Bei Anruf Internet

Udo

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Bei Anruf Internet
Unschlagbar billig: Wer innerhalb des Netzes telefoniert, muss überhaupt nichts bezahlen

TELEFONIEREN ÜBER DAS INTERNET: DIE GEBÜHRENUHR HAT AUSGEDIENT

Von Kurt Sagatz

Das überzeugendste Argument sind die Kosten: Bundesweit telefonieren für einen Cent pro Minute, teilweise sogar ganz ohne zusätzliche Gebühren – das kann man derzeit nur über das Internet. Und da der Internet-Anschluss inzwischen an kaum einem Arbeitsplatz fehlt und auch daheim ein Computer mit Zugang zum World Wide Web fast zum Standard gehört, hat sich das Telefonieren über das Netz zu einem der spannendsten Themen überhaupt entwickelt.

Technisch möglich ist die Internet-Telefonie – von den Experten auch Voice over IP genannt, also Sprache mithilfe des Internet-Protokolls – seit langem. Allerdings hatte die Technik anfangs eher den Charme von Kurzwellenfunk. Die Sprachqualität war schlecht, die Antworten kamen nur verzögert und Unterbrechungen waren zu Zeiten analoger Internet-Modems die Regel. Doch gerade die technischen Voraussetzungen haben sich inzwischen grundlegend geändert.

Warum die Internet-Telefonie gerade jetzt den Massenmarkt erreicht, zeigt sich mit Blick auf die notwendigen Bestandteile. Um über das Netz telefonieren zu können, werden neben einem Computer mit Headset (Kopfhörer mit Bügelmikrofon) noch eine Software für die Herstellung der Verbindung sowie ein Internet-Zugang benötigt. Der Computer wandelt die Spracheingaben in Datenpakete um, die dann über eine möglichst schnelle Internet-Verbindung transportiert werden. Auf der Gegenseite werden diese digitalen Informationen dann in menschliche Sprache zurückverwandelt. Inzwischen schaffen dies die meisten Computer ohne Aussetzer und Qualitätseinbußen. Eine noch wichtigere Rolle übernimmt jedoch die Internet-Verbindung. Vor allem die schnellen DSL-Anschlüsse haben genügend Reserven für die digitalisierte Sprachübermittlung. Zudem nutzen viele Internet-Surfer die DSL-Technik zusammen mit einer Flatrate (siehe Kasten). Ein monatlicher Festbetrag ersetzt dabei die zeitabhängigen Gebühren.

Genau diesen Vorteil macht sich das Freenet-Angebot „freenet iPhone“ zunutze. Gespräche zwischen zwei Internet-Rechnern kosten – eine DSL-Flatrate vorausgesetzt – gar nichts. Man muss nicht einmal Freenet-Kunde sein, um die Software für die Internet-Telefonie auf seinen Rechner zu laden und einzurichten, eine einfache Registrierung reicht aus. Wer allerdings mit „freenet iPhone“ einen Telefonanschluss anrufen will, der nicht ans Internet angeschlossen ist, muss zuerst Kunde bei Freenet werden, denn in diesem Fall wird eine Gebühr von einem Cent je Minute fällig.

Freenet ist nicht der einzige Internet-Provider, der nach dem Erfolg in den USA (siehe Text zu Skype) auf den Telefonie-Zug aufgesprungen ist. Bei QSC kostet die Telefonie- Flatrate fünf Euro monatlich. Dafür fallen dann für alle Telefonate innerhalb des Internets keine weiteren Kosten an. Gespräche ins Festnetz kosten allerdings zwischen 1,5 und 2,5 Cent je Minute. Zudem verlangt QSC eine Einrichtungsgebühr von 9,99 Euro.

Kein Ersatz für Festnetzanschluss

Nun künftig ganz auf seinen Festnetzanschluss zu verzichten, ist allerdings nicht zu empfehlen. Zum einen, weil DSL-Verbindungen noch immer störanfälliger sind als normale Telefonanschlüsse. Zum anderen kennen Internet-Telefonanschlüsse keine regionalen Zuordnungen. Darum ist es in Notfällen nicht möglich, die Gespräche an die nächste Polizeizentrale weiterzuleiten.

Die in vielen Fällen unschlagbaren Preise können aber auch aus anderen Gründen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Telefonieren am Computer nicht jedermanns Sache ist. Damit man selbst angerufen werden kann, ist es schließlich notwendig, dass der Computer ständig angeschaltet und mit dem Internet verbunden ist. Besser wäre sicherlich ein Gerät, dass wie ein normales Telefon funktioniert und zudem über eine echte Telefonnummer verfügt, dachte sich das Unternehmen Indigo Networks.

Deren Telefon – das Grandstream BT 101 für 99 Euro – sieht nicht nur aus wie ein ganz normales Gerät, es lässt sich auch so bedienen. Der einzige sichtbare Unterschied besteht darin, dass es nicht mit der normalen Telefondose, sondern mit einem Internet- Router verbunden wird. Dafür sind dann aber auch alle Gespräche mit anderen Grandstream-Telefonen oder Nutzern der dahinter stehenden Sipgate-Software kostenlos. Außerhalb des Netzes richtet sich die Gebührenhöhe nach dem jeweiligen Land. Im deutschen Festnetz werden 1,79 Cent je Minute fällig, nach Spanien wird für 2,6 Cent telefoniert und Gespräche in die USA werden mit 2,3 Cent je Minute abgerechnet.

Ähnliche Gebühren erhebt Nikotel. Hier kostet das Gespräch in die Staaten 2,9 Cent die Minute. Bei diesem Dienst kann man sogar sein altes Telefon weiter einsetzen. Damit es die Verbindungen über das Internet herstellt, wird das Telefon per Netzwerk- Adapter mit dem DSL-Anschluss verbunden. Der Preis entspricht in etwa dem von Indigo, denn in den 179 Euro für den Adapter sind 100 Euro Startguthaben enthalten. Gespräche innerhalb des Nikotel-Netzes sind dabei kostenlos.

Wer das Erlebnis Internet-Telefonie ganz ohne Zusatzkosten, Providerverträge oder Registrierungen bei Internet-Firmen erleben will, kann dies von einem Windows-Rechner mit dem Programm Netmeeting. Das Programm zeigt sogar an, welche Freunde, Verwandte und Bekannte gerade online sind. Und wer will, kann sich das Gegenüber auch per Bild auf den Monitor holen, eine Webcam vorausgesetzt. Allerdings darf man im Gegensatz zur Sprachtelefonie an die Qualität der Bilder immer noch keine allzu großen Erwartungen stellen.

Mehr zum Thema:

www.freenet.de, www.qsc.de

www.sipgate.de, www.nikotel.de

QUELLE: http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/31.03.2004/1032845.asp
 

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Warum die Internet-Telefonie gerade jetzt den Massenmarkt erreicht, zeigt sich mit Blick auf die notwendigen Bestandteile. Um über das Netz telefonieren zu können, werden neben einem Computer mit Headset (Kopfhörer mit Bügelmikrofon) noch eine Software für die Herstellung der Verbindung sowie ein Internet-Zugang benötigt.
Super Artikel. Erwaehnt nur Freenet und QSC wobei die QSC ""Internettelefonie"" keine wirkliche ist da sie nur mit einem QSC anschluss funktioniert.

Zusaetzlich tut man so als ging es nur ueber den Computer mit soft-client. Dieser Autor zeichnet sich leider nicht durch Sachkompetenz aus. Faellt eher unter "Freenet Werbung".

:: Arnd ::
 

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