IP-Telefon über nicht-IP-fähigen Router am IP-Anschluss der Telekom betreiben?

Tanith

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Hallo,

ich habe 3 Fragen zum IP-Anschluss der Telekom. Ich besitze eine FRITZ!Box 3270, welche selbst keine Telefonanlage oder DECT-Basisstation enthält.

1. Frage:
Kann ich den Router trotzdem ohne Probleme mit einem IP-basierten Anschluss der Telekom (direkt an der TAE-Dose) verwenden, um darüber ins Internet zu gehen oder muss der Router für den Internetzugriff speziell für den IP-basierten Anschluss geeignet sein?

2. Frage:
Wenn das Szenario in Frage 1 möglich ist, kann ich dann am LAN-Port des Routers einfach ein IP-Telefon (bzw. eine IP-DECT-Basisstation mit Mobilteil - C340A IP) anschließen und damit den IP-basierten Telefonanschluss der Telekom nutzen?

3. Frage:
Wenn das Szenario in Frage 2 möglich ist, kann ich dann HD-Telefonie bzw. HD Voice im Festnetz der Telekom nutzen (insofern für die angerufene Person natürlich auch HD Voice verfügbar ist)?

Beste Grüße

Tanith
 
1. Ja, spezielle Anforderungen gibt es nicht.
2. Ja
3. HD Voice innerhalb der Telekom inkl Mobil klappt wenn beide Endgeräte das unterstützen.
 
Vielen Dank für die schnelle Antwort, andiling. Das ist sehr gut.

Ich habe noch zwei Rückfragen:

zu Frage 2: Ich habe gehört, dass es bei einem IP-Anschluss Prioritätsregeln gibt, wie bestimmte Pakete (Sprachpakete, Datenpakete (oder auch Pakete für IP-TV) behandelt werden, um zu verhindern, dass man nicht mehr stabil Telefonieren kann, wenn man z. B. gleichzeitig mit voller Geschwindigkeit im Internet etwas herunterlädt. Funktioniert diese Priorisierung von Sprachpaketen (bzw. IP-TV-Paketen) in der Konstellation von Frage 2 auch ohne Probleme? Wird also diese Priorisierung unabhängig vom Router durch die Telekom vorgenommen oder ist der Router dafür zuständig?

zu Frage 3: Es gibt leider viele Begriffe, die im Zusammenhang von HD-Telefonie fallen. Gigaset bezeichnet seine HD-Telefonie-Kompatibilität wohl HDSP ("High Definition Sound Performance"). Es gibt aber von Gigaset auch das einfachere HSP ("High Sound Performance"). Weißt du zufällig, was sich dahinter technisch verbirgt, wann die Qualitätsverbesserung nutzbar ist (bzw. ob diese dauerhaft funktioniert ohne dass die Gegenstelle auch ein bestimmtes Gerät haben muss) und wie die Qualität einzustufen ist?
 
Im T-Netz gibt es eine Priorisierung (QoS), die bei VoIP zur Anwendung kommt, sofern die Pakete entsprechend als solche erkennbar sind. Darüberhinaus priorisiert die 3270 Telefonie als Echtzeitanwendung und gibt VoIP sogar den Vorzug gegenüber ggf. anderen eingetragenen Echtzeitanwendungen.

Die HD-Telefonie wird über den Codec G.722-HD realisiert und ist HDSP. Im Moment funktioniert diese Technik leider nur innerhalb des Anbieternetzes, da eine Übergabe an andere Netze nach wie vor noch über POTS erfolgt. Im Festnetzbereich müssen beide Teilnehmer IP-Anschlüsse und ein passendes IP-Telefon bzw. kompatible IP-DECT-Basis und geeignetem Mobilteil haben, im Mobilfunk muss es das Smartphone unterstützen und der Gesprächspartner im 3G Netz sein. Bei der Telekom kann auch ein Partner im Festnetz und der andere im Mobilfunknetz sein.

HSP ist ein von Gigaset entwickelter proprietärer Standard und funktioniert grundsätzlich zwischen zwei HSP-Geräten, die auch an einem analogen Anschluss hängen können. Einige Fremdfirmen haben die Technik lizensiert, so dass nicht nur Gigaset-Geräte in Frage kommen, zudem funktioniert diese Technik netzübergreifend und setzt nicht unbedingt einen IP-Anschluss voraus. Technisch ist die Übertragung nach wie vor mit dem G.711-Codec.
 
Nochmals vielen Dank, andiling! Du hast mir sehr weitergeholfen.
 
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