[Frage] Analoge Telefone noch stromausfallsicher?

Wellunger

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Hallo in die Runde,

da ja die gesamte Telefonie inzwischen auf VoIP umgestellt ist und die ganz normalen analogen Telefonanschlüsse in den Verteilerkästen quasi digitalisiert und ins Internet geleitet werden, stellt sich mir die Frage, wie stromausfallsicher so ein reiner Telefonanschluss mit einem herkömmlichen analogen Telefon noch ist?
Sind das aktive Elemente in den Verteilerkästen, also sind sie stromabhängig? Die ehemaligen Vermittlungsstellen waren batteriegepuffert u./o. notstromversorgt, so dass man auch bei einem größeren Stromausfall noch problemlos telefonieren konnte. Ist das auch noch so?
 

Meester Proper

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MSAN-POTS wird nicht über Outdoor-MSAN/DSLAMs realisiert, sondern nur aus Betriebsstellen. Die Betriebsstellen sollten zumindest eine Batterieversorgung für kurze Ausfälle haben, größere Betriebsstellen auch eine Notstromversorgung.

MSAN-POTS wird auch nicht „über das Internet“ realisiert, sondern mittels separatem VLAN direkt an die VoIP Service Area angebunden.
 
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NDiIPP

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@Wellunger
Wenn du dich auf die MSAN-POTS Anschlüsse beziehst, so hat sich bei diesen bzgl. Ausfallsicherheit nichts wesentliches geändert.

Edit:
Zu langsam... ;)
 

Wellunger

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Danke für die schnelle Antwort.
Also hat sich für die reinen Telefonanschlüsse bezüglich Stromausfallsicherheit nichts geändert.
 

eisbaerin

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die reinen Telefonanschlüsse
Nein, so allgemein kann man das nicht sagen, da sollte man schon genauer hinschauen.
Solange du an einem Indoor angeschlossen bist, dann ja.
An einem Outdoor nein, da der IMO keine Pufferung hat.
Aber ob du Indoor oder Outdoor angeschlossen bist, wirst du nicht feststellen können.

Noch schlimmer sind die reinen Telefonanschlüsse bei FTTH, wo noch ein Router zu Hause steht.
Da geht bei Stromausfall natürlich nichts mehr.

BTW: Wieso heißt das eigentlich "Stromausfall"?
Es müßte doch richtigerweise Spannungsausfall heißen.
Strom entsteht doch erst wenn ich einen Verbraucher einschalte.
 
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avm_7170

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Und VOIP geht auch nur mit einem Router zu Hause und wenn du dann in deiner Wohnung keine Spannung mehr hast ...dann geht auch kein Notruf mehr ..ergo keine Hilfe etc.
 

KunterBunter

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Die Frage war aber, wie es sich an normalen Telefonanschlüssen verhält, also ohne Internet im Haus. Da gibt es keinen Router zu Hause und wenn du dann in deiner Wohnung keine Spannung mehr hast, geht das analoge Telefon immer noch so wie früher.
 

eisbaerin

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HappyGilmore

Guest
Ich zitiere mal aus einem Artikel zum Thema Stromausfall bzw. Versorgungsunterbrechung.
"Grundsätzlich hat Deutschland das sicherste Stromnetz der Welt. Stromausfälle von mehr als drei Minuten Länge werden im sogenannten Saidi-Index gemessen. Deutschland kam da 2017 auf eine durchschnittliche Strom-Unterbrechungsdauer von 12,2 Minuten."

Wer jetzt Angst hat bei solch einem Stromausfall bzw. einer Versorgungsunterbrechung nicht mehr telefonieren zu können kann man nahe legen sich eine heimische USV zuzulegen. Was allerdings nicht davor schützt wenn bei einem Stromausfall bzw. einer Versorgungsunterbrechung nicht auch die Outdoorgeschichte betroffen ist sofern man selbst an einer solchen angeschlossen ist.
[Edit Novize: Beitrag wieder hergestellt]
 
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Netzwerkservice

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USV sind sind in bestimmten Bereichen sogar vorgeschrieben, da es in manchen Gebieten leider zu häufigeren kurzen Unterbrechungen kam.
 
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Peter_Lehmann

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Jaja ...
Als im Februar diesen Jahres in der Eifel der große Sturm wütete, ging auf einmal "das Licht aus". Schaden an einer Mittelspannungsleitung, welcher die Stromversorgung mehrerer Ortschaften lahmlegte.
Ich habe es zuerst gar nicht mitbekommen, weil meine Schreibtischlampe auch an meiner USV hängt. Also eigene Reaktionszeit ~2 Minuten.
Meine Desktop-App "Serverstatus", mit welcher ich diverse verteilte (eigene) VPN-Server und andere Spielsachen überwache und auch einen "ping" auf einen öffentlichen Server setze, zeigte nur noch ROT. Dafür blinkte die Power/DSL-LED.
Ich wollte es wissen, und habe per Mobilfunk meinen Sohn angerufen. Ging noch. Nach 5 Minuten immer noch. Aber bereits nach 10 Minuten war auch Mobilfunk nicht mehr möglich.
Für die nächsten 3 1/2 Stunden waren wir in der Phase "Jetzt besser keinen Herzinfarkt bekommen".

BTW:
1. Wenige Tage vorher hatte ich den Roman "Blackout" gelesen. Ahnt jemand, was mir da durch den Kopf ging?
2. Gut 30 Jahre vorher war ich (in der damaligen DDR) als "Leiter Technik" (würde man heute wohl CTO nennen) in einer wirklich riesigen Fernmeldeanlage tägig. Der Aufwand, welchen wir zur Vorsorge bei Netzausfällen unternommen haben, war immens. Drei riesige Batterien, mehrere Schränke mit Wechselrichtern die aus 60V Gleichspannung 220V Wechselpannung für "lebenswichtige" Verbraucher erzeugten und einen großen Schiffsdiesel, welcher nach wenigen Sekunden die Last übernahm und dieses auch locker mehrere Tage mit den Reserven aus den eigenen Tanks durchhalten konnte.
Alles wurde in den nächsten Jahren demontiert, denn "in der Bundesrepublik gibt es keine Stromausfälle ... .

Nachdenklich!
Peter
 
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Auch wenn wir sicherlich eines der stabilsten Stromnetzte haben kommt es aber hin und wieder zu tagelangen, großflächigen Stromausfällen. Siehe Münsterland im Dezember 2005 oder im Schneewinter 1978. Diese Situationen sind zwar recht selten, aber um so mehr ist man in den Situationen aufs Telefon angewiesen.
Wir haben dieses Jahr schon einen rund 15-minütigen Ausfall gehabt. Und da auch die einzig empfangbare Handy-Basisstation nicht gepuffert ist ging in der Zeit gar nichts mehr.
Es gab mal Zeiten, da durfte noch nicht einmal ein schnurloses Telefon alleine am Anschluss betrieben werden, weil so die Stromausfallsicherheit nicht mehr gewährleistet war.
 

eisbaerin

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erik

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Mein erstes Schnurlostelefon hatte noch ein Batteriefach zur Notstromversorgung. Bei uns gibt es inzwischen Bereiche wo man bei Bestellung von POTS einen Router geschenkt bekommt, weil es offenbar keine Möglichkeit mehr gibt eine Leitung bis zur Vermittlungsstelle zu schalten.
Im Notfall wird immer auf Mobilfunk verwiesen, ich verstehe nicht warum nicht wenigstens eine örtlich empfangbare GSM-Station notversorgt wird um Notrufe bei Stromausfall zu ermöglichen.
 

elo22

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BTW: Wieso heißt das eigentlich "Stromausfall"?
Es müßte doch richtigerweise Spannungsausfall heißen.
Strom entsteht doch erst wenn ich einen Verbraucher einschalte.
Das hätte von mir sein können. Danke,

Lutz
 

erik

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Die Stromversorger sind also Spannungsversorger und für den Strom sorge ich dann selber ;)

PS: Glühbirne und Schraubenzieher.
 
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Mein erstes Schnurlostelefon hatte noch ein Batteriefach zur Notstromversorgung.
Von Hagenuk (ST 900), gab es auch mit Telekom-Lable, gab es damals auch ein Schnurloses, das mit Wechselakkus ausgestattet war. Der Akku im Ladefach der Basisstation hat im Fall der Fälle die Station mit Strom versorgt. Ziemlich schlaue Technik. War auch mein erstes Schurloses.
 

erik

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Nach längerem googeln glaube ich meins hieß DeTeWe Twinny, ohne nova oder DECT.
 

Charlies Tante

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Gefunden habe ich zu dem Thema:

Aus: https://www.telekom.de/hilfe/downloads/schnittstellenbeschreibung-1tr110-1

"6.2.3.3 Speiselücken
Außerhalb der Schaltkennzeichengabe können gelegentlich (z.B. bei Umschaltvorgängen im Netz derTelekom)
Speiselücken von tSpL <5ms vom Netz der Telekom verursacht werden."

und:


"So bleiben einfache Telefone sowie Endgeräte mit a/b-Schnittstelle ohne eigenes Netzteil auch bei einem Stromausfall im Haus nutzbar."



Dort steht: "Sprachanschlüsse (auf Basis MSAN POTS) werden an einer zentralen Vermittlungsstelle mit Spannung versorgt."

Demnach wird dieser Anschluss an outdoor-DSLAM's durch- bzw. vorbeigeschleift.


Im folgenden Artikel gibt es noch zwei interessante Aussagen (irgendwas mit "Bild" im Namen lese ich in der Regel nur in meiner Pommesbude völlig umsonst* ...)


"„Im neuen IP-basierten Festnetz [Anm.: MSAN-POTS] ist auch bei einem Stromausfall die Telefonie so für mehrere Stunden möglich“, beruhigt Telekom-Pressesprecher Niels Hafenrichter."

"Sind Telekom, Vodafone und Telefónica nicht dazu verpflichtet, Kunden zu ermöglichen, jederzeit Notrufe abzusetzen? Nein, sagt Michael Reifenberg von der Pressestelle der Bundesnetzagentur (BNetzA), die oberste deutsche Regulierungsbehörde. „Das Telekommunikationsrecht enthält keine Vorgaben für eine Signalisierung von Notrufen und Hausnotrufen bei einem Stromausfall.“ Zwar ging 2016 eine entsprechende Petition im Bundestag ein, doch sie verlief sich im Sande."


Da ich (noch) nichts explizit von Notstromversorgung oder Ausfallsicherheit zu MSAN-POTS gefunden habe, ist das wohl nicht der erhoffte Plain Old Telephone Service, kurz: POTS genannt.

@Peter_Lehmann: Da gab es noch die Firma Guck und horch: Ohne Strom im Telefonnetz hätten die ja die konfiszierten Westkassetten hören müssen, anstatt darauf Gespräche aufzunehmen.


*: Ich war gratis in der Schule, bei anderen war es umsonst.
 
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Wellunger

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