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PeterPawn

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Solange es nur um das OS geht (Warum will man TFFS oder NAS wiederherstellen? Die kann man anschließend per "Factory Reset" ja löschen lassen.), sind das ja alles nur "read-only"-Partitionen ... die Kernel-Partitionen sollten "im Betrieb" ohnehin gar nicht mehr angefaßt werden, weil die Kernel ja jeweils ins RAM entpackt wurden beim Start und da kein nachträglicher Zugriff erfolgen sollte bzw. auch nicht ohne weiteres erfolgen kann, denn die Kompression ist stream- und nicht block-basiert, so daß man da gar nicht eine bestimmte Stelle genau adressieren kann im gepackten Zustand, selbst wenn man eine Memory-Page nachladen wollte.

Und auch die Dateisysteme sind - schon wg. des verwendeten SquashFS-Formats - "nur lesbar" und es erfolgen aus dem laufenden System heraus keine weiteren Schreibzugriffe (auch nicht beim Dismounten). Die einzige Gefahr, die hier dann bestehen würde im laufenden Betrieb, ist die Notwendigkeit des "Nachladens" von Blöcken aus dem SquashFS-Image. Das gilt aber i.d.R. auch nur für die Dateien selbst, weil schon die Verwaltungsinformationen beim SquashFS komprimiert sind (auch das wieder stream-orientiert) und daher per se eigentlich schon im Speicher (in dekomprimierter Form) vorliegen.

Solange also auf einen System nicht jede Menge Prozesse parallel laufen bei wenig freiem RAM (was dann ggf. dazu führt, daß (r/o-)Speicherseiten verworfen werden und nachgeladen werden müssen, wenn sie wieder gebraucht werden - solange sie nicht gleich in Swap-Space ausgelagert werden), kann man einigermaßen risikolos auch die Partitionen "hinter" einem SquashFS-Image beschreiben.

Nur sollte man dann irgendwie dafür sorgen, daß (a) so wenige andere Prozesse wie möglich laufen (die dann Speicher anfordern könnten) und (b) die Kommandos bereits vorher klar sind und nicht erst eines nach dem anderen am Prompt eingetippt werden (müssen) und (c) das System danach so bald als möglich neu starten (ggf. vorher noch "sync"en), damit nicht doch noch Lesezugriffe auf mittlerweile geänderte Blockinhalte erfolgen.

Das geht notfalls (wenn man alles andere gesichert hat) auch über "sysrq-trigger" - solche "embedded devices" müssen das i.d.R. auch abkönnen, weil ihnen oft genug vom Besitzer einfach der Stecker gezogen wird.
 
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jha4711

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Vielen Dank @Flole und @PeterPawn für eure Antworten. Die helfen mir bei meinem Aufstieg vom DAU zum Amateur ;-)
So etwas ähnliches hatte ich mir gedacht, mit meiner Frage aber noch einmal Gewissheit einholen wollen.
Denn ich war unsicher, warum jemand den Backup aller Partitionen über "dd" beschreibt, wenn es dann aber keine adequate Recovery-Methode dafür gibt. Beim typischen "Data Protection" gehören ja beide Themen zusammen betrachtet.

Und anscheinend ist genau das der Fall. Sprich: Es gibt durchaus Partitionen ...
Solange es nur um das OS geht
... bei denen ein Recovery mittels "dd" durchaus möglich ist (Konkret für die 6591 /dev/mmcblk0p{2-5} und /dev/mmcblk0p{8-11}). Bei anderen Partitionen (z.B. TFFS auf mmcblck15+16) macht es halt einfach von "Natur" der FRITZ!Boxen aus betrachtet weniger Sinn oder geht schlichtweg nicht (wenn man nicht löten will ;-).
(Sollte sich einmal ein anderer Leser fragen, woher man diese Partitionen bekommt, sei z.B. auf die Datei /cat/partitions oder die Datei README-6591.md aus dem Repository von fesc verwiesen)

Wenn ich noch eine Frage an @PeterPawn stellen darf: In welcher bzw. welchen der Partitionen liegen denn dann die ganzen Einstellungen, die man nach einem Neukauf / Werksreset über die GUI macht.
Sprich: Welche Partition oder Partitionen /dev/mmcblk0pXX müsste man zurückspielen, wenn man genau den Stand von Einstellungen (nicht das TFFS etc.) haben will, den man beim Sichern aller Partitionen direkt nach Inbetriebnahme via "dd" gemacht hatte?
Vielen Dank im Voraus.
 

PeterPawn

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wenn man genau den Stand von Einstellungen (nicht das TFFS etc.) haben will
Du hast aber schon verstanden, daß exakt diese Einstellungen des FRITZ!OS im TFFS gespeichert werden bei AVM-Geräten? Das geht sogar so weit, daß AVM die Speicherung der Daten im "TFFS" (zumindest am Anfang, im Moment weiß ich das gar nicht genau) über die Emulation einer MTD-Partition auf einem Block-Device (mittels "block2mtd"-Treiber) in der 6591 realisiert - vermutlich weil der Rest der AVM-Firmware auf die Interfaces zum TFFS zugreift (einfach mal im "lib"-Verzeichnis nach "tffs" greppen) und da war es dann wohl einfacher, dem TFFS eine MTD-Partition vorzugaukeln, als das andere Zeug umzuschreiben.

"Einstellungen" ohne "TFFS" geht also gar nicht (mal vom CM abgesehen, wobei man den ARM-Core ohnehin in Ruhe lassen sollte) - die Einstellungen werden (letztlich) vom TFFS-Treiber verwaltet/gespeichert.
 
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Du hast aber schon verstanden, daß exakt diese Einstellungen des FRITZ!OS im TFFS gespeichert werden bei AVM-Geräten?
Ehrlich gesagt: Nein! Bis JETZT hatte ich das tatsächlich nicht verstanden. Ich schwimme nur an der Oberfläche und hatte mich da nie in die technische Tiefen eingearbeitet ... da hört einfach auch mein technischer Verstand / oder das Zeitbudget dafür auf. Im Gegenteil, ich dachte bis heute, TFFS (was auch immer das heißt) sei "nur" irgendeine Art "Original-Firmware" o.ä., die man via Werksreset auch dann einspielen kann, wenn man z.B. keine Internetverbindung hat. Oder eben so Daten wie Seriennummer, WLAN Daten, GUI Password etc.

Danke für Deine Aufklärung! Man lernt von Post zu Post dazu. Wirklich Super dass Ihr euer Wissen auch mit anderen teilt !!!
 

Flole

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Der "Vorteil" von einem kompletten Backup ist natürlich, das man die einzelnen Partitionen da raus ziehen kann. Anstelle von 12 Befehlen (oder wie viele Partitionen das nun sind) braucht man nur einen und das Puffern läuft damit wohl auch ein bisschen besser und damit ist es minimal schneller. Das ist aber alles nur ein Nebeneffekt, der Hauptpunkt ist das man wirklich alles einmal als Kopie hat, also egal was man auch kaputt macht man hätte zumindest die Chance es zurückzuspielen (weil es ja etwas gibt was man zurückspielen kann) wenn das System noch irgendwie läuft oder man den Bootloader aktualisiert kriegt (was aber auch nicht ganz trivial ist). Gut, bei der NAS Partition sehe ich ein das es Blödsinn ist die zu sichern und Speicherplatz verschwendet.

Vielleicht gibt es später auch mal eine Möglichkeit die Geräte doch irgendwie zu beschreiben, dann wäre man mit einem kompletten Backup auf jeden Fall ganz gut aufgestellt.

Theoretisch könnte man den Speicher auch ohne ihn zu entlöten beschreiben, aber einfacher wird es dadurch nicht. Ohne löten geht auch das nicht, und wenn man nen Fiberglas-Stift hat wäre das auch ein Vorteil. ;) Vermutlich wäre es aber an dem Punkt einfacher und billiger die Box wegzuschmeißen oder als defekt zu verkaufen als mit irgendwelchen teuren Geräten die man sich erst noch kaufen muss da drauf loszugehen wenn der Erfolg ungewiss ist.
 
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OldRat

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Ein Kollege von mir hat sich eine 6591 auf ebay gekauft um dann im Nachhinein festzustellen, dass diese gebranded ist und auf FW 7.03 festhängt. Artikel Nr ist 2000 2827 und oben steht "Edition Vodafone (UM)".
Er konnte die Box mit seinem Vodafone Vertrag registrieren und hat soweit keine Probleme.
Problem jedoch, auf den Lan Ports hat er nur 100mbit statt der gewünschten 1000, wobei ich da nicht ausschließen kann dass es nicht mit der FW/Branding zusammenhängt.
Abgesehen davon würde er gerne die Firmware auf den neuesten Stand bringen.
Wäre hier die Anleitung von Seite 2 angebracht oder würde dies gar nicht funktionieren bzw. gibt es andere Methoden.
 
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Flole

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Die "Bedingung" wann diese "Anleitung" (ich glaube das soll gar keine Anleitung sein sondern nur eine Dokumentation der notwendigen Schritte) angebracht ist, ist dort ebenfalls beschrieben. Das Branding entfernen ist aber nicht mehr so einfach möglich, man kann es höchstens ignorieren.
 

OldRat

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Unnötiges Vollzitat von darüber gemäß Boardregeln entfernt by stoney
Vielen Dank für die Antwort. Könntest du mir sagen wie man das Branding ignoriert bzw. mir die nötigen Quellen geben?
Das Ziel ist eigentlich nur die Box zu updaten, da Sie ja aktuell keine bekommt.
 
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Flole

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Das steht alles hier im Thread beschrieben, sogar ziemlich am Anfang. Den von Anfang an durchzulesen kann auch bestimmt nicht schaden.
 

jha4711

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Könntest du mir sagen wie man das Branding ignoriert bzw. mir die nötigen Quellen geben?
DER zentrale Post, der Dir hier weiterhilft, ist der Post #24 hier im Thread.
Was in diesem Post dann noch nicht beschrieben wurde, weil zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht bekannt, findest Du dann z.B. in einer README-6591.md bei den Quellen im Repository, auf die in diesem Post #24 verwiesen wird.

.... und abschließend noch meine ganz persönliche Meinung aus eigener Erfahrung zu ...
Das Ziel ist eigentlich nur die Box zu updaten, da Sie ja aktuell keine bekommt.
"Nur die Box zu updaten" erinnert mich an... "Ich will doch nur einen 6er im Lotto tippen - nenn mir doch mal die 6 Zahlen für den kommenden Samstag" - ABER das ist halt auch nicht soooooooo einfach wie es nach der Ziehung klingt.
Allerdings kann ich Dich beruhigen: die Wahrscheinlichkeit, dass Du Deine 6591 tatsächlich gepatched bekommst ist Dank der Beiträge hier im Forum deutlich höher als einen 6er im Lotto zu tippen.
Zumindest hatte ich selbst noch keinen 6er im Lotto, aber dafür eine gepatchte 6591 ;-) ;-) ;-)

Naja, bei Providerboxen wird der Update halt nicht von avm sondern vom jeweiligen Provider "gemanaged" - wohl auch deshalb, weil der Provider ja erst mal seine eigenen Erweiterungen bzw. Einschränkungen in der ursprünglichen Firmware von avm einbauen will/muss. Und wenn diese Box nicht mehr vom Provider gemanaged wird, bekommt sie halt auch keine Updates mit der Provider-Firmware mehr. Folglich musst Du eine aktuelle Firmware selbst aufspielen. Das mit einer original Firmware von avm hat aber wiederum den Haken, dass diese bei Providerboxen i.d.R. nicht funktioniert bzw. in einer Boot-Loop landet oder sonst wie nicht richtig tut was sie soll (ich hatte auch schon eine bootende Box aber dafür eine leere, weiße GUI ohne Funktion und Fehlermeldungen).
Daher musst Du Dir eben eine Original avm Firmware selbst "patchen", damit eben auch diese auf so einer Providerbox läuft. Das Branding wird dann nicht wirklich entfernt, die Startup-Skripte werden nur so modifiziert, dass die Firmware halt trotzdem läuft und in der GUI auch Dinge anzeigt, die in einer Providerversion eben ausgeblendet werden (z.B. die Updates - Nachtrag: Was man aber auch dann wegen der oben genannten Gründen NIE drücken darf). Und genau das ist in dem oben verlinkten Post beschrieben und führt zu dem "sensationellen" ;-) Repository von fesc. Wenn Du Dir diese Firmware gebaut hast, musst Du sie noch auf die Box bekommen - und auch da gibt es den Haken, insbesondere bei alten Boxen, die das nicht über den Bootloader EVA/adam ermöglichen.

Abschließend noch der Hinweis, dass es ja auch noch rechtliche Bestimmungen gibt. Zum einen ist eine Providerbox eigentlich Eigentum des Providers und Du darfst da gar nicht dran. Zum zweiten musst Du Dir die "individuelle" Firmware für Deine Box (wenn Sie wirklich Dir gehört) schon selbst bauen, denn normalerweise will sich niemand der unerlaubten Verbreitung von Software strafbar machen, an der er selbst kein Recht hat oder Schuld daran sein, wenn mit seiner Software dann ausgerechnet eine andere Box nicht mehr läuft.

Kurz gesagt: Das ist alles halt nicht so einfach mit den Providerboxen, wie man es sich ggf. vorgestellt hat und Du solltest schon wissen, was Du tust und damit rechnen, dass Du Dir die Box auch zerschießen kannst und neue Recherchen anstellen musst, um überhaupt wieder darauf zugreifen zu können.
 
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OldRat

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Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort!
 

Mikebatt

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Eine Frage am Rande, ist das Update auf 7.19/7.20 für die 6591 schon raus ? Leider bekomme ich da noch nichts angeboten , Box sagt immer noch das 7.13 aktuell sei
 

prisrak1

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https://avm.de/service/downloads/update-news/
 

Mikebatt

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Das ist komisch , dort wird die 6591 nicht aufgeführt , obwohl die 7.20 für das Gerät wie wild beworben wird
 

Profanta

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... obwohl die 7.20 für das Gerät wie wild beworben wird
Wo?
Auszug aus der FRITZ!LABOR Seite:

"Das FRITZ! Labor ist derzeit für folgende FRITZ!-Produkte verfügbar:

FRITZ!Box 7490 (17.07.2020)
FRITZ!Box 7580 (16.07.2020)
FRITZ!Box 6660 Cable, 6591 Cable (16.07.2020)
FRITZ!Box 6590 Cable, 6490 Cable (15.07.2020)
FRITZ!Box 6890 LTE (16.07.2020)
FRITZ!Repeater 3000, 1200, 600, 1750E (29.06.2020)

Folgende Modelle haben bereits FRITZ!OS 7.20 erhalten:

FRITZ!Box 7590, 7530
FRITZ!Repeater 2400"
 

Mikebatt

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Ja da vlt nicht aber AVM bewirbt es in den Printmedien anders
 

Profanta

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Explizit für dieses Modell oder nur als "7.20 jetzt für viel Modelle verfügbar" ?
Wenn ja, dann halt doch "Lügenpresse":cool:
 

Mikebatt

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Beworben wird es bei der 6591 als Überflieger als ob DVB-C über eine FB ja so was Neues ist ,
 

jha4711

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Wenn ja, dann halt doch "Lügenpresse"
Bei diesem Begriff wird mir ganz anders! Wenn Du (vielleicht auch nur aus Spaß) meinst der gehört hier wirklich her, dann sei auf die Begriffserklärung hier verwiesen und deutlich gesagt dass ich persönlich das absolut NICHT passend finde. Zumal die bisherigen Aussagen, die eine Fehlinformation durch irgendwelche Printmedien andeuten, an keiner Stelle belegt wurden!
 
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