Howto: Traffic Shaping händisch anpassen (QoS)

SpeedCore

Neuer User
Mitglied seit
24 Sep 2007
Beiträge
37
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
0
Moin,
hatte das Problem, dass bei vielen gleichzeitigen Downloads mein Radiostream, den ich per upnp auf meiner anlage höre, unterbricht. sehr nervig. also dachte ich mir, man müsste ja pakete, die auf bestimmte ports geschickt werden, genau wie voip-packets priorisiert behandeln können. Nach ein wenig lesen und probieren hab ich dann eine lösung gefunden! Ihr braucht:

- telnet auf der fritzbox
- einen telnet-client auf eurem pc (putty o.ä.)
- ein bisschen geduld und linux basic-kenntnisse

Also los gehts:
Per telnet auf die box verbinden, ins Verzeichnis /var/flash/ wechseln. Die Datei ar7.cfg in /var/tmp/ kopieren (cat ar7.cfg > /var/tmp/ar7.cfg) und mit vi öffnen (vi /var/tmp/ar7.cfg). Folgende Zeilen wie folgt anpassen:

Code:
in_rules {
                                name = "stream_pri";
                                filter = "(tcp port 8000 or port 8500 or port 9000)";
                                priority = 2;
                                limiters = "default-in";
                        }

Speichern und vi schließen und die geänderte ar7.cfg wieder zurückkopieren (cp ar7.cfg /var/flash). Zu guter letzt einen Neustart (exec /etc/init.d/rc.net reload).

Damit sind alle Pakete an Port 8000,8500 und 9000 (die gängigen Shoutcast-Ports) mit Priorität 2 eingestuft (Voip ist Prio 3, http ack usw. Prio 1 und der Rest Prio 0). Bei mir funktionierts bislang ziemlich gut, konnte noch keine negativen Veränderungen feststellen, Radio läuft bei vollem Download brav weiter ;) Wenn jemand noch was dazu zu sagen hat (Wünsche, Kommentare, Ergänzungen, Fragen...), nur zu ;)

Greetz,
SpeedCore
 
SpeedCore schrieb:
Moin,
Bei mir funktionierts bislang ziemlich gut, konnte noch keine negativen Veränderungen feststellen...

Positive aber eigentlich bei exakt gleichen Bedingungen auch nicht. Traffic Shaping bringt nur was bei ausgehendem Verkehr. Wenn mehr Download reinkommt als die Leitung hergibt, kommts auch nicht bei der FBF an (die steht ja nicht in der Vermittlungsstelle sondern bei dir zu Haus). Die FBF kann hier also auch nichts managen, wenn in der Vermittlungstelle schon entschieden wird, welche Pakete zu viel für die Leitung sind. Beim Upload ist das umgekehrt: Verkehr kommt mit LAN-Geschwindigkeit rein, und die FBF entscheided was zuerst durch die dünne Leitung raus darf.

Es gibt begrenzte Möglichkeiten einkommenden Verkehr zu priorisieren. Man begrenzt den Download auf einiges weniger als eigentlich möglich ist und droppt überschüssigen Verkehr nach einem Regelsatz. Das kostet aber einerseits Bandbreite, andererseits bringt es kaum etwas im Vergleich zum Shapen des Upstreams (was die FBF wunderbar kann - Bittorrent mit hunderten Verbindungen parallel zu VoIP kein Problem). Die Flusskontrolle der eingehenden Streams neigt dann zu starker Oszillation. Wenn die Fritz Box im Upstream Pakete wegen Überflutung droppt, kann der sendende Client im LAN mit Milisekunden Verzögerung die Senderate anpassen. In umgekehrter Richtung, also beim Download, geht das nicht, weil dann viel mehr Hops dazwischen liegen und die Zeit bis der Sender (irgendwo in den Weiten des Internets) reagieren kann, ist um Größenordnungen höher.

Ich würde also sagen, eventuell beobachtete Effekte sind höchstwahrscheinlich Placebo.
 
Kostenlos!

Statistik des Forums

Themen
248,878
Beiträge
2,303,783
Mitglieder
378,547
Neuestes Mitglied
Kraehe82