Aufrüstung einer Hotel-Telefonanlage: 30 analoge Endgeräte in VOIP-Anlage integrieren

MalteV

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Hallo zusammen,

meine Frau und ich unterstützen seit Kurzem ihre Eltern beim Betrieb von deren Familienpension.
Nun stehen wir vor der Aufgabe, die vorhandene, störanfällige Telefonanlage durch einen moderneren Aufbau zu ersetzen.
Da wir leider beide Laien sind, würde ich mich über Hilfe und Berichte zu ähnliche Erfahrungen sehr freuen.

Ausgangssituation:

  • ca. 25 analoge Telefone, je eins pro Zimmer
  • zwei Türklingeln mit Integration in die Telefonanlage
  • drei analoge Telefonanschlüsse für die Verwaltung
  • Zusammenführung der Analogtelefone in einer Telefonanlage von Siemens, ca. 30 Jahre alt, störanfällig
  • Eine Hauptstation mit Anrufanzeige
  • keine Ethernet-Ports in den Zimmern
  • keine Infrastruktur für VOWLAN vorhanden (WLAN-Controller o.ä.)
Ziel:
  • Ersatz der Telefonanlage unter Beibehaltung der Analogtelefone
  • Einsatz einer neuen Telefonanlage mit mind. 5 Amtsleitungen über VOIP
  • Konfigurierbarkeit der Amtsnummernzuweisung zu den Endgeräten
  • Integration der Telefonanlage in eine noch zu beschaffende Hotelsoftware
    • Anzeige und Logging von Anrufen am Rechner (Aufgabe der Hotelsoftware aber eine entsprechende Schnittstelle sollte vorhanden sein)
    • Triggern von Anrufen per Software-Telefonschnittstelle
  • Möglichkeit der Umleitung von Anrufen auf's Handy
  • Routing von Anrufen innerhalb des Hauses
Bisheriger Kenntnisstand:

  • ATA-Wandler habe ich im frei verfügbaren Endkundenmarkt bisher nur für max. 4 Analogtelefone gefunden.
  • Ein Anruf bei Auerswald ergab den folgenden Hardware-Vorschlag:
    • Commander 6000 RX
    • 4 Stück 8 ab Modul mit jeweils 8 Schnittstellen für Analogtelefone
    • 1 Stück 8/16VoIP-R-Modul mit 8 zusätzlichen Amtsleitungen
Diese Hardwarekonfiguration ist alles in allem schon ein ziemlicher Invest, gerade momentan, da noch nicht abzusehen ist, wie gut der Tourismus wieder anläuft.
Eine gute Infrastruktur hat mit Sicherheit immer ihren Preis aber vielleicht gibt es ja noch günstigere Alternativen.
Daher die Frage: Stand schonmal jemand von Ihnen vor einem ähnlichen Problem und hat ggf. eine einfachere und kostengünstigere Variante gefunden?
An welche Hersteller könnte ich mich noch wenden?

Vielen Dank vorab!
 

Netzwerkservice

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Hallo,

hier ist wirklich viel zu tun.

Die Frage ist, ob man die Telefonanlage gleich kaufen muss oder vielleicht auch ein Leasing geht. Ja, bei Leasing bekommt auch jemand noch Geld, aber die Liquidität wird geschont.

Wenn ich mir das so durchlese, werden auch die zwei Türklingeln stark in die Jahre gekommen sein.

Wenn ich geringe monatliche Belastungen haben will, weil man nicht in die Zukunft schauen kann, wird hier eine stationäre Telefonanlage das beste sein, da die Infrastruktur (sorry wenn ich das so sage), total überaltert ist. Wenn ich also ANALOG auf die Zimmer gehen muss, dann wäre eine Anlage die das gleich macht am besten.

Eine Lösung mit ATAs kann man machen, aber dann macht man entweder saubere große AB-Wandler und diese sind auch nicht unbedingt günstiger und man muss dann ja auch entweder auf eine Cloud-TK-Anlage oder auf eine In-House-(Soft)TK-Anlage. Dort 10-15 AB-Wandler für die Telefonie hinzustellen ist ein Himmelfahrtskommando und ist nichts sauberes.

Wir betreuen einige Hotels und je nach Wirtschafslage und Kundenzielrichtung haben diese verschiedene Ausrichtungen dann gemacht. Hier ist es ja ein einzelnes überschaubares Hotel wo man die Grundgebühren gering halten muss.

Sind wir ehrlich, das Telefon ist da, weil die DEHOGA es für die Sternerhaltung als Pflicht ansieht. Telefonaufkommen der Gäste wird sich im Cent-Bereich abspielen. Ein paar unserer Kunden nutzen es schon dafür um darüber die Zimmer und den Reinigungsstatus zu steuern.

Günstiger geht immer, aber Ihr macht es schon recht günstig, indem Ihr ja denke ich alle Zimmer die xx Jahre alte Telefone weiternutzt und nur Zentraltelefone austauscht.

Gerne können wir mal schauen, was das System inkl. Einstellung bei uns kosten würde. In welcher Region steht das Hotel?
 
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sunnyman

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Das Thema "Ich bin Laie, möchte aber..." ist nachvollziehbar, aber irgendwo ist der Grad erreicht, wo man lieber ein mal einen Profi kommen lässt, der einem das schnell und zuverlässig einrichtet.

Den Punkt mit den Zimmertelefonen sehe ich genau so wie @Netzwerkservice . Das verwendet heute doch kaum noch jemand ernsthaft.

Vorschlag:
  • Alle Zimmer-Apparate würde ich auf ein oder mehrere große ATA-Gateways, z. B. von Grandstream zusammenführen
  • Als Telefonanlage kompaktes VoIP-System wie z. B. Bintec be.IP plus
  • TFEs muss die Anbindung geprüft werden. Möglicherweise sind das noch konventionelle Sprechanlagen, hier bietet sich an, das auf analoge Telefonanbindung umzurüsten. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, das kann man gut aber nur vor Ort prüfen.
  • Drei Telefone für die Verwaltung + "Hauptstation" lese ich mal als 4 Telefone für Mitarbeiter. Hier kann man schauen ob Softphones möglich sind, ansonsten würden sich hier bei einer be.IP dann das IP620 / 630 / 640 anbieten. Ich vermute mal, dass in der Verwaltung auch PC(s) stehen und somit Ethernet vorhanden ist, daran können die mit betrieben werden. Selbst das kleine IP620 hat einen integrierten Switch, kann also zur Not auch "zwischen" einen PC geklemmt werden.
  • Vorteil der be.IP: sie ist zufälligerweise auch gleich noch VDSL-Modem und Router, eine evtl. vorhandene Fritzbox o.ä. kann also ggf. direkt weichen (spart Strom und Verwaltungsoverhead)
Der Vorschlag ist vorbehaltlich Kompatibilität zur Hotelsoftware. Da die noch angeschafft werden muss, kann man das ja passend tun.

Auerswald finde ich schwierig. Die 6000er ist auch schon in dem Bereich wo sie nur noch von Partnern installiert wird, ist ein unnötig riesiger Klotz und sie bietet den analogen Teilnehmern auch Systemfunktionaliät, über diverse Kennziffern. Das brauchen die Gäste nicht, aber man muss es alles rauskonfigurieren.

Mich wundert, dass in deiner Aufzählung sowohl Fax als auch elektronisches Bezahlgerät fehlen. Ist das richtig so?

P.S.: Auch wenn das jetzt etwas am Thema vorbei ist: Die Siemens-Anlage wird sicher eine HiPath sein, oder gar noch ihr Vorgänger, eine Hicom, vermutlich 150E. Wenn diese Kisten eines können, dann ewig laufen. Störanfällig werden die eigentlich nur, wenn das Flash kaputt geschrieben ist oder die Kondensatoren in den Netzteilen aufgeben und deswegen die Spannungen nicht mehr stabil sind.
Man könnte das System auch für kleines Geld technisch auf den Stand von ~2013 verjüngen, indem man eine HiPath 3000 V9 aus ihm macht. Die drei analogen Telefone in der Verwaltung könnte man, ebenfalls für kleines Geld, durch komfortable, 2-drähtige Systemtelefone, zum Beispiel OpenStage 60, ersetzen. Man muss aber klar sagen, das hat mit VoIP noch nicht viel zu tun, aber es kann telefonieren und es kann auch durchaus ein Vorteil sein, wenn das Teil nicht ins Netzwerk eingebunden ist. Dann muss man sich nämlich keine Sorgen um Security Updates und Co machen, da es schlicht keinen Angriffsvektor gibt :)
Solange ihr aber komplett bei analogen Telefonen bleibt, habt ihr von VoIP als Technologie intern eh nix, weil kein HD-Audio und co.
Aber möglicherweise wird die Telefon-Anforderung seitens DEHOGA auch nicht mehr ewig bestehen. und man kann so gut Zeit gewinnen.
Man könnte die Siemens an ein Gateway koppeln und VoIP-fähig machen. Z. B. Lancom 884 VoIP oder be.IP 4isdn. Die haben 4x S0 und ermöglichen somit 8 parallele Gespräche.
Bevor ihr Geld in eine Telefonanlage von gestern steckt (aka Auerswald), würde ich eher die jetzige Siemens überholen, dass sie wieder fit ist.
Eine weitere Möglichkeit wäre auch eine Mischlösung: statt Investition in ein großes ATA-Gateway für die Verwaltung ein kleines VoIP-System anschaffen das auch S0 bietet und die Siemens etwas aufmöbeln und als "Analog nach S0 Gateway" weiter betreiben. Dann haben die Mitarbeiter modernes Zeug und der Telefondienst für die Gäste ist trotzdem noch gewährleistet.
Falls das auch eine Möglichkeit ist, kannst du dich bei mir melden.
 
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sonyKatze

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keine Ethernet-Ports in den Zimmern
keine Infrastruktur für VOWLAN vorhanden (WLAN-Controller o.ä.)
  1. Möchtet Ihr daran etwas ändern (erscheint mir Priorität 1) oder diente das lediglich zur Beschreibung der Situation in der Liegenschaft?
  2. Weil Ihr kein Hotel sondern eine Pension seit, könntet Ihr bitte mit Euren (angestrebten) Klassifiziern (DEHOGA, …) klären, ob Telefon-auf-dem-Zimmer bei Euch ein Klassifizierungskriterium ist?
  3. Gab es bei der bestehenden Anlage schon einen Reparatur-Versuch bzw. eine Analyse des Fehlergrunds?
Wenn Euch hauptsächlich die Telekommunikation in der Verwaltung stört und ihr nicht mittel- sondern kurzfristig eine Lösung braucht, würde icich statt einer großen Lösung lieber erstmal ein Parallel-Netz aufbauen. Habt Ihr stabiles Internet? Dann könntest Du einfach eine FRITZ!Box mit zwei analogen Anschlüssen und DECT schnappen, also z. B. eine FRITZ!Box 7490. Daran dann drei Gigaset A690HX oder Gigaset T480HX für die Verwaltung. Daran dann die beiden Tür-Klingeln. Auf der FRITZ!Box dann einen reinen VoIP/SIP-Anbieter wie dus.net, Easybell oder sipgate einrichten und portieren. Manchmal hat man auch mehrere Telefon-Zugänge beim bestehenden Anbieter – dann würden auch diese Zusatzkosten wegfallen. Welchen Anbieter bzw. Tarif habt Ihr aktuell?

Diese kleine Umstellung könntest Du komplett in Eigenregie leisten und Ihr wärt insgesamt mit unter 150 € wieder stabil – wenigstens in der Verwaltung.
 

MalteV

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Hallo Netzwerkservice, hallo Sunnyman,
vielen Dank für eure Antworten, damit ist mir schon ein riesiges Stück weiter geholfen.

Den Vorschlag, dass man an der Stelle lieber einen Dienstleister mit der Angelegenheit betrauen sollte, sehe ich ein.
Mir war es nur wichtig, vorab einen Eindruck davon zu bekomen, was überhaupt möglich ist.

Natürlich hoffen wir auch darauf, dass sich die Telefonpflicht in absehbarer Zukunft erledigt haben wird.
Hotelspezifische Zusatzfunktionen der Telefonanlage sind auch eher Nebensache.

sunnyman, deine Vorschläge möchte ich gern aufgreifen und mich weiter damit beschäftigen.
  • Bezahlgerät und Fax sind tatsächlich vorhanden. Das Fax ist aber ein modernes HP-Gerät und soll erstmal keine vordergründige Rolle spielen.
  • Die aktuelle Telefonanlage ist wie vermutet eine Hicom 150E.
Kann man dich für eine solche Umstellung als Dienstleister beauftragen?
Das Hotel befindet sich in 08645 Bad Elster.
Falls das in deinem Einzugsgebiet liegt, würde ich mich über ein Telefonat freuen.
 

jodost

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vielleicht noch ein paar Hinweise zu den Zimmertelefonen: Das Problem, dass diese einerseits "funktionieren müssen" (DEHOGA), andererseits aber kaum noch einer braucht, haben ja viele Hotels.

Neben billigen analogen Telefonen an einem ATA gibt es auch noch den Ansatz, die vorhandene Verkabelung für Netzwerk zu nutzen (über 2-Draht-Konverter wäre sauber, aber teuer; ggf. einfach Netzwerk-Dose an die vorhandenen Kabel hängen wäre zwar eher Gebastel, kann u.U. klappen). Oder: MultiCell DECT-System (bei 25 Zimmern könnte das mit bezahlbarem Aufwand möglich sein), für das Personal dann passende vernünftige DECT-Handsets und in die Zimmer dann billige Consumer-Geräte.

Kommt immer auf den Einzelfall an, aber ich kenne Kalkulationen, bei denen das am Ende nicht viel teurer war, aber deutlichen Mehrwert (sowohl für die Kunden, aber vor allen Dingen auch für's Personal)
 

MalteV

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[Edit Novize: Überflüssiges Fullquote des Beitrag #4 gelöscht - siehe Forumsregeln]
Hallo sonyKatze,
danke für deine Antwort.

Zu deinen Fragen:

1) Das diente eher zur Beschreibung. Das WLAN auf das nächste Level zu heben macht aus unserer Sicht erst wirklich Sinn, wenn wir eine Glasfaser am Haus liegen haben. Dazu sind wir schon aktiv aber so lange das nicht gewährleistet ist, fallen ein paar Sekunden Re-Routing kaum ins Gewicht.

2) Du hast Recht, die Telefone auf den Zimmern haben wir auch schon hinterfragt. Aber da wir in einem Kurort mit überwiegend betagtem Publikum leben, sind die Zimmertelefone nach wie vor wichtig. Einige Kunden fühlen sich nach unserer Erfahrung wohler damit, ein Festnetztelefon zu nutzen.
Dazu kommt, dass über die Kurzwahl zur Rezeption der persönliche Kontakt schneller hergestellt ist - auch das ein durchaus wichtiges Kriterium.

3) Gute Frage, das weiß ich noch nicht genau da ich das Thema erst vor Kurzem übernommen habe. sunnyman hat ja hierzu schon einen Vorschlag gemacht, vielleicht klappt da was.

Die kleine Umstellung, die Du vorschlägst, ist auch interessant. Allerdings ist es uns wichtig, die Telefonanlage als Hardware im Haus zu haben. Hier würde ich eher ein kleines HW-System wie die von sunnyman vorgeschlagene be.IP nehmen.

Ich muss die vielen tollen Vorschläge jetzt erstmal sortieren, mich damit auseinandersetzen und dann wahrscheinlich mit konkreten Anfragen an Dienstleister in der Umgebung herantreten.

Vielen herzlichen Dank euch allen für die Vorschläge. Ich werde auf alle Fälle berichten, wie wir es letztendlich lösen.

[Edit Novize: Beiträge zusammen gefasst - siehe Forumsregeln]

[Edit Novize: Überflüssiges Fullquote des Beitrag direkt darüber gelöscht - siehe Forumsregeln]
Hallo jodost, auch dir danke für deinen Hinweis!
Der Gedanke ist charmant. Nur leider liegt die Crux hier wieder in der kabellosen Charakteristik der DECT-Endgeräte.
Leider haben wir die Erfahrung gemacht, dass alles, was nicht fest verbaut ist, zum Verschwinden neigt. Das muss ja nicht einmal absichtlich sein.
Ich werde aber schauen, ob es auch fest installierbare DECT-Endgeräte gibt.
 
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sunnyman

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  • Bezahlgerät und Fax sind tatsächlich vorhanden. Das Fax ist aber ein modernes HP-Gerät und soll erstmal keine vordergründige Rolle spielen.
Das mag sein, aber gerade das Fax ist ein analoger Port den man mitzählen muss wenn es darum geht, auszurechnen, wieviele Ports eine neue Lösung braucht.

Arbeitet das Bezahlgerät aktuell über echtes ISDN? Das muss bei Migration auf VoIP auf (W)LAN umgestellt werden, wenn es zuverlässig funktionieren soll.

  • Die aktuelle Telefonanlage ist wie vermutet eine Hicom 150E.
Kann man dich für eine solche Umstellung als Dienstleister beauftragen?
Das Hotel befindet sich in 08645 Bad Elster.
Falls das in deinem Einzugsgebiet liegt, würde ich mich über ein Telefonat freuen.
Schreib mir einfach eine PM mit Kontaktdaten und wir schauen weiter :)
 

sonyKatze

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Allerdings ist es uns wichtig, die Telefonanlage als Hardware im Haus zu haben. Hier würde ich eher ein kleines HW-System wie die […] be.IP nehmen.
Ja, eine FRITZ!Box ist so ein Hardware-System vor Ort. Die nächste Stufe sind dann die erwähnten Bintec-Elmeg bzw. Lancom. Allerdings muss man bedenken, dass alle drei Alternative nur Übergangsboxen sind: Sie setzen die interne IP-Telefonie in eine externe IP-Telefonie um. Und es sind Black-Boxen. Hast Du irgendeine Beschränkung (Anzahl Kanäle, Telefone, …) oder stoßt Ihr auf einen Software-Bug, dann müsst Ihr damit leben oder für teuer Geld (Lizenz bzw. Change-Request) erkaufen. Daher haben sich daneben auch reine Open-Source Software-Telefonanlagen etabliert.
fest installierbare DECT-Endgeräte
Gigaset Maxwell C – die Stückkosten sind allerdings so hoch, dass eine Ethernet- bzw. WLAN-Vernetzung billiger kommen dürfte. Daher würde ich damit auch nicht bis zum Glasfaser-Ausbau warten, sondern das als zusätzlich als Alternativ-Ausschreibung rausgeben. Denn heutzutage ist Internet mit Telefon verheiratet.
 

jodost

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Leider haben wir die Erfahrung gemacht, dass alles, was nicht fest verbaut ist, zum Verschwinden neigt. Das muss ja nicht einmal absichtlich sein.
Ich werde aber schauen, ob es auch fest installierbare DECT-Endgeräte gibt.
da haben wir seinerzeit mit dem Kunden auch lange überlegt, ob das sinnvoll ist. Bis hin zu einem "proof of concept" zu einer automatischen Überwachung zum Zeitpunkt des Checkouts, ob das Gerät noch da ist.

Bei ich glaube 20 Euro Gerätepreis war das alles am Ende zuviel Aufwand.
 

Profanta

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BTW:
... Als Telefonanlage kompaktes VoIP-System wie z. B. Bintec be.IP plus
Dann aber mit Lizenzpaket (wenn pro FXS-Port am ATA eine SIP-Nst.). Somit dann auch keine Digibox Premium als Alternative verwenden. Ggf. auf eine neuere be.IP plus setzen (s.h. Serien-Nr.), die mit dem Lizenzpaket nicht nur 20 sondern 40 zusätzliche IP-Nst. zulässt.
 

jodost

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Es muß ja nicht gleich Diebstahl sein, schusselig irgendwo hingelegt, der Accu geht leer und es wird ewig nicht mehr gefunden reicht ja auch schon.
ja, natürlich, das Risiko ist da. Gilt aber je nach Hotel für TV-, Klima-, ...-Fernbedienung genauso. Die tatsächliche Ausfallquote war in 2019 (alles seit Corona-Beginn zählt ja nicht) bei null Geräten (mehrere Häuser mit ein paar mehr Zimmern).

Ich will die Lösung auch nicht verkaufen, wollte sie nur als Denkanstoß in den Raum stellen.
 

MalteV

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Hallo zusammen, hier nun ein kleines Update, für welche Lösung wir uns letztlich entschieden haben.
Mit eingeflossen sind die vielen hilfreichen Ratschläge weiter oben - vielen Dank! - und Gespräche mit diversen Händlern.

Wir werden nun eine Telefonanlage Yeastar S50 einsetzen und die analogen Geräte über das Gateway TA3200 bündeln.

Für alle, die ebenso Anfänger sind wie ich hier nun eine kurze Zusammenfassung Stand 05.04.21:

Das Gateway:

  • Analog-Digital-Wandler für die analogen Telefone, Fax-Geräte etc.
  • diverse Fabrikate und Ausführungen
    • wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Anzahl der Anschlüsse (1 bis >30)
    • z.B. TA 3200 mit 32 Anschlüssen
  • Anschluss f. analoge Telefone: RJ11-Buchse (6P4C)
Das Gateway hat einen LAN-Anschluss. Über diesen muss es in das selbe Netzwerk angeschlossen werden wie die Telefonanlage.
Über eine Browser-Bedienoberfläche kann es an der VOIP-Telefonanlage angemeldet werden.
In dieser Oberfläche wird auch die Verteilung der Durchwahlen auf die angeschlossenen Nebenstellen konfiguriert.

Die Telefonanlage

Auch die Telefonanlage wird per LAN ins Netzwerk eingeklinkt.
VOIP-Telefone müssen natürlich im selben Netzwerk angeschlossen sein.
Die TA wird per Browseroberfläche konfiguriert.

Sie bietet eine Funktion, VOIP-Telefone bestimmter Fabrikate eigenständig zu erkennen und so zu konfigurieren, dass sie direkt eingebunden werden können.

Andere Nebenstellen können manuell angelegt werden. Hierfür legt man zunächst die Durchwahl der Nebenstelle fest. Die TA generiert dann Zugangsdaten, die im Anschluss in der Nebenstelle einzugeben sind, um das Gerät an der Anlage anzumelden.

Yeastar bietet mit Linkus eine Lösung für Soft-Telefone. So können Smartphones und Rechner als Telefone eingebunden werden.
Voraussetzung: Die Geräte befinden sich im gleichen Netzwerk wie die TA.

Alle VOIP-Telefone können individuell, d.h. jeweils mit eigener Durchwahl, oder in Gruppen konfiguriert werden.
Eine Gruppe erhält eine gemeinsame Durchwahl. Wird diese angewählt, klingeln alle Geräte gleichzeitig.
Hier gibt es unheimlich viele Einstellmöglichkeiten, da befinde ich mich noch in der Probierphase.

Die Einrichtung des SIP-Trunks, das heißt die Erreichbarkeit der Telefonanlage von außen, kann auf zwei Arten erfolgen.

Variante 1: Einrichtung des SIP-Trunks im Router
In diesem Fall wird die Telefonanlage im Router als ein Telefoniegerät angemeldet. So eröffnen sich einige Möglichkeiten, von denen ich aber noch nicht alles überblicke bzw. verstehe, z.B.:
  • Vorab-Filter der eingehenden Rufnummern bereits im Router ==> nur bestimmte Nummern werden an die Telefonanlage durchgegeben
  • Nutzung der Telefonanschlüsse des Routers, z.B. DECT-Schnittstelle an der Fritz-Box, für bestimmte Anrufziele ==> So könnnen Anrufe auf der privaten Durchwahl abgefangen werden
  • Umleitung von eingehenden Anrufen aus der TA zum Router
  • ...
Variante 2: Einrichtung des SIP-Trunks an der Telefonanlage

In diesem Fall werden alle eingehenden Anrufe direkt von der TA gemanaged.


Mein Zwischenfazit zur Umsetzung

Das Ganze ist, wie ich auch zu Recht gewarnt wurde, ein recht anspruchsvolles Unterfangen.
Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, dass wir (ich bin Maschinenbau-Ingenieur, mein Schwiegervater hat Bau-Erfahrung) es alleine und ohne externe Dienstleister hinbekommen werden.
Ich bin erstaunt ob der guten Bedienbarkeit und der Dokumentationsdichte sowohl der Telefonanlage als auch des Gateways.
Dies soll keine Yeastar-Werbung sein - bei anderen Anbietern sieht es sicherlich ähnlich aus.

Unbedingt mitbringen sollte man Grundkenntnisse im Bereich der Netzwerktechnik.
  • Wie müssen die IPs mehrerer Geräte konfiguriert sein, damit sie im Netzwerk miteinander kommunizieren können?
  • Wie pinge ich ein Gerät?
  • Wie ist mein Netzwerk aufgebaut? Gibt es Gateways, die selber mit DHCP arbeiten? Wie bringe ich die Geräte dahinter mit dem Neztwerk am Router zusammen?
Außerdem sollte man sich, bevor man die bestehende Telefonanlage anfasst, trocken und ohne Einrichtung des SIP-Trunks mit der Bedienung und Konfiguration auseinanderstzen.
Also Gateway und Telefonanlage ins Netzwerk, am besten auf dem Schreibtisch, zwei, drei Geräte dran und dann testen.

Ich habe mir für diese Trockenübung eine Checkliste an Punkten gemacht, was im Echtbetrieb alles funktionieren und daher vorab getestet werden muss, z.B.:

  • Einrichten einer analogen Nebenstelle
  • Einrichten einer digitalen Nebenstelle
  • Handling interner Anrufe im Haus
  • Einrichten von Gruppen
  • Einrichten von Berechtigungen zu ausgehenden Anrufen
  • Einrichten des Anrufbeantworters
  • Einrichten von Soft-Phones...
  • Rufumleitung im Urlaubsfall
  • ...
und vieles mehr.
Es lohnt sich, die Erkenntnisse gut zu dokumentieren. Am Anfang ist man derart mit Input überschwemmt, dass es zumindest mir so erging, dass ich mich am Folgetag an die eine oder andere Einstellung nicht mehr sofort erinnern konnte.

So, ich hoffe, das hilft dem einen oder anderen weiter. Falls ihr Ergänzungen oder Korrekturen zu meinen Amateur-Betrachtungen habt, imer gerne her damit.
 
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