Warum keine Entbündelung bei den regionalen Carriern?

manowar

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Halli Hallo!

Wie Ihr ja wisst, ist man leider gezwungen, für DSL einen Telefonanschluss zu besitzen. Und das, obwohl voip einen solchen Anschluß im Grunde überflüssig macht. Nun, aus Sicht der Telekom kann ich das ja auch verstehen. Sie ist noch immer ein Quasi-Monopolist und kann sich das erlauben. Warum sollten DIE daran etwas ändern.

Aber es gibt ja auch vielerorts regionale Telefongesellschaften, wie z.B. die EWE-Tel in Weser-Ems.

Diese Unternehmen spielen immer noch ein Nischen-Dasein, und sind dringend auf Kundenwachstum angewiesen. Da drängt sich doch eine Frage förmlich auf: warum bieten diese Firmen keinen entbündleten DSL-Zugang an, also DSL ohne Telefonanschluß? Gewiss, der Umsatz pro Kunde wäre rücklaüfig, doch ich bin mir sicher, das sie sich vor einem Kundenansturm kaum retten könnten, vulgo der Gesamtumsatz wäre deutlich höher.

Doch passiert ist bis dato nichtsdergleichen. Versteht Ihr das? Was ist Eure Meinung dazu?

Viele Grüsse

Hail and kill
 
in österreich wurde von der www.RTR.at per 1.1.2006 aDSL OHNE festnetzanschluss verordnet:

nun gibt es die ersten angebote:
http://www.aon.at/portal/site/aon/m...oid=45a64bc50ada7010VgnVCM200000220a14acRCRD&
http://www6.inode.at/inode.at/privat/internet/adsl-solo-privat/
http://www.hostprofis.com/website/bb_adsl_naked_main.php?land=at&bid=YuwNuR&pid=

noch nicht berauschend, aber eben ohne telefon grundgebühr und im vergleich zu deutschland viel zu teuer :-( 59-64 euro pro monat, aber es ist ein anfang.

und in österreich ist internet übers kabel auch recht weit verbreitet = auch kein telefon mehr notwendig !
 
Zuletzt bearbeitet:
manowar schrieb:
Halli Hallo!

Wie Ihr ja wisst, ist man leider gezwungen, für DSL einen Telefonanschluss zu besitzen. Und das, obwohl voip einen solchen Anschluß im Grunde überflüssig macht. Nun, aus Sicht der Telekom kann ich das ja auch verstehen. Sie ist noch immer ein Quasi-Monopolist und kann sich das erlauben. Warum sollten DIE daran etwas ändern.

Aber es gibt ja auch vielerorts regionale Telefongesellschaften, wie z.B. die EWE-Tel in Weser-Ems.

Diese Unternehmen spielen immer noch ein Nischen-Dasein, und sind dringend auf Kundenwachstum angewiesen. Da drängt sich doch eine Frage förmlich auf: warum bieten diese Firmen keinen entbündleten DSL-Zugang an, also DSL ohne Telefonanschluß?
Im Gegensatz zur Telekom unterliegen die kleinerern Netzanbieter weniger Regulierung und können daher (fast) machen was sie wollen. Wer sich an so einen Anbieter bindet, muss vorher wissen was er tut. Meist lohnt sich das nur für ganz bestimmte Telefonprofile. DSL wird von vielen eher als notwendiges Überl betrachtet. Wirtschaftlich macht es für die Anbieter wenig Sinn das getrennt anzubieten. Verdient wird an den Telefonminuten.

jo
 
@manowar

das mit der verknüpfung von telefon und dsl-leitung wird uns auch noch eine sehr lange zeit erhalten bleiben.
denn wie du schon richtig gesagt hast, ist durch voip der telefonanschluss überflüssig. allerding musst du sehen, dass es die telekom (egal ob nun der große magentafarbene riese oder irgend so ein regional-carrier) dir eine leitung ins haus legen muss. und die letzten jahrzehnte ging darüber halt nur telefon. folglich sind die kosten so kalkuliert, dass der telefonanschluss die kosten für die verkabelung hereinbringen muss. dafür bezahlst du die grundgebühr für den telefonanschluss.

die dsl-technik, die nun über dasselbe kupferkabel in dein haus kommt, ist aber ein zusatzprodukt. die technik für dsl muss auch erst einmal bezahlt werden. früher gab es den dsl-anschluss für sagenhafte 13DM. Dann kam die Regulierungsbehörde und hat die Telekom dazu verdonnert, den DSL-Anschluss nicht durch anderes zu subventionieren und für den DSL-Anschluss auch das an grundgebühr zu verlangen, was dieser auch kostet.
somit kannst du also davon ausgehen, dass die bereitstellung eines dsl-Anschlusses mind. 17 Euro kostet.

sprich was würde passieren, wenn die regulierungsbehörde die entkoppelung verlangt? ganz einfach. bsp: du willst nun einen dsl-Anschluss ohne telefon gelegt bekommen.
die Telekom rechnet nun:
tatsächliche kosten für den DSL-Anschluss: mind. 17 Euro
aber ohne ein kupferkabel zu dir ins haus bringt dir der dsl-anschluss nichts.
und was hat dieses kupferkabel bisher gekostet? richtig, die grundgebühr für einen telefonanschluss, also mind. 17 Euro.

Und was wäre das ergebnis? du müsstest dasselbe wie bisher auch bezahlen, bekommst aber weniger dafür. gut, du bekommst vielleicht noch 1-2 euro erlassen, weil du keine telefonnummer brauchst, aber das ist auch schon alles.

dass ich mit dieser behauptung nicht so falsch liege, zeigt doch schon die aussage vieler österreicher, die sagen, dass sie wesentlich mehr bezahlen müssen als in deutschland. logisch, überlegt doch mal, wo österreich liegt und wie schwierig das verlegen von kabeln dort ist.

anderes beispiel: internet über kabel.
auch hier dasselbe. wenn du die preise für dsl-anschluss mit der bereitstellung von inet über kabel vergleichst, ist kabel immer günstiger.
aber in der gesamtbetrachtung, nämlich wenn du noch hinzurechnest, was dich der TV-Kabel-Anschluss schon an grundgebühr kostet, dann fährst du bei der telekom an günstigsten.

Ergebnis: es ist fast völlig wurscht, ob du nun über das kabel zu dir ins haus nur internet betreibst oder auch noch telefonierst. das kabel muss so oder so gelegt werden, und das ist teuer und das musst du bezahlen.


Ach ja, bevor nun einige auf so tolle techniken wie Wimax und co als ersatz für das teure Kupferkabel hoffen?
Diese Technik muss auch erst angeschafft und bezahlt werden. Daher wird ein Funk-Anschluss eher noch mehr kosten wie ein Erdkabelanschluss.
Man denke nur daran, was für umts investiert werden musste.

Gruß
Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Preisverfall durch Wimax

Ich denke schon das in ca. ein bis zwei Jahren die Entbündelung in vielen Gebieten in Deutschland realisiert sein wird.
Vor allem die Wimax Technik wird diesen Prozess beschleunigen. Denn sobald diese Technik flächendeckend verfügbar ist werden auch die regionalen Telcoms DSL ohne Telefonanschluß anbieten.
 
manowar schrieb:
Doch passiert ist bis dato nichtsdergleichen. Versteht Ihr das? Was ist Eure Meinung dazu?

Was sollte denn da passieren?

Die Miete der Kupferdoppelader kostet das gleiche, ob sie für Telefonie genutzt wird oder nicht. Wenn die Telefonie-Grundgebühr wegfällt (ich denke das ist es, was Du gerne hättest), muss dafür der DSL-Anschluß gute 10-15 Euro teurer werden, damit die Kalkulation wieder stimmt.

Die Ersparnis, weil der City-Carrier keine Telefonie aufschalten muss, hält sich in Grenzen (denn die Vermittlungstechnik betreibt er ja trotzdem), dafür entgehen ihm aber die Einnahmen aus Telefonie, die aber doch letztlich seine Geschäftsgrundlage sind.

Und nebenbei braucht der entbündelte DSL-Anschluß ja auch noch IP-Traffic. Der Verbrauch ist sicherlich höher als bei der normalen Mischkalkulation, die Flatrate (volumentarife gibts ja schon gar nicht mehr) darf aber nicht mehr kosten als 5-10 Euro mtl, sonst ist die ganze Angelegenheit ja nicht billiger als T-Net analog plus 1&1 DSL resale (und die Preisersparnis ist doch sicherlich das, was Du bewecken wolltest); als riesen Einahmequelle fällt das für den CityCarrier also auch flach.

Wie also sollte das funktionieren?

Gruß

Joern
 
Wenn die Kunden in ein oder zwei Jahren die Möglichkeit haben flächendeckend für beispielsweise 20,00 EUR/monatl. einen Breitbandanschluß incl. Datenflat zu bekommen, dann wird sich die Grundgebühr für DSL diesen Preis anpassen. Ansonsten würde der DSL Anbieter Marktanteile verlieren. Außerdem sind die Kupferkabel ja auch irgendwann einmal abgeschrieben, so das die Grundgebühr neu kalkuliert werden könnte. Oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler?
 
nur zur info ein komplettes wählamt in österreich (5000-20.000 teoretische kunden) zu entbündeln kostet ca. 900.000 euro an technik, OHNE das noch 1 kunde über dich surft oder telefoniert, und für jeden kunden muss der über dich telefoniert muss noch ca. 8-10 euro pro monat an die telekom bezahlt werden = eben unrentable :-( und der internettraffic ist auch noch extra zu bezahlen !

die kundenwerbung (TV+radio+zeitungen) kommt auch noch dazu........
also ca. 1 mille euro mit der werbung

rechne mal aus ob du mit 50 euro pro kunde gewinn machst, bzw. wie lange man brauch um ins plus zu kommen :-) mit 20 euro machst immer minus......... desshalb sind die internetzugänge in österreich auch so teuer.
 
Zuletzt bearbeitet:
VoIPer007 schrieb:
Außerdem sind die Kupferkabel ja auch irgendwann einmal abgeschrieben, so das die Grundgebühr neu kalkuliert werden könnte. Oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler?

Ja, denn die Sache mit der Abschreibung gibt es nicht umsonst. Klar kann man die meisten Dinge auch nachdem sie abgeschrieben sind noch weiternutzen, jedoch müssen maschinen und ganz allgemein technische anlagen auch unterhalten und gewartet werden. Sie gehen kaputt oder müssen technisch erweitert werden. Und das kostet auch geld.

Ach ja, und nachdem die bisherigen einnahmen lediglich zur deckung der anschaffungskosten ausgereicht haben, will man ja schießlich auch einmal einen Gewinn damit erwirtschaften.
 
In Lübeck gibt es sowas: TraveDSL. Entweder obendrauf auf den Telefonanschluss per Carrier-Line-Sharing oder als reinen DSL-Anschluss per Teilnehmer-Anschluss-Leitung. Der reine DSL-Anschluss kostet mit 6mbit/256kbit 30 ¤/Monat flat. Und für 35 ¤/Monat hat man 6mbit/512kbit.
 
entbündelung muss kommen!

Zunächst einmal eine Bemerkung zu den Kabeln: diese sind doch zumindest in Westdeutschland schon doppelt und dreifach abbezahlt. Kann mir niemand erzählen, das die Investion dafür noch eingespielt werden müsste.

Außerdem gibt es jetzt mit QSC ein "bundesweit" agierender ISP, der eine 1000 er flat (1000/512) für insgesamt 29¤ anbietet, also OHNE Telefon. Ein herkömmlicher DSL-Anschluss kostet dagegen 38¤ (16t telefon, 17 dsl, 5flat). Man spart also immerhin 9¤. Ähnliches gilt für Tiscali in Frankfurt/M. Hier kostet ein 6mbit anschluss 38¤, wenn ich nicht irre.

Ihr seht also, der obligatorische Telefonanschluss ist reine Abzockerei. Macht Euch da mal keine Illusionen!
 
blacksun schrieb:
Ach ja, und nachdem die bisherigen einnahmen lediglich zur deckung der anschaffungskosten ausgereicht haben, will man ja schießlich auch einmal einen Gewinn damit erwirtschaften.
Hat die Telekom nicht vorletztes Jahr schon einen Gewinn von 6 Milliarden Euro vor Steueren erwirtschaftet? Um die Kosten weiter zu senken werden noch einmal 32000 Arbeitnehmer entlassen - das und der Wettbewerb durch WIMAX sollte ja wohl ausreichen um die Grundgebühren zu senken.

Die Telekom hat einen großen Teil der Kupferdrähte in Rohre unter der Erde verlegt. Das Verlegen dieser Rohre hat einen Haupteil der Kosten verursacht. Die Infrastruktur ist also aufgebaut und kann jetzt auch für andere Kommunikationsleitungen genutzt werden.

P:S. da war manowar mal wieder schneller mit dem Posten
 
Zuletzt bearbeitet:
manowar schrieb:
Zunächst einmal eine Bemerkung zu den Kabeln: diese sind doch zumindest in Westdeutschland schon doppelt und dreifach abbezahlt. Kann mir niemand erzählen, das die Investion dafür noch eingespielt werden müsste.
Und wer bezahlt die Unterhaltung? Ich habe jeden Monat mindestens einmal einen Techniker der Telekom in der Firma, der nach den Leitungen und den Gerätschaften schauen muss? Demsein Gehalt muss schließlich auch bezahlt werden.
Ich muss da die Telekom auch mal in Schutz nehmen. Die ganzes Resale-Anschlusse sind ja im Grunde Telekom-Anschlüsse. Das benutze Backbone der meisten im Moment angebotenen Flatrates kommt doch ebenfalls von der Telekom. Und das ist wirklich nicht schlecht.
Und was machen die ganzen Resaler? Schmücken sich mit den Federn von Fremden. Und was ist wenn wirklich mal was nicht geht? Meinst Du, da kommt ein 1&1-Techniker zu Dir nach Hause, wenn Dein DSL-Anschluss mal nicht funktionieren sollte? Nein, in dem Fall soll dann wieder die Telekom danach schauen.

manowar schrieb:
Außerdem gibt es jetzt mit QSC ein "bundesweit" agierender ISP
Mit sowas brauchst Du mir nicht kommen!
Wenn ich sowas irgendwo von den Firmen höre, da geht bei mir das Messer in der Tasche auf? Das sind doch alles nur lügen, die darauf abzielen, die Leute zu verarschen.
Bundesweit????? Besteht Deutschland aus nur 20-30 Städten? Und lass 200 Städte sein. Was ist dann der Rest, der sich Gemeinde oder Ortschaft nennt? Ist das Afrika oder was?
Meinst Du, dass auch nur einer dieser Anbieter - sei es QSC, Arcor, Tiscali, und wie sie alle heißen - einmal seine eigenen Leitungen in jeder Gemeinde oder Ortschaft haben wird, da wo die Telekom jetzt DSL anbietet?

Du kannst nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Wenn QSC mit eigenen Leitungen an jedem Ort, an dem die Telekom DSL anbietet, ebenfalls ihren eigenen Anschluss anbietet, (und das natürlich zum gleichen Preis oder günstiger), dann gebe ich Dir recht, aber vorher ist ein Vergleich fadenscheinig.
 
Zuletzt bearbeitet:
blacksun schrieb:
Ich habe jeden Monat mindestens einmal einen Techniker der Telekom in der Firma, der nach den Leitungen und den Gerätschaften schauen muss.

Tja, da spricht wohl nicht gerade für die Qualität der Telekom-Produkte!


blacksun schrieb:
Und was ist wenn wirklich mal was nicht geht? Meinst Du, da kommt ein 1&1-Techniker zu Dir nach Hause, wenn Dein DSL-Anschluss mal nicht funktionieren sollte? Nein, in dem Fall soll dann wieder die Telekom danach schauen.

Wieso, es muß nicht immer die Telekom sein. Wir leben schließlich in einer Marktwirtschaft, und die Firma mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis kriegt den Zuschlag für die Wartung. Logisch,oder?

blacksun schrieb:
Wenn ich sowas irgendwo von den Firmen höre, da geht bei mir das Messer in der Tasche auf? Das sind doch alles nur lügen, die darauf abzielen, die Leute zu verarschen.

Wieso ist es Verarschung, wenn ein Unternehmen einen DSL-Anschluß anbietet??????????????????????????????????????????????????????????

blacksun schrieb:
Du kannst nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Wenn QSC mit eigenen Leitungen an jedem Ort, an dem die Telekom DSL anbietet, ebenfalls ihren eigenen Anschluss anbietet, (und das natürlich zum gleichen Preis oder günstiger), dann gebe ich Dir recht, aber vorher ist ein Vergleich fadenscheinig.

Aber ich kann Euro mit Euro vergleichen, und genau das tue ich in diesem Thread. Ich gebe Dir insofern Recht, alsdass die Telekom auch in kleineren Orten/Gemeinden DSL anbietet, die kleineren ISP dagegen nicht. Doch was solls? Dazu sind sie nicht verpflichtet, übrigens genauso wenig wie T-COM.

Jedenfalls, was mich anbelangt kann ich nur sagen, das ich es einfach nicht mehr einsehe, für ein Produkt (Telefon) bezahlen zu müssen, das ich überhaupt nicht haben will. Und ich hoffe, daß 2006 der Anfang vom Ende des Telefonnetzes sein wird.
 
manowar schrieb:
Außerdem gibt es jetzt mit QSC ein "bundesweit" agierender ISP, der eine 1000 er flat (1000/512) für insgesamt 29¤ anbietet, also OHNE Telefon....

Naja, von 70 (Groß-)Städten zu "bundesweit" ist schon ein Unterschied! Und eine Verfügbarkeit des Dienstes von 98% ist auch nicht die Welt, denn eine Woche im Jahr kann der Anschuß tot sein! Notrufe gibt es auch nicht ....
 
Es gibt schon jetzt Möglichkeiten, sogar keine schlechten. QDSL bietet für 29¤ eine SDSL(kostant niedriger Ping bei voller Belastung der Leitung) 1,5MB frei verteilbar (z.B. 1Mbit Up, 0,5 down) mit VoiP und kostenloser Portentierung der Nummern von einem evtl. Telefonanschluss. Die 2,5Mbit gibts für 39.
 
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