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Braucht es für VoIP eine Bandbreidenreservation?

Dieses Thema im Forum "Grundsätzliches" wurde erstellt von Sephiroth0, 6 Juni 2005.

  1. Sephiroth0

    Sephiroth0 Neuer User

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    Hi

    Ich habe mal gelesen, dass man für VoIP extra eine gewisse Bandbreite reservieren soll, damit der zuverlässige Betrieb gewährleistet ist. Ist das bei einem internen Firmennetzwerk überhaupt nötig? In der Firma haben wir ein 100MBit Netzwerk und die beiden Stockwerke sind sogar über ein Gigabit Netz verbunden. Könnte es zu Engpässen kommen wenn z.B. jemand 500MB vom Server zieht und z.B. 5 Leute gleichzeitig telefonieren? Nach aussen ist das Telefonnetz per ISDN angeschlossen (also nicht über das Internet).

    MFG

    Sephiroth
     
  2. ploieel

    ploieel Aktives Mitglied

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    Hallo Sephirot0;
    wenn Du willst, kannst Du hier ja mal nach Trafficshaping und QOS suchen, ich denke, da wirst Du ganz gewiss Hinweise zur Beantwortung Deiner Frage finden.
    Das Problem ist, das VoIP einen ziemlich konstanten Datenstrom benötigt, damit sich die Gesprächspartner ohne Störungen verständigen können, also keine Unterbrechungen, knacksen, Echos oder anderweitige Störungen vorkommen. Was ja bei anderen Daten nicht so in dem Umfange erforderlich ist, weil ja die IP-Pakete eben unterschiedlich lange brauchen dürfen, bis sie beim Empfänger wieder als File zusammengesetzt werden.
    Ist nun schon eine gewisse Last auf dem Netz, kommen die Pakete des VoIP nicht mehr so gut durchs Netz, was zu Fehlern bis hin zu Gesprächsabbrüchen führen kann. Dem kann man aber entgegenwirken, u. a. durch Auswahl geeigneter codecs für VoIP (die dann insgesamt zur Verringerung der Netzwerklast führen), und (oder) eben durch QOS. Es kommt sehr auf die spezielle Netzwerk-Konfiguration an, die man detailliert kennen sollte, um Probleme vielleicht schon von vornherein ausschließen zu können.

    Um vielleicht einen simplen Vergleich zu bemühen:
    wenn auf einem Fluss reger Schiffsverkehr in beiden Richtungen herrscht, muss es Verkehrsregeln geben, die einen reibungslosen Betrieb ermöglichen. Wird der Verkehr aber zu stark, kann es zu Unfällen kommen. Dabei sind viele kleine Schiffe leichter zu beherrschen, weil wendiger, als wenige große Pötte. Wird der Fluss mal enger oder flacher, oder hat ein Schiff mal viel und ein anderes mal weniger aufgeladen, kommen weitere Probleme dazu. Von einem besoffenen Kapitän wollen wir mal garnicht reden, der kann das Ganze total blockieren. ;-)

    Ich glaube, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei Dir das interne Firmennetzwerk relativ wenig mit dem ISDN-Telefonnetz zu tun hat. Was sich aber ändern könnte, sofern Du VoIP anbinden willst.

    Grüße
    Günter
     
  3. karsten-melanie

    karsten-melanie Neuer User

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    Gue Frage nächste Frage Nein scherz

    Also wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe hast du zwar ein Prima Netzwerk was aber intern ist was ist aber mit deiner DSL anbindung ???
    Oder willst du Nur interne Gespräche machen und deine Externen gespäche weiterhin via ISDN abwickeln ????

    Zu engpässen könnte es aber in deiner Konstellation dennoch kommen denn es ist immer die Frage wie bist du angebunden DSL und wieviele gleichzeitig Saugen und wie schnell die die bei dir Saugen angebunden sind .

    Denn nicht die Größe der Datei ist ausschlaggebend die gesaugt wird sondern wie schnell und wie viele die Saugen ....


    Wenn du das abwägen kannst wieviel gesaugt wird dann brauchst du bei 5 Gesprächen 5,6 MB pro Minute bei Bester SprachQuali bei guter noch ca. 1,2 MB

    Ist also sehr abhängig welchen Code du verwenden willst


    Schau

    Karsten
     
  4. Sephiroth0

    Sephiroth0 Neuer User

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    Danke für die Antworten. Ich muss mal die Situation genauer erklären. Das VoIP wird nur intern über das Intranet verwendet. Nach aussen wird weiterhin mit ISDN kommuniziert (über DSL kommt ev. später). D.h. die Internetverbindung ist im Moment ziemlich egal (somit auch die Downloads). Ich frage mich nur, ob das 100MBit bzw. Gigabit Netzwerk genügend Reserven hat, damit keine Verbindungsprobleme auftreten wenn z.B. ein User 500MB vom Server auf seinen Rechner kopiert (und es über die gleichen Switches geht). Der PBX Server wird ein PC sein, der nur für das arbeitet (es wird als nur Linux und Asterisk drauf sein). Der Rest läuft wie bisher über andere Server.

    Der Unterschied zwischen paketgebundener und leitungsgebundener Kommunikation ist mir schon klar (habe Elektrotechnik studiert), aber trotzdem danke für die Erklärung ;). Mir geht es hier mehr um Erfahrungswerte.
     
  5. ploieel

    ploieel Aktives Mitglied

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    @karsten-melanie:
    Denkst Du nicht, dass Du Dir in diesen zwei Sätzen selbst widersprichst?

    Wichtig ist doch nur der Durchsatz, wie Du im ersten Satz richtig bemerkst hast. Im zweiten Satz sprichst Du aber dann wieder von Volumina...

    Und wenn ADSL Verwendung finden sollte, ist weniger der Downloaddurchsatz als vielmehr die Möglichkeit des upload-Durchsatzes der Flaschenhals.

    Nochmals zur Frage des Codecs: abhängig vom Provider kann man unterschiedliche Codecs verwenden, um über VoIP im Internet zu kommunizieren. Oder anders gesagt: manche Provider unterstützen mehrere Codecs, andere weniger viele. Auch die Auswahl der Codecs durch die Provider ist unterschiedlich.
    Im internen LAN könnte man selbst entscheiden, welche Codecs Verwendung finden sollen. Man kann den gsm-codec verwenden, der relativ gute Sprachverständlichkeit bei relativ geringer Netzwerkbelastung bietet, oder aber auch alaw, der sehr gute Sprachverständlichkeit bei eben doch höherer Netzwerkbelastung bietet (nahezu ISDN-Qualität).

    Grüße
    Günter

    edit: habe ich vielleicht missverstanden: im zweiten Satz sprichst Du von Volumen pro Zeiteinheit; na gut , ist auch wieder Durchsatz. Besser wäre allerdings gewesen, von kbit/s zu sprechen.
     
  6. ploieel

    ploieel Aktives Mitglied

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    @Sephiroth0:
    zu Deinem Problem wird es sicherlich Erfahrungswerte geben; aber solange man nicht konkret weiß, wie bei Dir die Netzwerkauslastung in den einzelnen Strängen aussieht und welche Konfiguration hardwaremäßig vorhanden ist, wird man nur im Nebel herumstochern können.

    Der beste Ratgeber für Dein Problem wird wohl Dein Netzwerkadmin sein...

    Wenn der "Downloader" seinen Traffic auf sagen wir mal 250 kbit/s begrenzen könnte, dann wäre sicherlich auch noch genügend Platz auf dem Bus für VoIP; abgängig vom verwendeten Codec eben mehr Platz (z. B. gsm-codec) oder weniger Platz (z. B. alaw-codec).

    Grüße
    Günter

    edit: habe eben mal nachgelesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Quality_of_Service
    http://www.it-administrator.de/lexikon/quality_of_service.html

    könnte für Dich ebenfalls interessant sein...
     
  7. Sephiroth0

    Sephiroth0 Neuer User

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    Danke für die Links!
     
  8. ploieel

    ploieel Aktives Mitglied

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    Bitte, gerne wieder!

    Vielleicht nur noch kurz:
    Wenn der Download von den genannten 500 MB ein Einzelfall ist, und im Wesentlichen kein weiterer Traffic auf dem Netzwerkstrang ist, dauert er ca. 3 - 5 min. Während dieser Zeit ist eben die Bandbreite eingeschränkt und demnach nur relativ wenig VoIP-Traffic möglich (von einer gewissen Grundlast im LAN >Protokoll-Overhead< reden wir hier mal nicht). Wird der 500MB-Download vorzugsweise dann gemacht, wenn kein oder wenig VoIP gemacht werden wird (eventuell downloads zeitgesteuert in der Nacht), dann hat eben der Netzwerkbus tagsüber genügend Platz für 5 oder 10 oder auch 20 VoIP-Kanäle (je nach verwendetem Codec, Gleichzeitigkeitsfaktoren sind auch noch zu berücksichtigen usw.)

    Wie gesagt, der Netzwerkadministrator sollte darüber detailliert Auskunft geben können. Das Datenaufkommen im Netzwerk zu analysieren und daraus Schlussfolgerungen abzuleiten ist aber auch nicht in 5 Minuten gemacht; da fließt ein Haufen Arbeit hinein. ;-)

    Grüße
    Günter

    und danke für die Frage hier; so komme ich selbst wieder einmal dazu, mich mit der Materie ein ganz klein wenig zu beschäftigen. :)