Umstellung ISDN auf IP: DVPT fordert Entscheidungsfreiheit für Unternehmen – Neues Informationsportal für Anwender gestartet

Offenbach, 15.02.2016 - Der DVPT e.V. setzt sich dafür ein, dass alle Unternehmen den Zeitpunkt des Wechsels auf IP selbst bestimmen können. Die für 2018 geplante Abschaltung von ISDN durch die Deutsche Telekom und die damit verbundene IP-Migration zwingt viele Firmenkunden, umgehend zu handeln und damit unverhältnismäßig hohe Mehraufwände in Kauf zu nehmen. Auf seinem neuen Portal www.isdn-ip.de informiert der DVPT die Verbraucher und Unternehmen umfassend über die Umstellung.

Während einige Anbieter wie Vodafone und Versatel angekündigt haben, ISDN über einen befristen Zeitraum von einigen Jahren weiter anbieten zu wollen, hält die Telekom an Ende 2018 als Zeitpunkt für die Abschaltung von ISDN fest. Im Privatkundenbereich wurden bereits mehrere Millionen ISDN-Anschlüsse auf IP migriert. Jetzt steht der Wechsel für Firmenkunden in ganz Deutschland an. „Dieser Wechsel wird die deutsche Wirtschaft Millionen kosten und stellt etliche Unternehmen vor schwer zu bewältigende Herausforderungen, planerisch wie finanziell. Denn durch die Umstellung sind nicht nur die Telekommunikationssysteme in den Unternehmen, sondern auch Sondereinrichtungen wie etwa Aufzugnotrufe und Alarmsysteme betroffen. Und in Deutschland sind rund 1.000.000 Alarmsysteme und über 600.000 Aufzüge in Betrieb.“, warnt DVPT-Vorstand Hans Joachim Wolff.

Deshalb sollten Unternehmen, bei denen die Ablösung des bestehenden Telekommunikationssystems planerisch nicht mit dem Umstellungstermin 2018 zusammenpasst, selbst einen Umstellungstermin bestimmen können. Zwar sind bereits schon heute Adapter zur Anschaltung von ISDN auf IP für Telekommunikationssysteme vorhanden, aber auch diese verursachen Anschaffungs- und Einrichtungskosten. Außerdem bilden sie, je nach Nutzung, nicht den vollen Leistungsumfang ab und sind in vielen Fällen nur als Übergangslösung zu sehen. Je nach gewachsener Infrastruktur und Unternehmensgröße kann der Aufwand für die Umstellung schnell mehrere tausend Euro kosten. Nach Erfahrung des DVPT fallen die Kosten umso höher aus, je länger die Planung der Umstellungsmaßnahmen hinausgezögert wird.

Nach einer aktuellen Umfrage des DVPT arbeiten nicht einmal die Hälfte der Unternehmen bereits aktiv an der Umstellung. 13% haben sich noch gar nicht damit befasst, ebenso viele wollen sich erst in 2018 mit dem Thema auseinandersetzen. Aus Sicht des DVPT ist die Umstellung bis Ende 2018 nicht zu bewältigen und belastet Unternehmen und Anwender in einer nicht vertretbaren Weise. „Auch, wenn der Einsatz neuer Technologien in vielen Fällen überfällig und daher ausdrücklich zu begrüßen ist, muss den Kunden die freie Entscheidung über den Zeitpunkt der Umstellung gewährt werden. Derzeit gibt es seitens Politik und Regulierung aber leider keine Bemühungen, Maßnahmen für eine flexible Handhabung einzuleiten. Wir empfehlen allen Unternehmen deshalb dringend, sich frühzeitig mit der Thematik zu beschäftigen und möglichst bald mit der Umstellungsplanung zu beginnen.“, so Hans Joachim Wolff.

Damit sich Verbraucher, insbesondere Geschäftskunden, umfassend über die Ablösung von ISDN durch IP informieren können, hat der DVPT das Portal www.isdn-ip.de eingerichtet, u. a. mit Checklisten, Strategietipps und Veranstaltungshinweisen. Auch die Ergebnisse der aktuellen Umfrage zur Umstellung von ISDN auf IP-basierte Lösungen werden hier veröffentlicht.

Weitere Informationen zum Thema unter: www.isdn-ip.de

Text: DVPT-Pressemitteilung