[Problem] Interne Routingprobleme beim Einsatz mehrerer Fritzboxen - ein Box hat 2 IPs!

Pfriemler

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Moin,
mich beschäftigt hier ein sehr eigenartiges Problem, was höchstwahrscheinlich nicht von den Fritzen produziert, aber möglicherweise von ihnen mit ausgelöst wird.

In der Übergangsphase von vodafone zu KD betreibe ich gerade zwei Fritzboxen.
Die 6490 (im EG) hat wie üblich die 192.168.178.1, WLAN, DHCP usw. Sie ist am KD-Kabel mit DS-Lite.
Die 7170 (DSL, Keller) hat die .2, WLAN aus, DHCP aus, und natürlich nur IPv4.
Beide Boxen hängen an einem Switch im Keller, von dort verteilen sich die LAN-Stränge im Haus. In meinem Zimmer hängt ein weiterer Switch (für diverse Geräte) und an diesem noch ein TP-Link-Router (TL-WDR3600), den ich nur als Accesspoint nutze (WAN-Anschluss ist frei), um hier oben (noch) besseres WLAN (auch fürs Dach) zu haben, mit identischen SSID (aber natürlich unterschiedlichen Kanälen).

Nutze ich einen PC im LAN oder ein Mobile über das WLAN der 6490, ist alles wie es soll. Mit .1 erreiche ich im Browser die Oberfläche der 6490, mit .2 die 7170, Search-Pings (auf Android mit Wifi-Analyzer (Tools-LAN Neighbours) oder Fing) trennen die Boxen sauber und zeigen die MAC-Adressen der Boxen korrekt an. Ein Test auf wieistmeineip.de zeigt KD als Internet-Provider, wie es soll.

Bis hierhin ist das nichts außergewöhnliches und funktioniert wie erwartet.

Nutze ich hingegen das WLAN des TP-Link, ist die 6490 nicht mehr erreichbar. Search-Pings listen sowohl die .2 als auch .1 mit der MAC-Adresse der 7170, auf beiden IPs bekomme ich im Browser die Oberfläche der 7170 zu sehen, und die Geräte zeigen auf wieistmeineip.de vodafone als Provider, d.h. auch ihr Internet wird über die 7170 geroutet. (Browser-Caches gaukeln mir auch nichts Irreführendes vor, alles schon gecheckt)

Schalte ich den TP-Link aus, wechseln die Geräte ins (schlechter erreichbare) Fritzbox-WLAN, dort sind die Verhältnisse wieder wie sie sollen. Schalte ich den TP-Link wieder ein, wechseln sie zurück zu diesem, die Verhältnisse bleiben ebenfalls bestehen. Nach einiger Zeit jedoch stellt sich das merkwürdige Verhalten wieder ein.

Es scheint so, als würde eine der Routingtabellen im TP-Link oder in einem der Switches da durcheinander kommen - ich tippe aber eher auf den TP-Link, weil ja im LAN auch im Arbeitszimmer über beide Switches alles immer richtig läuft.

Kommt jemandem so ein Unfug irgendwie bekannt vor?

Das Problem ist vermutlich eher akademischer Natur - sobald das DSL abgeschaltet wird, wird auch die 7170 verschwinden, aber ich vermute ganz übles für die Zukunft, wenn ich sie evtl. doch nochmal als irgendwas wie einen WLAN-Repeater oder so einsetzen möchte...
 
Habe die Clients alte DHCP-Leases, die immer wieder rausgeholt werden, wenn sie den TP-Link sehen?


an diesem noch ein TP-Link-Router (TL-WDR3600), den ich nur als Accesspoint nutze (WAN-Anschluss ist frei),
DHCP ist aus?
 
Habe die Clients alte DHCP-Leases, die immer wieder rausgeholt werden, wenn sie den TP-Link sehen?
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Das nicht vielleicht (weil zumindest ein Gerät mt fester IP arbeitet), aber vielleicht irgendwelche anderen Lookups ... Komisch nur, dass es nach dieser Reset-Aktion gestern erst mal ging, da müssen die Daten also aktuell gewesen sein. Es ist natürlich richtig, dass die alte 7170 bis vor vier Tagen noch unter der .1 zu sehen war. Aber seither sollte doch auch im Netzwerk viel Wasser unterwegs gewesen sein, bildlich gesprochen.
Wie löschen?

DHCP ist natürlich auch da aus, und der TP-Link ist nicht als Router eingerichtet (WAN ist frei), sondern nur mit einem internen LAN an mein Netz angeschlossen. Er arbeitet sozusagen nur als Accesspoint, DHCP ist einzig bei der 6490 an. Der TP-Link ist schon seit mehr als einem Jahr in Betrieb, wenn er irgendwo ne .1 als Gateway hat, ist das jetzt die Kabelfritte...
 
Es ist natürlich richtig, dass die alte 7170 bis vor vier Tagen noch unter der .1 zu sehen war.

Es ist natürlich richtig, dass Du das Wichtigste nicht erwähnt hast.

Die Fritzboxen haben standardmäßig eine Lease Time von 10 Tagen.
 
Nun meine ich aber mal verstanden zu haben, dass DHCP Lease vor allem für die Fälle gilt, in denen die Geräte sich Adressen im Netz anfordern. Das ist bei einem der betroffenen Geräte der Fall, das andere aber arbeitet seit eh mit fixen Adressen jenseits des DHCP-Bereiches (what else).
Also nach ein bisschen Lesen vermute ich eher einen Fehler im ARP (bzw. da wo es eine Zuordnung von MAC und IP gibt). Hier hält sich irgendwo auf der Strecke über die Switches und den TP-Link die Meinung, dass die MAC der 7170 zu .1 gehört, ohne sich daran zu stören, dass es auch eine MAC- zu .2-Zuordnung gibt, jedenfalls mit dem Resultat, dass Netzwerktools auf beiden IPs die gleiche MAC anzeigen.

Ich habe nun die morgendliche offline-Zeit der Familienmitglieder dazu genutzt, bis auf 6490 alles stromlos zu machen und ab dieser langsam alles wieder in Betrieb zu nehmen sowie die fraglichen Geräte die Netzwerke über alle WLAN-APs zu scannen, zuletzt nochmal mit wieder ins Netzwerk gebrachter 7170. Ich hoffe, dass die ARP caches auf diese Weise von allem Müll befreit sind - mit dem TP-Link hatte ich das ja schon versucht. Das Einzige seit Wochen durchlaufende Gerät in diesem Verbund war der Switch im Arbeitszimmer, an dem PC und TP-Link hängen. Der PC hatte jedoch zu keiner Zeit Probleme.
 
Hast Du statische Adressen eingetragen oder diese nur in der Fritzbox als fest zugewiesen? Im letzteren Fall bekommt der Client nach wie vor die Daten per DHCP samt Information, dass die für 10 Tage gültig sind.
 
DHCP hat 20..99 als Bereich. Mein Handy hat statisch .132, das Tablet DHCP .38, das Setzen einer festen Adresse ist hier nicht möglich ("diesen Geräten immer die gleiche IP zuweisen" wird bei manchen Geräten nicht angeboten).
Betroffen von dem Bug waren aber beide Geräte gleichermaßen.
 
Also bedeutet das, dass Du bei statischer Einrichtung mit Angabe der Kabelbox als Gateway trotzdem das Internet über DSL lief?
 
@Pfriemler:
Wie genau ist denn der TP-Link-Router konfiguriert? Da die wenigsten hier das Gerät kennen werden (ich auch nicht), wäre da etwas Info nützlich.

Ansonsten ist es durchaus nicht ungewöhnlich, wenn ein Gerät (also eine MAC-Adresse) für zwei verschiedene IP-Adressen zuständig ist, das ist ja das Prinzip hinter "proxy ARP". Wenn eine Adresse nicht direkt erreichbar ist, reagiert der für den Weg dorthin zuständige Router trotzdem auf ARP-Abfragen für diese Adresse, damit Clients in der Broadcast-Domain (da erfolgt ja die ARP-Abfrage - welcher Client hat die IP-Adresse 192.168.178.1 -ausschließlich und wenn keine Antwort kommt, geht das Pakekt i.d.R. trotzdem an die eingetragene Default-Route, wobei das nicht unbedingt sein muß, ggf. kommt auch ein "destination host unreachable" zurück) die Pakete für die IP-Zieladresse trotzdem mit der MAC-Adresse dieses Routers auf den Weg bringen.

Allerdings sollte das nur auf "ausdrücklichen Wunsch" erfolgen, z.B. beim AVM-VPN wird dieser Mechanismus genutzt, um Pakete für Clients, die per "LAN-to-User"-VPN verbunden sind, an die FRITZ!Box zu senden, anstatt den "normalen Weg" im LAN zu nehmen, wie es nach der Netzwerkadresse und -maske ansonsten der Fall wäre.

Leider ist die 7170 so alt, daß es (mir) nicht mehr so richtig klar ist, welche alten Probleme dort noch vorhanden sein könnten ... als weitere Eingrenzung, wo das Problem wirklich liegen könnte (ich gehe davon aus, daß da kein WLAN-Repeating o.ä. erfolgt, der TP-Link sollte ein kaskadierter Router sein, sonst läuft das u.U. wieder komplett anders und alles wird auf Layer2 (vermutlich per GRE) getunnelt), würde ich mal empfehlen, die 7170 aus dem Netz zu nehmen (entweder ausschalten oder nur die LAN-Verbindung zum Switch auftrennen) und dann noch einmal zu schauen, welche Informationen sich dann im - ebenfalls im Anschluß neu gestarteten - TP-Link-Router versammeln. Noch besser wäre vermutlich ein kompletter Reset des TP-Link (zumindest zu Testzwecken), falls der - ähnlich wie es eine FRITZ!Box auch macht - eine Liste der bekannten LAN-Clients verwaltet und die irgendwann wieder aktiviert. Notfalls die TP-Link-Einstellungen sichern (wenn das dort geht) und nur eine ganz simple Konfiguration mit WLAN-SSID/-Passphrase und LAN-Einstellungen mit der 6490 als Default-Gateway einrichten. Wenn das Problem dann trotzdem wieder auftritt, kann man immer noch die alte Einstellung wieder einspielen.

Auch ist es nicht gänzlich unmöglich, daß die 7170 ihrerseits irgendwo in den Untiefen ihrer Einstellungen (wenn diese Box kein Werksreset erhalten hat) sich selbst auch noch mit der 192.168.178.1 verewigt hat und nun deshalb weiterhin immer auf ARP-Requests für diese Adresse antwortet (Ggf. ist das auch ein älterer Bug in der Firmware? Ich weiß es nicht, die 04.xx ist weit unterhalb meines Horizonts bei den "Innereien".). Regieren in einem Netz zwei verschiedene Geräte auf diese Abfragen, gewinnt immer der erste. Da ein solcher Eintrag in der ARP-Tabelle auch nur dann verfällt, wenn er eine Weile nicht benutzt wurde, läßt sich in einem solchen Fall das "Umspringen" von einer (MAC-)Adresse zur anderen nicht vorhersehen. Erst wenn der Eintrag im Cache verfallen ist, erfolgt eine neue ARP-Abfrage, bei der mit zwei Antworten dann wieder eine 50:50-Chance besteht, das richtige Gateway zu erwischen.

Eine sehr simple Möglichkeit der Diagnose wäre ein Netzwerkmitschnitt auf dem LAN-Interface der 7170 ... wenn dort von ihr ARP-Antworten auf die Frage nach der 192.168.178.1 auftauchen, ist sie schuld an Deinem Problem. Da diese Antworten der 7170 auch dann auftauchen, wenn andere Clients sich schon für ein Gateway "entschieden haben", weil die 6490 ggf. schneller war, wäre das der richtige Ort, um so ein Problem zu diagnostizieren.

EDIT: Um das noch einmal festzuhalten, ich würde eher meine Vorschläge oben von hinten nach vorne abarbeiten und als allererstes mal abklären, ob die 7170 auf ARP-Requests für die "falsche" Adresse antwortet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also bedeutet das, dass Du bei statischer Einrichtung mit Angabe der Kabelbox als Gateway trotzdem das Internet über DSL lief?

Exakt das.

@PeterPawn: Danke für die zahlreichen Tipps. Ich werde auch mal die 6490 aus dem Netz nehmen und ein statisch konfiguriertes Gerät mit Gateway .1 einmal über den TP-Link und einmal direkt am reaktivierten Wlan der 7170 nach einer .1 suchen lassen. Sollte tatsächlich die Fritz sich da melden? Sehen wir mal.

Der TP-LINK ist weitgehend unkonfiguriert, der Routerteil liegt brach, lediglich die Wlan-Lan-Bridge wird genutzt, außer den switch-typischen Eigenheiten sollte da also nichts zwischenfunken.

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