Ich hatte doch ganz klar formuliert, welche Voraussetzungen ich sehe:
Das habe ich anders verstanden ... Du hast beschrieben, wie
Du das selbst handhabst und daß bei Dir kein Zusammenhang zwischen der E-Mail-Adresse und Deiner Identität besteht (bzw. daß dort keine Rückschlüsse möglich sind). Nun ist es aber bei weitem nicht so, daß jeder Nutzer sich nur für solche Fälle auch eine gesonderte (und ansonsten unbenutzte) E-Mail-Adresse bei einem Freemail-Service zulegen wird ... auch das will mancher schon deshalb nicht, weil selbst bei einem Forward auf den "richtigen" Account noch Spuren bei diesem Freemail-Service in der Datenbank bestehen
müssen und solch eine "Wegwerf-Adresse" werden wohl nur die wenigsten regelmäßig selbst abfragen.
Da man die Empfehlung mit der E-Mail-Adresse auch an anderen Stellen lesen kann (selbst bei renommierten Computerzeitschriften), wollte ich nur noch darauf hinweisen (vielleicht ja ohne Not, aber meine Meinung habe ich nun mal), daß man das alles
wirklich nur dann machen sollte, wenn man sich davon irgendwelche Vorteile verspricht (die teilweise unterschiedliche Behandlung des @ bleibt ja bestehen) und daß man dort keinesfalls eine aktiv verwendete E-Mail-Adresse eintragen sollte.
Der "normale Nutzer" hat eben nicht bei jedem Anbieter mehrere E-Mail-Adressen und anders als ein Webformular, in dem man bewußt die E-Mail-Adresse einträgt (und damit dem Anbieter dieses Formulars vertraut, daß er die Daten nicht weiter mit anderen teilt), ist es eben nicht zu kontrollieren, wer diese E-Mail-Adresse als SSID-Broadcast (oder als Ident-Antwort bei "hidden SSID") tatsächlich empfängt und was er damit anstellt ... für den "Anwender" ist das aber beides nur eine Eingabe in ein Webformular, hier halt in das GUI der FRITZ!Box.
Die schöne Theorie, daß man damit anderen die Möglichkeit des Kontakts eröffnet, wenn sich irgendwelche Probleme ergeben, verstehe ich wohl ... mir fällt trotzdem keine
sinnvolle Verwendung solch einer Adresse ein. Vielleicht macht das ja an einer Stelle mit zwei oder drei Netzen noch Sinn, wenn man sich abspricht, wer welchen Kanal benutzen soll ... aber warum man das dann unbedingt "absprechen" muß und nicht einfach den freien Kanal nimmt, leuchtet mir auch nur begrenzt ein. Abgesehen davon sind viele Nutzer schon damit überfordert, einen festen Kanal an ihrem WLAN-Router einzustellen ... von den Problemen, wenn dann auf einmal ein weiteres Netz dazu kommt, gar nicht erst zu reden. Oder hat dann derjenige, auf "dessen Kanal" sich dieses zusätzliche Netz hängt, einfach Pech gehabt? Ich sehe einfach keinen sinnvollen "use case" für solche Kommunikation, lasse mich aber gerne mit einem passenden Beispiel überzeugen.
Du bist ja auch nicht der einzige, der so etwas
empfiehlt ... aber man wird es ja auch hinterfragen dürfen, wann das wirklich Sinn macht. Zumindest wird ja auch im verlinkten Hotline-Beitrag explizit auf eine "reservierte E-Mail-Adresse" hingewiesen, der einzige "use case" ist aber auch wieder die "Abstimmung" der Kanäle, was - wenn man nicht im Weiler oder meinetwegen auch noch im Dorf (dort aber dann nicht im Kern) lebt - bei moderner Firmware (die Suche nach wenig genutzten Kanälen ist ja keine AVM-Spezialität) eher kontraproduktiv und ab einer gewissen WLAN-Dichte (das dürfte bei Dir ja auch nicht so viel anders sein) auch entsprechenden Schwankungen unterworfen ist. Da wo heute noch WLAN-Diaspora ist, können morgen schon fünf weitere Netze funken, dann ist so eine "Abstimmung" ganz schnell Makulatur und ggf. erst recht Anlaß zum Streit (s.o.).
Wie gesagt, wer sich etwas davon verspricht, soll die E-Mail-Adresse nehmen ... aber sich auch jederzeit bewußt sein, daß die praktisch jedem (bei sichtbarer SSID) in der Reichweite des WLANs dann auch zugänglich ist. Wenn man als "Wissender" solch eine Empfehlung gibt, gehört (m.E., kann man ja auch anders sehen) immer der Hinweis auf die Möglichkeit des Empfangs dieser Adresse durch "Unbefugte" dazu (das ist bei weitem nicht jedem klar, wie man unschwer daran erkennt, daß einige nicht mal ihre eigene FRITZ!Box anhand der (Standard-)SSID von einer fremden unterscheiden können) und das heißt wiederum (meine Meinung), daß man zwischen Nutzen und "Gefahr" bei solchen Einstellungen abwägen muß.
Aus der Verbindung der ursprünglichen SSID - ich habe immer noch die erwähnte Location-Database vor Augen, wo neben der SSID (in diesem Fall der E-Mail-Adresse) auch der Standort gespeichert ist - mit der (ich nehme mal an "Freemail"-) Adresse und der Weiterleitung an die reale E-Mail-Adresse läßt sich eben wieder ein Standort für die "finale E-Mail-Adresse" herleiten.
Das ist sicherlich auch bei der Angabe von PLZ, Ort, Straße, Hausnummer und (realer) E-Mail-Adresse in jedem anderen Formular möglich, aber da "weiß" man eben beim Ausfüllen schon wieder, was man da schreibt und dem (hoffentlich vertrauenswürdigen) Anbieter in die Hand gibt. Das ist für mich der eigentliche Unterschied ... die bewußte Weitergabe dieser Daten und die (eher unbewußten) Möglichkeiten, die sich heutzutage aus der Aggregation solcher Daten aus unterschiedlichen Quellen noch eröffnen, gepaart mit der "Unkenntnis" vieler Nutzer, daß das WLAN sich eben nicht an die Grenzen der Wohnung oder des Grundstücks hält.
Daß man meiner Meinung nach dieses "hidden SSID"-Feature komplett abschaffen sollte (weil es sogar dem Standard widerspricht), sei nur am Rande noch zum Thema "hidden SSID" angemerkt. Spätestens dann, wenn man im eigenen WLAN auf der Jagd nach der Ursache zu niedrigen Durchsatzes ist und dabei dann feststellt, daß da der direkte Nachbar mit einer "hidden SSID" auf demselben Kanal unterwegs ist, hat man von diesem "Feature" ohnehin den "Kanal voll". Wenn jemand unbedingt "anonym" sein will (das ist zwar das Hände-vor-die-Augen-halten und hoffen, daß man dann nicht gesehen wird), dann soll meinetwegen der Standard dafür einen fixen Kanal vorgeben, in dem sich dann diese ganzen "Unsichtbaren" tummeln (bis man sie mit Mullbinden umwickelt oder mit Infrarot-Detektoren "enttarnt", so habe ich das jedenfalls im Film gesehen).