Kurztest Lancom 1722 VOIP

cyberpeter

Mitglied
Mitglied seit
30 Jun 2004
Beiträge
514
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
16
Hallo,

habe für das Büro einen Lancom1722 VOIP gekauft. Hier mal die ersten Eindrücke:

Features:
Den Lancom kann man getrost als „Eierlegende Wollmilchsau“ bezeichnen. Er geht über die Features und auch den Preis (520 ¤) der Fritzbox Fon 7170 weit hinaus. Als wichtigste Features empfinde ich die zwei konfigurierbaren (Intern/Extern) ISDN-Ports, bis zu 32 SIP-Clients, frei definierbare Wahlregeln mit Alternativ Leitungen, QOS, DynDNS, USB-Host, ADSL 2+ Modem, ADSL-Kanalbündel, 4-Port Switch, VPN-Server/Client, Lancapi usw.
Komplette Featureliste auf: http://www.lancom-systems.de/fileadmin/produkte/lc_1722/1722_DE.pdf


Erfahrungen:
Die Inbetriebnahme begann erst mal mit einer herben Enttäuschung. Das im 1722 integrierte Modem ist einfach nur als schlecht zu bezeichnen. Ob dies nun an der Software oder am Chipsatz selber liegt entzieht sich meiner Kenntnis. Auch im LC-Forum wurde von ähnlichen Problemen schon berichtet. Auf jeden Fall hinkte es bzgl. der Performance an einem ADSL 6000 (mittlere bis gute Leitung) dem Modem der FB 7050 um einiges hinterher und zeigte öfter unerklärliche Verbindungsabrüche. Mit einer älteren Firmware lies es sich zwar stabil aber dafür noch langsamer betrieben. Ich habe nun ein DSL-360 T Modem benutzt, was ohne Problem anstatt des internen Modems betrieben werden kann.
Die Einrichtung des DSL sowie DynDNS Providers war aufgrund des Assistenten der Konfigurationssoftware kein Problem. Auch Portweiterleitungen und Firewalleinstellung lassen sich hier sehr komfortabel einstellen. Leider gilt dies nicht für die Einrichtung des VOIP-Teils. Hier hilft weder der Assistent noch das sonst sehr gute und umfangreiche Handbuch wirklich weiter. Wer jedoch schon eine Fritzbox und Telefonanlagen eingerichtet hat für den sollte es trotzdem kein Problem sein. Hier lassen sich ähnlich der FB Leitungen definieren, bei denen man jedoch die Codierung frei wählen kann und den jeweiligen SIP oder ISDN Clients über entsprechende Regeln zuordnet. Die Wahlregeln, die ähnlich der Fritzbox über Filter definiert werden, sind das Highlight des Lancom VOIP-Teils. Diese lassen sich nicht nur für jeden Client extra definieren sondern bieten sogar die Möglichkeit, bei nicht funktionierender ausgehender 1. Leitung zwei Alternativleitungen z.B. anderer VOIP-Provider und wenn dieser auch nicht geht Festnetz zu definieren. Am Client eingegeben Nummern können über diese Regeln geändert werden, was zum Beispiel für angeschlossenen Telefonanlagen oder auch CBC sehr wichtig ist. Hier kann z.B. aus einer 00891234 (0 für Amtholung) eine gewählte 0891234 oder aus einer 01701234567 eine 0102601701234567 gemacht werden. In der Firmware 6.12 fehlen im Moment jedoch noch Rufum bwz. Weiterleitungen die in einer der nächsten Firmwareversionen jedoch folgen sollen. Die SIP-Gesprächsqualität, getestet mit 1&1 und Dusnet, liegt etwas über der FB, jedoch nur, wenn man das interne Modem nicht verwendet. Bei mehr als 3 SIP Gesprächen über DSL 6000 leidet die Qualität jedoch etwas. Bei 2 SIP Gesprächen, zwei VPN-Tunneln und einem Mailserver ist keine Einschränkung festzustellen. Bei Festnetzgesprächen von einem am internen SO angeschlossenen ISDN-Telefon (getestet mit Gigaset 4115), erreicht der Lancom zwar FB Qualität, kann aber mit einer Auerswald nicht mithalten. Als Sip-Clients wurden das Snom 360, Sipura 2000, FBF ATA, Sipps, Phoner und X-Lite getestet. Alle funktionierten einwandfrei.

Der VPN-Server des Lancom läßt IP-Sec mit Passwort oder Zertifikaten oder PPTP zu, wobei dieses leider nicht verschlüsselt erfolgt. Die Performance bei IP-Sec liegt etwas unter einer PPTP Verbindung über Windows. Mit Komprimierung soll sich dieses jedoch noch steigern lassen, was ich jedoch nicht ausprobiert habe. Der Verbindungsaufbau erfolgt am einfachsten über den LANCON VPN-Client, der jedoch mit ca. 80,00 ¤ nicht gerade billig ist. Alternativ kann man auch mit Windowsbordmitteln eine IP-Sec VPN-Verbindung zum Lancom aufbauen was jedoch nicht gerade einfach ist. Alternativ ist auch einen LAN/LAN Kopplung mit einem anderen Lancom oder einem Draytek möglich. Dies habe ich selbst getest und es lief nach ein paar Versuchen ganz brauchbar.

Fazit:
Der Lancom 1722 ist ein highend VOIP-Telefonanlagen Router für kleinere bis mittlere Firmen oder Poweruser. Für "Poweruser" mit ISDN oder nur IP-Anschluss ist er auf jeden Fall trotz des höheren Preises einer Fritz- oder Horstbox vorzuziehen. Er braucht jedoch noch ein paar Firmwareupdates um wirklich perfekt zu sein. Anfänger sollten um das Gerät jedoch einen Bogen machen, da er sonst sehr schnell wieder bei EBay landet :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Dokumentation Client Seite

Hallo, bin schon begeistert von der Menge der Möglichkeiten des 1722. Was mir fehlt ist eine ausführliche Beschreibung, wie man Clients (Endgeräte) anbindet. Nun gibt es ja eine große Menge verschiedener Endgeräte, aber die Grundeinstellungen (Basics) sollten ja überall gleich sein.

Kann jemand weiterhelfen? Ich habe z.B. ein Linksys IP Phone SPA922, welches bei Direktanmeldung bei Sipgate wunderbar funktioniert. Was muß ich aber ändern, um das Telefon am 1722 angemeldet zu bekommen?

Bin kein Telefon-Techniker, brauche also "idiotensichere" Tips....

Danke schon mal...
 
Kostenlos!

Statistik des Forums

Themen
248,918
Beiträge
2,305,051
Mitglieder
378,640
Neuestes Mitglied
vapep43913