Go Box 100 an Vodafone DSL geht seit HW-Änderung bei Vodafone nicht mehr

Hagge

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Hallo,

ich habe folgendes Problem. Ich habe einen Vodafone-DSL-Anschluss, nutze aber einen TP-Link-Router Archer VR600v für das Internet und eine Go Box 100 für die VoIP-Telefonie. Nachdem das 2022 von ISDN auf VoIP umgestellt wurde, hatte ich zwar etwas zu kämpfen bis ich alle Einstellungen beisammen hatte, aber dann hat das mit der Go Box 100 eigentlich ganz gut funktioniert, von gelegentlichen Neuverbindungsproblemen nach der täglichen Zwangstrennung mal abgesehen. Da half dann immer ein Neustart der Go Box.

Seit einigen Tagen habe ich nun das Problem, dass ich nicht mehr telefonieren kann. Wenn ich jemand anrufe, dann klingelt beim Partner ganz normal das Telefon. Hebt er ab, dann hört er aber nichts. Und bei mir klingelt es im Hörer einfach weiter, als ob niemand abgehoben hätte. Nach einer Weile kommt dann bei mir das Besetztzeichen. Werde ich umgekehrt von jemand anderem angerufen, bekommt der die Nachricht "der Teilnehmer ist nicht erreichbar".

Nachdem ich das bei Vodafone gemeldet hatte, hatte ich nun nach etwas Hin und Her einen halbwegs kompetenten Techniker am Handy. Der sieht, dass meine Gespräche rausgehen, aber irgendwas läuft ins Leere. Nachdem ich meinte, dass ich ja nichts verändert hatte, bekam ich die Info, dass Vodafone hier Technik ersetzt hat (statt Huawei nun was anderes). Aber er kann nicht sehen, was nicht funktioniert. Es scheint nach außen hin alles richtig zu sein, die Ports sind korrekt, die Zugangsdaten stimmen. Eigentlich alles korrekt. Darum sieht es für ihn so aus, als ob das Problem bei mir daheim liegt. Aber wie kann das sein, da hat es ja nun über 3 Jahre mit diesen Einstellungen funktioniert.

Ich habe nun nochmal die Easybox 804 angehängt, die ich seinerzeit von Vodafone bekommen hatte. Die hat aber nur einen analogen Anschluss. Nach etwas Kruschteln habe ich noch ein altes Telefon gefunden und tatsächlich, mit der Easybox und dem Analogtelefon funktioniert das Telefonieren. Es scheint also grundsätzlich zu gehen, nur halt mal wieder mit meiner Kombi nicht.

Meine Vermutung ist nun, dass ich halt doch irgendeinen Parameter in der Go Box 100 anpassen muss, weil der sich mit der neuen Vodafone-Vermittlungshardware geändert hat. Hat hier jemand schon Erfahrungen? Oder ähnliche Probleme gehabt? Oder einfach mal so eine Idee?


Wen es interessiert hier ein bisschen Hintergrund, warum ich diese Kombination nutze. Das ergab sich einfach mit der Zeit. Zuvor hatte ich über viele Jahre ISDN und einen 6 MBit-ADSL-Anschluss. Das hat bestens funktioniert. Es war eine ISDN-Basisstation/Telefonanlage in Verbindung mit mehreren DECT-Mobilteilen, alles von Gigaset. Perfekt, 20 Jahre Null Probleme und beste Sprachqualität. Als ein damals eingesetzter Router nicht mehr booten wollte, bestellte ich den obigen TP-Link Archer als Ersatz. Aber nach etwas basteln (seriellen Port angelötet) konnte ich im Bootloader die Software neu flashen und damit lief der alte Router wieder. So blieb der frisch gekaufte Archer, als er dann geliefert wurde, unausgepackt bei mir im Regal liegen.

Als dann 2022 die Umstellung auf VoIP kam. wurde mir versprochen, dass meine gesamte Hardware weiter funktioniert und auch der Preis gleich bleibt, ich müsse nur den neuen Router, den ich geschickt bekomme, einstecken. Mehr nicht. Von wegen. Was schicken sie mir? Eine Easybox 804, die weder ISDN noch DECT-Telefonie kann. Die also für meine ISDN-Hardware komplett ungeeignet war. Zuerst haben sie mir dann versprochen, mir doch noch einen ISDN-fähigen Router zu schicken, aber da der regulär 5 EUR Miete gekostet hätte, wollten sie das dann am Ende doch nicht kostenlos machen ("der Preis bleibt gleich", haha). Da erinnerte ich mich daran, dass ich ja noch den TP-Link Archer habe. Der kann VDSL, VoIP und ist auch gleichzeitig eine DECT-Basis. Also ausgepackt und eingerichtet. Damit ging prinzipiell auch alles, aber die Telefonie war ein extremer Rückschritt von meiner ISDN-Anlage von Gigaset. Zwar ging es, mit den alten Mobilteilen zu telefonieren, aber sonst ging rein gar nichts, keine Zusatzdienste, kein Telefonbuch, kein Anrufbeantworter, nicht mal die Nummernanzeige (CLIP) hat funktioniert), nichts. Also im Internet schlau gemacht. Der Router unterstützt mit den alten Mobilteilen zwar GAP, aber das ist im Wesentlichen nur die Telefonie. Was die Mobilteile früher konnten, war alles Gigaset-spezifisch, kein Standard. Man braucht nun neue Mobilteile, die auch noch CAT-iq können, erst dann kann der Router mehr mit den Mobilteilen anfangen. Also mal testweise ein neues Mobilteil gekauft. Es war damit zwar ein bisschen besser, aber immer noch furchtbar verglichen mit meinem früheren ISDN, z.B. der Zugriff auf den Anrufbeantworter. Also dachte ich, wenn ich wieder was von Gigaset kaufe, dann müsste das doch mit den Gigaset-Mobilteilen besser zurecht kommen. Und so kam die Go Box 100 dazu. Und tatsächlich, als die dann lief, hatte ich so in etwa wieder den gleichen Komfort wie vorher. Nur halt die VoIP-bedingte deutlich schlechtere Sprachqualität (Aussetzer) und gelegentliche Gesprächsabbrüche wegen zu vielen Paketaussetzern.

Sprich vom ursprünglichen Versprechen "funktioniert einfach weiter" stimmte so rein gar nichts. Es mussten neue Mobilteile her, ein anderer Router, ein VoIP-Router und alles musste von Hand eingestellt werden. Und selbst danach war die Qualität immer noch schlechter. Die ISDN-Basisstation konnte ich einfach wegschmeißen, obwohl sie noch perfekt funktionierte.

Und jetzt klappt es schon wieder nicht mehr. Es nervt nur noch.

Klappt das VoIP bei 1und1 besser? kommt damit die Go Box 100 besser zurecht? Da finde ich die aktuellen Angebote ganz gut. Für den gleichen Preis, wo ich bei Vodafone gerade 16 MBit/s habe, könnte ich dort 250 MBit/s bekommen.

Vielen Dank für eure Hilfe
 
Hallo.
Eigentlich fehlt an Deiner Geschichte noch ein Bild mit den vorhandenen Sip Einstellungen.
 
Dazu wäre auch noch die derzeitige Firmwareversion der GoBox 100 interessant. Steht (zumindest testweise) vor Ort noch eine andere DECT Basis zur Verfügung?
 
Für den gleichen Preis, wo ich bei Vodafone gerade 16 MBit/s habe, könnte ich dort 250 MBit/s bekommen.
Preis vielleicht, aber das mit der Geschwindigkeit wäre zu überprüfen... Welcher Vorleister ist da? Bei dem mal eine Verfügbarkeitsprüfung machen.
 
Hui, das geht ja richtig hurtig hier.

Firmware der Go Box: 42.262 (422620000000 / V42.00)
Als DECT-Basis hätte ich nur die alte ISDN-Anlage. Aber da wüsste ich nicht, wie ich die hier ans Netz ranbekomme (sonst hätte ich ja nichts Neues gebraucht).
Hmm, ich könnte nochmal probieren, den DECT-Teil im Archer zu aktivieren, ob es dann prinzipiell geht. Ist ja in dem Moment egal, ob der Komfort passt, nur ob es überhaupt geht. Das ist eine gute Idee, braucht aber etwas, bis ich das wieder konfiguriert und ausprobiert habe,

Bis dahin hier schon mal die Telefoniesettings der Go Box 100:
GoBox-Settings1.png
Und die weiteren VoIP-Einstellungen:
GoBoxSettings2.png
[Edit Novize: Riesenbilder gemäß der Forumsregeln auf Vorschau verkleinert]
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
den DECT-Teil im Archer zu aktivieren
Wenn Gigaset HX Mobilteile vorhanden sind, dann unbedingt zumindest testweise einmal ausprobieren. Bei älteren non-HX Handteilen kann das Ergebnis durchwachsen ausfallen. Ist es ein Archer VR600v V1 oder V2?
 
Hat sich durch die Migration vielleicht etwas am Proxy oder Registrar geändert?
 
Wenn Gigaset HX Mobilteile vorhanden sind, dann unbedingt zumindest testweise einmal ausprobieren.
Ja, ich habe das CL660HX.

Ich habe es jetzt längere Zeit probiert, die Rufnummer wieder im Archer zu aktivieren, allerdings bisher vergeblich. Ich nehme Vodafone/Arcor als Provider, trage die Telefonnummer und die Zugangsdaten ein, speichere sie ab und dann macht der Archer einen Test (es dreht sich ein Rädchen), dann gibt es ein Häkchen. Aus seiner Sicht funktioniert alles. Versuche ich dann jedoch anzurufen, ist ein paar Sekunden Stille, dann kommt dreimal ein Piep und dann legt es auf. Bekommt also keine Verbindung. Übrigens auch nicht über das analoge Telefon, das ich testweise auch am Archer angeschlossen habe. Ich bekomme ein Freizeichen, wenn ich abhebe, aber nach dem Wählen genauso Stille, dann dreimal Piepsen und dann wird aufgelegt. Entweder habe ich jetzt hier einen fundamentalen Denkfehler, oder es geht mit dem Archer jetzt im neuen Zustand gar nicht mehr. Wenn ich mich von extern anrufe, ist es eine Weile still, also kein Klingelton, dann legt es direkt wieder auf. Geht also auch nicht.

(Die Go Box war für diese Versuche natürlich abgeschaltet.)

Ich habe auch mal probiert, die Nummer als "Sonstigen" Provider einzutragen, da kam nach dem Schnelltest mit dem drehenden Rad ein X, das ging also nicht. Was ja eigentlich sagt, dass die Variante mit dem Haken oben eigentlich gehen müsste.

Edit: Habe jetzt doch nochmal mit dem Eintrag als "Sonstiger" Provider gespielt. Ich durfte die Domain (also den Registrar) nicht nochmal an die Authentifizierungs-ID anhängen, das macht der Archer wohl automatisch schon. Und damit habe ich es jetzt tatsächlich geschafft, dass es mit dem Archer klappt! Also auch mit dem DECT-Telefon. Damit kann ich jetzt telefonieren. Somit kann man den Fehler wohl doch auf die Go Box einschränken.

Bzgl. Registrar/Proxy: Der Techniker sagte mir, dass arcor.de richtig ist (zuerst dachte er, es müsse fixed.vodafone.de sein, dann korrigierte er sich und meinte arcor.de sei doch korrekt), und der SIP-Proxy sei dann <Vorwahl>.sip.arcor.de. (Edit: Und damit klappt es ja jetzt beim Archer!)

Archer:
Firmwareversion: 0.7.0 0.9.1 v0075.0 Build 200616 Rel.36749n
Hardwareversion: Archer VR600v v2 00000000

EDIT2: Ich glaube ich habe die Lösung gefunden. Ich habe in der Go Box 100 bei "Netzwerkprotokoll auswählen" nun von "Automatisch" auf "Nur TCP" umgestellt. Und jetzt scheint es zu funktionieren. Stelle ich hingegen auf "nur UDP" um, dann ist der Fehler wieder wie vorher. Kann es sein, dass die neue Vodafone-Hardware nun auch mit UDP umgehen kann und dass dadurch nun UDP zum Einsatz kam? Wo aus irgendeinem Grund die UDP-Pakete ihren Weg durch mein NAT-Netzwerk nicht durch bis zu meiner Go Box finden? Während die alte Huawei-Hardware nur TCP kannte und es darum zufällig immer klappte?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hatte oben noch nachgetragen, dass ich es mit dem Archer zum Laufen bekommen habe und nun anscheinend auch mit der Go Box. Der Trick bei der Go Box scheint zu sein, das Netzwerkprotokoll auf "Nur TCP" zu stellen. Ich teste jetzt mal die nächsten Tage.
 
Ich habe nun schon mehrere Tage problemlos telefonieren können. Die Einstellung "Nur TCP" beim Netzwerkprotokoll in der Go Box hat es gebracht.

ABER:
Wenn man z.B. bei Wikipedia liest, dann ist die eigentliche Sprachübertragung bei VoIP in der Regel UDP, da dabei nicht auf Bestätigung gewartet werden muss und auch keine Paketwiederholung stattfindet, die beim Telefonieren eher zu Problemen führt. Jetzt frage ich mich, ob ich mir durch diese Einstellung auf nur-TCP ggf. Nachteile einhandle.

Woran könnte es denn liegen, dass die UDP-Pakete nicht zur Go Box finden? Müsste ich hier ein VPN definieren, so dass die VoIP-Pakete vom Router immer gleich gezielt an die Go Box weitergeleitet werden? So etwas hatte ich bisher nicht gemacht und es hatte trotzdem jahrelang funktioniert. Was an den UDP-Paketen ist nun seit der Umstellung bei Vodafone anders als früher?
 
Ich kann mich jetzt irren, aber afaik betrifft dein Wechsel von Automatisch auf TCP nur SIP, nicht die Sprachdaten via RTP.
 
Und ich meine, SIP hinter NAT unterstützt VF eigentlich nicht.
 
Und ich denke, die angesprochene HW-Änderung im Titel hat etwas mit DS Lite zu tun.
 
Nein, VF ist dabei die SIP Infrastruktur auszutauschen, vielleicht auch schon durch damit
 
Ich kann mich jetzt irren, aber afaik betrifft dein Wechsel von Automatisch auf TCP nur SIP, nicht die Sprachdaten via RTP.
Das kann in der Tat sein. Wobei sich dann wieder die Frage stellt, warum die UDP-Pakete von RTP ankommen, die UDP-Pakete von SIP aber nicht?

Und ich meine, SIP hinter NAT unterstützt VF eigentlich nicht.
Wieso gibt es dann Geräte wie die Go-Box 100? Wenn das nicht ginge, wären die doch sinnlos, dann könnte man nur Telefonie im Router selbst betreiben.

Im TP-Link Archer gibt es auch eine Einstellungsseite "ALG" (Application Layer Gateway). Laut Hilfe sind das Einstellungen, damit die entsprechenden Dienste auf Applikationsebene funktionieren. Hier ist u.a. das SIP-Protokoll angegeben und aktiviert.

Und könnte man sinngemäß nicht einfach Port-Forwarding machen, so dass die Ports für SIP und Co direkt an die Go-Box weitergeleitet werden? Dann dürfte NAT doch gar keine Rolle mehr spielen. Vodafone sieht doch dann nur die IP-Adresse des Routers und merkt vom NAT gar nichts mehr.

Noch was anderes:

Im TP-Link-Router kann ich auch den DSCP (Differentiated Services Code Point) für SIP und RTP festlegen. Das sind laut Hilfe die ersten 6 Bits im Type-of-Service-Byte und damit kann man die QoS-Priorisierung festlegen. Beides steht auf "EF (101110)". Ist das OK so? Ich habe gelesen, dass sonst auch oft "C3 (011000)" für SIP üblich ist. Das EF für RTP scheint hingegen korrekt zu sein.
 
Dinge wie SIP ALG sind immer zu deaktivieren und Port Forwardings sind unnötig.
 
Könntest Du das netterweise noch etwas ausführen? Ich würde die Logik dahinter gerne verstehen.

Ich weiß in der Tat nicht, was ALG ganz konkret macht. Für mich klingt es bei SIP ALG aber so, als ob es für das Funktionieren von SIP relevant wäre, speziell wenn die SIP-Pakete ins lokale NAT-Netz rein müssen um zu einem Endgerät (hier der Go-Box) zu kommen. Es zu deaktivieren wäre doch dann nicht sinnvoll. Ich könnte den Einwand verstehen, wenn man den Router selbst für die Telefonie nutzt, dann muss ja nichts ins lokale Netz weitergeleitet werden, dann könnte man es in der Tat deaktivieren.

Port Forwarding war ja meine Idee, ob das was bringen könnte, um etwaige Pakete, die bisher ggf. im Router hängen blieben, ins lokale Netz weiterzuleiten. Tatsächlich würde ich vermuten, dass SIP-ALG im Prinzip genau so etwas ist, nur halt schön einfach mit einem Klick zu aktivieren, statt die Forward-Regeln selbst erstellen zu müssen.

Oder liege ich hier komplett falsch?
 
Ein SIP ALG verändert die Header der SIP Pakete. Damit soll NAT besser funktionieren. Das Problem dabei ist, dass die Provider (in Deutschland) die NAT Situation berücksichtigen. Ein aktiviertes SIP ALG oder Connection Tracker ist also kontraproduktiv und führt zu Fehlern.

Und ja, du liegst komplett falsch: Bis auf wenige Ausnahmen ist VoIP grundsätzlich "ausgehender" Traffic. Dein Endgerät baut eine Verbindung zum VoIP Server auf und hält diese Verbindung über Keepalive Pakete, SIP Options, was auch immer. Kommt nun ein Anruf herein, sendet dein Provider über diese bereits bestehende Verbindung die Information: Eingehender Anruf. Eine Portweiterleitung bringt daher überhaupt nichts.
Auch die Sprachverbindung wird im Anschluss ausgehend von dir aufgebaut.
 
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