[Frage] Internetzensur Ausland: Fritzbox freetzen (dd-wrt) VPN-client oder Alternativen?

beeeff

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Liebe Forummitglieder,

nachdem ich in einem halben Jahr etwa von meinem Arbeitgeber aus dienstlich ins Ausland versetzt werde, in dem mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Zensur des Internets stattfinden wird (z.B. Saudi-Arabien, Iran), bin ich jetzt schon am überlegen, wie ich die Internetarchitektur bei mir privat am besten konfiguriere... . Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch, dass alles vor Ort am besten gleich funktionieren sollte, da eine Tüftelei vor Ort mit entsprechenden Internetsperren sehr mühsam sein dürfte.

Als „Tipp“ der Kollegen vor Ort hört man immer nur, einen VPN-Client bereits vor der Einreise auf den Endgeräten zu installieren, da ansonsten viele „westliche“ Internetseiten gesperrt sind.

Ich würde das Ganze mit Eurer Hilfe gern ein wenig systematischer angehen:
meine Idee ist nun nach ein paar Tagen recherchieren und mitlesen (herzlichen Dank dafür schon mal!!) wie folgt:

- eine Fritzbox (Annex A) aus D mitnehmen und dann

a) diese „freetzn“ und somit dd-wrt tauglich machen und mit z.B. express-vpn verbinden, so dass alle Geräte, die sich über die Fritzbox einwählen, gleichzeitig mit frei wählbarer IP durch express-vpn ins Internet „getunnelt“ werden.

b) ohne die Fritzbox zu freetzen zusätzlich noch einen dd-wrt fähigen Router mitbringen und so Komplikationen bei einer gefreetzte Fritzbox vermeiden (z.B. wegen der Internetarchitektur des jeweiligen Landes). Endziel sollte jedoch dasselbe sein.

Auf diese Weise würde ich mir ein individuelles Einwählen in express-vpn bei jedem einzelnen Endgeräts sparen. Auch könnte ich regional beschränkte Web-Angebote wie z.B. Sky-Go oder Netflix nutzen.

Was haltet ihr von diesen Überlegungen? Wo seht ihr die größten Probleme/Komplikationen? Lohnt ein freetz der Fritzbox oder macht das die ganze Sache nur komplizierter?

Darüberhinaus hätte ich noch ein paar Anschlussfragen:

1) Erlaubt das express-vpn, da dort max. zwei Nutzer gleichzeitig erlaubt sind? Würde die Fritzbox dann als ein Nutzer gelten oder würde man weiterhin jedes eingewählte Endgerät mitzählen?

2) Würde das Ganze auch für VoIP mit z.B. dem Fritzfon funktionieren?

3) Was würde passieren, wenn der VPN-Anbieter ausfällt oder gesperrt wird? Würde ich dann auf eine normale ungesicherte Verbindung „zurückfallen“ oder wäre die Leitung dann (wegen den Einstellungen an der Fritzbox) erst mal tot?

4) Parallel dazu möchte ich noch ein NAS-Laufwerk vor Ort, also im Ausland, zur Sicherung aufstellen und in Deutschland bei Verwandten mit entsprechender Leitung an einer weiteren ungefreetzten Fritzbox aufstellen, das einen automatischen Abgleich mit dem NAS vor Ort vollzieht. Das wäre doch problemlos an der Fritzbox möglich, auch wenn sie gefreetzt wurde?

Tut mir leid, wenn ich jetzt einige Dinge nicht ganz präzise ausgedrückt habe, musste mich erst in dieses Thema einlesen und einarbeiten, hoffe aber, meine Grundüberlegungen sind nachvollziehbar.

Vielen Dank für alle Hilfe!
 
freetz und dd-wrt sind zwei absolut verschiedene Dinge... aber die Fritzbox als VPN Gateway zu nutzen funktioniert. Ob die Fritzbox tatsächlich passt ist schwer zu sagen wenn wir Deinen Anschluss vor Ort nicht kennen (da man LAN1 auch als WAN konfigurieren kann wird sich schon was machen lassen).

Mit einem VPN Anbieter wirst Du wahrscheinlich auf Dauer nicht glücklich. Du wirst immer hin und her experimentieren müssen. Aber auch das hängt von den Begebenheiten am Zielort an. Vorbereitet solltest Du sein. Ein Gateway mit eigenem Netz dahinter gilt als eine Einwahl.

Die NAS Funktionalität wird durch NAS nicht beeinträchtigt. Wie gut sich das umsetzen lässt hängt auch wieder von Deinem Anschluss ab. Es empfiehlt sich auf jeden Fall mit einem (weitgehend) identischen Datenstand anzufangen. Zusätzlich wirst Du einen weiteren Tunnel für diese Kommunikation benötigen.
 
... mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Zensur des Internets stattfinden wird (z.B. Saudi-Arabien, Iran), ...
Dazu gibt es sicherlich eine Fatwa, welche bei Widerstand auch Strafen androht.
Ähnlich der Entnahme von Organen bei lebendigem Leib etwa ...
 
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Soweit ich das verstanden habe (wie gesagt, hab mich gerade erst eingelesen) müsste man die Fritzbox freetzen, damit sie mit den entsprechenden Protokolle des VPN-Anbieters arbeiten kann. In diesem Zusammenhang habe ich immer von der dd-wrt-Funktionalität gelesen.

Wie der Anschluss vor Ort konkret ausgestaltet sein wird, kann ich leider noch net sagen, hängt zum einen vom Land und dessen Infrastruktur ab und dann auch von der Unterkunft selbst und der Installation dort. Daher möglichst massenkompatibel bzw. sag ich Bescheid, sobald ich was konkretes weiß...

Was würdest du für Alternativen empfehlen statt eines VPN-Anbieters? Oder siehst du die ganze Konstruktion als zu wacklig an?
 
freetz hat einen openVPN Client, den es in dd-wrt auch gibt und der von vielen VPN Anbietern unterstützt wird.

Ich habe hinsichtlich Firewall nur Erfahrungen mit China. Dort verbinde ich mich seit jeher stabil mit meinem Webserver. Da die IP nicht kommerziell für VPN genutzt wird, stört das auch keinen. Heutzutage lässt sich so etwas auch günstig mit einem gemieteten VPS umsetzen.

Von anderen weiß ich, daß die i.d.R. auf zwei bis drei verschiedene Dienste setzen und nach Möglichkeit L2TP/IPsec nutzen. openVPN ist im business Bereich nicht verbreitet, deswegen wird es schon mal grundsätzlich erschwert. Einer geht dann in der Regel.

Mir persönlich wäre der Aufwand das auf der Fritzbox zu managen zu hoch, da ein Wechsel des Anbieters zwischendurch wahrscheinlich ist (aber man kann sich Skripte basteln). Ich hatte eigentlich VPN nur auf meinem PC und dem Server im Büro. Mit VoIP hatte ich auch ohne VPN nie Probleme.

Aber: andere Länder andere Sitten...
 
Ich hatte in China Probleme mit OpenVPN (sowohl UDP mit Port 1194 als auch TCP mit Port 443), nur IPSec zur Fritzbox hat sauber funktioniert. Also einfach AVM's VPN konfigurieren, jedes OS bringt IPSec-Unterstützung mit, sei es Linux (z.B. Ubuntu mit network-manager-vpnc), OSX oder Windows mit AVM-Client.
 
Dazu bedarf es aber einer Gegenstelle in DE mit akzeptabler Upload Rate.

Statt dem AVM Client würde ich den von Shrewsoft nehmen und Windows Phone/Mobile funzt nicht mit IKEv1.
 
Für mich wird es in drei bis vier Monaten in ein ostafrikanisches Land gehen in dem das Internet durch den einzigen staatlichen Anbieter zensiert wird. Auch ich möchte einen Tunnel nach Deutschland aufbauen.
Habt ihr in Zusammenhang mit einer Fritzbox Erfahrungen welche Anbieter, gerne auch kostenpflichtig, gute Leistungen anbieten?

Ursprünglich wollte ich das mit der 7390 meiner Mutter realisieren. Aber selbst wenn sie VDSL50 nimmt wäre mein download dann im Idealfall max 10Mbit.

Eine weitere Alternative könnte Internet über Satellit sein. Da fehlen mir aber gänzlich die Erfahrungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ohne konkrete Angabe wohin es geht wäre alles nur reine Spekulation. Weißt Du, dass Du bereits mehr als 10 MBit/s haben wirst?
 
Am Ende ist es eine Preisfrage bzw. wieviel ich bereit bin auszugeben. Es geht nach Äthiopien. Eine 4Mbit Leitung mit Flat kostet bereits um die 250€ im Monat.
 
Spannend... Gute Reise! Ich glaube dort wird man seine Ansprüche sowieso herunterschrauben müssen.

Die besten Ergebnisse wird man wohl mit openVPN, das allgemeine Ports (z.B. TCP 443) nutzt, erzielen. Die Bandbreite nach außerhalb ist stark begrenzt, so dass QoS eingesetzt wird.

Soweit ich informiert bin wird von den Diensten nur Tor blockiert, der Rest basiert auf Basis vom Content Filtern und betrifft "nur" einzelne kritische Seiten. Die Nutzung von sozialen Medien ist also prinzipiell möglich soweit es die Verbindung zulässt.

Die VoIP Nutzung inkl Skype ist übrigens unter Strafe gestellt um die staatliche Telekommunikation nicht um wertvolle Einnahmen zu bringen. Ich bezweifle aber, dass das aktiv durchgesetzt wird.
 
Dann ist der VDSL-Upload bei deiner Mutter doch kein Problem
 
Die sagen auch, dass es keine Zensur gibt.
 
Moins


:shock:
Eine 4Mbit Leitung mit Flat kostet bereits um die 250€ im Monat
Wir reden doch von Afrika?

Also ich würd mich da erstmal nicht verrückt machen lassen.
Afrikaner stehn total auf Mobilfunk und basteln sich da gerne auch selber was.
Deswegen wäre mein Tip: Hör dich mal bei den Einheimischen um
 
Ja. Wir reden von Afrika. Bei einem Monopol, auch im Mobilfunk, bestimmt nun mal nur ein Anbieter den Preis.
 
Es gibt noch Sat-Anbieter, allerdings auch nicht günstig und langsam.

Internetcafés sind der Trend dort.
 
nachdem ich in einem halben Jahr etwa von meinem Arbeitgeber aus dienstlich ins Ausland versetzt werde, in dem mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Zensur des Internets stattfinden wird (z.B. Saudi-Arabien, Iran)
Vielleicht gibt es eine Möglichkeit sich per VPN mit dem Firmennetz Deines Arbeitgebers zu verbinden. Dann bist Du was die Protokolle angeht flexibel und weil es kein öffentlicher VPN-Anbieter ist wird der auch nicht gezielt blockiert von irgendwelchen Zensurbehörden.
 
Das Firmennetzwerk wird hoffentlich nicht so konfiguriert sein, dass diese "Flexibilität" gegeben ist...
 
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