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Testbericht zum SNOM 370
Nachdem im letzten Jahr mit dem SNOM 300 der kleine Bruder der SNOM 320 und SNOM 360 das Licht der Welt erblickt hat, hat SNOM nunmehr mit dem SNOM 370 den großen Bruder ins Rennen um die Gunst der Kunden geschickt - und dem IPPF ein Testexemplar zur temporären Verfügung gestellt. Im (Versand-)Handel ist das SNOM 370 in Kürze für rund ¤ 335,- erhältlich. Ein stolzer Preis, bei dem man vor dem Kauf sicherlich gerne wissen möchte, was einem hierfür geboten wird.
Lieferumfang
Wie schon die kleineren Modelle, kommt auch das SNOM 370 in einer sehr schönen, in hellen Farben (weiß, blau und gelb) gehaltenen, äußeren Umverpackung zum Kunden.
Vorbildlich werden dem zukünftigen Käufer die Eigenschaften des SNOMs 370 schon beim Kauf deutlich vor Augen geführt, als auf der Rückseite sämtliche Funktionen und Eigenschaften des VoIP-Telefons ausführlich aufgelistet sind. Negative Überraschungen diesbezüglich bleiben also erspart.
Leider verzichtet SNOM auch beim Modell 370 auf lokalisierte Verpackungen mit der Folge, dass sämtliche Aussagen und Angaben der Umverpackung ausschließlich in englischer Sprache gehalten sind. Für den Systemadministrator, von dem entsprechende Sprachkenntnisse erwartet werden können, stellt dies sicherlich kein Problem dar – manchen Verbraucher, der des Englischen nicht oder nur eingeschränkt mächtig ist, könnte dies jedoch vom Kauf abhalten. Wenigstens ein Aufkleber, dass die beiliegende Kurzanleitung zweisprachig und die Bedienoberfläche des SNOMs 370 komplett auch in deutscher Sprache verfügbar ist, könnte hier ein gelungener Kompromiss sein. Auch hinsichtlich der Angabe des Verpackungsinhalts schweigt sich die Umverpackung aus – hier hat sich im Vergleich zu den älteren Modellen also keine Änderung ergeben.
Der Inhalt der Verpackung besteht aus dem SNOM 370 selbst einschließlich Hörer und Anschlusskabel für den Hörer, dem Netzstecker, der für die Wandmontage entfernbaren Gehäusestütze (im Lieferzustand aber bereits am SNOM angebracht), einer Kurzanleitung in deutscher und englischer Sprache, einer CD (Inhalt: Benutzerhandbuch (allerdings nur für andere SNOM-Modelle, nicht für das 370er!), Kurzanleitung, SNOM Softphone Version 5.3 u.a.) und schließlich einer Bohrschablone für die Wandmontage in englischer Sprache.
Raffiniert ist die Konstruktion des Netzteils, welches sich mittels steckbarer Anschlussadapter in verschiedenen Ländern einsetzen lässt. Beigefügt sind Anschlussstecker für das deutsche und das amerikanische System, so dass ein- und dasselbe Netzteil an verschiedenen Stromsteckersystemen verwendbar ist - diesem Beispiel sollte die Industrie generell folgen. Zu bemängeln ist jedoch die Breite des Netzadapters selbst, da dessen Breite in einer Stromsteckerleiste (gerade bei solchen, deren Steckplätze im 45° Winkel angeordnet sind) über den eigenen Steckplatz nach links und rechts hinausragt und somit die neben dem verwendeten Steckplatz sich befindenden Steckplätze in vielen Fällen unbenutzbar werden.
Verbessern ließe sich der Lieferumfang sicherlich noch dadurch, dass SNOM diesen neben einem Netzwerkkabel auch noch mit passenden Schrauben samt Dübeln für die Wandmontage komplettieren würde.
Anschlussmöglichkeiten
Die Rückseite des SNOMs bietet neben der RJ45-Buchse für das LAN-Kabel auch eine solche für den Anschluss eines PCs, so dass bei der Installation an einem Arbeitsplatz nicht zwingend ein zweites Kabel zum (sich evtl. weit entfernt befindenden) Switch bzw. Router gezogen werden muss, sondern der vorhandene PC bzw. Laptop einfach an das SNOM angeschlossen werden kann.
Neben den beiden RJ45-Anschlüssen weist das SNOM 370 noch zwei RJ11 Anschlüsse für den Telefonhörer und für ein Headset auf. Komplettiert werden diese sodann durch eine SNOM eigene Anschlussbuchse für das SNOM Erweiterungsmodul. Somit hat sich im Vergleich zum SNOM 360 nichts verändert – gerade ein USB-Anschluss, um an diesem einen USB-Stick oder eine kleine Festplatte anschließen zu können (z.B. für hinterlegte Klingeltöne, der Aufzeichnung von Gesprächen, der (zukünftigen) Erweiterung eines Anrufbeantwortermoduls etc.), wäre hier ein zukunftsweisender Schritt gewesen.
Wie schon bei dem kleineren Modell SNOM 360 konnten mich die Rückhalterungen für das Netzwerkkabel nicht 100%ig überzeugen, sind diese für ein handelsübliches CAT5-Kabel etwas zu eng gesetzt, so dass das Netzwerkkabel nur unter einigen Anstrengungen durch die Rückhalterungen zu drücken ist und das Kabel danach Quetschspuren aufwies. Hier wäre also eine etwas breitere Perforierung oder ein anderes Rückhaltesystem wünschenswert.
Wie bei sämtlichen anderen Modellen der Serie 3x0, fällt auch beim SNOM 370 auf der Vorderseite der große, silber farbene, 4-Wege-Steuerknopf sofort auf, mit dessen Hilfe sich im Menü des SNOMs navigieren lässt. Wie schon das SNOM 360 weist auch das 370er insgesamt 47 Tasten auf; davon sind 12 individuell programmierbare Funktionstasten, 12 übliche Tasten (0-9, Stern, Raute) sowie 23 separate Tasten für u.a. Stummschaltung, Wahlwiederholung, Adressbuch, Konferent, Transfer, Halten, Aufnahme). Hat sich hinsichtlich Anzahl und Anordnung der Tasten im Vergleich zum SNOM 360 nichts verändert, so sind die Tasten selbst – wie schon beim SNOM 300 – nunmehr aus Hartplastik (im Vergleich dazu beim SNOM 360: weichere, gummiähnliche Mischung). Über den Grund der Änderung lässt sich nur spekulieren – möglicherweise ist hier eine geringere Abnutzung und leichtere Reinigungsmöglichkeit gegeben. Persönlich finde ich die weichere Mischung des SNOM 360ers „wärmer, heimeliger“. Die Anordnung der Funktionstasten ist aus meiner Sicht – wie schon bei den kleineren Brüdern SNOM 320 und 360 – gewöhnungsbedürftig, als dass die in zwei Reihen angeordneten Tasten links tiefer versetzt sind als rechts mit der Folge, dass Funktionstaste 1 (erste Taste der linken Reihe) tiefer liegt als Funktionstaste 7 (erste Taste der rechten Reihe) – für Europäer, die es gewohnt sind, von links nach rechts zu lesen, irgendwie doch leicht verwirrend.
Verarbeitungsqualität
Auch beim SNOM 370 wurde die hohe Verarbeitungsqualität beibehalten. Verbessert hat sich im Vergleich zum SNOM 360 zudem der Druckpunkt der einzelnen Tasten, der als „satt“ bewertet werden kann (wie schon beim SNOM 300). Bei dem dem IPPF zur Verfügung gestellten Testmuster zeigte die Taste „Settings“ aber einen Defekt – hier war kein Druckpunkt zu spüren und die Taste reagierte in vielen Fällen nicht auf ein Drücken.
Wie bei den anderen Modellen der 3x0-Reihe liegt auch beim 370er der Hörer, der doch relativ gewichtig, aber ergonomisch geformt ist, sicher auf der Gabel und kann seitlich nicht verrutschen. Leider hat sich an der Gehäusekonstruktion im Bereich des Hörers im Vergleich zu den Vorgängern nichts verändert, so dass nach Installationen eines zusätzlichen Anti-Verdrill-Adapters der Höher durch das Aufliegen des Adapters an der unteren Seite des Gehäuses nicht mehr ganz so fest und sicher auf der Gabel sitzt mit der Folge, dass ein unbemerktes Abheben erfolgen kann / erfolgt.
Es wäre hier empfehlenswert, im Bereich des Hörerkabels einfach eine kleine Einkerbung am Gehäuse vorzunehmen, so dass auch Anti-Verdrill-Adapter tiefer liegen und damit der Hörer sicher aufliegt. Ebenfalls verbesserungswürdig erscheint die Verbindung zwischen Hörer und Hörerkabel – nach dem Einstecken in die RJ11-Buchse am Hörer ist das Kabel nur äußerst mühsam wieder zu entfernen, da der herunterzudrückende Schnapper bauartbedingt nur schwer zugänglich ist.
Zu bedauern ist ferner, dass SNOM auch weiterhin keine (optionale) Beleuchtung der Tasten vornimmt. Gerade in sehr dunklen Räumen wäre diese mitunter wünschenswert – NOKIA löst dieses bei seinen Topmodellen durch einen eingebauten Lichtsensor, der die Tastatur- und Displaybeleuchtung abhängig vom Umgebungslicht einschaltet.
Display
Die wichtigste und zugleich auffallendste Neuerung im Vergleich zum SNOM 360 ist beim 370er dessen neues Display. Dieses bietet nunmehr eine Auflösung von 240 x 128 Punkten mit Graustufen und damit fast doppelt so viel wie noch das 360er (128 x 64).
Die verschiedenen Graustufen erleichtern hierbei das Ablesen wesentlich und ermöglichen zudem ganz neue Effekte – im Vergleich zum SNOM 360 wirklich eine Augenweide. Auch die Anordnung der Elemente auf dem Display hat sich im Vergleich zum 360er markant verändert. Findet sich beim älteren Modell eine große analoge Uhr, die beim Normalzustand weite Bereiche des Displays für sich einnimmt, so weist das 370er eine eher unscheinbare digitale Uhr samt Datumsanzeige in der obersten Zeile auf. Durch die größere Punkteanzahl können nunmehr 6 verschiedene Accounts und deren Status gleichzeitig angezeigt werden, was die Übersichtlichkeit doch erheblich verbessert. Auch die Beschriftung der obersten Tasten ist feingliedriger und damit angenehmer zu lesen geworden; der Schriftzug „SNOM“ im unteren Bereich des Displays beim SNOM 360 findet sich beim neuen Modell, was zu begrüßen ist, hingegen nicht mehr.
Das Display weist zudem zwei verschiedene Beleuchtungszustände auf: Schon im normalen Zustand ("an") ist dieses leicht hintergrundbeleuchtet, wodurch es sich merklich besser ablesen lässt, als dies noch beim 360er der Fall ist. Hebt man den Hörer oder drückt eine Taste, wird die verstärkte Hintergrundbeleuchtung eingeschaltet – nach meinem Empfinden bringt diese zusätzliche zweite Stufe der Hintergrundbeleuchtung aber keinen merklichen Vorteil, was die Frage der Ablesbarkeit betrifft. Allerdings sollte nicht verschwiegen werden, dass die erste Stufe der Hintergrundbeleuchtung in Schlafräumen durchaus störend wirkt – hier bleibt nur, die Beleuchtung auf "aus" zu schalten - wodurch die Hintegrundbeleuchtung dann aber auch komplett abgeschlatet wird, sprich: auch dann, wenn man am Telefon Eingaben macht oder telefoniert.
Äußerlich weiterer markanter Unterschied im Vergleich zum SNOM 360 ist die an der oberen Seite des Displays angeordnete rote LED-Anzeige, welche eingehende Anrufe markanter signalisiert, als dies noch die gelblich farbene kleine LED auf Tastenfeldeben konnte. Auch wenn der Hörer versehentlich nicht fest aufgelegt ist, wird dies durch das kräftige rote Leuchten nunmehr sehr deutlich offensichtlich.
Erstinstallation
Die beigelegte Kurzanleitung gestaltet sich recht spartanisch und beschreibt lediglich die hardwareseitige Aufstellung und Verkabelung und erläutert ferner die Funktion der einzelnen Tasten. Hinweise zur Erstkonfiguration/Initialisierung fehlen jedoch gänzlich. Diese gestaltet sich für den Interessierten jedoch nicht allzu schwierig: Bei vorhandenem DHCP-Server wählt man am Telefon mit Hilfe des silbernen Steuerungsknopfes und der Angaben im Display das Ruftonschema und dann die Zeitzone aus, bevor man abschließend die Zugangsdaten des eigenen VoIP-Providers eingibt.
Um auch dem Laien den Einstieg zu erleichtern, sollte die Kurzanleitung auch auf diese Punkte mit einigen Bildern eingehen bzw. auf den entsprechenden Abschnitt im Handbuch zum SNOM 360 verweisen (ein Handbuch zum SNOM 370 konnte ich auf der beigelegten CD nicht finden).
Ist kei DHCP-Server verfügbar, sind zudem noch Angaben über die IP-Adresse, IP-Gateway, Netzwerkname etc. zu machen. Gerade in der Kurzanleitung sollte sich SNOM noch darüber Gedanken machen, Begriffe wie IP-Adresse, IP-Gateway oder DNS-Server kurz zu erklären, denn was für den Nerzwerkadministrator selbstverständliche Begriffe sind, dürfte dem (absoluten) Laien nur spanisch vorkommen. Auch dürften sich solche Benutzerkreise fragen, woher sie wissen sollen, ob ihr Netzwerk DHCP unterstützt oder welche IP-Adresse sie bei DNS-Server eingeben sollen, weshalb eine kurze Erläuterung hilfreich sein könnte.
Einfacher ist die Konfiguration dagegen, wenn das SNOM 370 an einem DHCP Server angeschlossen ist und von diesem mit dem Start eine IP zugewiesen bekommen hat – denn dann kann man die gesamte Konfiguration nach Eingabe der zugewiesenen IP-Adresse im Webbrowser bequem am PC vornehmen.
Leider ist die Kurzanleitung nicht ganz fehlerfrei heißt es beispielsweise auf S. 33, dass mit der dort beschriebenen Taste „Menu“ das Hauptmenü aufgerufen wird – jedenfalls mit der ausgelieferten Firmware 7.0.21 tut sich jedoch beim Druck auf besagte Taste gar nichts. Verbesserungswürdig erscheint in der Kurzanleitung zudem ein Hinweis auf das SNOM eigene Wiki im Internet und die Erläuterung eines vorzunehmenden Firmwareupdates – gerade Letzteres dürfte bei Laien ansonsten unterbleiben.
Die Firmware / Webinterface
Die Funktionsvielfalt der Firmware ist, neben der Verarbeitungsqualität, sicherlich eines der Highlights des SNOM 370 und bietet eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten und Funktionen.
Neben 12 unterschiedlichen Leitungen (also bis zu 12 Provider parallel) bietet das SNOM 370, wie schon diei bisherigen SNOM Modelle, u.a. ein ausführliches Adressbuch mit bis zu 250 Kontakten, bei dem man die Möglichkeit hat, einzelnen Kontakten einen bestimmten Provider zuzuordnen (so dass ausgehende Anrufe dann über diesen VoIP-Provider erfolgen). Auf diese Weise kann man definieren, dass Kontakt Müller, der selbst einen Nikotel-Anschluss hat, über den eigenen Nikotel (und damit kostenlos) Account angerufen werden soll, während der bei Provider 1&1 seinen Anschluss habende Maier immer über den eigenen 1&1-Anschluss (und damit ebenfalls kostenlos) angerufen werden soll.
Hinzu kommen beispielsweise Funktionen für Tastensperre, die Möglichkeit der automatischen Annahme, MWI (Message Waiting Indication; einschließlich am Telefon dafür vorhandener LED zur Signalisierung), LDAP Client zum Adressbezug von einem LDAP-Server und über 30 Kurzwahlen. Umfangreiche Codecunterstützung (711.u, 711.a, 722, 726-32, GSM FR, 729A und 723.1) ist ebenso vorhanden wie die RTP Verschlüsselung, mit deren Hilfe Gespräche zwischen damit ausgestatteten Endgeräten oder auch mit den Geräten des Providers (sofern dieser RTP Verschlüsselung unterstützt) verschlüsselt geführt werden können, was das SNOM im Display mit einem kleinen Schloss anzeigt – sehr vorbildlich.
Wie alle anderen Modelle zeichnet sich auch das SNOM 370 durch die Unterstützung für die Verwendung von Zertifikaten und die umfangreichen Protokollmöglichkeiten aus, die die Fehlersuche ggf. sehr erleichtern.
Das SNOM 370 ist das erste Telefon, welches SNOM mit der Firmwareversion 7 ausliefert (konkret: 7.0.21). Diese soll dem Vernehmen nach aber auch für die älteren Modelle folgen. Zahlreiche Hinweise aus dem Nutzerkreis – auch aus dem Thread „Verbesserungsvorschläge für SNOM-Firmware" aus dem IPPF – sind in die neueste Version eingeflossen. Die auffälligsten Neuerungen:
Weitere Neuerungen im Vergleich zur Version 6:
Wie bei einer neueren Major-Release-Version wohl nicht zu vermeiden, weist diese aber auch noch einige Kinderkrankheiten / Verbesserungsmöglichkeiten auf. Die Markantesten (weitere im Thread „[AUFSTELLUNG] Verbesserungsvorschläge für SNOM v7-Firmware“) aus Sicht des Autors sind dabei:
Nicht verschwiegen werden soll jedoch eine bis dato bestehende merkliche Verschlechterung im Vergleich zur Version 6: Die Notwendigkeit, nach dem Ändern praktisch jeder noch so kleinen Einstellung das Gerät neu starten zu müssen. Dies ist nicht nur lästig, sondern auch unpraktisch, da mit dem Neustart Anruflisten etc. verloren gehen. [NACHTRAG: soll mit zukünftigen Firmwareversionen behoben werden].
Sprachqualität
Was die Sprachqualität anbelangt, so ist diese beim SNOM 370 – ebenso wie schon bei den Vorgängermodellen – als sehr gut einzustufen. An der getesteten QSC SDSL Leitung bemerkte man keinerlei Unterschied zu ISDN Telefonaten. Unterschiede (Steigerungen) zu den älteren Modellen von SNOM konnte ich bei den bisherigen Tests nicht feststellen. Wie schon erwähnt, ist es nunmehr – man möchte fast sagen: endlich – möglich, den Gerätelautsprecher zur Ausgabe zusätzlich zu aktivieren.
Schlussbemerkung
Das SNOM 370 ist das neue Topmodell der SNOM 3x0-Baureihe, welches durch die von SNOM bereits bekannte große Funktionsvielfalt und die gute Verarbeitung besticht. Auffallend ist dabei insbesondere das im Vergleich zum SNOM 360 deutlich verbesserte Display, das die sich darauf ausgegebenen Informationen sehr gut ablesen lässt. Leider finden sich hardwareseitig aber, von Kleinigkeiten abgesehen, keine weiteren entscheidenden Neuerungen – wie beispielhaft der angesprochene USB- oder ein eSATA-Port, ein Farbdisplay, mehrfarbige Funktionstasten-LEDs oder selbstbeschriftende Tasten. Inwiefern der vergrößerte Speicher von 8 MB Flash, 32 MB RAM (SNOM 360: 4 MB Flash, 16 MB RAM) dem SNOM 370 noch zugute kommen wird, muss sich erst noch zeigen. Er lässt jedoch Raum für weitere softwareseitige Verbesserungen und Erweiterungen, die den anderen Modellen dann möglicherweise verwehrt bleiben.
Ob sich der aktuell fast doppelt so hohe Kaufpreis im Vergleich zum SNOM 360 (Versandhandelspreis derzeit ab ¤ 170,-) hierfür rechnet, muss letztlich jeder Käufer für sich selbst entscheiden und wird sich wohl auch erst dann zeigen, wenn abzusehen ist, welche firmwareseitigen Unterschiede in der Version 7 zwischen dem SNOM 370 und dem SNOM 360 in Zukunft bestehen werden.
Nachdem im letzten Jahr mit dem SNOM 300 der kleine Bruder der SNOM 320 und SNOM 360 das Licht der Welt erblickt hat, hat SNOM nunmehr mit dem SNOM 370 den großen Bruder ins Rennen um die Gunst der Kunden geschickt - und dem IPPF ein Testexemplar zur temporären Verfügung gestellt. Im (Versand-)Handel ist das SNOM 370 in Kürze für rund ¤ 335,- erhältlich. Ein stolzer Preis, bei dem man vor dem Kauf sicherlich gerne wissen möchte, was einem hierfür geboten wird.
Lieferumfang
Wie schon die kleineren Modelle, kommt auch das SNOM 370 in einer sehr schönen, in hellen Farben (weiß, blau und gelb) gehaltenen, äußeren Umverpackung zum Kunden.
Vorbildlich werden dem zukünftigen Käufer die Eigenschaften des SNOMs 370 schon beim Kauf deutlich vor Augen geführt, als auf der Rückseite sämtliche Funktionen und Eigenschaften des VoIP-Telefons ausführlich aufgelistet sind. Negative Überraschungen diesbezüglich bleiben also erspart.
Leider verzichtet SNOM auch beim Modell 370 auf lokalisierte Verpackungen mit der Folge, dass sämtliche Aussagen und Angaben der Umverpackung ausschließlich in englischer Sprache gehalten sind. Für den Systemadministrator, von dem entsprechende Sprachkenntnisse erwartet werden können, stellt dies sicherlich kein Problem dar – manchen Verbraucher, der des Englischen nicht oder nur eingeschränkt mächtig ist, könnte dies jedoch vom Kauf abhalten. Wenigstens ein Aufkleber, dass die beiliegende Kurzanleitung zweisprachig und die Bedienoberfläche des SNOMs 370 komplett auch in deutscher Sprache verfügbar ist, könnte hier ein gelungener Kompromiss sein. Auch hinsichtlich der Angabe des Verpackungsinhalts schweigt sich die Umverpackung aus – hier hat sich im Vergleich zu den älteren Modellen also keine Änderung ergeben.
Der Inhalt der Verpackung besteht aus dem SNOM 370 selbst einschließlich Hörer und Anschlusskabel für den Hörer, dem Netzstecker, der für die Wandmontage entfernbaren Gehäusestütze (im Lieferzustand aber bereits am SNOM angebracht), einer Kurzanleitung in deutscher und englischer Sprache, einer CD (Inhalt: Benutzerhandbuch (allerdings nur für andere SNOM-Modelle, nicht für das 370er!), Kurzanleitung, SNOM Softphone Version 5.3 u.a.) und schließlich einer Bohrschablone für die Wandmontage in englischer Sprache.
Raffiniert ist die Konstruktion des Netzteils, welches sich mittels steckbarer Anschlussadapter in verschiedenen Ländern einsetzen lässt. Beigefügt sind Anschlussstecker für das deutsche und das amerikanische System, so dass ein- und dasselbe Netzteil an verschiedenen Stromsteckersystemen verwendbar ist - diesem Beispiel sollte die Industrie generell folgen. Zu bemängeln ist jedoch die Breite des Netzadapters selbst, da dessen Breite in einer Stromsteckerleiste (gerade bei solchen, deren Steckplätze im 45° Winkel angeordnet sind) über den eigenen Steckplatz nach links und rechts hinausragt und somit die neben dem verwendeten Steckplatz sich befindenden Steckplätze in vielen Fällen unbenutzbar werden.
Verbessern ließe sich der Lieferumfang sicherlich noch dadurch, dass SNOM diesen neben einem Netzwerkkabel auch noch mit passenden Schrauben samt Dübeln für die Wandmontage komplettieren würde.
Anschlussmöglichkeiten
Die Rückseite des SNOMs bietet neben der RJ45-Buchse für das LAN-Kabel auch eine solche für den Anschluss eines PCs, so dass bei der Installation an einem Arbeitsplatz nicht zwingend ein zweites Kabel zum (sich evtl. weit entfernt befindenden) Switch bzw. Router gezogen werden muss, sondern der vorhandene PC bzw. Laptop einfach an das SNOM angeschlossen werden kann.
Neben den beiden RJ45-Anschlüssen weist das SNOM 370 noch zwei RJ11 Anschlüsse für den Telefonhörer und für ein Headset auf. Komplettiert werden diese sodann durch eine SNOM eigene Anschlussbuchse für das SNOM Erweiterungsmodul. Somit hat sich im Vergleich zum SNOM 360 nichts verändert – gerade ein USB-Anschluss, um an diesem einen USB-Stick oder eine kleine Festplatte anschließen zu können (z.B. für hinterlegte Klingeltöne, der Aufzeichnung von Gesprächen, der (zukünftigen) Erweiterung eines Anrufbeantwortermoduls etc.), wäre hier ein zukunftsweisender Schritt gewesen.
Wie schon bei dem kleineren Modell SNOM 360 konnten mich die Rückhalterungen für das Netzwerkkabel nicht 100%ig überzeugen, sind diese für ein handelsübliches CAT5-Kabel etwas zu eng gesetzt, so dass das Netzwerkkabel nur unter einigen Anstrengungen durch die Rückhalterungen zu drücken ist und das Kabel danach Quetschspuren aufwies. Hier wäre also eine etwas breitere Perforierung oder ein anderes Rückhaltesystem wünschenswert.
Wie bei sämtlichen anderen Modellen der Serie 3x0, fällt auch beim SNOM 370 auf der Vorderseite der große, silber farbene, 4-Wege-Steuerknopf sofort auf, mit dessen Hilfe sich im Menü des SNOMs navigieren lässt. Wie schon das SNOM 360 weist auch das 370er insgesamt 47 Tasten auf; davon sind 12 individuell programmierbare Funktionstasten, 12 übliche Tasten (0-9, Stern, Raute) sowie 23 separate Tasten für u.a. Stummschaltung, Wahlwiederholung, Adressbuch, Konferent, Transfer, Halten, Aufnahme). Hat sich hinsichtlich Anzahl und Anordnung der Tasten im Vergleich zum SNOM 360 nichts verändert, so sind die Tasten selbst – wie schon beim SNOM 300 – nunmehr aus Hartplastik (im Vergleich dazu beim SNOM 360: weichere, gummiähnliche Mischung). Über den Grund der Änderung lässt sich nur spekulieren – möglicherweise ist hier eine geringere Abnutzung und leichtere Reinigungsmöglichkeit gegeben. Persönlich finde ich die weichere Mischung des SNOM 360ers „wärmer, heimeliger“. Die Anordnung der Funktionstasten ist aus meiner Sicht – wie schon bei den kleineren Brüdern SNOM 320 und 360 – gewöhnungsbedürftig, als dass die in zwei Reihen angeordneten Tasten links tiefer versetzt sind als rechts mit der Folge, dass Funktionstaste 1 (erste Taste der linken Reihe) tiefer liegt als Funktionstaste 7 (erste Taste der rechten Reihe) – für Europäer, die es gewohnt sind, von links nach rechts zu lesen, irgendwie doch leicht verwirrend.
Verarbeitungsqualität
Auch beim SNOM 370 wurde die hohe Verarbeitungsqualität beibehalten. Verbessert hat sich im Vergleich zum SNOM 360 zudem der Druckpunkt der einzelnen Tasten, der als „satt“ bewertet werden kann (wie schon beim SNOM 300). Bei dem dem IPPF zur Verfügung gestellten Testmuster zeigte die Taste „Settings“ aber einen Defekt – hier war kein Druckpunkt zu spüren und die Taste reagierte in vielen Fällen nicht auf ein Drücken.
Wie bei den anderen Modellen der 3x0-Reihe liegt auch beim 370er der Hörer, der doch relativ gewichtig, aber ergonomisch geformt ist, sicher auf der Gabel und kann seitlich nicht verrutschen. Leider hat sich an der Gehäusekonstruktion im Bereich des Hörers im Vergleich zu den Vorgängern nichts verändert, so dass nach Installationen eines zusätzlichen Anti-Verdrill-Adapters der Höher durch das Aufliegen des Adapters an der unteren Seite des Gehäuses nicht mehr ganz so fest und sicher auf der Gabel sitzt mit der Folge, dass ein unbemerktes Abheben erfolgen kann / erfolgt.
Es wäre hier empfehlenswert, im Bereich des Hörerkabels einfach eine kleine Einkerbung am Gehäuse vorzunehmen, so dass auch Anti-Verdrill-Adapter tiefer liegen und damit der Hörer sicher aufliegt. Ebenfalls verbesserungswürdig erscheint die Verbindung zwischen Hörer und Hörerkabel – nach dem Einstecken in die RJ11-Buchse am Hörer ist das Kabel nur äußerst mühsam wieder zu entfernen, da der herunterzudrückende Schnapper bauartbedingt nur schwer zugänglich ist.
Zu bedauern ist ferner, dass SNOM auch weiterhin keine (optionale) Beleuchtung der Tasten vornimmt. Gerade in sehr dunklen Räumen wäre diese mitunter wünschenswert – NOKIA löst dieses bei seinen Topmodellen durch einen eingebauten Lichtsensor, der die Tastatur- und Displaybeleuchtung abhängig vom Umgebungslicht einschaltet.
Display
Die wichtigste und zugleich auffallendste Neuerung im Vergleich zum SNOM 360 ist beim 370er dessen neues Display. Dieses bietet nunmehr eine Auflösung von 240 x 128 Punkten mit Graustufen und damit fast doppelt so viel wie noch das 360er (128 x 64).
Die verschiedenen Graustufen erleichtern hierbei das Ablesen wesentlich und ermöglichen zudem ganz neue Effekte – im Vergleich zum SNOM 360 wirklich eine Augenweide. Auch die Anordnung der Elemente auf dem Display hat sich im Vergleich zum 360er markant verändert. Findet sich beim älteren Modell eine große analoge Uhr, die beim Normalzustand weite Bereiche des Displays für sich einnimmt, so weist das 370er eine eher unscheinbare digitale Uhr samt Datumsanzeige in der obersten Zeile auf. Durch die größere Punkteanzahl können nunmehr 6 verschiedene Accounts und deren Status gleichzeitig angezeigt werden, was die Übersichtlichkeit doch erheblich verbessert. Auch die Beschriftung der obersten Tasten ist feingliedriger und damit angenehmer zu lesen geworden; der Schriftzug „SNOM“ im unteren Bereich des Displays beim SNOM 360 findet sich beim neuen Modell, was zu begrüßen ist, hingegen nicht mehr.
Das Display weist zudem zwei verschiedene Beleuchtungszustände auf: Schon im normalen Zustand ("an") ist dieses leicht hintergrundbeleuchtet, wodurch es sich merklich besser ablesen lässt, als dies noch beim 360er der Fall ist. Hebt man den Hörer oder drückt eine Taste, wird die verstärkte Hintergrundbeleuchtung eingeschaltet – nach meinem Empfinden bringt diese zusätzliche zweite Stufe der Hintergrundbeleuchtung aber keinen merklichen Vorteil, was die Frage der Ablesbarkeit betrifft. Allerdings sollte nicht verschwiegen werden, dass die erste Stufe der Hintergrundbeleuchtung in Schlafräumen durchaus störend wirkt – hier bleibt nur, die Beleuchtung auf "aus" zu schalten - wodurch die Hintegrundbeleuchtung dann aber auch komplett abgeschlatet wird, sprich: auch dann, wenn man am Telefon Eingaben macht oder telefoniert.
Äußerlich weiterer markanter Unterschied im Vergleich zum SNOM 360 ist die an der oberen Seite des Displays angeordnete rote LED-Anzeige, welche eingehende Anrufe markanter signalisiert, als dies noch die gelblich farbene kleine LED auf Tastenfeldeben konnte. Auch wenn der Hörer versehentlich nicht fest aufgelegt ist, wird dies durch das kräftige rote Leuchten nunmehr sehr deutlich offensichtlich.
Erstinstallation
Die beigelegte Kurzanleitung gestaltet sich recht spartanisch und beschreibt lediglich die hardwareseitige Aufstellung und Verkabelung und erläutert ferner die Funktion der einzelnen Tasten. Hinweise zur Erstkonfiguration/Initialisierung fehlen jedoch gänzlich. Diese gestaltet sich für den Interessierten jedoch nicht allzu schwierig: Bei vorhandenem DHCP-Server wählt man am Telefon mit Hilfe des silbernen Steuerungsknopfes und der Angaben im Display das Ruftonschema und dann die Zeitzone aus, bevor man abschließend die Zugangsdaten des eigenen VoIP-Providers eingibt.
Um auch dem Laien den Einstieg zu erleichtern, sollte die Kurzanleitung auch auf diese Punkte mit einigen Bildern eingehen bzw. auf den entsprechenden Abschnitt im Handbuch zum SNOM 360 verweisen (ein Handbuch zum SNOM 370 konnte ich auf der beigelegten CD nicht finden).
Ist kei DHCP-Server verfügbar, sind zudem noch Angaben über die IP-Adresse, IP-Gateway, Netzwerkname etc. zu machen. Gerade in der Kurzanleitung sollte sich SNOM noch darüber Gedanken machen, Begriffe wie IP-Adresse, IP-Gateway oder DNS-Server kurz zu erklären, denn was für den Nerzwerkadministrator selbstverständliche Begriffe sind, dürfte dem (absoluten) Laien nur spanisch vorkommen. Auch dürften sich solche Benutzerkreise fragen, woher sie wissen sollen, ob ihr Netzwerk DHCP unterstützt oder welche IP-Adresse sie bei DNS-Server eingeben sollen, weshalb eine kurze Erläuterung hilfreich sein könnte.
Einfacher ist die Konfiguration dagegen, wenn das SNOM 370 an einem DHCP Server angeschlossen ist und von diesem mit dem Start eine IP zugewiesen bekommen hat – denn dann kann man die gesamte Konfiguration nach Eingabe der zugewiesenen IP-Adresse im Webbrowser bequem am PC vornehmen.
Leider ist die Kurzanleitung nicht ganz fehlerfrei heißt es beispielsweise auf S. 33, dass mit der dort beschriebenen Taste „Menu“ das Hauptmenü aufgerufen wird – jedenfalls mit der ausgelieferten Firmware 7.0.21 tut sich jedoch beim Druck auf besagte Taste gar nichts. Verbesserungswürdig erscheint in der Kurzanleitung zudem ein Hinweis auf das SNOM eigene Wiki im Internet und die Erläuterung eines vorzunehmenden Firmwareupdates – gerade Letzteres dürfte bei Laien ansonsten unterbleiben.
Die Firmware / Webinterface
Die Funktionsvielfalt der Firmware ist, neben der Verarbeitungsqualität, sicherlich eines der Highlights des SNOM 370 und bietet eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten und Funktionen.
Neben 12 unterschiedlichen Leitungen (also bis zu 12 Provider parallel) bietet das SNOM 370, wie schon diei bisherigen SNOM Modelle, u.a. ein ausführliches Adressbuch mit bis zu 250 Kontakten, bei dem man die Möglichkeit hat, einzelnen Kontakten einen bestimmten Provider zuzuordnen (so dass ausgehende Anrufe dann über diesen VoIP-Provider erfolgen). Auf diese Weise kann man definieren, dass Kontakt Müller, der selbst einen Nikotel-Anschluss hat, über den eigenen Nikotel (und damit kostenlos) Account angerufen werden soll, während der bei Provider 1&1 seinen Anschluss habende Maier immer über den eigenen 1&1-Anschluss (und damit ebenfalls kostenlos) angerufen werden soll.
Hinzu kommen beispielsweise Funktionen für Tastensperre, die Möglichkeit der automatischen Annahme, MWI (Message Waiting Indication; einschließlich am Telefon dafür vorhandener LED zur Signalisierung), LDAP Client zum Adressbezug von einem LDAP-Server und über 30 Kurzwahlen. Umfangreiche Codecunterstützung (711.u, 711.a, 722, 726-32, GSM FR, 729A und 723.1) ist ebenso vorhanden wie die RTP Verschlüsselung, mit deren Hilfe Gespräche zwischen damit ausgestatteten Endgeräten oder auch mit den Geräten des Providers (sofern dieser RTP Verschlüsselung unterstützt) verschlüsselt geführt werden können, was das SNOM im Display mit einem kleinen Schloss anzeigt – sehr vorbildlich.
Wie alle anderen Modelle zeichnet sich auch das SNOM 370 durch die Unterstützung für die Verwendung von Zertifikaten und die umfangreichen Protokollmöglichkeiten aus, die die Fehlersuche ggf. sehr erleichtern.
Das SNOM 370 ist das erste Telefon, welches SNOM mit der Firmwareversion 7 ausliefert (konkret: 7.0.21). Diese soll dem Vernehmen nach aber auch für die älteren Modelle folgen. Zahlreiche Hinweise aus dem Nutzerkreis – auch aus dem Thread „Verbesserungsvorschläge für SNOM-Firmware" aus dem IPPF – sind in die neueste Version eingeflossen. Die auffälligsten Neuerungen:
- Jede Einstellung hat ein kleines Fragezeichen spendiert bekommen, auf dessen Klick sich die SNOM-WIKI-Seiten im Internet öffnen und die einzelne Einstellung beschrieben wird. Dies ist aus meiner Sicht wirklich hervorragend gelöst, kann doch SNOM bei Erweiterungen / Änderungen zeitnah reagieren und die eigenen Beschreibungsseiten so bei Bedarf anpassen. Der Nutzer hat den Vorteil, stets ein aktuelles Handbuch / aktuelle Erläuterungen zu den einzelnen Funktionen zu finden, ohne lang das (verlegte) Handbuch durchblättern zu müssen – natürlich um den Preis, dass bei fehlender Internetverbindung ein Zugriff auf diese Erläuterungsseiten nicht möglich ist. Daher sollte SNOM ein Abbild des WIKIs auf die beigelegte CD packen.
- Von vielen heiß ersehnt ist zudem die neu hinzugekommene Möglichkeit, den Lautsprecher neben dem Hörer / das Headset zu aktivieren, um so andere Personen mithören zu lassen, nicht jedoch das Raummikrofon verwenden zu müssen.
- Ferner wurde das Menü „Erweitert“ mit einzelnen Reitern weiter unterteilt, was die Übersichtlichkeit stark verbessert.
Weitere Neuerungen im Vergleich zur Version 6:
- RTP multicast support
- Broadsoft Busy Lamp field support (BLF)
- Event-list subscription for dialog state monitoring
- Presence/Buddy-list feature (snom360/snom370)
- Caller picture display (snom370)
- Ability to publish presence information based on the user selected status (Busy, Available, Away etc.).
- Ability to pull the call list (missed-call-summary) from the server on startup
- Server specific Bridged Line/Shared Call Appearance support (Asterisk, Broadsoft, Sylantro, PBXnSIP)
- Multiple Audio Output Devices
Wie bei einer neueren Major-Release-Version wohl nicht zu vermeiden, weist diese aber auch noch einige Kinderkrankheiten / Verbesserungsmöglichkeiten auf. Die Markantesten (weitere im Thread „[AUFSTELLUNG] Verbesserungsvorschläge für SNOM v7-Firmware“) aus Sicht des Autors sind dabei:
- es blinkt (jedenfalls bei Verwendung von [email protected];transport=udp) bei eingehenden Anrufen nicht die hierfür hinterlegte Funktionstaste
- Konfigurierbarkeit der Telefonhörer / Telefonlautsprecher / Headsetlautsprecher - Lautstärke im Webinterface fehlt
- zum jetzigen Zeitpunkt sollte keinesfalls eine URL für ein automatisches Update im Webmenü eingetragen werden, da das SNOM sich ansonsten in eine Endlos-Reboot-Schleife begibt (Grund: die Skripte auf den SNOM-Servern sind noch nicht auf das SNOM 370 angepasst)
- dass das "Zurücksetzen auf Werkseinstellungen" im Reiter "Update" zu finden ist, ist ebenso wie sich die dort befindliche Schaltfläche "Neustart" eher etwas verwunderlich.
Nicht verschwiegen werden soll jedoch eine bis dato bestehende merkliche Verschlechterung im Vergleich zur Version 6: Die Notwendigkeit, nach dem Ändern praktisch jeder noch so kleinen Einstellung das Gerät neu starten zu müssen. Dies ist nicht nur lästig, sondern auch unpraktisch, da mit dem Neustart Anruflisten etc. verloren gehen. [NACHTRAG: soll mit zukünftigen Firmwareversionen behoben werden].
Sprachqualität
Was die Sprachqualität anbelangt, so ist diese beim SNOM 370 – ebenso wie schon bei den Vorgängermodellen – als sehr gut einzustufen. An der getesteten QSC SDSL Leitung bemerkte man keinerlei Unterschied zu ISDN Telefonaten. Unterschiede (Steigerungen) zu den älteren Modellen von SNOM konnte ich bei den bisherigen Tests nicht feststellen. Wie schon erwähnt, ist es nunmehr – man möchte fast sagen: endlich – möglich, den Gerätelautsprecher zur Ausgabe zusätzlich zu aktivieren.
Schlussbemerkung
Das SNOM 370 ist das neue Topmodell der SNOM 3x0-Baureihe, welches durch die von SNOM bereits bekannte große Funktionsvielfalt und die gute Verarbeitung besticht. Auffallend ist dabei insbesondere das im Vergleich zum SNOM 360 deutlich verbesserte Display, das die sich darauf ausgegebenen Informationen sehr gut ablesen lässt. Leider finden sich hardwareseitig aber, von Kleinigkeiten abgesehen, keine weiteren entscheidenden Neuerungen – wie beispielhaft der angesprochene USB- oder ein eSATA-Port, ein Farbdisplay, mehrfarbige Funktionstasten-LEDs oder selbstbeschriftende Tasten. Inwiefern der vergrößerte Speicher von 8 MB Flash, 32 MB RAM (SNOM 360: 4 MB Flash, 16 MB RAM) dem SNOM 370 noch zugute kommen wird, muss sich erst noch zeigen. Er lässt jedoch Raum für weitere softwareseitige Verbesserungen und Erweiterungen, die den anderen Modellen dann möglicherweise verwehrt bleiben.
Ob sich der aktuell fast doppelt so hohe Kaufpreis im Vergleich zum SNOM 360 (Versandhandelspreis derzeit ab ¤ 170,-) hierfür rechnet, muss letztlich jeder Käufer für sich selbst entscheiden und wird sich wohl auch erst dann zeigen, wenn abzusehen ist, welche firmwareseitigen Unterschiede in der Version 7 zwischen dem SNOM 370 und dem SNOM 360 in Zukunft bestehen werden.