DSL-Anbieter mit brauchbarem Peering

Wie würdest du denn die Standorte / Gebäude, in denen die Kupferleitungen und Glasfasern von den Kabelverzeigern und Outdoor-DSLAMs enden sonst bezeichnen ? Gibt es dafür eine neuere, der heutigen Situation angemessenere Bezeichnung ?
 
Die Fritz Box wählt sich allerdings immer noch beim bisherigen Breitband-PoP der Telekom ein. Welchen Weg nimmt der Traffic denn jetzt genau?
Völlig normal bei L2-BSA L3-BSA. Der Traffic wird beim Telekom-BNG komplett an o2 übergeben (das gilt nur für L2-BSA). Ein Telekom-BNG steht jedoch üblicherweise nicht in einem Rechenzentrum sondern bspw. kann der in einem HVt./PoP der Telekom stehen.

Bei L3-BSA wird der Traffic erst (weit) hinter den BNGs der Telekom an o2 übergeben (an mehreren Standorten in DE, bei o2 i.d.R. größere Städte, bei anderen/kleineren Provider tw. auch nur 1-3 Übergabepunkte für ganz DE). Aber es kommt dabei dennoch nicht das Telekom-Backbone zum Einsatz, welches für das problematische Peering-Verhalten der Telekom bekannt ist, der gesamte Traffic wird lediglich zentral(er) an o2 übergeben (als bei L2-BSA).

Wie würdest du denn die Standorte / Gebäude, in denen die Kupferleitungen und Glasfasern von den Kabelverzeigern und Outdoor-DSLAMs enden sonst bezeichnen […]
PoP (Point of Presence).

Edit:
Bei weitem nicht jeder HVt. (Hauptverteiler) der Telekom besitzt überhaupt einen BNG, i.d.R. nur die größeren (dann mitunter auch gleich mehrere). Bzw. eben gleich in keinem klassischen HVt. mehr…
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wenn man bei 1&1 eine Line-ID angezeigt bekommt? Ist das dann nicht L2-BSA, sondern 1&1 per Telekom-Netz?

Bspw. Line-ID: 1UND1.DEU.DTAG.KBNP2
 
Ah, ich hatte L2-BSA mit L3-BSA verwechselt (o2 setzt ja immer noch auf L3-BSA), habe es oben im Beitrag korrigiert. Damit ändert sich dann auch der Übergabepunkt!

Also bei L2-BSA "sieht" man den BNG des Netzbetreiber an den der Traffic übergeben wird und bei L3-BSA den der Telekom.

Mit der Line-ID hat das aber nichts zu tun.
 
Ok. Hat eine der Varianten besondere Vorteile oder sind das einfach nur unterschiedliche Methoden der Umsetzung?

Kann man in der FritzBox bestimmen, ob ein 1&1-DSL-Anschluss über den Versatel-Backbone oder die Telekom läuft?
 
Hat eine der Varianten besondere Vorteile […]
Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Für L2-BSA müsste der Anbieter (also hier bspw. o2) Verbindungen zu den BNG-Standorten der Telekom besitzen/betreiben, das sind in DE ca. 800 Standorte der Telekom. Versatel hat bspw. nicht zu allen BNG-Standorten der Telekom eine Verbindung, weshalb dort dann Versatel bzw. 1und1 auf WIA anstatt L2-BSA zurückgreift.

Für L3-BSA reicht dagegen (im Extremfall) ein Übergabepunkt. Ist also für den Reseller einfacher umzusetzen, da er nicht zu allen BNG-Standorten eine Verbindung benötigt. Allerdings sind die Kosten für L3-BSA natürlich auch höher (schließlich muss die Telekom den Traffic in ihrem Netz weiter transportieren bevor er an den anderen Netzbetreiber übergeben werden kann).
Bei kleineren Netzbetreibern, mit nur wenigen L3-BSA Übergabepunkten in DE (bspw. easybell), kann das dann ggf. auch mal etwas deutlicher negativ auffallen, da der Weg zum nächsten Übergabepunkt ggf. auch mal etwas weiter entfernt liegen kann (und sich das dann somit spürbar negativ auf die Latenz auswirkt).

Also:
  • L2-BSA günstiger im Einkauf für den Reseller aber aufwendiger bzw. höhere Kosten auf eigener Seite, für die notwendige direkte Anbindung an die BNGs. Gleiche oder auch nur geringfügig höhere Latenzen.
  • L3-BSA teurer im Einkauf aber einfacher/günstiger auf der eigenen Seite aufgrund weniger zentraler Übergabepunkte. Ggf. deutlich höhere Latenzen wenn die Übergabepunkt ungünstig liegen. Wenn sie "günstig" liegen oder es sich um vgl. viele handelt (wie bei o2) dann nur geringfügig höhere Latenzen.

Kann man in der FritzBox bestimmen, ob ein 1&1-DSL-Anschluss über den Versatel-Backbone oder die Telekom läuft?
Nein.
 
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