Gesucht: Tips zur Fehlersuche bei IP-Telefonie

uef

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31 Mai 2007
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Hallo zusammen,

ich habe mal dieses Forum für meine Frage gewählt, da ich eine Fritzbox 7390 mit ISDN-Bus nutze, aber ob das Problem wirklich dort liegt ist eigentlich unklar (sollte ich die Frage ggf. woanders stellen ?).

Das Problem:
ich habe immer wieder das Problem, dass bei Anrufen von außen über eine der VoIP-Nummern (s.u.) man nach dem Abheben den Anrufer nicht hören kann, dieser jedoch mich hören kann.
Legt man dann gleich wieder auf und der Anrufer versucht es nochmal, klappt es in aller Regel. In der anderen Richtung besteht das Problem nie !
Der Fehler tritt auch "nur" bei etwa 5% der Fälle auf, da aber ein Anschluss auch teilweise geschäftlich genutzt wird, ist es schon sehr ärgerlich.

Die Hardware:
direkt am 50MBit-ADSL-Anschluss hängt ein Router des Netzanbieters (da keine Fritzbox unterstützt wird; ein Modell von Arcadyan); dahinter hängt die Fritzbox (aktuellste Firmware) mit ihrem LAN1-Anschluss. Das gesamte LAN (einige Notebooks, Drucker etc.) hängt dann an der Fritzbox. Die Fritzbox ist daneben auch mit dem ISDN-Hausanschluss für's Festnetz verbunden.

Am internen ISDN-Anschluss der Fritzbox ist ein ISDN-Bus mit etwa 20m Länge angeschlossen und auch mit den 100Ohm Widerständen terminiert. Am ISDN-Bus hängt eine DECT-Basis-Station Gigaset SX810A ISDN (mit integriertem AB), an der neben dem Mobilteil der Basisstation auch zusätzlich noch 3 ältere Gigaset DECT Mobilteile angemeldet sind.
Weiterhin ist ein ISDN-Telefon (ohne eigene Stromversorgung) am ISDN-Bus angeschlossen.
In der Fritzbox sind aktuell 3 VoIP-Provider konfiguriert (Sipgate, Sipload und Sipbase), bei denen sich die Fritzbox auch problemlos anmelden kann und eigene Anrufe gut funktionieren (sofern der Provider erreichbar)

Die beschriebene Konstellation funktioniert grundsätzlich auch nach Wunsch in allen Facetten, bis halt auf das o.g. Problem.

Die Logs der Fritzbox zeigen für betroffene Anrufe keine Auffälligkeiten, keines der Gigaset DECT-Mobilteile scheint von dem Fehler ganz verschont oder auffallend häufiger betroffen zu sein.
Auch sind Anrufe über mehrere verschiedene VoIP-Provider betroffen: zumindest für Sipgate und Sipload ist das so, Sipbase benutze ich zu wenig.
Ganz früher hatte ich auch mal Sipkom (nicht mehr am Markt), da trat das Problem jedoch nicht auf.

Nachdem der Support von Sipgate meinte, meine Ping-Trace-Zeiten wären für VoIP zu hoch, habe ich den DSL-Anschluss von 6MBit auf die heutige Geschwindigkeit upgegraded, das hat aber unter dem Strich keinen messbaren Unterschied gemacht. Sipkom hat aber auch zu der Zeit schon problemlos funktioniert. Auffallend war damals nur, dass die Pakete ganz anders geroutet wurden (d.h. vermutlich anderer Übergabepunkt des DSL-Providers ins I*net)
Mein DSL-Provider zieht sich den Schuh aber erst gar nicht an: er würde kein VoIP supporten! :mad:

Die Frage:
habt Ihr Ideen, wie ich die Fehlerursache weiter eingrenzen könnte ? Z.B. durch ein Netzwerktrace des Sip-Protokolls (wüsste allerdings nicht wie man das macht) ?
Mal denke ich, es könnte doch an den DECT-Mobilteilen liegen, dann habe ich den Fehler aber auch beim Annehmen am ISDN-Telefon (Ascom Eurit 40). Außer dem unauffälligen Log der FritzBox stehen mir aktuell leider keine anderen Infos zur Verfügung. :confused:

Oder muss man bei VoIP einfach mit dieser Fehlerquote rechnen ??

Vielen Dank für Eure Tipps !!

Uef
 
Hallo

Es könnte, meines Erachtens, an den RTP Ports, oder den ausgehandelten Audiocodec liegen.
TCP/UDP Port 5060 (SIP) scheint ja ordentlich freigegeben zu sein.
Die Fritz!Box hält eine ganze Reihe (Range) UDP Ports offen, für RTP Audio.
Ich poste dir mal die entsprechende Sektion aus der ar7.cfg...
Code:
voip_forwardrules = "udp 0.0.0.0:5060 0.0.0.0:5060",
                            "tcp 0.0.0.0:5060 0.0.0.0:5060",
                            "udp 0.0.0.0:7078+32 0.0.0.0:7078";
Vielleicht probierst du mal UDP Port 7078 bis 7110 im Arcadyan für die Fritz!Box freizugeben.

Für SIP Traces empfehl ich dir ein einfaches Softfon: PhonerLite
Im Reiter Debug sieht man den SIP Trace.
 
Hallo koyaanisqatsi,

vielen Dank für das schnelle Feedback.
Portfreischaltungen werde ich mal prüfen und ggf. anpassen. Wird des sporadischen Auftretens vermutlich etwas dauern, bis ich was über die Auswirkungen sagen kann.

Eine Frage noch zum Trace mit PhonerLite:
zeichnet PhonerLite sämtlichen SIP-Verkehr in Netz auf oder muss ich den Anruf explizit mit dem Softfon annehmen, um auswertbare Infos zu bekommen ?
im ersten Fall kann ich sicher irgendwo etwas mitlaufen lassen, die zweite Option wird vermutlich am WAF scheitern, da ich während der Woche meist unterwegs bin.

Uef
 
Die Hardware:
direkt am 50MBit-ADSL-Anschluss hängt ein Router des Netzanbieters (da keine Fritzbox unterstützt wird; ein Modell von Arcadyan); dahinter hängt die Fritzbox (aktuellste Firmware) mit ihrem LAN1-Anschluss.
Welche könnte denn mit "aktuellste Firmware" gemeint sein? Ist die Option "Portweiterleitung für Telefonie aktiv halten" in den Anschlusseinstellungen aktiviert?
 
SIP Trace mit PhonerLite:
Zeichnet nur für den aktuellen Account Eingehende/Ausgehende SIP Protokollierung auf.
Eignet sich also nur für gezieltes Fehlersuchen. Jeweils pro Registrar.
 
@KunterBunter:

die Firmware ist Fritz!OS 06.03, direkt von AVM bezogen (die Version mit den Fixes für die Sicherheitsprobleme, die zuletzt in der Presse waren).

Die Option ist bereits seit längerem gesetzt; in der aktuellen Oberfläche heißt der Punkt: "Portweiterleitung des Internet-Routers für Telefonie aktiv halten".
Das Intervall ist gegenwärtig auf 1 Minute gesetzt; das könnte man noch auf 30 Sekunden verkürzen, damit die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass der Anruf gerade den Zeitpunkt trifft, in dem der DSL-Router die Ports schon wieder zugemacht hat, die FB sich beim Router aber noch nicht wieder in Erinnerung gerufen hat !?!
Macht es Sinn, mit anderen Werten für diesen Parameter zu testen oder reicht das reine Aktivieren der Option aus ?
 
Firewall blockt eventuell bei eingehenden Anruf...
ich habe immer wieder das Problem, dass bei Anrufen von außen
...den/die RTP Audioport/s...
den Anrufer nicht hören kann
...deswegen mal...
Vielleicht probierst du mal UDP Port 7078 bis 7110 im Arcadyan für die Fritz!Box freizugeben.
...denn...
In der anderen Richtung besteht das Problem nie !
...weil intern keine Ports, auch nach draussen, geblockt werden.
 
AVM hat da auch eine Anleitung verfasst Mit FRITZ!Box telefonieren, wenn ein anderer Router die Internetverbindung herstellt

Alternativ dazu müssen die Ports weitergeleitet werden. Die relevanten Ports findest Du im Beitrag von koyaanisqatsi. Zu eingerichteten Portweiterleitunden oder einen STUN hast Du nichts geschrieben. Da sich Softphones wie PhonerLite nicht so wie eine FritzBox verhalten, würde ich mit von dessen Log auch nicht viel versprechen.

Gruß Telefonmännchen
 
Hallo koyaanisqatsi,

ja, das macht absolut Sinn - bis vielleicht darauf, dass ich noch nicht ganz verstehe, was die FW dann veranlasst könnte, den zweiten Anruf korrekt durchzulassen.
Wenn das 'irgendwie' automatisch geht, müsste man dann ggf. einfach nur lange genug das "einseitige" Telefonat führen und nach einer gewissen Zeit würden beide Richtungen funktionieren ?

Komme aber erst am WE dazu, das zu ändern und zu testen ......
 
Hallo Telefonmännchen,

vielen Dank für den Link; den hatte ich schon abgearbeitet.

Die Option für Portweiterleitungen sind in der FB eingerichtet (s.o. meine Antwort an KunterBunter).
FW-Freischaltungen sind im Arcadyan natürlich auch welche eingerichtet - welche genau, müsste ich aber am WE reinschauen und nachliefern.

Für alle 3 VoIP-Provider in kein STUN explizit angegeben. Die FB-Oberfläche bietet für alle 3 ein spezifisches Set von Einstellung (d.h. je nach Auswahl des Providers erscheint ein etwas unterschiedliches Set von Feldern), daher gehe ich davon aus, dass die Angaben dort zumindest für die FB ausreichen müssen, um SIP problemlos zu betreiben.
Für sipgate und sipload kann man gar keinen eigenen STUN einpflegen (es sind aber welche hinterlegt, s.u.), für sipbase gibt es das Feld, ist bei mir aber leer.

Alternative wäre höchstens, im Browser auch mit Hilfe einer Toolbar die hidden elements anzeigen zu lassen und weitere Einstellungen zu ändern, die sonst für einen Provider nicht zur Verfügung stehen (habe ich bei Problemen mit der Übertragung von DTMF bei sipgate auch schon mal mit Erfolg gemacht ...).
So findet man auf jeden Fall auch heraus, dass folgende STUNs implizit durch die FB konfiguriert sind:
sipload: stun1.sipload.com
sipgate: stun.sipgate.net:10000 (beim Port 10000 bin ich mir aber recht sicher, dass der in der FW freigeschaltet ist).

Uef
 
Die Option für Portweiterleitungen sind in der FB eingerichtet (s.o. meine Antwort an KunterBunter).
FW-Freischaltungen sind im Arcadyan natürlich auch welche eingerichtet - welche genau, müsste ich aber am WE reinschauen und nachliefern.
Moooment. Die FritzBox ist der VoIP-Adapter an den die Portweiterleitungen eingerichtet werden müssen. In der FritzBox (als eigentliches Zieldevice) selbst sind keinerlei Portforwardings notwendig sondern ausschließlich in dem Router davor auf die FritzBox. Da liegt der Hase vermutlich im Pfeffer. Dort müssen die gleichen Ports auf die FritzBox weitergeleitet werden oder alternativ ein STUN verwendet werden.

Gruß Telefonmännchen
 
Hallo Telefonmännchen,

das war jetzt ein klassisches Kommunikationsproblem: ich hatte "Portweiterleitung" auf die Option der FB bezogen, mit der die FB die Ports in der FW der DSL-Routers offen hält: die heißt halt genau so.

Dass ich im DSL-Router vor der FB auch einige Port Forwarden muss ist klar und grundsätzlich auch geschehen.
Auf Basis der Tipps weiter oben habe ich die Einstellung dort aber nochmal geprüft und gesehen: einige Ports der oben genannten Ports fehlen dort noch, so ist z.B. nicht der gesamte Bereich von 7078 bis 7110 freigegeben, sondern nur ein Teil.
Habe das nun geändert und mal weiter testen.

@All
Dazu noch eine Frage: bei Sipgate ist die Rede davon, dass man neben 5060 und 5004 weitere Ports freischalten muss, wenn man mehrere SIP-Geräte nutzt (z.B. 5062 und 5006 für das zweite Gerät).
Ich habe zwar nur die eine FB, darauf aber ja 3 VoIP-Provider konfiguriert und einen davon auch noch mit 3 Nummern.
Weiß jemand, ob hier nun jeder VoIP-Provider als ein Gerät zählt oder gilt das eh nur für Sipgate, wenn ich meine Sipgate-Anmeldedaten in mehreren physikalischen Geräten im LAN hinterlege ?

Macht es Sinn oder ist es notwendig, auch ein Port-Forwarding für die STUN-Kommunikation einzurichten (z.B. 3478 für den STUN von sipload; würde mal vermuten, dass nicht, denn STUN soll ja gerade NAT überwinden helfen, aber aktuell bin ich recht verunsichert, welche Port eigentlich wirklich für SIP benötigt werden, da zudem ja auch jeder VoIP-Provider abgesehen von 5060 spezifische weitere Ports voraussetzt) ?

Vielen Dank
Uef
 
Moin

Damit es bei dir klingeln kann, muss der SIP Port 5060 von Internetseite erreichbar sein.
Versuch mal im Webbrowser deines Vertrauens: http://DeineDyn.DNS:5060 (oder öffentliche IP).
Ich bekomme dann sowas im Browser präsentiert...
Code:
SIP/2.0 400 Illegal request line
Via: 1.1 deepbase (tinyproxy/1.8.3)
User-Agent: FRITZ!OS
To: <sip:missing>;tag=badrequest
From: <sip:missing>
Content-Length: 0

SIP/2.0 400 Illegal request line
From: <sip:missing>
To: <sip:missing>;tag=badrequest
User-Agent: FRITZ!OS
Content-Length: 0
Nicht verunsichern lassen, bei mir läuft: tinyproxy ;)

Für die Sprachübertragung sind die UDP Ports für die RTP Audioübertragung zuständig.
Also, wenn abgehoben wurde. Und da hast du wohl ein Problem.
 
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