Hallo zusammen,
wir haben vor eine bestehende Telefonanlage (Hipath 3350) durch eine Asterisk zu erweitern. Hauptgrund für die Erweiterung ist, dass alle Steckplätze der 3350 belegt sind und somit die Entscheidung ansteht, eine zweite Hipath zu kaufen oder sich mit Asterisk aufs VoIP Terrain zu begeben.
Da sich die Anschaffungskosten ja sehr im Rahmen halten und die Leistungserkmale mehr als überzeugend sind, wollen wir das Thema VoIP mit Asterisk näher untersuchen. Für einen reibungslosen Übergang ergeben sich aber eine Reihe von Fragen.
vielleicht ergibt sich aus diesem Thread ein Leitfaden für kleinere Unternehmen wie uns, die mit dem Gedanken spielen, ihre bisherige Telefonanlage zu erweitern oder zu ersetzen.
1. Grundsätzliches
Bisher habe ich mich mit VoIP noch gar nicht beschäftigt. Gibt es grundsätzlich Punkte, die gegen einen Einsatz sprechen oder ist die technologie inzwischen ausgereift genug, dass man eine Unternehmenstelefonanlage darauf aufbauen kann?
Die Featureliste lässt auf den ersten Blick ja keine Wünsche offen. Selbst Features wie IVR, SBR u.ä., die man sonst nur sehr teuer erkaufen muss, sind vorhanden. Gibt es möglicherweise banalere Dinge, die man beim Umstieg von Standard auf VoIP in Kauf nehmen muss, die sich auf den ersten Blick nicht so erschliessen?
2. Hardware
2.1 ISDN Karte
Die Hipath hat 6 S0, von denen 3 amtsseitig mit einem Anlagenanschluss verbunden sind (DDI=2). Ein internen S0 wird für einen Fax-Server verwendet, die anderen beiden sind noch frei.
Als Verbindung der Asterisk mit der Aussenwelt habe ich mir entweder zwei 4BRI Karten (AVM C4 oder DIVA Server V-4BRI) oder die beronet BN8S0 mit 8 S0 Port vorgestellt. Letztere ist mit ca. EUR 800,- etwas halb so teuer wie die Kombination von 2 4BRI Karten, daher frage ich mich, wo der Unterschied ist. Hat jemand die beronet Karte mit Asterisk am Laufen?
Somit können 3 S0 für 6 gleichzeitige Verbindungen von der Asterisk in die Hipath verbunden werden und die Hipath ist weiterhin das führende System mit den Amtsanschlüssen. Alternativ ist natürlich auch der umgekehrte weg denkbar.
2.2 Telefone
Ich liebäugele mit dem Cisco 7940G, dem snom 220 und als Softphone für Windows mit dem X-Lite. Irgendwelche Einwände? Wie sieht das mit der Stromversorgung aus? Werden die Geräte üblicherweise via PoE versorgt oder haben sie eigene Netzteile?
Welche Funktionen kann bei IP Telefonen auf frei definierbare Tasten legen? Direktwahl klar, Gruppe ein/ausbauchen? Ist Besetzstatus, Gruppenstatus (in/out) etc. über LED möglich?
2.3 Aktive Komponenten
Die beiden Büros müssen für VoIP und LAN vernetzt werden. Welche Voraussetzungen muss ein Switch erfüllen, um für VoIP geeignet zu sein. Gibt es eine Empfehlung für einen günstigen Switch, den ich per Gigabit Glasfaser verbinden kann? Damit könnte man dann alles über ein Kabel abwickeln. Kupfer ist (glaube ich) problematisch, da die Kabellänge ca. 120m betragen dürfte.
2.4 DECT
Wie bindet Ihr DECT Mobilteile transparent in die Anlage ein. Das VoWLAN Teil von Zxyel ist ja noch relativ teuer. wir haben auch eine Handvoll DECT/GAP Geräte, die wir weiterverwenden wollten. Gibt es da VoIP DECT-Gateways, die dann auch Anlagenfunktionen beherrschen. Insbesondere die zentrale Besetztsignalisierung ist hier ein Thema.
3. Konfiguration
3.1 OS
Ich habe von einer Konfiguration gelesen, die über einer 256 MB SD-Karte gebootet wird. Das hört sich natürlich sehr attraktiv an. Damit kann dann der komplette Server sehr schnell von einem anderen System gebootet werden. Die Hardware könnte zudem durch den Einsatz vom VMWare virtualisiert werden. Was haltet Ihr davon? Ist der letzte Punkt überhaupt sinnvoll oder notwendig?
3.2 Rufnummernplan
Der derzeitige Rufnummernplan sollte nach Möglichkeit gar nicht geändert werden (Visitenkarten, Briefpapier etc.) Ist es möglich, einzelne Nummern auf die jeweils andere Anlage zu routen? Mit der Hipath geht das m.W. schon. Ist ein einheitlicher Nummernplan über beide Anlagen möglich?
3.3 Voice Mailboxen
Auf absehbare Zeit wird es einen Mischbetrieb mit beiden Anlagen geben. Tortzdem wäre es schön, den Mitarbeitern an der Hipath auch Voice Mailboxen zur Verfügung zu stellen. Das sollte soch durch geeignete Rufweiterleitung problemlos möglich sein. (z.B. Ruf 11 (Hipath Direkwahl) -> 811 (Asterisk Voice Box für 11) Die Voice Box schickt dann die Nachrichten per eMail oder lässt sich per Web/Softphone abfragen.
3.4 Anbindung Hipath
Ich habe gelesen, dass jemand an einer Implementierung der CORNET Protokolls arbeitet? Ist das schon fertig? Welche Einschränkungen entstehen bei der Anlagenvernetzung durch ausschliesslich S0 Anschlüsse?
4. Backup / Desaster Strategie
Welche Backup- bzw. Desaster Strategien habt Ihr? Ich meine nicht das klassische Datenbackup, sondern den Totalausfall des Rechners. Neben der höchstmöglichen Redundanz bietet sich in unserem Fall sicherlich auch die Hipath an: Sollten wir eines Tages komplett auf Asterisk umgestiegen sein, können wir duch das Umstecken der 3 S0 Kabel, die alte Infrastruktur im wesentlichen wieder herstellen. Mit DECT Mobilteilen ist dann der Verkabelungsaufwand auch nicht da.
So, das war's mal für's erste...
MfG,
Bernd
wir haben vor eine bestehende Telefonanlage (Hipath 3350) durch eine Asterisk zu erweitern. Hauptgrund für die Erweiterung ist, dass alle Steckplätze der 3350 belegt sind und somit die Entscheidung ansteht, eine zweite Hipath zu kaufen oder sich mit Asterisk aufs VoIP Terrain zu begeben.
Da sich die Anschaffungskosten ja sehr im Rahmen halten und die Leistungserkmale mehr als überzeugend sind, wollen wir das Thema VoIP mit Asterisk näher untersuchen. Für einen reibungslosen Übergang ergeben sich aber eine Reihe von Fragen.
vielleicht ergibt sich aus diesem Thread ein Leitfaden für kleinere Unternehmen wie uns, die mit dem Gedanken spielen, ihre bisherige Telefonanlage zu erweitern oder zu ersetzen.
1. Grundsätzliches
Bisher habe ich mich mit VoIP noch gar nicht beschäftigt. Gibt es grundsätzlich Punkte, die gegen einen Einsatz sprechen oder ist die technologie inzwischen ausgereift genug, dass man eine Unternehmenstelefonanlage darauf aufbauen kann?
Die Featureliste lässt auf den ersten Blick ja keine Wünsche offen. Selbst Features wie IVR, SBR u.ä., die man sonst nur sehr teuer erkaufen muss, sind vorhanden. Gibt es möglicherweise banalere Dinge, die man beim Umstieg von Standard auf VoIP in Kauf nehmen muss, die sich auf den ersten Blick nicht so erschliessen?
2. Hardware
2.1 ISDN Karte
Die Hipath hat 6 S0, von denen 3 amtsseitig mit einem Anlagenanschluss verbunden sind (DDI=2). Ein internen S0 wird für einen Fax-Server verwendet, die anderen beiden sind noch frei.
Als Verbindung der Asterisk mit der Aussenwelt habe ich mir entweder zwei 4BRI Karten (AVM C4 oder DIVA Server V-4BRI) oder die beronet BN8S0 mit 8 S0 Port vorgestellt. Letztere ist mit ca. EUR 800,- etwas halb so teuer wie die Kombination von 2 4BRI Karten, daher frage ich mich, wo der Unterschied ist. Hat jemand die beronet Karte mit Asterisk am Laufen?
Somit können 3 S0 für 6 gleichzeitige Verbindungen von der Asterisk in die Hipath verbunden werden und die Hipath ist weiterhin das führende System mit den Amtsanschlüssen. Alternativ ist natürlich auch der umgekehrte weg denkbar.
2.2 Telefone
Ich liebäugele mit dem Cisco 7940G, dem snom 220 und als Softphone für Windows mit dem X-Lite. Irgendwelche Einwände? Wie sieht das mit der Stromversorgung aus? Werden die Geräte üblicherweise via PoE versorgt oder haben sie eigene Netzteile?
Welche Funktionen kann bei IP Telefonen auf frei definierbare Tasten legen? Direktwahl klar, Gruppe ein/ausbauchen? Ist Besetzstatus, Gruppenstatus (in/out) etc. über LED möglich?
2.3 Aktive Komponenten
Die beiden Büros müssen für VoIP und LAN vernetzt werden. Welche Voraussetzungen muss ein Switch erfüllen, um für VoIP geeignet zu sein. Gibt es eine Empfehlung für einen günstigen Switch, den ich per Gigabit Glasfaser verbinden kann? Damit könnte man dann alles über ein Kabel abwickeln. Kupfer ist (glaube ich) problematisch, da die Kabellänge ca. 120m betragen dürfte.
2.4 DECT
Wie bindet Ihr DECT Mobilteile transparent in die Anlage ein. Das VoWLAN Teil von Zxyel ist ja noch relativ teuer. wir haben auch eine Handvoll DECT/GAP Geräte, die wir weiterverwenden wollten. Gibt es da VoIP DECT-Gateways, die dann auch Anlagenfunktionen beherrschen. Insbesondere die zentrale Besetztsignalisierung ist hier ein Thema.
3. Konfiguration
3.1 OS
Ich habe von einer Konfiguration gelesen, die über einer 256 MB SD-Karte gebootet wird. Das hört sich natürlich sehr attraktiv an. Damit kann dann der komplette Server sehr schnell von einem anderen System gebootet werden. Die Hardware könnte zudem durch den Einsatz vom VMWare virtualisiert werden. Was haltet Ihr davon? Ist der letzte Punkt überhaupt sinnvoll oder notwendig?
3.2 Rufnummernplan
Der derzeitige Rufnummernplan sollte nach Möglichkeit gar nicht geändert werden (Visitenkarten, Briefpapier etc.) Ist es möglich, einzelne Nummern auf die jeweils andere Anlage zu routen? Mit der Hipath geht das m.W. schon. Ist ein einheitlicher Nummernplan über beide Anlagen möglich?
3.3 Voice Mailboxen
Auf absehbare Zeit wird es einen Mischbetrieb mit beiden Anlagen geben. Tortzdem wäre es schön, den Mitarbeitern an der Hipath auch Voice Mailboxen zur Verfügung zu stellen. Das sollte soch durch geeignete Rufweiterleitung problemlos möglich sein. (z.B. Ruf 11 (Hipath Direkwahl) -> 811 (Asterisk Voice Box für 11) Die Voice Box schickt dann die Nachrichten per eMail oder lässt sich per Web/Softphone abfragen.
3.4 Anbindung Hipath
Ich habe gelesen, dass jemand an einer Implementierung der CORNET Protokolls arbeitet? Ist das schon fertig? Welche Einschränkungen entstehen bei der Anlagenvernetzung durch ausschliesslich S0 Anschlüsse?
4. Backup / Desaster Strategie
Welche Backup- bzw. Desaster Strategien habt Ihr? Ich meine nicht das klassische Datenbackup, sondern den Totalausfall des Rechners. Neben der höchstmöglichen Redundanz bietet sich in unserem Fall sicherlich auch die Hipath an: Sollten wir eines Tages komplett auf Asterisk umgestiegen sein, können wir duch das Umstecken der 3 S0 Kabel, die alte Infrastruktur im wesentlichen wieder herstellen. Mit DECT Mobilteilen ist dann der Verkabelungsaufwand auch nicht da.
So, das war's mal für's erste...
MfG,
Bernd