[Info] Auerswald stellt Insolvenzantrag

  • Ersteller Ersteller Deleted member 273463
  • Erstellt am Erstellt am
D

Deleted member 273463

Guest
 
Die Luft wird dünner für die letzten deutschen TK-Anlagenbauer. Auerswald hatte 2023 nach Jahren der Verluste wieder Gewinn gemacht. Was 2024 & 2025 ist/war kann man noch nicht nachlesen, aber es scheint nicht rosig gewesen zu sein.

Agfeo hat die letzten Jahres auch Verluste gemacht.
 
  • Like
Reaktionen: Deleted member 273463
Ich würde es nicht mal auf Deutschland beschränken.

Wozu noch eine Telefonanlage? Auch in einer Firma hast du heute immer ein Smartphone und das immer dabei. Die Branchen, für die es noch Argumente gibt, schauen gerne in Richtung CloudPBX. Keine großen Einmalkosten, sondern ein monatlicher Betrag, den du auch direkt abschreiben kannst.
 
  • Like
Reaktionen: lmbnnv
Hinzu kommt imo auch der SOHO-Markt oder auch der "ambitionierter Heimanwender", welcher bei den TK-Anlagen Herstellern in den letzten Jahrzehnten (nicht nur Jahren) immer weniger attraktive Produkte finden konnte (das gilt nicht nur für Auerswald sondern auch für andere Hersteller wie ehm. bintec oder auch Agfeo usw., viele sind ja auch schon vor Jahren vom Markt verschwunden wie Telebau)*.

Da gab es in den 90ern oder auch Anfang der 2000er auch für diesen Bereich imo noch deutlich attraktivere Produkte. Spätestens mit der Migration von ISDN zu VoIP haben es die TK-Anlagen Hersteller imo "übersehen", für diesen Bereich wirklich attraktive Lösungen anzubieten oder zu entwickeln. Mag auch sein, dass das von vornherein nicht wirklich attraktiv war bzw. letztlich nicht kostendeckend umgesetzt werden konnte (weil der Markt dafür doch zu klein ist und die IADs wie bspw. von AVM schlicht eine zu große Konkurrenz darstellten).

Nun dürfte es jedenfalls zu spät dafür sein, im SOHO und auch ambitionierten Heimbereich gibt es dafür m.E. keine wirklich relevante Nachfrage mehr danach. >90% lässt sich mit den üblichen IADs realisieren (falls überhaupt noch Bedarf daran besteht).

*)
Kann mich an etliche Fälle von vor über 10 bzw. gar über 15 Jahren erinnern, als ältere ISDN TK-Anlagen ersetzt werden sollten und zur Auswahl eine Anlage wie bspw. die COMpact 5020 VoIP stand oder alternativ eben schlicht eine Fritzbox (damals 7270, 7390 oder 7490). Die 5020 wäre zwar einen adäquater Nachfolger gewesen und die Fritzbox hat auch Nachteile, aber eben auch Vorteile. Letztlich haben die Vorteile der Fritzbox überwogen und im Nachhinein betrachtet war das auch die richtige Entscheidung, weil viele Komfortfunktionen in diesem Bereich mit einer 5020 o.ä. nicht so einfach realisiert werden konnten. Das geht schon los bei solchen "Kleinigkeiten" wie der komfortablen Telefonbuch-Verwaltung.
 
Dem stimme ich zu. Das meinte ich mit meinem
Auch in einer Firma
denn dort ist noch Geld zu holen. Wer ginge denn, wie du selbst sagst, noch über eine Fritz!Box oder Speedport (jew. mit DECT) hinaus, selbst wenn es adäquate Angebote der Hersteller geben würde? Ein Smartphone ist wesentlich bequemer und hat fast immer eine Allnet Flat dabei. Im Festnetz musst du Gespräche zum Mobilfunk häufig teuer bezahlen.

Mit den paar Exoten hier im Forum (damit sind jetzt erstmal alle Affinen gemeint) lässt sich keine Firma finanzieren.
 
  • Like
Reaktionen: NDiIPP
Wozu noch eine Telefonanlage? Auch in einer Firma hast du heute immer ein Smartphone und das immer dabei. Die Branchen, für die es noch Argumente gibt, schauen gerne in Richtung CloudPBX.

Ist ein Smartphone wirklich eine Alternative in einer Firma, Arztpraxis, Steuerbüro, (...) zu einer Telefonanlage? Im Privatbereich ganz klar mit "ja" zu beantworten, aber im
geschäftlichen Bereich steht doch die Festnetznummer (oder Durchwahl) als feste Größe. Oder würdest Du Dir vorstellen, einen Termin oder Gespräch mit Deinem Steuer-
berater, Arzt über eine Moblfunknummer zu führen? Was ist wenn die Sprechstundenhilfe zum Labor oder zum Arzt "verbinden" muss?

Auch CloudPBX sehe ich wie die CloudAnwendungen generell recht kritisch. Eine lokal installierte Telefonanlage oder meinetwegen auch eine FritzBox lässt interne Gespräche
zu, obwohl vielleicht im Störungsfall keine Internetverbindung besteht. Bei einer flächenmäßig größeren Firma ein nicht zu unterschätzender Vorteil auch intern telefonieren zu
können. Wer möchte schon eine lange Mobilfunknummer wählen. 2, 3 oder vierstellige interne Rufnummern kann man sich merken ...

Eins darf man natürlich nicht vergessen:
Ein Kardinalfehler war von den etablierten TK-Anlagenherstellern sich von den Features der Systemtelefone zu verabschieden. Wer einmal mit Systemtelefonen gearbeitet hat,
weiß wie komfortabel damit gearbeitet werden kann.

Gruß
Michael
 
Im Privatbereich ganz klar mit "ja" zu beantworten
Zu einer zusätzlichen Telefonanlage hast du recht, aber die 6 möglichen DECT-Mobilteile der FB sind schon besonders in Verbindung mit mehrere Rufnummern eine für viele Fälle ausreichende "Telefonanlage" und mir lieber als das Handy. Hat mehr ABs und Rufbehandlungsmöglichkeiten (SPAM und Unliebsame gleich auf den AB) als ein Handy.
Nutze ich in der Wohnung, da die Weiterleitung aufs Handy die Anrufernummer nicht (kostenfrei) übermittelt. Mobilteile und bei mehr als 6 angemeldeten MTs notwendige 2. FB gibt immer wieder mal für umme... ;)
Und nicht zu vergessen ist der Stromverbrauch einer zusätzlichen Telefonanlage 24/365...
 
Oder würdest Du Dir vorstellen, einen Termin oder Gespräch mit Deinem Steuer-
berater, Arzt über eine Moblfunknummer zu führen?
Ich schrieb ja, dass es noch Branchen gibt.

obwohl vielleicht im Störungsfall keine Internetverbindung besteht.
Und wenn eine OnPremise Anlage ausfällt, wartest du auf das Ersatzteil und den Techniker, während für die CloudPBX beim Provider einfach eine neue VM gestartet wird. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Wer einmal mit Systemtelefonen gearbeitet hat,
weiß wie komfortabel damit gearbeitet werden kann.
Ich weiß das. Ich verkaufe die Dinger sogar. Und mir hat noch kein Kunde gesagt, dass bei den "neuen" SIP Geräten Komfort fehlt. Warum? Weils vom Standard-Kunden einfach nicht genutzt wird. Der will telefonieren und verbinden.

Eins darf man natürlich nicht vergessen:
Eins darf man wirklich nicht vergessen: wenn diese Systemtelefon-OnPremise-Welt so viele Vorteile gegenüber der CloudPBX-Smartphone-Welt hätte, dann würde die Hersteller nicht Reihenweise umfallen. bintec, Gigaset, Auerswald insolvent, Unify an Mitel verkauft.
 
eine OnPremise Anlage ausfällt
Wir haben in unserer Firma seit 2008 eine Linux-Kiste als VoIP-TK-Anlage, erst zur Ergänzung/Migration einer "maximal bescheidenen" Hicom, dann 10 Jahre später eine bessere VoIP-Anlage als VM. Falls die PC/Server-Hardware nicht mehr will, geht die VM auf eine neue. Als Telefone gibt es 2(zwei) snoms und ansonsten Gigaset-Pro-Mobilteile an N510 und N670. An die o.g. reihenweise umfallenden Hersteller hatte ich im Vorfeld nur sehr wenige Gedanken verschwendet, denn ich wollte schon immer eine Anlage ohne jegliche Einschränkungen bei der Geräteauswahl. Die Hicom mit den analogen Endgeräten hatte übrigens mal runde 40.000,- DM gekostet mit Wartungsgebühren sogar auf das letzte kleine Handbuch, so war SIEMENS damals eben.
 
Bei einer flächenmäßig größeren Firma ein nicht zu unterschätzender Vorteil auch intern telefonieren zu
können.
Ich möchte den Gedanken mit der internen Telefonie bei einer lokalen Anlage und einem Internetausfall noch einmal aufgreifen.

Ich stelle mir das gerade so vor: Internet ist weg, E-Mails gehen nicht. Deine Warenwirtschaft ist lahmgelegt, denn du kannst keine Bestellungen beim Lieferanten auslösen. Deine Versandabteilung geht nach Hause, denn du kannst keine Paketmarken erstellen. Deine Produktion steht still, denn du kannst keine Aufträge über dein VPN auf die andere Straßenseite zu deiner Produktionshalle schicken.

Aber der Chef sitzt entspannt in seinem Sessel und freut sich, dass er intern telefonieren kann.

Ja, es mag Situationen geben, in denen die verbliebene interne Telefonie von Vorteil ist. Aber wenn dein Internet tatsächlich ausfällt, hast du als Firma ganz andere Sorgen. Ich glaube eher, dass das Ausweichen aufs Handy intuitiver geschieht, als die Erkenntnis, dass interne Telefonie nach wie vor funktioniert.
 
  • Like
Reaktionen: NDiIPP
Ja, es mag Situationen geben, in denen die verbliebene interne Telefonie von Vorteil ist. Aber wenn dein Internet tatsächlich ausfällt, hast du als Firma ganz andere Sorgen. Ich glaube eher, dass das Ausweichen aufs Handy intuitiver geschieht, als die Erkenntnis, dass interne Telefonie nach wie vor funktioniert.

Das muss man ganz klar situationsbedingt beurteilen. Wie ich oben schrieb, kommt es auch auf die Größe der Firma und der flächenmäßigen Verteilung der Firma, vielleicht sogar auf mehrere Gebäude und/oder Etagen an. Ich hatte einmal einen Kunden, der war sehr froh, dass seine Telefonanlage vollkommen vom IT Netz (Server, PCs) abgekoppelt war. Er meinte, auch wenn das Internet als auch die Server ausfallen, kann ich wenigstens noch mit den Abteilungen telefonieren ohne über das gesamte Firmengelände zu laufen.- Auch ein Standpunkt.

Problematisch wird es, wenn eine Firma komplett vom Internet abhängig wird.

Gruß
Michael
 
  • Like
Reaktionen: H´Sishi
Aber welchen Vorteil hat man davon, wenn man zusätzlich nicht intern telefonieren kann? Bei uns kommen da Anrufe über Anrufe an die IT, hauptsächlich aber intern.
Wenn das Internet einen gewissen Stellenwert erreicht hat, muss man für Fallback-Möglichkeiten sorgen, eine zweite Leitung (xDSL oder Glasfaser) und wenn es ein Bagger war, 4G/5G als dritte "Leitung".

Bei uns können die über 50 Mitarbeiter ohne Internet intern telefonieren (on premise) , chatten (Jabber, kein Teams) und arbeiten (kein Office 355).
Letztens in der Auto-Werkstatt dauerte die Arbeit 15 Minuten und wegen fehlendem Internet das Ausstellen der Rechnung fast 2h.
 
  • Like
Reaktionen: Deleted member 59029
Aber welchen Vorteil hat man davon, wenn man zusätzlich nicht intern telefonieren kann?
Darum ging es mir nie:
Ja, es mag Situationen geben, in denen die verbliebene interne Telefonie von Vorteil ist.

Es geht hier in dem Beitrag ja eigentlich um die Insolvenz von Auerswald bzw. um die allgemeine, sagen wir mal, angespannte Lage der Hersteller von TK Lösungen bzw. die Gründe dafür.

Es gibt halt den Weggang zum Smartphone, in die Cloud und dann gibt es da noch euren Ansatz: Weg von der teuren Spezialhardware, hin zu flexibler, günstiger Standardhardware. Dass du auf diesem Weg zusätzlich Nachteile einer CloudPBX ausgleichst, top.
 
Dazu kommt auch noch der Fakt, dass die Menschen mittlerweile zu dumm zum telefonieren sind. Das Ding hängt wie ein Knäckebrot vorm Maul. Keine Ahnung, was die damit bezwecken wollen.
 
Na na na, seit 4 Monaten nichts mehr gepostet und gleich zwei solcher hintereinander?

Falls Du "Dampf ablassen" möchtest, gibt es doch Sozial Media wo soetwas gehyped wird.
 
Deine frechen und dummen Kommentare solltest du ganz schnell unterlassen, Freundchen.
 
  • Sad
Reaktionen: zorro neu
Nennst Du mir ggf. auch einen guten Grund dafür, dass ich Dich hier als Moderator nicht auf Deine Ausdrucksweise hinweisen darf und damit aufzeige, dass eine solche hier nicht gewünscht/geduldet ist?

Freundchen? o.O wer ist hier jetzt bitte frech? Lassen wir die Beleidigung einfach mal außen vor.
 
Das [Telefon] hängt wie ein [Brett vor dem Mund]. Keine Ahnung, was [man] damit bezwecken [will].
Einfach mal fragen?

Dabei wird am Mobiltelefon nicht über Ohrmuschel sondern über Lautsprecher telefoniert. Der Nutzer vermutet, dass er besser zu verstehen ist, wenn er ganz nah ans Telefon geht. Andere nutzen Kabel-Kopfhörer ohne eingebautes Mikrofon. Was ich auch noch nicht verstanden habe, ob der Nutzer dann glaubt, leiser für seine Umgebung zu sein. Im ersten Fall ist tatsächlich von einer Fehl-Bedienung auszugehen, also dass die Lautstärke-Regler am Telefon nicht bekannt sind, dass die Muschel in der Vergangenheit falsch ans Ohr gehalten wird oder dass das Mobiltelefon beschädigt ist (Lautsprecher für Muschel oder eines der Mikrofone).

Allerdings hat das Alles nichts mit diesem Thread zu tun, weil es dabei um Mobiltelefone geht. Hier geht es um Festnetz-Telefonie. Fraglich, ob das Verhalten auch bei DECT-Mobilteilen zu beobachten ist. Selbst wenn, hat das nichts mit dem Thread zu tun, weil Du die Bedienung der Telefone durch Einige erwähnst. Die Nutzung der Telefonie als solche ist weiterhin gewünscht. Oder Du implizierst, dass durch die Fehlnutzung des Telefons die Nutzung der Telefonie aufhören würde. Das müsste man untersuchen.

Daher – und wegen der Wortwahl z.B. „Maul“, schlechten Rechtschreibung z.B. „Fakt“ statt “Faktum“ – kam die implizite Nachfrage, warum Du jenen Einwurf hier in diesem Thread getätigt hast.
 
Weil meine Mitel (mit vielen anderen Geräten) ausgefallen war, hatte meine Provider auf meine Mobilfunkrufnummer umgeschaltet.
Der Tag war grausam!
Ich weiß nicht wie man den ganzen Tag dieses Mobilfunkteil rumschleppen kann. Ich bin auch dazu erzogen worden die Toilette als Mann im sitzen zu benutzen, da knallt mir das Teil jedesmal auf den Fliesenboden. Wenn ich das Gerät dann wirklich aus der Hosentasche nehme und auf das Fensterbrett lege kann ich keine Rufe mehr empfangen, weil ich dann woanders als mein Telefon bin. Es war grausam, wie macht das der andere Teil der Menschheit?
Ich hab gehört dass bei den Nachbarn in Österreich das Gerät eh schon am Ohr festgewachsen ist, das wäre dann praktikabel.
 
Um noch mal auf das eigentliche Thema, bzw. einen Teil davon zurückzukommen:

Die Zahlen bei Northdata sind recht eindeutig. Firmen wie Auerswald, Agfeo und bis zum Verkauf auch Unify mach(t)en Verluste, während CloudPBX Anbieter wie Sipgate, Fonial oder Starface ziemlich gut dastehen.
 
Kostenlos!

Statistik des Forums

Themen
248,867
Beiträge
2,303,277
Mitglieder
378,525
Neuestes Mitglied
emale-munich