Fritz!Box 7170 als Serielle Konsole mit USB Serial Converter

none

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Soo, da 1und1 so freundlich war mir eine Fritz!Box 7270 zu schenken wird die 7170 jetzt gnadenlos missbraucht :-)

So, wie macht man aus einer FritzBox einen "KVM Switch"?

Ganz einfach! So gehts:

  1. Als erstes nach Anleitung die Toolchain bauen
  2. Ein neues Image erstellen und einfach mal testen obs klappt
  3. Wenn Freetz auf der FB rennt gehts weiter

Jetzt kümmern wir uns um die benötigten Kernel-Treiber für den "USB Serial Converter", ein paar Freetz Features und minicom.


Kerneltreiber:

Treiber auswählen (in meinem Fall mct_u232) und gleich noch nen bissel aufräumen
Code:
make kernel-menuconfig 
make kernel-precompiled


Jetzt patchen wir schnell die kernel/Config.in damit die Treiber auch im Image landen

Code:
patch -p0 <<-EOF
--- ../freetz-1.0-working/kernel/Config.in      2008-06-07 13:57:23.000000000 +02
+++ kernel/Config.in    2008-07-21 00:51:31.000000000 +0200
@@ -158,6 +158,10 @@ config FREETZ_MODULE_usbserial
        bool "usbserial.ko"
        default n

+config FREETZ_MODULE_mct_u232
+        bool "mct_u232.ko"
+        default y
+
 config FREETZ_MODULE_pl2303
        bool "pl2303.ko"
        select FREETZ_MODULE_usbserial
EOF

Freetz features
usbserial auswählen und evtl. Platz schaffen für minicom
Code:
make menuconfig

minicom
Code:
wget http://alioth.debian.org/frs/download.php/2332/minicom-2.3.tar.gz
tar -xvzf minicom-2.3.tar.gz
cd minicom-2.3
./configure --host=mipsel CC=${PATHTOFREETZ}/toolchain/target/bin/mipsel-linux-uclibc-gcc --enable-cfg-dir=/etc --enable-dfl-port=/dev/ttyUSB0
make
cp -av src/minicom ${PATHTOFREETZ}/root/usr/bin/
echo -e "pu port             /dev/ttyUSB0\npu baudrate         115200\npu bits             8\npu parity           N\npu stopbits         1\npu rtscts           No" > ${PATHTOFREETZ}/root/etc/minirc.dfl


Das Image auf die FB packen und danach am besten via SSH auf die FB connecten.

Code:
modprobe usbserial
modprobe mct_u232.ko

Wenn es geklappt hat, sollte folgendes im dmesg stehen:
Code:
usbcore: registered new driver usbserial
drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial support registered for Generic
usbcore: registered new driver usbserial_generic
drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial Driver core v2.0
drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial support registered for MCT U232
usbcore: registered new driver mct_u232
drivers/usb/serial/mct_u232.c: Magic Control Technology USB-RS232 converter driver z2.0

Wenn ihr jetzt den USB-Serial-Converter ansteckt, solltet ihr folgendes in dmesg sehen:
Code:
usb 1-1: new full speed USB device using ahci and address 3
mct_u232 1-1:1.0: MCT U232 converter detected
usb 1-1: MCT U232 converter now attached to ttyUSB0

Jetzt einfach minicom anwerfen und sich über eine serielle Verbindung freuen :-)

Wer das Freetz WEBCFG Paket installiert hat, der kann unter Einstellungen->modules die zwei Module listen, damit werden diese automatisch beim Booten geladen.

Wie man eine serielle Konsole auf einen Linux-Rechner einrichtet könnt ihr dem folgenden Link entnehmen
http://www.vanemery.com/Linux/Serial/serial-console.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Kleiner Zusatz:
Man braucht libncurses, damit minicom kompiliert. Zu finden ist die Library in der Konfiguration:
Code:
make menuconfig
Advanced options => Shared libraries => ncurses => ncurses (libncurses.so)

Ansonsten danke für das HowTo! :)
 
Kleiner Zusatz:
Man braucht libncurses, damit minicom kompiliert. Zu finden ist die Library in der Konfiguration:
Code:
make menuconfig
Advanced options => Shared libraries => ncurses => ncurses (libncurses.so)

Ansonsten danke für das HowTo! :)

Oha, dann müssen die per default an sein, oder eine DEP zu einem anderen Paket haben welches ich ausgewählt habe. Denn explizit hab ich ncurses nicht aktiviert.

Danke für den Hinweis.

Grüße
none
 
Hallo,

wird minicom für einen seriellen Konsolen-Client zwingend gebraucht oder reicht hier nicht schon das in freetz vorhandene screen aus?

z.B.:
Code:
screen /dev/ttyUSB0 9600 8N1

Viele Grüsse
Mario
 
Die Programme screen und minicom haben sehr verschiedene Anwendungen, und wenn Du kurz in die man-page von screen geschaut hättest, hättest Du gesehen, was der von Dir genannte Aufruf bewirken würde. Alternativ kannst Du es mal ausprobieren.
 
Hallo Ralf,

da ich gerade nicht an meine Fritzbox komme, habe ich screen /dev/ttyUSB0 mal mit dem Laptop und einem umgebauten Handykabel probiert um damit auf die serielle Konsole des Bootloaders (Redboot) einer Fonera zu kommen.

Geht einwandfrei und als zweiten Anwendungsfall benötige ich noch eine serielle Konsole für den Ubuntu-Server neben der Fritzbox. Da schon ab Grub, damit ich 1. auf die Grafikkarte verzichten kann und zweitens nach einem evt. Neustart remote das Passwort für die Vollverschlüsselung mit dm-crypt/luks eingeben kann. Konfiguration dann so in etwa wie hier beschrieben: http://en.opensuse.org/Serial_Null_Modem_Connection
Da auch hier screen genutzt wird, kann zumindest ich meine Anwendungsfälle für eine serielle Konsole voll mit screen abdecken.

Viele Grüsse
Mario
 
Ein Linux-Server (auch Ubuntu) kann durchaus ohne Grafikkarte booten, auch ohne dass eine serielle Console connected ist.
 
Als / noch nicht verschlüsselt war, hatte ich Grub abgeändert, damit er durchbootet und dann über Netzwerk und SSH die verschlüsselten Partitionen gemountet.

Aber mittlerweile ist / schon verschlüsselt und sehe ich keine weiteren Möglichkeiten, das Passwort dafür einzugeben. Zu der Zeit habe ich noch keinen Netzwerkzugang per ssh oder telnet.

Aber wenn du Alternativen zum direkten Zugang per Monitor und Tastatur oder mit einer seriellen Konsole hast, würde es mich freuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@lxuser
Ist ja interessant zu wissen.
Und irgendwo in den Tiefen der man-page ist es tatsächlich beschrieben, aber nicht am Anfang, wo der Aufruf dokumentiert sein sollte.
 
Hallo Ralf,

ich habs auch nur durch Zufall gefunden. Beim suchen bin ich auf diesem Blog-Eintrag gelandet: http://blog.datentrampelpfad.de/archives/144-Ein-screen-auf-dem-System-ersetzt-das-minicom-fast.html
Und von da aus dann noch einwenig weiter gesucht.

Screen ist dabei natürlich ein blöder Suchbegriff für Software :D

Für meinen Bedarf und die Gegenstellen reicht mir screen mit der VT 100 Emulation zwar, aber wie in dem verlinktem Eintrag steht, fehlen evt. ein paar Funktionen wie die Zmodem-Übertragungen.

Viele Grüsse
Mario
 
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