[Frage] [Beratung] Mobilfunk per VoIP vs. per Call-by-Call vs. per GSM Gateway

Was die Verwendung mehrerer Nummern abgehend angeht:
Wie schon richtig bemerkt, ist die Nutzung von mehreren Nummern (z.B. 4) abgehend nicht trivial.
Wenn man keine Festnetzflat des Anbieters hat, geht es noch relativ einfach:
4-mal den gleichen FreeVoIPDeal-Account eintragen, jeweils die Nummer "49xxxx" verwenden und einstellen, dass die Rufnummer bei der Anmeldung verwendet werden soll. Ausgehend dann die vier Nummern den entsprechenden Telefonen zuordnen. Eingehend reagieren die Telefone dann jeweils aus die Anbieternummer.

Das Problem machen zwei Dinge:

1. Meist hat man eine Festnetzflat, die man nutzen möchte. Dann bräuchte man Whalregeln, die kann man aber nicht abhängig von den Rufnummern definieren. Hat man also die Wahlregel alles zu mobil über FreeVoIPDeal(1.Nummer), dann gehen auch die Telefone, die eigentlich die 2.-4. Nummer übertragen (und das ins Festnetz auch tun) über die erste Nummer raus. Dumm gelaufen.
2. Die Rückruffunktion bei verpassten Anrufen nutzt ausgehend den gleichen Kanal wie eingehend. Selbst wenn man immer FreeVoIPDeal auch fürs Festnetz nutzt, geht der Rückruf also über Telekom.

Will man komplexere Wahlregeln, kommt man um einen Asterisk o.ä. nicht herum.
 
Ein Asterisk ist die professionelle Lösung. Bei einer Fritzbox kann man allerdings bei der Nutzung von ISDN Geräten oder einer Anlage die Rufnummer über die abgehende MSN setzen, die Fritzbox ignoriert dann die Angabe "Internetnummer". Über eine Wahlregel legt man fest, dass ein bestimmter VoIP Account für die Wahl verwendet wird.
 
Genau das ist doch das Problem der Wahlregeln: Man legt den VoIP-Account und damit die tatsächlich beim Angerufenen angezeigte Rufnummer fest. Es ist egal, was im Telefon als MSN eingestellt ist, die VoIP-Provider setzen die zum Account gehörige Rufnummer, nicht die FBF oder das Telefon. Ob man nun im ISDN-Telefon/Anlage die MSN immer passend nach dem Rufziel setzt oder per *1xx# ist beides genauso unkomfortabel. Nur wenn man eine professionelle Telefonanlage am S0 hat, kann man das ggf. automatisieren (da ist es dann aber einfacher, eine zweite FBF hinter zu schalten und beide über interne VoIP-Accounts zu verbinden. Damit ließe sich das Problem auch lösen.

Asterisk per se ist genau genommen weder eine professionelle, noch sonst eine Lösung, sondern eine - sehr trivial einzurichtende - Basis für eine Lösung. Die Lösung sind die configs, i.B. die sip.conf und vor alem die extensions.conf :-)
Seit dem Raspberry Pi und passenden fertigen raspian(=debian) images ist die Grundinstallation selbst für Anfänger in 1-2 Stunden erledigt (o.K., je nach Geschwindigkeit der SD-Karte beim Beschreiben evtl. etwas länger).
Für die anschließende Konfiguration gibt es schon einige Infos, aber die individuelle Anpassung erfordert etwas Einarbeitung.
Die Lösung am Ende kann quick&dirty oder professionell ausfallen - aber eine einfache Aufgabe wie die Wahlregeln, um die jeweils billigsten Anbieter zu verwenden aber immer die richtige Nummer zu übermitteln, ist mit etwas Hilfe aus dem Forum sehr schnell realisiert.
Das zeitraubende am Asterisk ist, dass man so viel machen kann und schnell Blut leckt...
 
Mit dem VoIP-Account legst Du nicht die angezeigte Rufnummer fest, zumindest nicht bei denen, wo die Rufnummer vom Client gesetzt werden kann, u.a. bei sipgate und VOIP2GSM. Und die Fritzbox überschreibt die Internetrufnummer mit der MSN wenn die Wahl durch ein ISDN Gerät erfolgt. Damit die Box aber nicht einen Account mit der MSN verwendet bedarf es einer Wahlregel.

Professionell ist ein Asterisk umgangssprachlich deswegen weil die Konfigurationsebene eine ganz andere ist und sich dadurch viel mehr Möglichkeiten ergeben.
 
Mal ne Frage:
Ich hab MagentaZuhause von der Telekom, also VDSL mit VoIP.
Ich nutze eine 7490, um VoIP auf ISDN zu übersetzen und hab einen Auerswald Commander Basic 2 dahinter.

Kann ich da per CbC arbeiten und z.B. mit der genannten 01047 per Wahlregeln alle 015/016/017-Gespräche kostengünstiger gestalten? (Wobei mir die 01047 komisch vorkommt, die letzten News auf deren Webseite sind vom Mai 2010...).
 
CbC geht bei den IP Anschlüssen der Telekom, also ja.
 
Das Verhalten der FBF ist mir tatsächlich neu - man lernt nie aus.
Verstehe ich das jetzt richtig: Man richtet in der FBF die Provideraccounts mit der Festnetzflat (1&1,DTAG) ein, die Rufnummer muss dann das Format 491234567890 haben, dann noch voip2gsm, eine Wahlregel, dass bei Mobilfunk immer VoIP2GSM genutzt wird und in den ISDN-Telefonen die MSN im Format 491234567890?
Ohne int. Vorwahl und Ortsnetznummer wüsste der Anbieter ja nicht, was er setzen müsste. Nicht jedes ISDN-Gerät unterstützt so lange MSN.

Beim Asterisk wehre ich mich ein wenig gegen das Wort 'professionell', weil das für mich SER und FreeSwitch wären. In komplexen Anwendungen tendiert Asterisk zu - formulieren wir es positiv - kreativem Verhalten.
Im Soho Bereich ist Asterisk aber wirklich Klasse. 'professionell' wird leider oft auch mit kompliziert gleichgesetzt. Ich sehe es eher als eine Art Lego für Telefonie.

Allerdings holt man sich neben der Beschränkung auf ISDN Endgeräte noch die Beschränkung auf zwei Anbieter hinzu.
 
Es reichen Standard-MSNs aus, da man in der Fritzbox ja konfigurieren kann, ob eine Vorwahlziffer vorangestellt werden soll. Dabei gehen sowohl z.B. 4989 (sipgate) als auch 089 (VOIP2GSM).

Ich bin auf dieses feature durch Zufall beim Testen gestossen. Ich hatte als Absender bei VOIP2GSM unter Internetrufnummer meine VoIP-Festnetznummer konfiguriert aber als abgehende MSN im Telefon meine Mobilfunknummer (welche durch GSM-Gateway als Festnetz an die Fritzbox angeschlossen war) und bekam dann plötzlich als Absender eine Kombination aus Festnetz-Vorwahl und Mobilfunkrufnummer.

Nichtssagende Aussage von AVM:
Bei ISDN Geräten muss das Gerät selbst die Rufnummer übermitteln. Bei DECT und analogen Endgeräten übernimmt das komplett die FRITZ!Box.

Es wird ja noch mehr Anbieter geben, die CALLERID unterstützen?!? Unabhängig davon ist es ein spezieller Fall...
 
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