Internet-Telefonie auf dem Vormarsch

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Internet-Telefonie auf dem Vormarsch
Kosteneinsparungen und neue Dienste als Hauptargumente

Bonn/Schwerin (pte/26.04.2006/10:30) - "Selten zuvor hat eine neue Technologie die Telekommunikations-Branche so verändert, wie es die Internet-Telefonie getan hat. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Allein in Deutschland nutzen seit Mitte 2004 rund eine halbe Million Menschen die neue Technologie", berichtet der Stern. Die Zeiten, in denen die Kommunikation über das Internet nur etwas für Computerfreaks war, sind vorbei. Einer Studie der Unternehmensberatung Accenture zufolge hat sich Voice over IP (VoIP) in deutschen Unternehmen bereits von der Nische hin zur Massenanwendung entwickelt: In jedem vierten Unternehmen werden bereits erste VoIP-Lösungen eingesetzt oder befinden sich im Testbetrieb. Die Studie geht davon aus, dass bei den Großunternehmen bereits eine VoIP-Durchdringung von 30 Prozent stattgefunden hat - weitere 41 Prozent davon wollen aufgrund zu erwartender Kostenvorteile innerhalb der nächsten zwei Jahre auf den VoIP-Zug aufspringen.

Zwei Hauptargumente, die für den Einsatz der IP-Technik bei Behörden und Unternehmen sprechen, sind Kosteneinsparungen und neue Dienste, die bestimmte Mehrwerte gegenüber der herkömmlichen Telefonie mit sich bringen. "Bis zum Jahr 2010 werden rund 40 Prozent aller Unternehmen ihre Daten- und Sprachnetze zusammengeführt haben. Weil die VoIP-Dienste relativ neu sind, sind die zu erwarteten Wachstumsraten in der Branche extrem hoch", prognostiziert Professor Anatol Badach, Informatiker von der Fachhochschule Fulda. "Bei keinem Netzwerkprojekt sollte der VoIP-Einsatz heute außer Acht gelassen werden", rät der Hochschullehrer. So soll beispielsweise die Verwaltung von Mecklenburg-Vorpommern nach einem Beschluss der Landesregierung ab 2007 über das Internet telefonieren. Innenminister Gottfried Timm betonte, dass bei den Überlegungen zur Ablösung der alten Technik neben den technischen Vorzügen der IP-Telefonie insbesondere die damit verbundenen Einsparmöglichkeiten entscheidend waren: "Die Landesregierung wird künftig keine eigenen Telefonanlagen mehr betreiben und stattdessen die vorhandenen Netze in den Behörden sowie das Landesverwaltungsnetz Lavine für die Sprachkommunikation nutzen."

Nach einer kürzlich von Integrated Research durchgeführten weltweiten Studie nutzen 78 Prozent der Großunternehmen IP-Telefonie, wobei dieser Massentrend keineswegs immer in veralteten TK-Anlagen begründet sei. Nathan Brumby, Geschäftsführer IP-Telefonie bei Integrated Research, sieht in der Studie die Ergebnisse einer Untersuchung aus dem Jahr 2004 bestätigt. Daraus sei bereits hervorgegangen, "dass die Schlüsselfaktoren für den Übergang zur IP-Telefonie einerseits Betriebskostenreduktion und andererseits die Wahrnehmung von IP-Telefonie als zeitgemäße Alternative aufgrund erweiterter Funktionen, wie etwa Videokonferenz, waren."

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters Nextiraone. Er bestätigt den enormen Anstieg von VoIP-Anschlüssen im Unternehmensbereich. "Die Treiber sind einerseits verbesserte Betriebskosten für ein einheitliches Netz, das sowohl den Datenverkehr als auch Telefonie sicher transportiert sowie vielfältige Möglichkeiten der Produktivitätserhöhung." Gerade erst hat Nextiraone die Stuttgarter Universität komplett mit IP-Telefonie ausgerüstet. Reisinger sieht durch die IP-Ausstattung für die Unternehmen Möglichkeiten, die Team-Produktivität zu erhöhen. Deutschland sei dabei in Europa auf einem guten Weg, die Ausstattungsquote der IP-Infrastruktur liege über der in Frankreich, sei jedoch geringer als im angelsächsischen Raum. "Eine Beschleunigung der VoIP-Ausbreitung ist deutlich zu spüren, da mittlerweile viele der im Jahr-2000-Boom erneuerten TK-Ausstattung in die Jahre gekommen sind und auch die technologischen Geburtswehen mittlerweile überwunden sind."

Quelle: pressetext.de
 
VOIP Vormarsch

Der Vormarsch des VOIP ist seit geraumer Zeit gestoppt, wie uns auch andere VOIP Firmen mitteilten.
Der Hauptgrund ist ganz einfach, es gibt von den Monopolen verstärkt Telefonflatratangebote die sehr günstig sind.
Wir haben selbst Verluste an Geschäftskunden zu verzeichnen die mit unserem Dienst sehr zufrieden waren, sie uns aber deutlich sagten:
1. Ich muss einen Telefonanschluss bestellen wenn ich DSL haben will.
2. Wenn ich diesen habe und bezahlen muss, aber für 9,95 Euro eine Telefonflat
bekomme dann kann ich ihn auch nutzen.
3. Wozu 19,95 für einen ISDN Telefonanschluss bezahlen und dann noch zu VOIP
wechseln.

Der Preisvorteil des VOIP wird durch den Telefonzwangsanschluss stark relativiert.
Die Abschaffung wird niemals erfolgen, da die Bundesnetzagentur mehrheitlich von Monopolen und Regierung dominiert wird.
Als 2. Instanz gibt es da noch das Bundeskartellamt, die weder gegen die Benzinpreisabsprachen noch gegen die anderen Energiekonzerne etwas machen. Diese Behörden dienen nur den Monopolen, leben aber von den Steuergeldern.
Es gibt keine freie Marktwirtschaft,- sondern eine weltweite Monopolisierung! Dies zeigt sich auch darin das alle Länder dieses eigentlich nicht zulässige Kopplungsgeschäft unter Schutz gestellt haben
 
Du bist anscheinend ein Verschwörungstheoretiker, und glaubst ebenfalls, Apollo 11 sei eine Hollywoodproduktion. Weltweite Monoplisierung? Von was redest Du da eigentlich. Zum Thema: gegenwärtig gibt es in Deutschland QSC und die Kabelnetzbetreiber, die dem Kunden einen Internetanschluß ohne Zwangsbündelung mit dem Festnetz anbieten. Doch billiger sind die nicht unbedingt. So kostet der 1 Mbitanschluß bei QSC 29¤, bei GMX kostet der 2 Mbitanschluß in den Großstaädten insgesamt nur 6¤ mehr. Nicht zu vergessen die lokalen Carrier, die oftmals deutlich günstigere Angebote haben als die Großen wie T-online oder UI. Hier wären z.B. Travekom in Lübeck oder HTP in Hannover zu nennen.

Und außerdem: gerade WEIL wir in einer Markwirtschaft leben, kann man der Telekom doch nicht vorschreiben, wie sie ihre Produktpolitik zu gestalten hat. Warum sollte T-Com freiwillig auf diese Einnahmequelle verzichten?

Nicht, das ich die Bündelung toll finde. Ich ärgere mich auch darüber. Aber DSL ist halt ein Produkt, das ich annehmen oder ablehnen kann. Und der Preis wird bestimmt durch Angebot und Nachfrage. Das Angebot ist derzeit noch recht übersichtlich, weshalb das Bündelangebot auch Erfolg hat. Doch dies wird sich schon sehr bald ändern. Oder, wie es die "Technology Review" fragt:"Ist die Telekom noch zu retten?".
 
Nun dazu ist zu sagen, daß heute fast alle DAX/MDAX-Unternehmen und größeren öffentlichen Einrichtungen zumindest VoIP intern nutzen. Die klassische Telefonanlage ist selbst bei der Bundeswehr inzwischen nicht mehr der Kern der zivilen Telefonie ;-)

Ebenso ist mit der Verfügbarkeit von VoIP-Anbietern unabhängig vom Internetzugang der Markt seit einiger Zeit für Privatanwender offen und entwickelt sich rasant. Als Indikator kann man Werbung nehmen oder meinetwegen die Zahl der Anbieter zu einem Thema auf der jeweils letzten CeBIT. Telefonflats per VoIP in Kombination mit Festnetz sind immer noch günstiger als Flats auf Festnetz (siehe Arcor, siehe T-Com).

In diesem Sinne ist VoIP unbestritten auf dem Vormarsch.

In einem Punkt verstehe ich jedoch den Einwand von speednetwork: der magenta Riese ist so langsam aufgewacht und merkt, daß er einen Trend verschlafen hat.

speednetwork schrieb:
Der Preisvorteil des VOIP wird durch den Telefonzwangsanschluss stark relativiert.
Das ist Nonsense, denn nicht nur die Grundgebühr ist wesentlich, sondern vor allem das Gesprächsaufkommen - und genau dafür ist VoIP deutlich günstiger (bis auf ein paar Ausnahmen im Ausland bzw. in Mobilnetze). Gerade Geschäftskunden mit einer Telefonrechnung von EUR 500 und mehr im Monat über ihre T-ISDN-Bündel lachen über Grundgebühren und wollen die Gesprächskosten gesenkt sehen.
speednetwork schrieb:
Die Abschaffung wird niemals erfolgen, da die Bundesnetzagentur mehrheitlich von Monopolen und Regierung dominiert wird.
Es gibt einige Beispiele in denen kleine Anbieter (und dazu zähle ich Dich auch) gegen die großen gewonnen haben und ganz wesentliche Fortschritte erreichten (z.B. Interconnect, Last Mile, geographische Rufnummern, Telefonbuchlistings).

speednetwork schrieb:
Es gibt keine freie Marktwirtschaft,- sondern eine weltweite Monopolisierung! Dies zeigt sich auch darin das alle Länder dieses eigentlich nicht zulässige Kopplungsgeschäft unter Schutz gestellt haben
Wir sind in einer Transition und in ein paar Jahren wird man über Kopplung von DSL und Telefonie lachen. Ich habe heute schon Kabel und könnte meinen T-ISDN kündigen. Wo ist da die Monopolisierung? Wo ist da sogar eine weltweite Monopolisierung?

Es gibt vieles in der heutigen Kommunikationslandschaft, das nicht perfekt ist. Die Telefonietarife verschiedener Anbieter gehören dazu und ich wünsche mir eine freie Wahl meines Gasanbieters ;-) Die Marktwirtschaft ist jedoch gerade, daß auch in dieser nicht perfekten Landschaft innovative Anbieter einen Platz finden.

Beispiele findest Du dafür genug... im Energiesektor... bei der Briefbeförderung... im ISP-Geschäft... beim vServer-Hosting... bis hin zu Gesetzesänderungen zum Wegfall des Verbots vergleichender Werbung oder des Rabattgesetzes.

Die Welt ändert sich... aber langsam...

--gandalf.
 
manowar schrieb:
Zum Thema: gegenwärtig gibt es in Deutschland QSC und die Kabelnetzbetreiber, die dem Kunden einen Internetanschluß ohne Zwangsbündelung mit dem Festnetz anbieten.

Dann nenne mir doch mal einen Kabelnetzbetreiber, bei dem ich den Internetzugang bestellen kann, ohne auch gleichzeitig die Anschlußgebühren für das Kabelfernsehen selbst bestellen und bezahlen zu müssen :confused:

Ok - QSC bietet eine "Nur-DSL" Lösung an - aber hey, das ist letztendlich auch nicht wirklich viel billiger als ein Telefonanschluß mit DSL. Von Flächendeckung mal ganz zu schweigen. Was nützen mir die tollsten Angebote, wenn ich sie nicht bestellen kann, weil für die Anbieter der Ausbau regional einfach unwirtschaftlich wäre?

Alles Augenwischerei. Und an eine Mondlandung glaube ich auch nicht - es ist bis heute noch nichtmal gelungen, eine Kaffeekanne zu entwickeln, die beim Eingießen nicht kleckert - und da wollen vor ca. 40 Jahren welche vom Mond zurückgekommen sein :crazy: Aber das ist ein anderes Thema.
 
@betateilchen: Wo bitteschön habe ich behauptet, es gibt einen Kabelnetzbetreiber, der Internet ohne Kabelanschluß anbietet?:gruebel:

Zu QSC: ich habe doch explizit gepostet, das die Alternativen nicht unbedingt günstiger sind als die einschlägigen Reseller. Ich habe versucht darzustellen, das es sehr wohl einen funktionierenden Markt in Deutschland gibt, doch eine Vielzahl von Anbietern ist per se kein Garant für niedrigere Preise.

OT: Du glaubst also nicht an die Mondlandung? Was soll ich dazu noch sagen... Kein Kommentar
 
manowar schrieb:
@betateilchen: Wo bitteschön habe ich behauptet, es gibt einen Kabelnetzbetreiber, der Internet ohne Kabelanschluß anbietet?

Es ging mir lediglich darum klarzumachen, daß es auch bei Kabelnetzbetreibern eine Zwangsbündelung gibt. Für mich ist da kein Unterschied erkennbar, ob ich Telefon+DSL gemeinsam nehmen oder Breitbandkabel-Internet+Kabelfernsehen zwangsweise zusammen gebucht werden muß.
 
Zwangsbündelung oder nicht... ab einem gewissen Volumen rechnet sich schon heute die Verwendung von VoIP... und zwar umso mehr, je mehr man telefoniert. Also mag speednetwork eher das Problem haben, daß seine Tarife nicht mehr zeitgemäß sind. Wie gesagt: für Innovation ist immer Platz... und die innovativen Anbieter, denen es gelingt schnell kritische Masse zu gewinnen, werden bestehen.

--gandalf.
 
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