[Frage] Gibt es eine schnellere Alternative zur Fritzbox 7330?

DJ-Spacelab

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Hallo!

Ich habe von meinem Provider 1&1 eine Fritzbox 7330SL bekommen. Mit der Anfangskonfiguration (1 Computer per LAN, 1 Laptop und 1 Smartphone per WLAN, 1 DECT Telefon direkt mit der Box verbunden) lief alles wie am Schnürchen. Mit dem zunehmenden Ausbau des Heimnetzwerkes zickt die Fritzbox aber immer mehr herum. Die aktuelle Konfiguration ist: 1 PC und 1 Mediaplayer per LAN, 3 Smartphones und ein weiterer Mediaplayer per WLAN, 2 DECT Telefone direkt mit der Box verbunden und eine 1TB Festplatte mir Musik Filmen und Serien per USB angebunden. Die Benutzeroberfläche ist jetzt zäh wie Kaugummi, der Zugriff übers Netzwerk auf die USB Festplatte ist extrem zäh (manchmal meldet ein Mediaplayer sogar einen "Time Out") und immer öfters kommt es vor das sich die Fritzbox komplett aufhängt und eine Minute später einen kompletten Neustart fabriziert. Das Gerät nervt mich also momentan extrem an. Aktuell läuft auf der Kiste die neueste Firmware (06.20) und ein Werksreset hat auch gar nichts gebracht.

Jetzt habe ich gesehen das mein Provider die große Fritzbox 7490 im Angebot hat für 169,95€ (Kundenpreis). Würde die bei meinem umfangreichen Heimnetz eine Verbesserung bringen? Oder ist die genauso schwach auf der Brust wie meine 7330? Oder habt ihr gar eine andere Alternative von einem anderen Hersteller? Es muss ja nicht unbedingt eine Fritzbox sein. Es sollte nur schon so eine "alles in einem" Kiste sein mit DSL Modem, VoIP fähig mit eingebauter DECT Basisstation, USB Anschluss und WLAN. Einen DLNA Server benötige ich hingegen nicht unbedingt. Der von der Fritzbox ist eh unbrauchbar und die Mediaplayer greifen beider per SMB Protokoll auf die USB Festplatte zu.
 
Bei AVM scheint man aber schon lange das Fehlerbild mit der trägen Benutzeroberfläche zu untersuchen. Die Aussage bekam ich schon vor über 2 Monaten als ich mich diesbezüglich an den AVM Support wendete.

Ich hatte vor dem Update auf die 06.20 die 06.03 Firmware drauf und die lief auch keinen deut besser. Die gleiche extrem miese Performance beim Zugriff auf ein USB Speichermedium. Nur die selbstständigen Neustarts waren gefühlt seltener. Aber da könnte ich mich auch irren.
 
Wenn die 6.03 nichts besseres gebracht hatte, bleibt nur der Sprung zur nächsten Hardware-Verbesserung.
Bei Amazon kannst du zB eine 7490 "leihweise" kaufen.
Bei Nichtgefallen zurück senden.
 
Die gleiche extrem miese Performance beim Zugriff auf ein USB Speichermedium.
Es gibt wohl keine FRITZ!Box, die am USB-Anschluß ein "Sprinter" ist. Aber mit einem USB2-Gerät an einer 7490 kommt man auf einen "gefühlt" annehmbaren Durchsatz für Streaming, irgendwo habe ich mal was zum Durchsatz mit einer WDC-HDD über einen IDE-USB-Wandler geschrieben (ja, wirklich IDE, kein SATA) und illustriert.

Zwei SD-Streams an einer 7490 sind machbar ... sicherlich trägt auch der zweite Core seinen Teil dazu bei, daß Neustarts wegen abgelaufener Watchdog-Timer (weil die I/O-Prozesse am Ende eine höhere Priorität haben, als das Bedienen des Watchdogs) bei der 7490 seltener auftreten (wahrscheinlich auch bei anderen VR9-Boxen, solange da zwei Cores benutzt werden können, alles andere wäre etwas überraschend).

Ein wichtiger Aspekt beim Samba-Durchsatz zu USB-Devices an der Box kann aber auch das verwendete Dateisystem sein. Da bei NFTS ein "filesystem in userspace" (FUSE) zum Einsatz kommt, müssen die Daten zusätzlich in der Box durch die Gegend kopiert werden, da kann ein "vernünftiges" Dateisystem (z.B. ext3, notfalls sogar (ex)FAT) ein kleines Wunder bewirken.
 
Ich setze getrennte Geräte für die verschiedenen Funktionen ein:

- DSL-Modem Allnet / 7240 /7390
- Router: Igel Thinclient mit Dualpot Intel Netzwerkkarte und pfsense (Hardware wird demnächst noch aufgerüstet)
- Telefonserver Asterisk auf Raspberry PI
- ATA/ITA/DECTTA 7270 (mit defektem DSL-Modem)
- NAS Windows Homeserver 2011

Das ist sicherlich etwas übertrieben für die meisten Anwendungen (wobei es schon praktisch ist, den gesamten Internetverkehr außer VoIP und eMail automatisch via Cyberghost zu routen). Allerdings sollte man mindestens NAS nicht auf einer FBF nutzen (ausgenommen vielleicht die Pufferung des Onlinlinespeichers), das frisst zu viel Rechenleistung.

Gerade mit Raspberry PI und Banana PI kann man viele Funktionen der FBF aussiedeln und diese auf die grundlegende Nutzung - Internetzugang und Telephonie - reduzieren.
 
Zwei SD-Streams an einer 7490 sind machbar ... sicherlich trägt auch der zweite Core seinen Teil dazu bei,
Wenn ich mich nicht täusche müsste die 7330 ebenfalls einen DualCore haben (AR9 und VR9 haben jeweils einen MIPS32 34Kc) der beim AR9 allerdings mit 393MHz anstatt 500MHz (VR9-Boxen) läuft.
 
Der reine Datendurchsatz macht mir noch nicht mal so Kopfzerbrechen. Ich bekomme sogar einen Full-HD Film gestreamt. Aber das navigieren zwischen den Verzeichnissen und die Latenz vom anklicken eines Films oder einer einfachen Musikdatei bis der erste Ton zu hören ist, ist so hoch das der Player manchmal eine TimeOut meldet weil er glaubt von der Fritzbox käme nichts mehr.

Die USB Festplatte ist im NTFS Format weil die ganzen HD Filme und Mitschnitte größer als 4GB sind. Deshalb geht da kein Fat32. Wäre denn exFAT besser für die Fritzbox? Oder muss das zwingend ext3 sein? Bei ext3 hab ich ja wieder das Kompatibilitätsproblem mit Windows wenn ich die Festplatte mal auf Dienstreise oder einen Freund mitnehme.

Ich hab mir auch schon überlegt das ganze NAS Gedöhns nicht direkt über die Fritzbox laufen zu lassen sondern über einen externen NAS Server. Aber wenn man da etwas möchte das nicht sogar noch schlechter als die Fritzbox selbst ist kostet das gleich richtig Geld.
 
... also erst einmal die in #1 gewünschte eierlegende Wollmilchsau 7490 "testen" : Performance prüfen ... weiter entscheiden.
 
NTFS ist eine ziemliche Bremse. ext2 ist erheblich besser.
Selbst der billigste NAS ist kaum schlechter als die FBF. Schließlich müssen die anderen Prozesse höhere Priorität haben, das NAS ist nur Nebenschauplatz.

Soo teuer ist ein brauchbarer NAS aber doch nicht, vor allem, wenn man 1bay nimmt, weil man ihn transportieren können möchte.
 
Wenn ich mich nicht täusche müsste die 7330 ebenfalls einen DualCore haben (AR9 und VR9 haben jeweils einen MIPS32 34Kc) der beim AR9 allerdings mit 393MHz anstatt 500MHz (VR9-Boxen) läuft.
Möglich, ich habe keine 7320/7330 ... kann man ja als Besitzer mit einem einfachen "cat /proc/cpuinfo" leicht prüfen. Wenn da wirklich zwei Cores laufen, sollten sie auch zu sehen sein ... ansonsten wird das System sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht nutzen (können).

Meine Test-7390 kann ich jedenfalls auch ohne große Mühe mit Datentransfers (USB-to-WLAN am ehesten) zum Reboot überreden, dabei tobt sich das System dann in der Interrupt-Behandlung so richtig aus ... die "reine CPU-Last" ist praktisch auch zu vernachlässigen, da dort offenbar die in Kernel-Drivern beim Interrupt-Handling verbrachte Zeit nicht berücksichtigt wird. Da hat aber der Vx180 eben auch nur einen Kern und ständige Kontext-Wechsel sind nicht so richtig die Domäne des "angeflanschten" MIPS-Kerns.

DJ-Spacelab schrieb:
Wäre denn exFAT besser für die Fritzbox?
Du wirst ja sicherlich nicht nur eine einzelne Festplatte haben ... teste es doch einfach mal. Selbst mit einer einzelnen kannst Du ja mal 2 Partitionen anlegen und unterschiedlich formatieren. Wie groß der Unterschied bei der 7330 am Ende wirklich ist, kann man nur schwer "raten".

Die (theoretische) Ursache des Problems ist, daß der Samba-Daemon beim Versuch des Lesens von Daten eine Kernel-Funktion aufruft. Damit wechselt das System auf eine andere Sicherheitsebene. Wenn jetzt ein Dateisystem als Kernel-Modul realisiert ist, kann die Datenübertragung (und ggf. das Warten auf deren Abschluß, wenn das kein asynchroner Zugriff ist) auf derselben Sicherheitsebene erfolgen. Bei einem Dateisystem im Userspace wird nun erst wieder auf den betreffenden "Daemon" auf der "User-Ebene" umgeschaltet und diesem der Auftrag erteilt, die Daten zu lesen. Der muß jetzt aber wiederum seinerseits die Daten als "Block" (mit einem vom BS nicht interpretierten Inhalt, wie es ein FS-Driver als Kernel-Module auch machen muß) auch erst einmal irgendwie vom Gerät lesen ... dazu muß er wieder den Security-Kontext wechseln. Wenn man dann noch weiß, daß es nicht möglich ist, vom Userspace aus auf einen Puffer im Kernel-Speicher zuzugreifen, dann muß man neben dem zusätzlichen Kontextwechsel auch noch das mehrmalige Kopieren von Daten zwischen Kernel- und User-Space dazu rechnen. Das geht nur von einem Kernel-Kontext aus und die Block-Daten werden dann vom Kernel- in den User-Space kopiert und die interpretierten Daten (also nach dem "Zerlegen" der Block-Daten in die FS-Struktur), die der Samba-Daemon eigentlich angefordert hat, dann wieder zurück zum Kernel-Space, von wo aus sie dann ihren weiteren Weg zum Samba-Daemon nehmen.

Das kann - gerade dann, wenn der Speicher auch nicht der schnellste ist - auch ganz gewaltig auf die Performance drücken. Gerade bei vielen kleinen Zugriffen, wo keine großen Datenmengen bewegt werden (wie beim Lesen von Verzeichnissen), macht sich der Overhead der Kontextwechsel dann besonders negativ bemerkbar. Das wäre die Theorie ... wie groß die praktischen Auswirkungen sind, kannst Du leicht selber testen. Solche "Randbedingungen" wie die Platzierung einer Partition auf der HDD u.ä. kannst Du dabei getrost ignorieren, der Flaschenhals wird - meine Meinung - immer der USB-Bus (bzw. das USB-Storage-Protokoll) sein, solange es ein USB2-Port ist.

Wobei die Latenz schon etwas komisch klingt, besonders bei SMB-Zugriff ... die ist beim Navigieren nachvollziehbar, beim Start einer Wiedergabe irritiert sie mich eher (wenn der Player nicht endlos vorneweg puffern will, um kurzzeitige Einbrüche im Durchsatz besser abfedern zu können).

Ansonsten gäbe es auch für Windows die Möglichkeit eines relativ performanten Umgangs mit extX-Partitionen. Nennt sich "Ext2Fsd" (http://www.ext2fsd.com) und ist OSS unter GPLv2 ... in meinen Augen ein Muß für jeden Nutzer, der beide Systemwelten in friedlicher Koexistenz verwendet und eine Alternative zum NTFS als "Austauschformat".
 
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