Ich schäme mich (mal wieder), Deutscher zu sein :-(

betateilchen

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Ich verstehe überhaupt nicht was das für eine Meldung sein soll. Als Schulabgänger kann man ein FREIWILLIGES soziales Jahr leisten. Ich wusste gar nicht, dass das altersmäßig beschränkt ist.
Ich wusste aber auch nicht, dass es verboten sein soll, wenn sich Renter freiwillig bei einer caritativen Einrichtung engagieren.
Oder geht es darum, dass man Rentern dafür heute kein Geld geben darf?
 
Was gibt es denn da, worüber man sich schämen müsste? Es ist doch eine freiwillige Sache wodurch es Rentnern, welche Lust dazu haben, eine Möglichkeit gegeben wird, ihrem Leben einen weiteren Sinn zu geben?

Oder habe ich da was falsch verstanden? Alte Menschen fühlen sich häufig nutzlos und haben das Gefühl der Gemeinschaft nur noch auf der Tasche zu liegen. Vielleicht bekommen manche von Ihnen dadurch wieder mehr Freude am Leben. So sehe ich das zumindest.
 
Ich versteh das Topic nicht!
Falls ich es Jemals (!) schaffen sollte, Rentner zu werden, gehe ich von diesem Tag an nur noch meinen unzaehligen Hobbies nach! Denke, dass ich mich weiss Gott genug sozial engagiert habe.
 
Also, BT, da wäre eine kleine persönliche Einleitung von Dir neben dem Link schon angebracht.

Ich verstehe das so auch net recht... :roll:
 
danke, Christoph ;-)
 
Nagut - in Kürze zusammengefaßt:

1.) Wer als Rentner das Bedürfnis hat, sich "nützlich" zu machen, der wird auch vor der "Bindung an einen Verein oder Verband" nicht zurückschrecken. Die Statistik zeigt, daß gerade im sozialen Bereich mehr ÄLTERE als JÜNGERE Menschen in Vereinen organisiert sind.

2.) Man braucht keine profilierungssüchtigen - meist jungen - Möchtegernpolitiker, die die älter Generation darauf hinweist, daß sie sich doch irgendwo nützlich machen könnte

3.) Mit dem Hinweis "warum soll ein pensionierter Verwaltungsangestellter nicht in einer AIDS-Initiative den Bürokram machen" (oder so ähnlich) geht es m.E. doch einfach darum, auch die letzten vorhandenen ABM-Stellen (denn die meisten Leute in solchen Initiativen sind ABM-Kräfte) noch durch völlig kostenlose Rentner zu ersetzen

4.) Meines Erachtens habt die heutige Generation "Rentner" für dieses Land schon genug Leistung erbracht und Erfolge erwirtschaftet. Dafür werden sie nun auch noch mit (ungerechten ?) Steuer- und Sozialgesetzgebungen gestraft. Als Dank dafür sollen Sie dann auch noch umsonst "weiterarbeiten DÜRFEN"

OK - soweit mein Statement. Rein persönlich betrachtet, war ich geschockt, als ich diese Meldung gelesen hatte - zumal mein Verständnis vom Zusammenleben der Generationen aufgrund meiner Herkunft ohnehin sehr stark von Zusammenarbeit, Toleranz und Respekt geprägt ist. Leider gehen diese Maßstäbe nach und nach in Deutschland verloren.
 
markbeu schrieb:
Falls ich es Jemals (!) schaffen sollte, Rentner zu werden, gehe ich von diesem Tag an nur noch meinen unzaehligen Hobbies nach!
Die Zeit hättest Du, aber denkst Du ernthaft, dass Du dann Rente bekommst? Ich habe den Glauben daran irgendwie verloren ...
 
@ bt: Okay, dem kann ich folgen. :)

Frage mich jedoch, wie man auf eine Diskussion mit Rentnern kommen kann, wenn man bis dato die Frauen außen vor lässt?

Klar, Frauen können ein soziales Jahr leisten, aber sie müssen es nicht. Manner müssen es an sich schon, aber dank der Wehrungerechtigkeit müssen es allenfalls noch 1/3.

Um aber beim Thema zu bleiben:

Meiner Meinung nach eine (wie so viele andere) Aktion, die total überlüssig ist! Rentner, die Bock auf was anderes haben, haben genug Möglichkeiten, sich zu engagieren. Man soillte es ihnen überlassen lassen!
Ich sehe hier irgendwie auch den Vorwand, was Gutes/ Publicity-Trächtiges zu suchen, aber letztlich nur billige Arbeitskräfte finden zu wollen.

Das wäre sicher falsch und erst recht jeder Versuch, Sparmahßnahmen dadurch erwirken zu wollen, indem man Menschen "rekrutieren" will, die bereits schon das geleistet haben, was man nur von ihnen verlangen kann.

Ich denke nicht, dass ich 65 werde...

Meine Meinung, aber wenn ich doch so alt werden sollte, will ich über mich entscheiden wollen...
 
Mal was aehnlich Gelagertes:
Wie die Meisten hier wissen, bin ich im sozialen Bereich taetig.
Schon sehr lange wurden hier einige wenige gut ausgebildete Fachkraefte (wie mich) durch Zivildienstleistende, FSJ`ler und Praktikanten unterstuetzt.
Inzwsichen sieht es so aus, dass ich nachts nicht mehre arbeiten "darf", weil das ein kostenguenstigerer 4¤-Student erledigt.
Dann freuen sich die sozialen Einrichtungen bereits auf die 1¤Jobs, weil sie dadurch MEINEN(!) Lohn als Ausgebildeter noch weiter druecken koennen.
Einrichtungen werden umstrukturiert & Wohngemeinschaften mit bisher 1x40h und 1x 30h-Kraft werden durch 1x30 udn einmal 25-StundenKraft ersetzt.
Das heisst also, ich muss in immer kuerzerer Zeit immer mehr Arbeit bewaeltigen...Wer bleibt hierbei auf der Strecke? Der (sozial benachteiligte) Mensch, um den es eigentlich gehen sollte! :-(

dafuer schaeme ICH mich und verliere langsam die Lust an dem Job und an dem System Deutschland.
 
Ja, markbeu, das ist die große Gefahr.

Es ist sicherlich schön, wenn sich Leute freiwillig sozial engagieren und wenn man dadurch zusätzliche Angebote schaffen kann. Und gerade da könnte ich mir gut vorstellen, dass ein fitter Rentner mit Leuten, die im Alters- oder Pflegeheim leben, ganz anders (besser) umgehen kann und sich vielleicht auch mehr Zeit nehmen kann, als das ein Zivi tut.
Und die Idee, die sozialen Einrichtungen durch Zivis und FSJler zu unterstützen war sicherlich auch nicht ganz schlecht. Aber das führt immer wieder dazu, dass versucht wird, diesen Stellen mehr und mehr Aufgaben für wenig Geld zu übertragen und dementsprechend die hochqualifizierten "teuren" Arbeitsplätze abbaut - anstatt die "Billigkräfte" zusätzlich einzusetzen.

Und die Gefahr sehe ich natürlich auch bei 1¤-Jobs: Zwar halte ich es für nachvollziehbar, dass man die Möglichkeit gibt, sich Geld zum ALGII dazuzuverdienen. 1¤ Jobs würden sicherlich da Sinn machen, wo man für 5-10¤ gar keinen Job hätte, weil niemand so viel Geld für diese Arbeit bezahlen will. Nur werden auch diese Regelungen zu unausgegoren sein, als das sie nicht den normalen Arbeitsmarkt angreifen würden.

Und BT, Du hast sicherlich Recht, dass man von den Rentern nicht verlangen kann, dass sie sich noch mehr engagieren müssen. Aber es gibt sicherlich einige, die das wollen und die sollten auch die Möglichkeit dazu haben. Nur habe ich immer noch nicht verstanden, wo diese Möglichkeit heute nicht gegeben wäre. Und wer sich keinem Verband oder keiner Organisation zugetan fühlt, wo sollte er das sonst machen und warum sollte er sich für ein ganzes Jahr verpflichten, wenn selbst eine lose Koppelung an einen Verband zu viel ist?!
 

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