[Frage] Telefon Verkabelung im Mehrfamilienhaus

GuidoGMX

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Hallo zusammen,
im Estrich der untersten Wohnung habe ich die unten abgebildete Dose "gefunden", die m.E. die Verkabelung der Telefondosen für 5 Wohnungen darstellt. Leider kann ich die Hausverkabelung nicht komplett erneuern, da die übrigen Wohnungen bewohnt sind und muss diese Dose trotzdem verlegen. Nun irritiert mich, dass ich dort für 5 Wohnungen insgesamt 9 Klemmen vorfinde und in diesen Klemmen jeweils drei Adern verbunden werden. Telefonkabel sind doch nur 2 adrig....

Hat man das in den 60er so gemacht? Oder bin ich da auf dem Holzweg? Alle Kabel sind weiter oben in der Wand in zwei weiteren Dosen nochmal verbunden und ich möchte von diesen Dosen bis zum Hausanschluss neue Kabel ziehen (je Wohnung ein VOKA Fernmelde-Installationskabel J-02YS(St)H).

dose.jpg Klemme.jpg
[Edit Novize: Riesenbilder auf Vorschau verkleinert - siehe Forumsregeln]
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Puh, also....

Telefonkabel (konkret Fernmeldekabel) rechnet man typischerweise in Paaren. die gibts von 1-paarig bis >100+.

Das was du da gefunden hast ist sicher nicht aus den 1960ern. Die Klemmen sind moderne Wago-Klemmen, gleiches gilt für die Dose. Und regelgerecht ist das sicher auch nicht, eine einfache AP-Dose in den Estrich einzubauen.
Das Kabel was da verlegt wurde ist für 1960er Jahr auch maximal unüblich, damals gab es das Monopol noch, da hätte die Post typischweise paarig verseiltes Kabel verlegt, also z. B. J-02YS(St)H.
Das dicke Kabel sieht mir nach "normalem" lagenverseilten Fernmeldekabel aus, also J-Y(St)Y. Ich fürchte allerdings, da hat jemand nicht viel Wert darauf gelegt, die Verpackung beizubehalten, sodass die Zuordnung der jeweils weißen Ader in einem Paar nicht mehr so einfach möglich ist. Die Farbwahl passt auch leider nicht.
Das mutmaßliche 3-adrige Kabel (br,bl,ws) sieht mir allerdings etwas komisch aus. Das ist aus dem Foto natürlich nicht so gut zu erkennen, aber das Blau wie man es in J-Y(St)Y typischerweise hat ist kräftiger.

Schuss ins Blaue: Vielleicht keine Telefonverteilung sondern etwas anderes? Gibt es eine Sprechanlage im Haus? Da gibt es etliche Möglichkeiten, wie viele Adern.
Das Kabel mit den 3 Adern könnte auch sog. "Klingelleitung" sein. Allerdings würde bei einer 3-adrigen Klingelleitung die Farbkennzeichnung nicht den typischen Standards entsprechen.
Zumindest aus dem einen Rohr kommen ja einfach nur die drei Adern ohne Mantel, ich könnte mir leider fast vorstellen, dass da jemand von einem Kabel einfach die Adern die er brauchte rausgezogen und die ohne Mantel verlegt hat.
Es gibt (oder gab) bei Sprechanlagen etc. auch herstellereigene Kabel, das könnte auch ein Grund für unübliche Adernfarben sein.

Ich kann nicht direkt überblicken, was jetzt konkret dein Problem ist.
Es ist jedenfalls eine ganz schlechte Idee, eine Klemmstelle, vor allem wenn da etwas verteilt ist, in Estrich zu vergraben.
Wenn möglich sollte man im Hinterkopf behalten, ein Haus tendenziell mit Netzwerkverkabelung auszustatten. Das bringt aber natürlich nur etwas, wenn Sternverkabelung grundsätzlich möglich ist.
Das was du da hast, sieht ja nach einer Verteilung aus. Da würde ich sortenrein bleiben.
Wenn du dir nicht sicher bist, wo welches Kabel hingeht etc., auf jeden Fall vorher ausmessen, da gibts entsprechende Werkzeuge für.
Die Telekom empfiehlt für Häuser das bündelverseilte J-02YS(St)H oder Kat7: https://www.telekom.de/hilfe/downloads/bauherren-kupfertechnik.pdf
 
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ok, schon mal vielen Dank für die Infos. Eine Gegensprechanlage gibt es in den anderen Wohnungen, aber die Kabel würde ich woanders erwarten. Ich werde die Tage mal eine der Adern gegen den Verteiler durchmessen.
 
zwei der Adern habe ich am Verteiler wiedergefunden, waren allerdings nicht angeklemmt. Gibt es ein besseres Werkzeug als ein normales Multimeter zum ausmessen? Die Dose muss aus dem Fußbodenaufbau weg. Leerrohre für Glasfaser sind auch schon verlegt, aber die vorhandene und genutzte Telefoninfrastruktur kann ich den Bewohnern ja nicht kaputt machen. Ich frage mich nur, ob ich nun wirklich 27 Adern zum Verteiler ziehen muss oder je Wohnung ein J-02YS(St)H reicht. Weiß jemand wie diese Klemmen geöffnet werden können?
 
J-02YS(St)H beschreibt nur den grundlegenden Kabeltyp, aber nicht die Adernanzahl. Wenn den Mietern klassisch DSL zur Verfügung gestellt werden soll, würde ich sagen, 2 Paare reichen. Dann hat jeder Mieter 1 Paar für seinen Anschluss und noch ein zweites als Reserve.
Also dann J-02YS(St)H 2x2x0,6.

Das mit den Klemmen (Wago 243 sind das) ist recht einfach: den zu lösenden Leiter festhalten und die Klemme unter leichtem Zug hin und her drehen. Falls die Ader dabei abbricht, kannst du den "Blechkäfig" aus dem Kunststoff entfernen (unter der Plastikabdeckung) und den Drahtrest rausholen.

Ausmessen zum Beispiel mit dem Kurth Leitungssucher KE 501. Der besteht aus zwei Teilen, mit dem einen spielst du in ein Adernpaar einen Prüfton ein und mit dem "Empfänger" kannst du das Signal dann kontaktlos abhören. Wenn du mit der Messspitze eine Ader berührst auf der das Signal drauf liegt, wird es brüllend laut. Wenn du dann die beiden passenden Adern kurzschließt, hört das Signal auf.
 
Hallo.
Bei einer unbekannten Dose von der ich denke sie hat Bezug zu anderen Mietern im Haus würde ich nichts Trennen ,Messen oder Umschalten.
Du würdest Dir doch auch verbitten das ein anderer Mieter an Deiner Versorgung im Haus rumbastelt.
 
Zuletzt bearbeitet:
ja, aber es ist mein Haus und die Dose kann nicht im Fußboden bleiben. Wenn ich die Verkabelung nicht ändere, hat bald niemand mehr Telefon ;)
 

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