Freetz-NG komplett entfernen/zurücksetzen

Schwarzseher

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Moin,

ich möchte meine 7690 in den Werkszustand zurücksetzen und habe festgestellt, dass nach einem Recover die Freetz-NG Daten erhalten bleiben. Was kann ich tun, um eine Fritz-Box <komplett> zurückzusetzen?

Grüße
Schwarzseher
 
Wenn es mit der aktuellen Recovery nicht vollständig funktionieren sollte, dann bitte die Frage an fda77 stellen, was er da in Freetz-NG eingebaut hat.
 
Das wäre aber schon ein toller Trick, wenn da Daten über die (korrekte!) Anwendung des Recovery-Programms (und das ist etwas komplett anderes als das bloße Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen, was in #1 nach meinem Eindruck etwas durcheinandergeworfen wird) hinaus im TFFS von AVM erhalten bleiben würden.

Beim Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen werden alle TFFS-Nodes mit einer Minor-ID kleiner als 100 ausgespart - die Anwendung des Recovery-Programms (oder jedes andere Schreiben eines "frischen" TFFS-Images) überleben aber auch diese Daten dann nicht und schon seit dem originalen Freetz werden die Daten in einem Node < 100 abgelegt (konkret mit Minor-ID 60): https://github.com/PeterPawn/YourFr...28b8081bd24beeb91c43/tffs/data/tffs.files#L28. Das ist auch bei Freetz-NG nicht anders: https://github.com/Freetz-NG/freetz...8/patches/scripts/103-patch_tffs-nodes.sh#L19

Es wäre also eine schöne (oder manchmal auch böse) Überraschung, wenn tatsächlich irgendwelche Einstellungen irgendeiner Freetz-Variante die (wie geschrieben: korrekte und das meint dann natürlich auch erfolgreiche) Anwendung des Recovery-Programms überleben würden und wenn man danach die Box noch einmal richtig starten läßt, sind auch alle Inhalte im internen NAS-Flash (wo sonst z.B. noch dort abgelegte eigene Dateien oder auch Faxe, Bilder, AB-Nachrichten, etc. überleben könnten) gehimmelt.

Nicht zuletzt soll ja der Mechanismus mit dem Prüfen der provider-Variablen durch das AVM-Programm verhindern, daß auf den Boxen, wo in den Nodes < 100 "schützenswerte" Daten stehen, diese durch das Recovery-Programm auch noch gelöscht werden.
 
Nicht zuletzt soll ja der Mechanismus mit dem Prüfen der provider-Variablen durch das AVM-Programm verhindern, daß auf den Boxen, wo in den Nodes < 100 "schützenswerte" Daten stehen, diese durch das Recovery-Programm auch noch gelöscht werden.
Dafür kann man beispielsweise bei der Fritz!Box 7690 auch ein alternatives Recoveryprogramm einsetzen, wodurch die Box zwar wiederhergestellt wird, die Provider Additive aber nicht angetastet werden und erhalten bleiben.
 
Das ist ja nur noch in Grenzen wirklich ein "Recovery-Programm" - eigentlich ist es nur die Reaktion von AVM/FRITZ! auf die Lücke, die bisher durch die diversen Anleitungen zur Installation von Firmware über den FTP-Server in EVA ausgefüllt wurde.

Erst dann, wenn da wirklich auch die Wiederherstellung von FRITZ!OS-Versionen mit heute gängigen Alternativen zu einem Windows-PC möglich ist (von iOS/MacOS über Linux bis hin zu Android - auch wenn das auf einem Linux-Core aufsetzt), dann kann man diese Entwicklungen bei FRITZ! Ernst zu nehmen - meine Meinung dazu jedenfalls.

Dann noch eine Option, gar keine neue Firmware zu installieren, sondern nur die Werkseinstellungen zu laden (OHNE dazu übers GUI zu müssen, was man mit vollkommen verbastelten Netzwerk-Einstellungen auch nicht immer erreicht) oder die Länder- und Telefonieeinstellungen selektiv zurückzusetzen (inzwischen alles in der Firmware "angelegt" durch die Nutzung von Schlüsselwörtern in der firmware_info-Variablen) und man kann vielleicht irgendwann in (ferner?) Zukunft davon ausgehen, daß FRITZ!Box-Besitzer nicht unbedingt auch noch einen Windows-PC brauchen, wenn mal etwas nicht so läuft mit ihrem Router, wie es sein sollte.

Bis dahin gibt es genug Alternativen und dazu passende Anleitungen - es ging ja in den letzten 20 Jahren auch ohne Unterstützung seitens AVM für alternative Systeme/Plattformen … da sind diese "Spezialversionen" des Recovery-Programms, die eigentlich nur eine andere Firmware installieren, eher Augenwischerei für mich (und lange nicht für alle Modelle auch verfügbar, afaik).
 
Das wäre aber schon ein toller Trick, wenn da Daten über die (korrekte!) Anwendung des Recovery-Programms hinaus im TFFS von AVM erhalten bleiben würden.
Dann habe ich wohl einen tollen Trick gefunden, denn genau so war es:
a) 7690 mit AVM Recovery.exe (die Standard-Version) zurückgesetzt.
b) Freetz-NG Image wieder eingespielt.
c) Gewundert, dass die Crontab- und die Dnsmasq-Einstellungen noch da waren.
 
Was sagt denn das Protokoll des Recovery-Programms? Wurde da tatsächlich ein neues TFFS-Image erzeugt und geflasht?

Was waren das denn für dnsmasq-Einstellungen, die da immer noch vorhanden waren? Wenn es am Ende nur die Leases gewesen sein sollten … die werden aus den Daten des AVM-multid beim Start des dnsmasq neu generiert: https://github.com/Freetz-NG/freetz.../dnsmasq/files/root/etc/init.d/rc.dnsmasq#L31 und auch beim Vorhandensein von crontab-Einträgen gäbe es Potential für Irrtümer: https://github.com/Freetz-NG/freetz-ng/tree/master/make/pkgs/mod/files/root/etc/default.mod

Aber die alles entscheidende Frage ist es hier tatsächlich, ob das verwendete Recovery-Programm überhaupt neue TFFS-Images (oder mindestens eins, vermutlich nach mtdnand, wenn man von den Flash-Infos im Environment ausgeht) geschrieben hat. Ob das der Fall war/ist, wird vom Recovery-Programm in der ftp.log protokolliert. Wo man die findet, kann man u.a. hier: https://www.ip-phone-forum.de/threads/wie-recovere-ich-eigentlich-richtig.299790/post-2280100 nachlesen (im Nachtrag vom 22.05.2020).

Wenn tatsächlich etwas von Freetz-NG die - wie schon zuvor angemerkt: korrekte - Anwendung des Recovery-Programms von AVM überlebt haben sollte (sofern da nicht tatsächlich nur neue Firmware geflasht und anschließend eine von den neuen Optionen bei firmware_info genutzt wird, um nur ein "normales" factory_defaults ausführen zu lassen, was ich auch nicht ausschließen kann/würde, nur wäre es dann eben kein "richtiges" Recovery mehr, wie ich weiter oben versucht habe zu erklären), dann wäre das tatsächlich eine nähere Untersuchung wert.

Wenn aber AVM beim Recovery-Programm für die 7690 nur zwischen "mit reset=tffs in firmware_info" und ohne diesen Eintrag unterscheidet, dann wären das beides keine vollwertigen Recovery-Programme mehr (die würden dann ja auch keine verstellten Werte in my_ipaddress mehr korrigieren, etc.) … und die wären dann auch tatsächlich nicht mehr geeignet, Freetz (egal welcher Fork) restlos zu entfernen - und nebenbei bemerkt, würden auch die Flags in fw_attrib (https://github.com/PeterPawn/YourFr...28b8081bd24beeb91c43/tffs/data/tffs.files#L48) nicht mehr vom Recovery-Programm zurückgesetzt, was durchaus beabsichtigt sein könnte.

In diesem Fall müßte man halt ein eigenes TFFS-Image erstellen und flashen - vorausgesetzt, das wird dann von EVA bei der 7690 überhaupt noch unterstützt. Wenn man das natürlich schon im Bootloader "verriegelt", hilft ggf. nur das Löschen der Freetz-Einstellungen mit einem beherzten echo clear_id 60 > /proc/tffs aus einer Shell (in einer modifizierten Software sollte eine solche erreichbar sein) heraus, falls AVM das nicht auch noch geändert hat (einfach mal in die OpenSource-Quellen der 7690 beim TFFS-Treiber schauen). Danach muß man nur noch verhindern (einfach ganz rüde Stecker ziehen, das o.a. Kommando wird i.d.R. direkt ausgeführt und braucht keine längere Zeit, weil da der ctlmgr oder irgendein anderer Daemon etwas cacht), daß Freetz-NG seine Einstellungen erneut sichert.

Aber wie schon geschrieben - es gäbe viele Möglichkeiten, warum das Recovery-Programm der 7690 die Einstellungen von Freetz-NG nicht entfernt haben könnte - bis hin zu der Möglichkeit, daß es sich hinsichtlich des Überlebens alter Einstellungen um ein Mißverständnis handeln könnte.

Als Allererstes sollte man tatsächlich mal das FTP-Protokoll des Recovery-Programms suchen … alles danach ist erst mal nur "wahrscheinlich" und die Suche nach alternativen Erklärungen.
 
Wie Du Dir denken kannst, ist das alles ein paar Tage her, ich habe keine Protokolle. Und aus wissenschaftlicher Neugier wiederholen werde ich das alles auch nicht, da ich das ganze mit manueller Neukonfiguration verbunden habe, was dann schon mal einen Tag dauert. Und die 7690 brauchen wir im Home-Office.

Wenn es sich ergibt, werde ich die Prozedur wiederholen und dann hier berichten.

Was Deine Vermutungen bzgl. Crontab und Dnsmasq betrifft:
Über Crontab steuere ich die Protokollierung der Solar-Anlagen und der Shellys, mit Dnsmasq pflege ich meine eigene IP-Client-Liste, das was der AVM-DHCP nicht kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die letzte Protokolldatei des AVM-Recovery-Programms sollte bis zu dessen nächster Anwendung am beschriebenen Ort stehen. Vom gelesenen Environment werden sogar bis zu 20 Kopien vorgehalten.
 
Du hast recht, ich habe die beiden *.log Dateien gefunden.
 

Anhänge

Da wurde also - wie bei früheren Modellen auch bisher immer - ein neues TFFS-Image erzeugt und nach mtdnand geschrieben:
Rich (BBCode):
0:27:879: set defaultsettings mtdnand (size: zu)
0:27:879: ---> write image (mtdnand) <---
0:27:989: open ftp 192.168.178.1 port 21
0:28:002: recv: 220 ADAM2 FTP Server ready
0:28:002: send: USER adam2
0:28:002: recv: 331 Password required for adam2
0:28:002: send: PASS adam2
0:28:002: recv: 230 User adam2 successfully logged in
0:28:003: send: SYST
0:28:003: recv: 215 AVM EVA Version 1.12673 0x0 0x4C6409
0:28:003: send: TYPE I
0:28:003: recv: 200 Type set to BINARY
0:28:003: send: MEDIA FLSH
0:28:003: recv: 200 Media set to MEDIA_FLASH
0:28:003: send: P@SW
0:28:003: recv: 227 Entering Passive Mode (192,168,178,1,23,76)
0:28:003: open ftp data 192.168.178.1 port 5964
0:28:020: clear flash-partition (mtdnand)
0:29:194: send: STOR mtdnand
0:29:194: recv: 150 Opening BINARY data connection
0:29:194: flash clear (mtdnand) ok : now send image
0:29:303: update flash-partition (mtdnand)
0:29:325: send image (size=2052) for mtd8
0:30:037: recv: 226 Transfer complete
0:30:037: flash write (mtd8) ok
0:30:163: successfully update of mtd8
0:30:163: send: BYE
0:30:163: recv: 221 Thank you for using the FTP service on ADAM2
Alle Überlegungen, ob FRITZ! da generell etwas geändert hat oder nicht, sind also nur Makulatur ... genauso läuft das auch bei anderen Modellen, wo das TFFS nicht in zwei alternierenden Partitionen (aus EVA-Sicht i.d.R. mtd3 und mtd4) liegt.

Für den Rest des Systems zieht der TFFS-Treiber da eine "Abstraktionsschicht" ein, damit die Firmware immer auf dieselbe Art und Weise auf die Daten zugreifen kann, unabhängig davon, wo und wie die genau gespeichert werden - bei der 7690 ist es sicherlich wieder mit Zugriff über einen block2mtd-Treiber, denn die Partition für die Daten dürfte in einem eMMC liegen (nur eine Vermutung, ich habe keine 7690, wo ich nachsehen könnte).

Damit glaube ich auch nicht mehr daran, daß da tatsächlich irgendwelche Einstellungen von Freetz(-NG) den Recovery-Lauf überlebt haben - es widerspräche zumindest allen bisher in Bezug auf das TFFS gemachten Erfahrungen und Berichten.

Daher würde ich wieder auf ein Mißverständnis, woher die nach der Freetz-NG-Installation bereits wieder vorhandenen Daten stammen, tippen ... es gibt wirklich KEINE (bekannte!) Möglichkeit, wie irgendetwas das Schreiben eines neuen TFFS-Images (dessen Inhalt sich nur aus den Daten des ausgelesenen Environments und der Betriebsstundenzähler zusammensetzt, wie man auch leicht durch einen Mitschnitt des Datenstroms für das Flashen nach mtdnand ermitteln kann - und auch die werden nicht alle(!) verwendet für das neue TFFS-Image im "legacy format") überleben könnte - das Environment und die "Geburtsdaten" einer Box (die i.d.R. im Bootloader in einem speziellen Konfigurationsbereich abgelegt werden bei der Finalisierung im Rahmen der Produktion der Boxen - bei manchen Modellen bzw. Chipsets liegt der allerdings auch mal außerhalb des eigentlichen Loaders) sind die einzigen "Fixpunkte", die für so ein Gerät (maschinenlesbar) verfügbar sind.
 
Ich denke, wenn die finale 8.25 für die 7690 da ist, werde ich noch mal ein Recover machen. Dann schaue ich genau hin.
 
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