Netzwerkgeräte ohne IP, tauchen die irgendwo auf?

Eumeltier

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Hallo,

ich habe in meinem Netzwerk USB-over-Ethernet laufen (zwei Geräte, "Sender" und "Empfänger", also sozusagen eine USB-Verlängerung übers Netzwerk).
Das sind nicht diese relativ günstigen Geräte, die USB einfach nur über Netzwerkkabel verlängern (direkte Verbindung), sondern das USB-Signal wird tatsächlich über das Netzwerk geroutet.

Anscheinend erhalten diese Geräte aber keine IP-Adresse. Die hängt man einfach irgendwo ins Netz und dann finden die sich selber. Die Fritzbox hat auch keine Email geschickt über ein "neues Netzwerkgerät" wie sonst, wenn man was neues anschliesst.

Das einzige, was tatsächlich zu sehen ist: Die Fritzbox zeigt auf der Übersichtsseite an, daß der entsprechende LAN-Port genutzt wird (wo eins der Geräte direkt dranhängt).

Weder in der Mesh-Übersicht noch in der Netzwerkübersicht tauchen die Geräte auf.

Sind solche Geräte also quasi unsichtbar und unauffindbar?

Gruß,
Martin
 

kleinkariert

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Wenn das Gerät TCP/IP benutzt, benötigen "Sender" und "Empfänger" sehr wohl IP-Adressen. Ausnahmen sind natürlich andere, heute ungebräuchliche Protokolle wie z.B. IPX.
Ist das Ethernetkabel lediglich eine (analoge) USB-Verlängerung, dürfte auf diesem Kabel kein "normales" Netzwerk mehr funktionieren.

Wie wäre es denn, deine Lösung mal beim Namen zu nennen?
 

Eumeltier

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Nein, wie gesagt, das wird ganz normal durchs Netzwerk geroutet.

Es handelt sich um ICRON 2304GE-LAN
https://www.icron.com/products/icron-brand/usb-extenders/lan/usb-2-0-ranger-2304ge-lan/

Der "Local Extender" steckt direkt in einem Netzwerkport der Fritzbox.
Der "Remote Extender" steckt irgendwo anders in einem Switch. Einzustellen war nichts, die Geräte haben sich einfach so gefunden und die Sache funktioniert auch.
Aber die Geräte tauchen im GUI der Fritzbox nicht auf.

Ist ja auch eigentlich nicht wichtig, mich interessiert nur, wie das funktioniert :)
 

frank_m24

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Vermutlich kommunizieren die Geräte direkt über Schicht 2 auf MAC Ebene. Dann haben sie keine IP-Adresse und reagieren auch nicht auf ARP Requests. Damit sind sie für die Fritzbox quasi unsichtbar. Wenn man einen Managed Switch hätte, der seine MAC Tabellen ausgeben kann, dann könnte man sie vermutlich sehen.

Deshalb funktioniert das auch nur innerhalb eines LANs und nicht über Internet, da der Datenverkehr nicht geroutet, sondern nur geswitcht wird.
 

armin56

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Die Geräte reden einfach ein anderes Protokoll, das mit Tcp/IP nichts zu tun hat. Wenn man die LAN Schnittstelle Mit schneidet wird man bestimmt die Geräte auch finden. In einem Ethernet Frame hat man ja erst die Destination Mac, dann kommt die Source Mac und dann der Typ des Ethernet Frames, da wird dann verschlüsselt um welches Protokoll es sich handelt.

Genauer / exakter erklärt ist das hier: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ethernet#Formate_der_Ethernet-Datenübertragungsblöcke_und_das_Typfeld

DLan Geräte kommunizieren auch mit einem eigenen Protokoll untereinander, die müssen nicht unbedingt eine IP-Adresse haben.
 
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Eumeltier

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Deshalb funktioniert das auch nur innerhalb eines LANs und nicht über Internet, da der Datenverkehr nicht geroutet, sondern nur geswitcht wird.

Das ist interessant.
Nur aus Neugierde: Würde es mit einem VPN funktionieren?
Wikipedia sagt:
"Dieser Vorgang funktioniert unabhängig von der physischen Topologie und den verwendeten Netzwerkprotokollen"
 

kleinkariert

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Da bin ich erstaunt, dass der über Switches funktioniert. Für den Preis muss man aber auch was erwarten können.

Ich hatte lange rumgesucht und irgendwann eine Software-Lösung von KernelPro gefunden, die alles Gewünschte machte bis hin zum VPN.
 

Eumeltier

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Vollzitat (von darüber) gemäß Boardregeln entfernt by stoney

Wir haben hier auch so eine Lösung gehabt für den Scanner. Schimpft sich eigentlich Printer-Server, hat aber auch USB-Anschlüsse, wo man einen Scanner anschliessen kann. Hängt im Netzwerk und auf dem Windows-PC hat man einen Treiber, der einen virtuellen USB-Port erstellt. Damit kann man halt von verschiedenen Rechnern scannen.
Aber funktioniert halt nur mit Windows.

Ich wollte was treiberloses, was mit jedem Host funktioniert. Denn wofür hab ich das Teil? Dafür:
Meine Fritzbox hängt auf der Nordseite im Erdgeschoss. Mein LTE-Stick für die DSL-Ausfallsicherung hängt im Dachgeschoss auf der Südseite mit direktem Blick auf den LTE-Mast.
Dh. der "Local Extender" steckt in der Fritzbox im USB-Port und im Netzwerkport.
Der "Remote Extender" hängt im Netzwerk auf dem Dachboden und da steckt der LTE-Stick drin.
Das funktioniert, die Fritzbox erkennt den Stick und man kann darüber das Mobilfunknetz benutzen.

Ich habe allerdings den ICRON 2304GE-LAN auch nicht neu für den Listenpreis gekauft. Ich hab zwei Jahre lang einen Suchauftrag ua. bei ebay laufen lassen, bis mir was über den Weg lief, was ich akzeptabel fand...
 
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elo22

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chrsto

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Guck dir das Datenblatt auf der Seite an. Da ist ein Switch mit bei und es wird Layer 2 erwähnt.
 

frank_m24

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Glaube ich eher nicht. Wie arbeitet OpenVPN im TAP Modus? Mit ProxyArp auf beiden Seiten? Da es keine IP-Adresse gibt, wird ProxyArp nicht funktionieren, und Broadcasts verwendet das System ja auch nicht.
 

NDiIPP

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Mit ProxyArp auf beiden Seiten?
Nein. Imo auf Layer 2 voll transparent, so als würde es über einen Ethernet-Switch laufen (und das soll ja funktionieren). Aber ich habe bisher weder OpenVPN im Bridging-Modus genutzt (von einem Test vor längerer Zeit mal abgesehen wegen IPTV mit Multicast) sondern im Routing-Modus und andererseits kenne ich den hier genannten USB-Extender nicht. Ob es also wirklich funktioniert weiß ich nicht. Aber ich könnte auch nicht behaupten, dass es damit nicht funktioniert…
 

AraldoL

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Wir verwenden in der Firma die Icron Ranger recht viel für Konferenzräume um z.B. Maus/Tastatur/Presenter zu einem entfernten Rack-PC zu bringen oder Kamerabilder plus Mikrofonie aus Decken/TIsch-Mikros zu einem PC/Laptop mit Zoom, Teams, WebEx usw. zu bringen als "WebCam". Und das eben über das schon vorhandene Netzwerk, nicht über separate CAT-Leitungen. Teils auch die USB3-Varianten von Icron die halt so richtig Geld kosten aber gut funktionieren.

Die kommunizieren tatsächlich auf Layer2 per MAC-Adresse. Beschränkt sich daher auf das lokale Subnetz aber funktioniert auch innerhalb eines VLANs zwischen mehreren Switches. Aber eben nicht über Layer3-Routing mangels IP-Adressen. Ein Switch (auch ein non-managed Switch!) verwaltet intern eine dynamische Liste von MAC-Adressen pro Port die er gesehen hat. Anfangs wenn er die Ziel-MAC noch nicht kennt sendet er die Pakete an allen Ports raus wie einen Broadcast. Sobald per Paket vom Empfänger erkannt wird über welchem Port die Ziel-MAC antwortet gehen künftige Pakete nur noch an diesem Port raus. An dem natürlich ein weiterer Switch sitzen kann der genau das gleiche macht und so fort.

Genauso müsste eine VPN-Lösung reagieren. Also wenn das VPN bei einem ankommenden Paket (noch) nicht weiß wo das Ziel ist erstmal das Paket auf die "andere Seite" schicken. Oder wenn es eine MAC-Tabelle führt dann weiterhin sobald sie gelernt hat daß die Ziel-MAC nicht auf der eigenen Seite ist. Da sowas auch alle Broadcasts auf die jeweils andere Seite senden müsste kann das ggf. viel Grund-Traffic bedeuten. Gut möglich daß VPN-Lösungen hier eben nicht alles durchleiten sondern irgendwie filtern um Bandbreite zu sparen.
 

Eumeltier

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Cool, nach 10 Tagen entscheidet sich die Fritzbox den USB-Extendern IP-Adressen zu verpassen. Nun sind sie auf einmal sichtbar. Wo gibts denn sowas :D
 

Eumeltier

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Naja, was gibts da zu zeigen. Ich bekam die Mail meiner Fritzbox:

Die folgenden Netzwerkgeräte haben sich erstmalig mit Ihrer FRITZ!Box verbunden.
DatumNameIP-AdresseMAC-AdresseVerbindungsart
01.05.2022 19:48:40PC-192-168-178-49192.168.178.4900:1B:13:01:16:92LAN 4

Und in der Mesh-Übersicht taucht nun auch "PC-192-168-178-49" an LAN 4 auf. Da an LAN 4 nichts anderes hängt, muß es der USB-Extender sein.

Warum das nun 10 Tage gedauert hat, bis die Fritzbox das merkt, keine Ahnung.
 

Novize

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Das ist weniger die Fritz, die das nicht gesehen hat sondern eher einer der USB-Converter, der -warum auch immer- nun eine TCP-Aktion angestoßen hat, die natürlich nur per IP-Adresse (vorige DHCP-Adresszuweisung) funktioniert.
 

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