DSL-Verbindungsabbrüche nach Erdarbeiten

Da ist ja auch ein permanenter Jitter auf der Leitung zu sehen, ca 1.000 kbit/s.

Ich habe mir überlegt, ich versuche mir irgendwo eine Powerstation auszuleihen und die Fritzbox mal aus dem Akku zu betreiben.
Damit kann ich eine direkte Beeinflussung über das Netzteil der Fritzbox (also über das Stromnetz) ausschließen, oder?
Das komplette Stromnetz ist übrigens in meinem Wohnblock vom Haupt-Stromkabel bis in die UV vor 2 Jahren neu gemacht worden, d.h. neue Muffe, neuer Hausanschlusskasten, neuer zentraler Zählerschrank, neue Kabel bis in die UV. Nur die Zähler sind größtenteils noch die alten Ferraris-Zähler geblieben.

Wenn es denn irgendwo ein störendes Gerät gibt, wie findet man das? Ich kann in meiner Wohnung alles andere mal ausstecken bzw. die Sicherungen ausschalten. Das habe ich schon mal gemacht, es hatte keine Auswirkung. Aber in meinem Wohnblock wohnen 32 Familien, und in den Wohnblöcken drumherum noch viel mehr. Denen kann will ich nicht einfach mal kurz den Strom abstellen.

Die Störung ist leitungsgebunden. Da wirst du in der Luft nichts finden.

Funkstörungen sind es also nicht... für die typischen Störungen eines Kurzwellensenders kann ich das bestätigen, denn die sehen im Spektrum anders aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da ist ja auch ein permanenter Jitter auf der Leitung zu sehen, ca 1.000 kbit/s.
Diese Schwankung der geschätzten Leitungskapazität solltest Du nicht überbewerten. Diese ist zum einen in der FB anhand der aktuellen SNR der einzelnen Träger geschätzt und zum anderen hast Du und jeder andere auch ständig Schwankungen dieser Werte. Das ist normal. Nicht normal sind diese sehr starken Spitzen nach oben/unten.
Wenn nicht ein direkter Störer dafür verantwortlich ist, dann käme noch ein Aderbruch in Frage. Ja, DSL funktioniert in gewissem Rahmen auch mit einer Ader und Erdung.
Dieser Kabelbruch/Wackelkontakt würde diese Spitzen auch erklären, nicht aber diese eine Spitze pünktlich um 0:00 Uhr. Da muss zusätzlich was anderes noch rein spielen.
Um das trotzdem bei Dir auszuschließen, müsstest du die FB mal direkt am APL anschließen, was deiner Schilderungen nach aber unmöglich ist.
 
Um das trotzdem bei Dir auszuschließen, müsstest du die FB mal direkt am APL anschließen, was deiner Schilderungen nach aber unmöglich ist.
Fritzbox direkt am APL hatte ich auch schon, nur kann ich die natürlich nicht dauerhaft dort lassen, um auf die starken Impulse zu warten. Da zappelt's genauso rum, d.h. der Jitter ist auch dort schon zu sehen. Dafür hab ich mir ein Stück Endleitung, eine Seite offen, die andere mit RJ45-Stecker angefertigt.

Die Endleitung vom APL in meine Wohnung habe ich selbst eingezogen, deshalb weiß ich, dass die OK und aus einem Stück ist. Die Endleitungen der anderen Tln. sind (wie auch meine zuvor) Flickwerk aus verschiedenen Kabeltypen unterschiedlicher Querschnitte, teils mit Verdrill-Technik verbunden, teils mit irgendwelchen Schraubklemmen. Das hat halt für analoge Telefonie ausgereicht.

Eine einbeinige Leitung würde ich ausschließen. Da schaltet die Linecard doch gewöhnlich auf weniger als 16 MBit zurück. Aber ich könnts ja mal testen, indem ich a oder b unterbreche und schaue, ob da überhaupt noch ein Sync kommt.

Der APL mit seinen Schraubanschlüssen hat seine besten Zeiten schon lange gesehen - der Gehäusedeckel ist kaputt (es sind Teile rausgebrochen), und "schön aufgelegt" geht definitiv anders - aber den kann man, wie man mir schon sagte, bei diesem Papier-Blei-Kabel nicht neu machen.

APL.jpg
APL mit abgenommenem Deckel
 
DA 10 (Schraubanschlüsse rechts unten), die wurde vor Jahren schon zur Störungsbehebung von DA 3 getauscht. Deswegen kommt die Endleitung von links unten, was sich nicht mehr ändern lässt ohne etwas anzustückeln.
 
Da zappelt's genauso rum, d.h. der Jitter ist auch dort schon zu sehen
Gewisse Schwankungen in der Bandbreite der geratenen Leitungskapazität sind normal, siehe meinen Beitrag ;)
Schau mal Deinen Screenshot dazu genauer an, Du hast 4000 Kanäle, die gerade mal um ein Bit schwanken. Doch dieses ist kaum nutzbar, da dann bei den geringsten Störungen sofort das DSL weg bricht. Klammer Dich nicht an diese geringen Schwankungen, die sind wirklich normal und bei Dir auch nichtssagend.
Btw: Das ist KEIN Jitter; Jitter sind Schwankungen in einer zeitlichen Verzögerung ;)
 
Ich habe mir überlegt, ich versuche mir irgendwo eine Powerstation auszuleihen und die Fritzbox mal aus dem Akku zu betreiben.
Das hilft aber auch nur, wenn die Störungen wirklich über die Energieversorgung deiner Fritzbox einkoppeln. Das kann sein, aber genauso gut ist es denkbar, dass die Telefonleitungen ein Stück parallel zu Stromleitungen in einem Kabelkanal laufen und die Störung da einkoppelt.
 
Der Verlauf und das Spektrum vom heutigen Tage.
20260728_224100 DSL-Verlauf 25h.png
20260728_224900 DSL-Spektrum.png


Abgesehen von den Schwankungen, die natürlich vorkommen, die ich aber doch ein bisschen hoch finde für so eine kurze Leitung, gab es keine Störimpulse oder Ähnliches.

Die absteigende Rampe (mit geringerem Rauschen) zwischen 3 und ca. 4 Uhr habe ich schon öfters gesehen... keine Ahnung, wie die zustande kommt.
 
Das ist gerade mal 1% Schwankung und damit deutlich unterhalb der Messgenauigkeit.
 
Abgesehen von den Schwankungen, die natürlich vorkommen
Ab gesehen von den <1%, die @frank_m24 schon ansprach, das sind geratene Max-Werte der Leitung, diese beruhen noch nicht einmal auf Messwerten sondern nur aufgrund von Dämpfung und Signalstärke dieses Trägers angenommene Werte:
Die Box handelt pro Träger eine bestimmte Datenmenge aus, die Spitzen nach oben werden aber nur noch anhand der vermuteten Reserven erraten. In der Realität kann es sein, dass Box & DSLAM versuchen, dies auszuhandeln und dann feststellen, "das war nen Satz mit X, lass und lieber mal 1..2 Bit weniger übertragen".
Also blende diese leichte Schwankungen (+ - 1 Bit) bitte endlich aus, die sind so was von nichtssagend. ;)

Noch einmal dazu:
Eine einbeinige Leitung würde ich ausschließen. Da schaltet die Linecard doch gewöhnlich auf weniger als 16 MBit zurück. Aber ich könnts ja mal testen, indem ich a oder b unterbreche und schaue, ob da überhaupt noch ein Sync kommt.
Ne, ein Kabelbruch also eine kurzzeitige Aderunterbrechung von einigen Mikrometern wirst du händisch nicht hinbekommen. Was, wenn die Adern sich fast immer so gerade noch berühren und nur ab und an paar Mikrometer auseinander sind - die kapazitive Wirkung reicht kurzfristig meist noch für eine weiter bestehend Verbindung aus...
Also Du lässt die Box für paar Wochen unten im Keller und nutzt die 4-adrige Leitung zu Dir in die Wohnung als "Netzwerkleitung". Das ist die einzige Möglichkeit, diese Leitung als Ursache auszuschließen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kurzer Zwischenstand:

- Einen Zusammenhang mit Niederschlägen konnte ich bislang nicht bestätigen.
- Die Verbindungsabbrüche sind seit Abschluss der Erdarbeiten in der Straße zurückgegangen.
- Es sind weiterhin Störimpulse auf der Leitung - mal mehr, mal weniger, mal gar nicht. Scheinbar zufällig: Es ist kein Zusammenhang zu bestimmten Uhrzeiten oder Wochentagen erkennbar.
- Ich habe heute Abend auf die zweite Doppelader der Endleitung umgeschaltet und werde weiter aufzeichnen.
 
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