[Frage] Internetgeschwindigkeit & VPN in China ...

lossi

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Hallo zusammen,

ich hoffe das Thema passt hier halbwegs rein, habe kein passenderes Unterforum gefunden und generell sind bei IPFF ja viele Experten unterwegs!! :)

Ich bin vor kurzem beruflich nach China umgezogen (Hefei, Anhui Provinz).
Vor meinem Umzug hatte ich mit meinem Vermieter gesprochen, der mir eine 20MBit/s bestellt hat. In Deutschland hatte ich eine 32MBit/s-Leitung von KDG und war damit mehr als zufrieden.
Dass es hier in China die Great Chinese Firewall gibt, ist mit bewusst und auch, dass man sie mit einem VPN mehr oder weniger gut umgehen kann. Daher habe ich mir einen VPN Account bei Vypr VPN besorgt.

Nach meiner Ankunft war dich dann doch sehr ernüchtert von der Internetgeschwindigkeit! Ich fühlte mich ins Modem uns ISDN-Kanalbündelungszeitalter zurückversetzt! Wenn sich denn mal Seiten öffnen liessen, geschah dies im Zeitlupentempo (ohne VPN).
Auf meinem Dienst-Laptop war der Firmen-VPN installiert, der es mir leider nicht erlaubt mehr zu testen.
Apple TV, arte +7 Videostreaming, selbst Spotify bspw war gar nicht / kaum möglich!! Der Download größerer Dateien dauert unerträglich lang.
Nun war die Geschwindigkeit so unterirdisch, dass ich kaum glauben konnte, dass eine 20M Leitung anlag. Daraufhin kam ein Freund meines Vermieters und zeigte mir relativ einfach bei Aufrufen einer chinesischen Internetspeed-Testseite, dass 20M anliegt: auf dem Bildschirm waren neben vielen chinesischen Zeichen "20M" zu lesen.
Ich war nach wie vor skeptisch und wollte (ohne VPN) eine non-chinese Internetspeed-Testseite aufrufen, was gar nicht erst funktionierte.
Mittlerweile habe ich meinem privaten Mac hier und damit ist die Geschwindigkeit mit VPN halbswegs ok. Ist tageszeit-abhängig und von was weiß ich noch abhängig! Aktuell (VPN aktiv über HongKong) habe ich laut speedtest.net ca. 1M down und 1.5M up ....
Ich habe mal einen Screenshot (VyprVPN Monitor + Traffic Monitor meines Routers: Asus RT-AC68U) von gerade eben angehängt, um einen besseren Eindruck zu vermitteln - Download einer 15MB Datei = 18min.

Nun zu meine Fragen...
Hat jemand eine Idee, wieviel % ein VPN von der Bruttorate reduziert? Von welchen Parametern hängt dies ab?
Welche anderen Methoden gibt es die Great Chinese Firewall zu umgehen, die ggf weniger Einbußen kosten als VPN??
Wenn ich eine schnellere Leitung (z.B. 100M) hätte, wäre meine VPN-Verbindung dann auch schneller (quasi eine lineare Abhängigkeit??) oder läuft die VPN-Geschwindigkeit in eine gewisse Sättigung??
Hat jemand Erfahrung mit der Zuverlässigkeit der Geschwindigkeit in China?? Habe den Eindruck, dass die Geschwindigkeit manchmal von "ach läuft ja ganz gut" zu 0 abfällt!! Sprich: Sind solche Variationen des Speed in China normal oder liegt dies ebenfalls am VPN??

Falls ich komplett falsch hier im IPFF sein sollte, so wäre ich für Tipps dankbar, wo ich diese Fragen stellen könnte (eine kurze Recherche brachte nicht so viele überzeugende Treffer).

Xie xie und beste Grüsse auch dem fernen Osten
lossi
 

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So als ersten Tipp würde ich mal sagen, dass du nen anderen DNS-Server einstellst. Z. B. den von Google DNS oder OpenDNS.
 
你好.

Was für einen Internetzugang von welchem Unternehmen hast Du genau? Die besten aber auch teuersten sind die ADSL2+ Zugänge von China Telecom, am schlechtesten sind die LAN-Dosen in der Wohnung aufgrund des shared mediums. Dann gibts noch diverse Anbieter, die einfach ein TV- oder Netzwerkkabel in die Wohnung legen (soweit erlaubt, meist bei älteren Wohnsiedlungen), die sind für nationalen Traffic ganz gut haben aber overseas recht wenig Kapazitäten.

Davon abgesehen ist der Internetzugang selbst recht flott und modern, so lange es sich halt um domestic traffic handelt. Bei Verbindungen in die restliche Welt sollte man nicht allzu große Sprünge erwarten. Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt vom Routing ab, was gerne auch mal wechselt. Die Bandbreite reicht von einer sehr geringen Geschwindigkeit bis ganz ordentliche 6 Mbit/s oder mehr.

VPN in China ist grundsätzlich nicht verboten, um den Unternehmen nicht die Kommunikation nicht abzudrehen. Auf der anderen Seite werden natürlich Privacy VPNs inkl. Tor bestmöglichst eingeschränkt. Das bedeutet, dass kommerzielle VPN Anbieter früher oder später auf IP-Basis geblockt werden und dass openVPN die schlechteste Wahl vom Protokoll her ist, die es überhaupt gibt. Die Pakete, selbst wenn sie über 443 laufen, lassen sich nämlich sehr leicht als VPN identifizieren und einschränken, zumal wird es bei Firmen so gut wie nicht verwendet wird. Die besten Ergebnisse erzielt man in China mit PPTP, welches in China selbst verbreitet ist und auch in vielen Unternehmensumgebungen eingesetzt wird bzw. wurde.

Die zweite Überlegung ist die Wahl des Standorts des Servers. Hong Kong erfüllt zwar den Zweck aber ist performancemäßig nicht zu empfehlen, da die Ressourcen aufgrund der geografischen Lage (umgeben von China) sehr begrenzt sind und China selbst die Anbindung an Hong Kong limitiert. Das Mittel der Wahl ist ein US-Server, da hierzu die besten Anbindungen bestehen und z.B. Seitenaufrufe nach Deutschland i.d.R. auch über die USA laufen und somit der Server sowieso auf dem Weg liegt.

Die Änderung des DNS-Servers ist prinzipiell empfehlenswert, aber heutzutage im Wesentlichen ohne Bedeutung, da inzwischen die Firewall IP-Adressen aktiv blockiert bzw. wenn der Filter anschlägt timeouts erzeugt werden.

Viel Spaß im Reich der Mitte!
 
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