Hausbau: Planung Telefonanlage, Türsprechanlage und Haustelefone

Guilliaume

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15 Jul 2013
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Hallo zusammen,

ich baue gerade ein Einfamilienhaus und wurde von meinem Elektriker gefragt wie es denn mit der Türsprechanlage aussehe. Dabei ist mir eingefallen dass es ja auch Türsprechanlagen gibt welche mit der Telefonanlage zusammenarbeiten können. Mein Elektriker hat hier gleich zu Bedenken gegeben das es in diesen Fällen schwer zu erkennen wäre ob nun jemand anruft oder ob jemand vor der Tür steht (gleicher Klingelton) und auch sonst schien er nicht sonderlich begeistert - da ich selber Laie bin aber mir sein Verhalten nicht so recht einleuchten wollte meinte ich nur das ich zu diesem Thema erst mal noch selber etwas recherchieren will...

Folgendens Szenario hätte ich mir für mein Haus vorgestellt:
Es gibt eine Türsprechanlage mit einem Klingelknopf sowie im Haus eine gute alte Türklingel und zwei Telefone oder Haussprechanlagen zum Sprechen mit der Tür bzw. um diese öffnen zu können. Eines der Telefone im EG und eines im DG.
Da ich mir für mein Haus gerne eine Fritz!Box mit Fritz!Fon zulegen will bin ich bei diesem Forum hier gelandet wo es schon den einen oder anderen Thread zu dem Thema gab. Dank dem Forum bin ich inzwischen zu dem Fazit gekommen das eine Auerswald TFS-Dialog 201 Türsprechanlage mit A/B-Schittstelle mein Favorit wäre.
Allerdings habe ich noch einige Fragen und ich hoffe das die Experten mir hier evtl. weiterhelfen können:

1. Ich möchte eigentlich gar nicht dass das Telefon klingelt wenn jemand an der Tür läutet. Dafür möchte ich explizit eine Türklingel irgendwo im Hausgang. Geht es überhaupt das nur eine Türklingel klingelt nicht aber das Fritz!Fon und ich trotzdem noch mit letzterem mit der Türe Sprechen bzw. Öffnen kann?

1.1 Würde in diesem Fall der Rufton an der Türsprechanlage entfallen?

2. Eigentlich wollte ich ursprünglich für das DG eine Haussprechanlage konnte aber keine von Auerswald finden. Funktioniert denn eigentlich jedes beliebige Haustelefon mit der Türsprechanlage von Auerswald?

2.1 Beim Preis der Haustelefone gegenüber einem Fritz!Fon frage ich mich: Wäre es nicht sinnvoller (und günstiger) lieber gleich zwei Fritz!Fone zu nehmen?

3. Was für eine Fritz!Box benötige ich eigentlich bzw. welche würdet ihr empfehlen? Ich brauche 4 Netzwerkports, DECT für das Fritz!Fon, einen integrierten AB und ich nehme an es muss einen bestimmten Eingang geben der die Türsprechanalge bedient.

Sorry wegen der vielen Fragen, aber ich denke die meisten davon lassen sich recht einfach und schnell beantworten.

Viele Dank im Vorraus

Guilliaume
 
2.1 Beim Preis der Haustelefone gegenüber einem Fritz!Fon frage ich mich

Wieso "extra" Haustelefone :confused:

Heutzutage ist doch sowieso bald nur noch IP-Telefonie verfügbar - mal angenommen Du holst dir gleich echte IP-Telefone.

In dem Haus kommst Du doch eeh mit einem Wlan-AP nicht aus, oder ?

Also nimmt man einfach einen Router, der sich mit DD-WRT flashen lässt als 2. Wlan-AP - bei modernen IP-Telefonen kann man mehrere SIP-Accounts anmelden - bei DD-WRT hast Du einen SIP-Server integriert, den Du für interne Gespräche wunderbar nutzen kannst - im Endeffekt also kostenlose Haustelefone mit der Hardware, die man sowieso braucht ;)
 
Wenn man schon neu baut, sollte man gleich Türsprechanlage und Telefonanlage koppeln. Eine richtige Telefonanlage (die ich bei einem Haus einer Fritz!Box vorziehen würde) weiss im übrigen zu unterscheiden, ob es an der Tür klingelt, ob ein interner oder externer Anruf kommt. Unabhängig davon kann man natürlich auch parallel eine "normale" Türklingel auslösen.
Zum Thema TFE gibt es hier zahlreiche Threads.

Vorteil der Signalisierung über die TK-Anlage: Man hört die "Klingel" auch im Garten oder Keller sofern man das Telefon dabei hat. Man kann die Haustürklingel zwecks Ruhebedürfnis abstellen und dennoch über Telefon signalisieren lassen. Man kann sehen, ob in Abwesenheit jemand geklingelt hat (ob der Paketbote wirklich da war) und nicht zuletzt kann man die Rufe irgendwohin weiterleiten. Außerdem ist es sicher bequemer, vom Sofa aus mit dem Besucher zu sprechen und ggfs. die Tür zu öffen, als jedesmal in den Hausflur zu rennen.

Wenn Du Dich nicht gleich entscheiden kannst, lass auf jeden Fall auch zur Tür ein bis zwei Cat7 Kabel legen, dann bist Du für alles offen, z.B. eine Webcam die die Besucher anzeigt (dann kann man sich überlegen, ob man überhaupt zu Hause ist ;) )

jo
 
Ich kann der Antwort von GottSeth nur zustimmen!
Wenn du ganz sicher gehen willst, dann lass dir von deinem Elektriker ein Netzwerkkabel und zusätzlich ein normales "Türöffner-Kabel" für die Stromversorgung vom Technik-Raum zur Türsprechstelle verlegen.
Von der Verwendung irgendwelcher mehradriger "Sonderverkabelungen", die dann nur noch mit Geräten eines bestimmten Herstellers nutzbar sind, würde ich dringend abraten!
Die Türsprechstelle selbst sollte allerdings schon mit einer a/b-Schnittstelle ausgestattet sein, damit man sie an jede beliebige Telefonanlage anschliessen kann.

Joe
 
@Seth:
da waren ja schon mal einige Fachwörter und Abkürzungen in deiner Antwort die ich noch nicht kannte. Bitte bedenke das ich Laie bin, d.h. ich werde zwar versuchen alles zu recherchieren was ich noch nicht verstehe aber wenn ich es hinterher immer noch nicht raffe dann frag ich halt evtl. nochmal nach:
- Wegen IP-Telefonie: Du würdest mir also vom Fritz!Fon abraten da es DECT basiert ist? Sehe ich das richtig? Dabei fand ich die Idee dass das Telefon 100% zur Telefonanlage passt eigentlich sehr vielversprechend.
- Wegen DD-WRT: Ich würde von solchen (wenn auch einfachen) Basteleien eigentlich gerne Abstand nehmen bei einem Neubau, weil ich wahrscheinlich anfangs keine Zeit habe viele Abende der Konfiguration meiner Telefonanlage zu opfern. Da wäre ich einfach dankbar wenn alles mit minimalem Einrichtungsaufwand schon recht sauber funktioniert. Ausserdem habe ich eigenltich nicht vor neben dem Router (in dem fall wahrscheinlich eine Fritz!box) noch einen zusätzlichen WLAN-AccessPoint irgendwo zu positionieren.

@Rollo:
So wie ich dich verstehe würdest du mich in meiner Absicht Telefonanlage und Türsprechanlage entgegen der Launen meines Elektroinstallateurs zu koppeln nur beipflichten. Der Hinweis mit dem Netzwerkkabel zur Türklingel macht Sinn - danke für den Tip.


Allgemein:
Was würdet ihr mir für eine Telefonanlage würdet ihr mir empfehlen? Wie bereits erwähnt ist mein aktueller Favorit eine Fritz!Box - aber vielleicht seht ihr das ja anders?

VG

Guilliaume
 
DD-WRT ist keine "Bastelei" :confused:

Du bekommst für bestimmte Router fertige Images, die Du einfach wie ein Firmware-Update aufspielen kannst - die Konfiguration ist mit etwas technischem Verständnis in einer halben Stunde erledigt - bei einem mehrstöckigen Haus, mit Betondecken kommst Du mit einem Wlan-AP nicht aus - die Abdeckung ist einfach nicht gegeben !

IP-Türsprechanlagen stecken noch in den "Kinderschuhen" - man weiß ja : "neu Fürze kosten viiiiel Geld" - derzeit kostet so ne IP-Anlage rund 3000€ :eek:

Bei SAT-Anlagen war aber die Entwicklung ähnlich - Anfang der 80er hat man 3-4000DM bezahlt - Mitte der Neunziger, als die Patente mal abgelaufen waren, hat man eine komplette Sat-Anlage für 1-200DM bekommen - ich schätze bei IP-Türsprech-Anlagen wird die Preisentwicklung ähnlich verlaufen :cool:

Bis dahin, kannst Du z.B. ne gebrauchte 7170 nehmen, um die analoge Türsprechanlage IP-Fähig zu machen.

Bei IP-Telefonen mit mehreren VoIP-Accounts ist eine Telefon-Anlage eigentlich überflüssig - man meldet die Telefone direkt beim Provider an, und ist dann nicht auf die wenigen Sprachkanäle beschränkt, die eine TK/Fritzbox bietet - ich glaube meine "Mädels" würden mich lynchen, wenn ich auf TK/Fritzbox (zurück) umstellen würde - ich kann mich noch lebhaft an die Zickenkriege erinnern : "leg endlich auf, ich will auch mal telefonieren" :(
 
Bei IP-Telefonen mit mehreren VoIP-Accounts ist eine Telefon-Anlage eigentlich überflüssig - man meldet die Telefone direkt beim Provider an, und ist dann nicht auf die wenigen Sprachkanäle beschränkt, die eine TK/Fritzbox bietet - ich glaube meine "Mädels" würden mich lynchen, wenn ich auf TK/Fritzbox (zurück) umstellen würde - ich kann mich noch lebhaft an die Zickenkriege erinnern : "leg endlich auf, ich will auch mal telefonieren" :(

Häh, bei einer normalen Fritz!Box und einem normalen Telefonanschluss sollten wenigstens zwei Telefone gleichzeitig telefonieren können? Oder braucht man heutzutage etwa immernoch ISDN um das umsetzen zu können??? (Sorry bin einfach kein TK Spezialist...)
 
Wie gesagt - bei nur zwei möglichen Gesprächen (bei Konferenzen benötigt ja Jeder Teilnehmer einen eigenen Gesprächs-Kanal) gleichzeitig, würden mich meine "Mädels" lynchen :cool:

Hieße ja, das eine einzige Dreier-Konferenz schon den kompletten Zugang für alle Anderen lahm legt :beerdigu:

Bei der Telekom z.B. kannst Du zwei Gespräche ausgehend, und beliebig viele Gespräche eingehend gleichzeitig führen - ich hätte meiner Tochter vielleicht nicht zeigen dürfen, wie es geht - die "beschlagnahmt" fast täglich mein Snom-821, und lässt sich von 4-5 Freundinnen anrufen - da wird dann stundenlang gequasselt :phone02:

Und ausgehend kann man ja auch noch alternative VoIP-Provider nehmen - mit 2 Leitungen, käme ich mir vor wie im Mittelalter :|
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Seth,

ich seh schon: In deinem Haushalt gibt es besondere Anforderungen :p Find ich total cool wie deine Mädels die moderne Infrastruktur von deinem Haus ausreizen! Voll cool!
Ich denk allerdings das bei mir die Anforderungen nicht ganz so hoch sind (zumindest jetzt noch nicht). Daher würde mir zwei Gesprächskanäle voll und ganz reichen.

Viele Grüße

Guilliaume
 
Ich habe das Thema TFE an meinem Zweitwohnsitz wie folgt gelöst:

Ein alte Türsprechanlage (Siedle), die vorhanden war, habe ich an eine ISDN-Telefonanlage mit TFE-Interface (Telnet Denis, gebraucht von eBay fürn €) angeschlossen. Als Verbindung habe ich zwei LAN-Kabel genommen, die ich mit den ganzen Signalen für die Siedle verwendet habe.
Die alte Telefonanlage signalisiert den Türruf an seinen analogen Nebenstellen und an seinem internen S0.
Die Fritz!Box fon (7170) habe ich nicht nur ans Internet, sondern auch an den internen S0 der alten Telefonanlage angeschlossen.

Das Ergebnis:
Klingelt jemand an der Tür, klingeln an der alten Telefonanalge angeschlossene Telefone und aus Sicht der 7170 kommt ein externer Anruf aus dem ISDN-Festnetz. Dieser "Anruf" wird ganz normal an den Telefonen der 7170 signalisiert, man kann also den Türruf an den Telefonen annehmen und mit dem Besucher an der Tür sprechen und auch die Tür öffnen. An den Telefonen der 7170 kann man verschiedne Klingeltöne in Abhängigkeit der verwendeten externen Rufnummer einstellen, ein Türruf ist immer klar erkennbar.

Zusätzlich sind noch zwei antike Wandtelefone an der alten ISDN-Anlage angeschlossen - im Flur des 1. und 2. OG. Diese klingeln nur, wenn es an der Tür klingelt und dienen nicht als normale Telefone. Ich habe Siemens & Halske W49 von 1953 genommen, mit Erdungsknopf. Den Erdungsknopf habe ich umgerüstet, dass ich damit den Türöffner auslösen kann (die Wählscheibentelefone haben ja kein DTMF).

Auf diese Weise blokieren Telefonate an den Telefonen nicht die Erkennung des Türklingelns - die W49 klingeln immer eindeutig, unverkennbar und angenehm, wenn jemand an der Tür klingelt, auch wenn alle normalen Telefone in Benutzung/lautlos/Akku-leer sind. Optisch mach die natürlich auch einiges her.

Durch diese Lösung entfällt auch ein Rufton an der Sprechanlage.

Ich bin ein Fan von den alten Türsprechsystemen, die auf getrennten Adern Audio hören, sprechen, Tür Öffnen, klingeln übertragen, da man hier sehr flexibel ist.


An Deiner Stelle würde ich übrigens überlegen, ob nicht doch mehrere Klingelknöpfe zumindest vorbereitet werden sollten - wenn man schon Leitungen verlegt. Denn irgendwann wollen die Kinder vielleicht ihre Besucher direkt signalisiert bekommen.


Persönlich stört mich an quasi allen kommerzeillen TFE die zu schlechte Sprachqualität. Man kann damit leben, aber es besteht Verbesserungspotential. Einige eigene Experimente haben gezeigt, dass man mit Standardbauteilen eine viel bessere TFE basteln kann: Die schnurlosen Telefone von AVM haben eine sehr gute Rückkopplungssperre (also gegen Pfeifen) mit eingebautem digitalem Signalprozessor. Dadurch kann die Sprechstelle sehr laut (Lautsprecher) und gleichzeitig sehr empfindlich (Mikro) sein, was bei den meisten Türsprechanlagen ein Balanceakt ist. Ich habe als Prototyp ein AVM-Mobilteil mal zur Türfreisprecheinrichtung umgebaut und das Projekt als "Fritz!DingDong DECT" hier im Forum vorgestellt. Da ich kaum noch an meinem Zweitwohnsitz bin, habe ich allerdings keinen Produktivbetrieb begonnen.
 
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