FRITZ!Box 7590 AX: LAN-seitige Paketverluste + kompletter Netzausfall bei Downloads über lokal genattetes Subnetz (DS-Lite)

Subnetzz

Neuer User
Mitglied seit
23 Jul 2026
Beiträge
2
Punkte für Reaktionen
1
Punkte
3
Hallo zusammen,

ich habe ein reproduzierbares Problem auf einer FRITZ!Box 7590 AX (FRITZ!OS 259.08.25, Internetanschluss über DS-Lite bei 1&1) und würde mich über Einschätzungen freuen.

Setup: Hinter der FRITZ!Box läuft ein kleines Heimnetzwerk mit einem zusätzlichen Subnetz, das über einen eigenen lokalen Router (NAT/Masquerade) angebunden ist — ähnlich einem Consumer-Router "hinter" der FritzBox, nur mit einer virtuellen Maschine statt Hardware.

Symptom: Sobald aus diesem Subnetz heraus ein Download mit ausreichend hohem, anhaltendem Durchsatz (~9 MB/s aufwärts) läuft, bricht für ca. 1-2 Minuten das gesamte Heimnetz ein: WLAN-Geräte melden "kein Internet", die FritzBox selbst reagiert nur noch träge (Ping zur FritzBox-IP selbst steigt auf 50-100ms), externe Ziele sind teils komplett nicht erreichbar (Timeouts). Nach Ende des Downloads normalisiert sich alles von selbst wieder.

Was wir bereits ausgeschlossen haben:
- Nicht software-/dienstspezifisch: reproduziert sich identisch über zwei komplett unabhängige lokale NAT-Setups (Linux-VM als Router, separater Docker-Host mit eigenem Bridge-NAT).
- Direkte Downloads von normalen LAN-Geräten (ohne lokales NAT davor) bleiben bei gleichem/höherem Durchsatz unauffällig.
- Nicht verbindungsanzahl-abhängig: eine einzelne TCP-Verbindung reicht.
- Nicht CPU-abhängig auf der Router-Seite (1/2/4 Kerne getestet, identisch).
- FritzBox-QoS-/Priorisierungsregeln entfernt: keine Verbesserung.
- MTU/Fragmentierung ausgeschlossen (identisch auf funktionierendem und betroffenem Pfad).
- Hoher Durchsatz direkt zur FritzBox selbst (eigener Iperf-Messpunkt) verursacht nur eine kurze, milde Latenzspitze — keinen Totalausfall.

Konkreter Befund (zweifach unabhängig reproduziert): Support-Daten-Export vor/nach einem sauberen Repro-Test verglichen (zwei Paare, ~33 Min. bzw. ~5,5 Min. Abstand). Immer dasselbe Muster: dsl (WAN/DS-Lite)-Interface: 0 neue Paketverluste. lan-Interface: neue RX-Paketverluste genau im Testfenster (+212 bzw. +32), TX-Seite durchgehend 0.

Frage an die Runde: Bekanntes Verhalten/bekannte Grenze der FritzBox in dieser Konstellation? Einstellung, die hilft, oder eher ein Firmware-Bug für AVM direkt?

Anonymisierte Support-Daten kann ich bei Bedarf bereitstellen. Danke schon mal!
 
Zuerst einmal das Ereignisprotokoll überprüfen, um zu sehen, welche Fehlermeldungen zum Zeitpunkt des Problems auftreten.
Ist in der FB7590AX oder an Rechnern "EEE" aktiviert? Dann deaktivieren.
Die genutzten Ports wechseln und auch testweise das Lankabel austauschen.
Steht ein managebarer Switch zur Verfügung? Dann diesen managebaren Switch zwischen FB7590AX und dem Subnetz einbinden.
Mögliche Paketfehler oder ein Netzwerk Loop können so erkannt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zuerst einmal das Ereignisprotokoll überprüfen, um zu sehen, welche Fehlermeldungen zum Zeitpunkt des Problems auftreten.
Ist in der FB7590AX oder an Rechnern "EEE" aktiviert? Dann deaktivieren.
Die genutzten Ports wechseln und auch testweise das Lankabel austauschen.
Steht ein managebarer Switch zur Verfügung? Dann diesen managebaren Switch zwischen FB7590AX und dem Subnetz einbinden.
Mögliche Paketfehler oder ein Netzwerk Loop könen so erkannt werden.
Hallo tango501,

danke für die schnelle Antwort. Punkt 2 (EEE) war tatsächlich der Treffer!

Kurzes Update zu allen vier Punkten, falls das für andere mit ähnlichem Problem hilfreich ist:

1. Ereignisprotokoll: nochmal durchsucht, keine Einträge zum Zeitpunkt der Ausfälle; nur normale WLAN-Aktivität.
2. EEE: Hier lag's. Unter Heimnetz → Netzwerk → Netzwerkeinstellungen hatte von allen vier LAN-Ports ausschließlich der Port mit dem Switch (an dem meine Subnetz-Maschine + weitere Geräte hängen) "EEE ausgehandelt" stehen; alle anderen Ports "EEE nicht ausgehandelt". Derselbe Port lief außerdem zeitweise nur mit 100 statt 1 Gbit/s, obwohl die Datenrate-Einstellung korrekt auf "1 Gbit/s Power Mode" stand. EEE auf diesem einen Port auf "Aus" gestellt.
3. Kabel/Port tauschen: Auf der Geräteseite (Netzwerkkarten der betroffenen Hosts) alle Fehlerzähler bei 0, saubere 1-Gbit-Verbindung; kein Hinweis auf defektes Kabel/Port dort.
4. Managed Switch: Hatte ich nicht zur Hand, war nach dem EEE-Fix aber auch nicht mehr nötig.

Test nach dem Fix: Erst zwei kleinere synthetische Downloads, dann ein echter Download-Test mit vollem Durchsatz (Bandbreiten-/Verbindungslimits wieder auf Ausgangswerte gestellt) über ca. 15 Minuten durchgehend bei ~11 MB/s. Parallel dazu Ping-Monitoring von mehreren Punkten im Netz gleichzeitig (Router, mehrere interne Hosts, extern); durchgehend keinerlei Paketverluste mehr, der Port blieb stabil bei 1 Gbit/s. Vorher brach bei genau diesem Durchsatz zuverlässig für 1-2 Minuten das ganze Heimnetz weg.

Einziger Rest: ein winziger, einzelner Latenz-Ausschlag (<100ms) exakt beim Start eines Downloads, wenn viele Verbindungen auf einmal aufgebaut werden; kein Paketverlust, völlig andere Größenordnung als das ursprüngliche Problem, vermutlich einfach der normale Verbindungsaufbau.

Für mich sieht das nach der gelösten Ursache aus. Falls das Problem doch nochmal auftritt, melde ich mich hier nochmal. Danke nochmal für den Hinweis! :)
 
  • Like
Reaktionen: tango501
Kostenlos!

Statistik des Forums

Themen
248,907
Beiträge
2,304,706
Mitglieder
378,616
Neuestes Mitglied
Der_fragende_Unwissende