Bei Anruf Spam: Werbeattacken über Internet-Telefonie

Redaktion

IPPF-Reporter
Mitglied seit
20 Aug 2004
Beiträge
1,888
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
0
Bei Anruf Spam: Werbeattacken über Internet-Telefonie

Zehn Millionen Deutsche telefonierten im vergangenen Jahr über Voice over IP (VoIP). Das sind 30 Prozent mehr als 2006. Mit dem VoIP-Boom steigt allerdings die Gefahr, unerwünschten Werbeanrufen oder gar Hackern beim Telefonieren per Internetprotokoll zum Opfer zu fallen. Die Quote für das so genannte Spam over Internet Telephony (SPIT) wird im kommenden Jahrzehnt zu E-Mail-Spam aufschließen. Somit steht den Internetnutzern mit SPIT nach den unerwünschten E-Mails und Instant-Messaging-Nachrichten die nächste Plage ins Haus, warnt Steria Mummert Consulting. Unternehmen und private Nutzer sind bisher nicht im selben Maße vor Werbeanrufen geschützt wie vor Spam-E-Mails. Die Entwicklung ausgereifter Anti-SPIT-Filter wird die Internet- und Telekommunikationsbranche künftig immer stärker beschäftigen. Dies ergibt die Untersuchung „Zukunftsfaktoren 2020“ von Steria Mummert Consulting, die zusammen mit der FutureManagementGroup und Lünendonk durchgeführt wurde.

Lästige Werbebotschaften im elektronischen Postkasten machen heute 80 Prozent aller versandten E-Mails aus. Sinkende Preise für die Internet-Telefonie werden dafür sorgen, dass sich SPIT in Zukunft genauso stark ausbreitet wie E-Mail-Spam. Das Medium Internet ermöglicht es den SPIT-Absendern, mit Millionen automatisierter Anrufe extrem kostengünstig auf Kundenfang zu gehen. Immer mehr Call-Center für Werbeanrufe werden entstehen, so das Szenario. Bereits heute entwickeln Spammer spezielle Programme und Tools, die SPIT-Anrufe automatisch abwickeln können.

Dabei besteht die Gefahr, dass sich Hacker mit gefälschten Anruferdaten Zugriff zu Kontoinformationen verschaffen. Phishing-Angriffe über VoIP mit gefälschten Teilnehmerinformationen werden wahrscheinlich erfolgreicher sein als ihre E-Mail-Gegenstücke. Der Grund: Die Anti-SPIT-Technologie liegt noch weit hinter Anti-Spam zurück. Anrufe via Internet mit einer manipulierten Anruferkennung sind momentan noch schwierig herauszufiltern. Zudem werden Internetnutzer mangels Kenntnis kaum mit einer Phishing-Attacke rechnen, wenn im Display ihres VoIP-Telefons Rufnummer und Name des Bankberaters erscheinen.

Wirksame Maßnahmen gegen SPIT durch den deutschen oder europäischen Gesetzgeber haben nur geringe Erfolgsaussichten. Ebenso wie E-Mail-Spam gelangen SPIT-Attacken mehrheitlich aus dem Ausland nach Deutschland. Eine Durchsetzung der deutschen oder europäischen Vorschriften schlägt somit fehl. Die VoIP-Anbieter sind gefordert, eigene Schutzmaßnahmen gegen lästige Telefonwerbung zu entwickeln. Im Aufbau befinden sich technische Vorkehrungen ähnlich denen, die bereits vor E-Mail-Spam schützen. Durch Ausschlusslisten, so genannte Blacklists, können beispielsweise bekannte Störenfriede aus dem VoIP-Netz ausgesperrt werden. Mit dem Anlegen zentral gepflegter Teilnehmerlisten stehen die Provider allerdings erst am Anfang. Computergenerierter SPIT kann zudem durch Vorschalten von interaktiven Komponenten herausgefiltert werden. Hier wird der Anrufer etwa zum erneuten Eingeben einer Ziffernfolge aufgefordert. Ein SPIT-Erkennungsdienst, der Gesprächsinhalte auf Werbe- oder Phishingabsichten hin analysiert, ist jedoch nicht möglich, da das Aussortieren vor der Anrufannahme erfolgen muss.

Quelle: Pressemitteilung

Hintergrundinformationen
Unter der Überschrift „Zukunftsfaktoren 2020“ hat die Steria Mummert Consulting AG, Hamburg, eine umfassende Untersuchung von Zukunftsfaktoren und ihren Auswirkungen auf die Branchen Banken, Versicherungen, Energieversorger, Telekommunikation und öffentliche Dienstleister vorgelegt. In Zusammenarbeit mit der FutureManagementGroup AG, Eltville, und der Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, wurden auf Basis von 33 identifizierten Zukunftsfaktoren über 736 Projektionen, 191 Zukunftschancen und 65 potenzielle Überraschungen für Menschen, Unternehmen und andere Organisationen abgeleitet.
 
wer hat diese "kleinproblemstudie" bezahlt? ich seh auch was kommen unter "Zukunftsfaktoren", und zwar dass diese AGs unter dem nächsten richtigen 1928-like börsencrash zusammenfallen werden. das hat schon ordentlich geknackt im internationalen finanzgebälk bei der U.S-immobilienkrise. und die machen sich um SPIT sorgen? na mal sehen was vorher kommt.
 
Noch macht sich jeder über SPIT lustig. Ich sehe keinen Grund warum bei VoIP nicht genau das gleiche wie bei E-Mail möglich sein sollte. Nur kann man E-Mail im Voraus filtern und Sprache nicht...
 
Zudem werden Internetnutzer mangels Kenntnis kaum mit einer Phishing-Attacke rechnen, wenn im Display ihres VoIP-Telefons Rufnummer und Name des Bankberaters erscheinen.
Wenn meine Bank anruft, ist aus "Datenschutzgründen" die Rufnummer immer unterdrückt. Es könnte ja eine "nichtlegitimierte Person" aus der Nummer auf die Bankverbindung schließen...:mad:
Keine Geschäfte mit Unbekannten am Telefon gilt doch schon heute...
 
Und das filtert den Werbeanruf raus, bevor mein Telefon klingelt? Mittels Spracherkennung, bevor etwas gesagt wurde?
 
nein, die vorfilterung macht man mit greylisting von anrufern ohne nummer. spams im voraus filtern geht auch nicht ausser man listet nur die grossen mailprovider white und den rest black, wie der SORBS & Co unsinn.
 
Zuletzt bearbeitet:
Anrufe via Internet mit einer manipulierten Anruferkennung sind momentan noch schwierig herauszufiltern.
Wenn ich den Anruf aber schon angenommen habe, da auch deine Methode das nicht vorher filtern konnte, kann ich auch selbst auflegen - sogar ohne Software!
 
nein dummuser, weil kein callcenter zeit hat auf das ende der greylistzeit zu warten und vorher auflegt, ausserdem lässt kein voip provider das manipulieren der kennung im grossen stil zu und wir nur anrufe über die provider bei denen wir registriert sind. lücken werden in den nächsten jahren geschlossen.
 
ausserdem lässt kein voip provider das manipulieren der kennung im grossen stil zu

Es gibt Provider bei denen ich die Kennung frei setzen kann, sipgate.de zum Beispiel.

Wenn der Mist auf Internetrufnummern zielt, brauche ich bei vielen Anrufen gar keinen Provider, den ich kann ja Rufnummer@IP-Adresse rufen, wobei ip-Adresse die eines Providers sein kann, oder das was z.B bei einem ENUM-Provider hinterlegt ist.
 
Kostenlos!

Neueste Beiträge

Statistik des Forums

Themen
248,857
Beiträge
2,302,987
Mitglieder
378,504
Neuestes Mitglied
Hallo61Hallo