer: Ein Spiel benutzt keine Ping oder Traceroute Pakete, um die Situations-Informationen zu übertragen! Ergebnisse aus Ping oder Traceroute Tests sind also nur sehr eingeschränkt aussagekräftig.
    In den Datenpaketen von Onlinespielen müssen mehr Daten übertragen werden, als in einem Ping Paket. Diese müssen vom Spiel berechnet werden und vom Server beantwortet werden. Das erfordert beim Client und beim Server Rechenleistung, die gerade bei aufwendigen Spielsituationen nicht zur Verfügung steht.
    Dann müssen die Daten von PC übertragen werden. Das kostet auch wieder Rechenzeit, vor allem, wenn die Pakete erst noch von Firewall und Virenscanner überprüft werden, und verzögert die Übertragung. Gerade im Bereich Virenscanner und Firewall sind am häufigsten die Ursachen für schlechte Online Performance zu suchen.
    Auch die Treiber von WLAN Karten verbrauchen häufig Rechenleistung, z.B. für die Verschlüsselung. Generelle Fehler in der Treiberinstallation und Einrichtung, fehlende oder veraltete Chipsatztreiber und BIOSe etc. sollten hier nicht vergessen werden. Das gilt für LAN und WLAN. Ein Killer sind andere Applikationen, die Datenverkehr erzeugen: Downloads, P2P, VoIP irgendwo im eigenen Netz. Als Onlinespieler sollte man tunlichst die Internetverbindung für sich allein haben.
    Bei WLAN kommen dann noch die Funkstörer hinzu: WLAN lässt sich nicht nur durch andere WLANs stören, sondern auch durch Bluetooth, Mikrowellen, AV-Funksender, Funkkopfhörer, Fernbedienungen, Fernsteuerungen und alle anderen Geräte auf 2.4 GHz. Ein paar Paketverluste zur richtigen Zeit stören den Spielfluss ganz erheblich und äußern sich dann durch Lags.

    Fazit: Man kann an vielen Schrauben drehen, wenn es um die Verbesserung der Performance von Online-Spielen geht. Auf den Ping-Wert an sich wird dabei meines Erachtens zu großen Wert gelegt. Deshalb haben auch irgendwelche Ping- oder Traceroute Analysen immer nur sehr begrenzte Aussagekraft.
    Ich habe bereits sehr häufig auf Fragen zu Lags in Online-Spielen geantwortet. In den seltensten Fällen war die Internetanbindung oder die Netzwerkverbindung schuld. Meistens ergaben sich andere Probleme, z.B. in der Installation des PCs (Treiber, Anwendungssoftware), das gilt besonders, wenn die Lags nicht dauerhaft auftreten, sondern immer nur für kurze Zeit alle paar Minuten. Dafür kommen allerdings auch Funkstörungen im WLAN in Frage.

    Viele Grüße

    Frank
    Geändert von frank_m24 (24.06.2007 um 20:18 Uhr)
    Viele Grüße, Frank

    Router: FB 7390 84.05.20-freetz-devel-8772 (dnsmasq, dropbear, inadyn, openvpn)
    Netz: 1und1 Doppel-Flat 16000
    VoIP: 1und1, GMX, dus.net und sipgate über FBF
    Telefon: Siemens Telefon + T-Sinus 500i DECT Mobilteil an der 7390

    Ich beantworte keine technischen Fragen per PM oder Messenger, Support gehört ins Forum! Bezüglich administrativer Fragen könnt ihr mich natürlich jederzeit kontaktieren.

  17. #17
    IPPF-Aufsteiger Avatar von fa-isern
    Registriert seit
    25.07.2007
    Ort
    Siegen
    Beiträge
    40
    frank24_m
    Speedtests
    Einige grundsätzliche Anmerkungen zum Thema Speedtests: Von den üblichen Verdächtigen (z.B. www.speedmeter.de, www.wieistmeineip.de/speedtest, www.speedreport.de) kann man keine zuverlässigen Aussagen erwarten. Zum einen ist die Internetverbindung nur so schnell, wie das schwächste Glied auf dem Weg von euch zum Server - und das ist nicht zwangsläufig euer Internetanschluss. Auf der anderen Seite sind Puffer (z.B. Proxys) beim Provider die reinen "Nachbrenner" - schön zu sehen bei UMTS Handys: Ob wohl die eigentlich nur 384 kBit/s zur Verfügung haben, kann man bei Speedmeter damit locker 8 MBit/s erreichen - Klasse!
    Wenn die "üblichen Verdächtigen" schon unzuverlässig sind, kann ich aus Satz 2 und 3 wenigstens den Schluss ziehen, dass ich aus diesen Speedtests zumindest tendenziell eher zu hohe Werte denn zu niedrige Werte für meine Internetverbindung bekomme? Das wäre ja auch schon was wert... Es würde mir erstmal reichen, auf dem Wege den subjektiven Eindruck, mein DSL 6000 wäre deutlich langsamer, als das DSL 2000 von meinen Bekannten zu verifizieren.

    Gruß
    Gunther
    Just when I nearly found the answer, I forgot the question.

    Anbindung: T-Com CallPlus ISDN
    1&1 surf&phone6000


    Router/TK-Anlage:FritzBox 7390 (1&1 Homeserver 50.000+)
    Firmware aktuell
    www.telefonsparbuch.de LCR

    Telefon: 1 x Swissvoice Eurit 557
    1 x Swissvoice Avena 347
    Fax-Kombi: Sharp UX-P 400

  18. #18
    IPPF-Fünfhundert-Club
    Registriert seit
    23.08.2005
    Beiträge
    935
    Nein. Du gehst auf http://ubuntu.com umd lädst die aktuell 7.40 von einem deutschen Mirror. Am beesten irgendwann Wochentags späten Vormittag - alos wenn damit zu rechenen ist daß weder im Netz noch auf dem gewählten Server wirklich viel los ist.

    Mit seamonkey oder firefox und aktivem Downloadmanager kannst Du den Transferdurchsatz live beobachten.

    GGf. zu einer anderen Uhrzeit wiederholen. Ach ja, Laufzeitschwankungen während der Übertragung sind real live.
    Zugang: 1&1 DSL16.000
    Hardware: Fritz! 7270 FW:54.04.86
    ISDN: Siemens Gigaset 4170 mit 1 x Gigaset Comfort 4000, 2 x Gigaset Classic 4000, 1 x Microlink 28.8TDV analog
    1x8 Port Switch direkt, 1x8 Port Switch kaskadiert
    Betriebssystem: eComStation (http://ecomstation.de)
    Software: Seamonkey, Pronews/2
    lokaler WEB-Server: Apache (http://aroundos2.dyndns.org)
    FidoNet: 2:2476/493 analog, binkd
    Mailbox: 09523-502823

  19. #19
    IPPF-Aufsteiger Avatar von fa-isern
    Registriert seit
    25.07.2007
    Ort
    Siegen
    Beiträge
    40
    Na denn werde ich das mal tun, allerdings sehe ich auf der Seite nur die 7.10beta. Nur Wochentags am späten Vormittag wird für die arbeitende Bevölkerung etwas schwierig ...
    Just when I nearly found the answer, I forgot the question.

    Anbindung: T-Com CallPlus ISDN
    1&1 surf&phone6000


    Router/TK-Anlage:FritzBox 7390 (1&1 Homeserver 50.000+)
    Firmware aktuell
    www.telefonsparbuch.de LCR

    Telefon: 1 x Swissvoice Eurit 557
    1 x Swissvoice Avena 347
    Fax-Kombi: Sharp UX-P 400

  20. #20
    IPPF-Fünfhundert-Club
    Registriert seit
    23.08.2005
    Beiträge
    935
    Ja nun, Vormittags ist halt die Zeit in der das Netz i.A. wenig ausgelastet ist. So ab 16 wirds für Performancetests eng. Da fängt der Netzdurchsatz hoch zu gehen und allein dadurch wird jeder Test zur Farce. Irgendwo nach Mitternacht machts dann wieder Sinn - solange man einen Server in D als Quelle nimmt.

    Performancetests wenn die Knotenpunkte unter Vollaust laufen, die Server von Studenten ausgelastet sind, zeigen gut einen Worstcase, aber bringen für einen richtigen Performancetest nichts.

    IPFF z.B. wird ab 17.00 richtig lahm und ein Forumswechsel alleine artet in ein Geduldsspiel aus. Vormittags geht das selbe in Sekundenbruchteilen, was abends zum Kaffee/Bierholen einlädt.

    Und so dicke Brocken wie die ubuntu 7.10 oder auch nur ein Upgrade von z.B. KDE an Akustikkopplerzeiten erinnert, schrumft zu Minuten oder gar Sekunden.
    Zugang: 1&1 DSL16.000
    Hardware: Fritz! 7270 FW:54.04.86
    ISDN: Siemens Gigaset 4170 mit 1 x Gigaset Comfort 4000, 2 x Gigaset Classic 4000, 1 x Microlink 28.8TDV analog
    1x8 Port Switch direkt, 1x8 Port Switch kaskadiert
    Betriebssystem: eComStation (http://ecomstation.de)
    Software: Seamonkey, Pronews/2
    lokaler WEB-Server: Apache (http://aroundos2.dyndns.org)
    FidoNet: 2:2476/493 analog, binkd
    Mailbox: 09523-502823

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. HowTo Internet Performance
    Von wAAZAAP im Forum FRITZ!Box Fon: DSL, Internet und Netzwerk
    Antworten: 43
    Letzter Beitrag: 15.04.2010, 21:18
  2. [HOWTO] Howto zu Nagios (VoIP Endgeräte etc. überwachen)
    Von HobbyStern im Forum Linux allgemein
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 17.11.2009, 14:31
  3. WDS Geschwindigkeitsprobleme
    Von pfingstochse im Forum FRITZ!Box Fon WLAN: Diskussion nur zum Funknetzwerk
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 12.07.2008, 17:13
  4. HowTo: FritzBox 7071: Konfig.Menue übers Internet aufrufen?
    Von ivobraun im Forum FRITZ!Box Fon: DSL, Internet und Netzwerk
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 28.11.2006, 10:25

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •