[Frage] Ist der Betrieb eines FeTAp 611 an einer als Analog-Telefonie-Adapter konfigurierten AVM FRITZ!Box problemlos möglich? Ist das Klingeln laut?

Jung-Fernmelder

Neuer User
Mitglied seit
15 Dez 2016
Beiträge
30
Punkte für Reaktionen
2
Punkte
8
Hoch geschätztes IP-Phone-Forum!

Der Jung-Fernmelder ist ein höchstmoderner Mann, der großen Wert darauf legt, die allerneusten Technologien einzusetzen und er führt seine Telefonate am liebsten mit den modernsten Fernsprechapparaten. Dafür möchte der Jung-Fernmelder bei der Bundespost einen solchen der Bauart FeTAp 611 bestellen. Vorteile dieser Bauart von Fernsprechapparat sind unter anderem der leichtgängige Nummernschalter sowie das laute Klingeln, mit dem die Anruferinnen und Anrufen nicht nur Tote, sondern auch Schwerhörige wecken können. Da der Jung-Fernmelder ausschließlich über Telefonanschlüsse, die nach dem offenen SIP-Standard arbeiten, verfügt, braucht er noch einen passenden Analog-Telefonie-Adapter, der die Klingel des FeTAp 611 so laut klingeln lassen kann, wie sie auch an einem analogen Telefonanschluss aus den 1960er-Jahren geklingelt hat. Ist für dieses Vorhaben eine FRITZ!Box der Herstellers AVM geeignet? Beispielsweise habe ich noch eine 7270 in meinem Fundus.
Außerdem möchte ich mich noch erkundigen, welche Art von Überholung der elektromechanischen Baugruppen, vor allem des Nummernschalters, empfohlen wird. Um zu verhindern, dass die Bundespost gegen mich eine Anzeige nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten fertigt, möchte ich - sofern vermeidbar - die Plomben des Fernsprechapparates nicht unbedingt öffnen. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf die Diskussion zu diesem Thema.


Mit freundlichen Grüßen

Jung-Fernmelder
 

Kostenlos

Aktives Mitglied
Mitglied seit
12 Mrz 2017
Beiträge
2,929
Punkte für Reaktionen
130
Punkte
63
Hast Du schon mal die Spannung gemessen, was an einer FB am Analogen Port normal rauskommt, bzw. darüber nachgedacht an welchen Anlagen solche "Oldies" u.a. mit welcher Rufspannungen diese früher normal im Betrieb waren?
 
Zuletzt bearbeitet:

Jung-Fernmelder

Neuer User
Mitglied seit
15 Dez 2016
Beiträge
30
Punkte für Reaktionen
2
Punkte
8
Sehr geehrte / -r Frau / Herr Kostenlos,

eine solche Messung habe ich noch nicht durchgeführt, jedoch habe ich bereits ein wenig darüber nachgedacht und im Weltnetz recherchiert. Sicherlich kann eine AVM FRITZ!Box einer elektromechanischen Teilnehmervermittlungsstelle aus den 1960er-Jahren aus elektrischer Sicht auf keinen Fall das Wasser reichen. Meine Frage zielt darauf ab, festzustellen, ob mein Vorhaben trotzdem realisierbar ist und welche alternativen Analog-Telefonie-Adapter möglicherweise infrage kommen, die mit einem FeTAp 611 zurechtkommen. Im Weltnetz findet man das eine oder andere, was den Erfolg einer solchen Konfiguration dokumentiert. Allerdings geht für mich daraus nicht hervor, wie laut das Klingeln im Vergleich zur Lautstärke, welche die Klingel eines FeTAp 611 an einer elektromechanischen Teilnehmervermittlungsstelle aus den 1960er-Jahren erreichen kann, ist. Neben der sehr simplen Bedienung ist sein sehr lautes und charakteristisches Klingeln ein entscheidender Vorteil des FeTAp 611.


Mit freundlichen Grüßen

Jung-Fernmelder
 

Joe_57

IPPF-Promi
Mitglied seit
5 Mrz 2006
Beiträge
5,712
Punkte für Reaktionen
117
Punkte
63
Hallo @Jung-Fernmelder,
dein FeTAp 611 wird problemlos an der FRITZ!Box 7270 problemlos funktionieren.
Wegen evtl. beschädigten Plomben wirst du einen Wertverlust für den Wiederverkauf erhalten, aber es wird dich dafür niemand belangen.
 

Kostenlos

Aktives Mitglied
Mitglied seit
12 Mrz 2017
Beiträge
2,929
Punkte für Reaktionen
130
Punkte
63
Hallo!
Versuch macht kluch, ich selber würde sowas nicht mehr verwenden, auch Schwerhörige werden bestimmt damit nicht geweckt, da hilft eher "Blitzlicht" u. spätestens wenn man Sternchen- o. Raute-DTMF für div. benötigt, bzw. eine Rückfrage einleiten möchte, ist das Ende der Fahnenstange mit so einem "Oldie" erreicht.
Aber Jeder wie er selber will!
 

Jung-Fernmelder

Neuer User
Mitglied seit
15 Dez 2016
Beiträge
30
Punkte für Reaktionen
2
Punkte
8
Sehr geehrte / -r Frau / Herr Kostenlos,

sicherlich würde ich den FeTAp 611 eher als Zweit-Fernsprechapparat einsetzen, produktiv möchte ich ein OpenStage WL3 einsetzen, welches jetzt gerade in seinem Lader auf meinem Schreibtisch steht. Leider kann ich den FeTAp 611 gerade nicht testen, weil ich ihn noch gar nicht gekauft habe. Ziel meiner Anfrage sollte auch sein, zu entscheiden, ob ich einen FeTAp 611 überhaupt erst anschaffe; sollte es nicht oder nur mit hohem (finanziellen) Aufwand möglich sein, einen FeTAp 611 so zu betreiben, dass er auch ordentlich klingelt, würde ich von einem Kauf eher absehen. Beim FeTAp 611 handelt es sich aus diversen Gründen um ein absolut großartiges Gerät.


Mit freundlichen Grüßen

Jung-Fernmelder
 

Joe_57

IPPF-Promi
Mitglied seit
5 Mrz 2006
Beiträge
5,712
Punkte für Reaktionen
117
Punkte
63
Suche doch einfach mal bei xBAY-Kleinanzeigen nach einem "Telefon mit Wählscheibe" in deiner Nähe.
Da solltest du fündig werden und hast gleich eine Preisvergleich.
 

Kostenlos

Aktives Mitglied
Mitglied seit
12 Mrz 2017
Beiträge
2,929
Punkte für Reaktionen
130
Punkte
63
Hallo!
Meine Gründe, warum ich diesen selber nicht mehr verwenden würde kennst Du, aber vielleicht meldet sich noch Jemand der mit so einem Gerät völlig zufrieden ist.
 

Joe_57

IPPF-Promi
Mitglied seit
5 Mrz 2006
Beiträge
5,712
Punkte für Reaktionen
117
Punkte
63
Ich habe hier einen W49 (Baujahr 4.65) zusätzlich an meiner FRITZ!Box 7490 und bin damit zufrieden.
Das funktioniert prima und der läutet auch schön nostalgisch laut!
 

koyaanisqatsi

IPPF-Urgestein
Mitglied seit
24 Jan 2013
Beiträge
12,509
Punkte für Reaktionen
323
Punkte
83
Moin Moin


Und bei meinen Fernsprechtischapparat (791-1) welches an einer ausgemusterten* F!B 7113 hängt, ist der Klingelton mit dem kleinen Rädchen an der Seite auf die Melodie "Dezentes Klackern" gestellt.
...sonst hab ich wieder den ganzen Tag Tinitus.


* Im Sinne von: Kann kein VDSL aber ATA geht noch ;)
 

Jung-Fernmelder

Neuer User
Mitglied seit
15 Dez 2016
Beiträge
30
Punkte für Reaktionen
2
Punkte
8
Hoch geschätztes IP-Phone-Forum!

Für Ihre rege Beteiligung an dieser Diskussion bin ich Ihnen sehr dankbar. Kann ich nun das Resümee ziehen, dass mein Vorhaben dem Grunde nach so funktionieren kann? Es ist mir ein Anliegen, die Wahrscheinlichkeit, dass es funktionieren wird, im Vorfeld gut abschätzen zu können, da ich nicht in einen Fernsprechapparat investieren möchte, der beispielsweise nicht laut genug klingelt.
"Dezentes Klackern"
Darf ich fragen, was damit gemeint ist? Haben Sie die Lautstärke also eher reduziert, als dass Sie das Klingeln mit der maximal erreichbaren Lautstärke genießen?
In diesem Sinne freue ich mich sehr auf Ihre weiteren Antworten.


Mit freundlichen Grüßen

Jung-Fernmelder
 

koyaanisqatsi

IPPF-Urgestein
Mitglied seit
24 Jan 2013
Beiträge
12,509
Punkte für Reaktionen
323
Punkte
83
Nee, oder doch, ja, der Klöppel wird über Elektromagnet auf die Schelle gehauen.
...und dieser Drehregler an der Seite vermindert die Lautstärke mechanisch dadurch ob und/oder wie stark der Klöppel die Schelle trifft.
Klackkerts nur noch, wird die Schelle vom Klöppel nicht mehr getroffen/erreicht.
:cool: ( Unterste Einstellung, sozusagen )
Es macht dann nur noch ein hellklingendes "Pling" wenn es, weil superextralanges Kabel, von A nach B und dann etwas rabiater abgestellt wird.
...oder der Hörer richtig auf die Gabel knallt.

Laut nutz ich es beispielsweise nur wenn im Garten bei der Kirschblüte.
...und später Ernte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Peter_Lehmann

Neuer User
Mitglied seit
13 Mrz 2007
Beiträge
166
Punkte für Reaktionen
36
Punkte
28
@Jung-Fernmelder

Sehr geehrter Herr Schwirz-Schalling!

Das, was ich Ihnen jetzt schreibe, wird sehr hart für Sie sein!
Bitte lesen Sie nur weiter, wenn Sie sich dazu psychisch in der Lage fühlen.

Die Deutsche Bundespost gibt es leider nicht mehr!
Sie wurde mit Wirkung vom 2. Januar 1995 im Rahmen des Gesetzespaketes der zweiten Postreform in die privatrechtlichen Aktiengesellschaften Deutsche Post AG, Deutsche Telekom AG und Deutsche Postbank AG übergeleitet. Mit dem 7. April 2000 endete die nationale Zulassungspflicht und es wurde fortan die Einhaltung der EU-Richtlinie 1999/5/EG von den Herstellern gefordert.
Im Rahmen der dabei erreichten Liberalisierung hinsichtlich der eingesetzten Endgeräte gibt es seit dem auch keine Probleme mehr, Geräte ohne BZT-Zulassungsnummer ("Posthörnchen") einzusetzen, solange die Geräte die o.g. EU-Richtlinie einhalten.

Und jetzt die gute Nachricht:
Da es keine Deutsche Bundespost mehr gibt, ist auch die Wahrscheinlichkeit entfallen, dass diese eine Anzeige wegen des Öffnens eines "Posteigenen" Fernsprechendgerätes fertigt.


Nun zu den im Eingangsposting gestellten Fragen;

Schon aus der Tatsache, dass die 25Hz-Rufwechselspannung einer früher eingesetzten Ruf-und Signalmaschine (60 bis 90V) wesentlich höher war als die ca. 32 Volt effektive Klingelspannung einer Fritz!Box, dürfte klar sein, dass die Lautstärke des elektromechanischen Weckers eines FeTAp etwas geringer sein wird, als das beim Anschluss an eine RSM war. Trotzdem kann ich aus Erfahrung sagen, dass meine Geräte (ein W48, ein dänischer F-61 und ein durchsichtiger (!) Variant aus DDR-Produktion) trotzdem sehr laut klingeln.
Ich weiß wovon ich spreche, denn ich bin zwar noch nicht tot, aber immerhin schon schwerhörig.

Einige ältere FRITZ!Boxen des Herstellers AVM (7170, 7270 und vlt. auch noch weitere) sind sehr wohl in der Lage, das Impulswahlverfahren umzusetzen. So befindet sich in meinem "Kleinen Prüfschrank 50" (siehe Avatar) zuammen mit einem kleinen 24V-Netzteil für Mess- und Prüfzwecke und die Speisespannung eine F!B 7170, welche die Wahlumsetzung realisiert und meine analogen Telefone an die F!B 7590 "übergibt".

Es ist und bleibt wichtig (wenn es weiterhin funktionieren soll), dass der Nummernschalter ab und an gewartet wird. Auch wenn die Umsetzung der Wahlimpulse in der F!B nicht so zeitkritisch erfolgt, wie es bei den führeren Wählern war. Zur Vermeidung von Falschwahlen dürfte damals nicht jeder "Endstellenpfleger" den Nummernschalter öffnen und ölen. Hier war ein Austausch angesagt.
Die originale Wartungsvorschrift habe ich nicht mehr gefunden, aber die verlinkte Seite hat mir gut gefallen:
Nummernschalter N38 des W48 oder W49 reinigen, schmieren und ...

Ich hoffe, dass ich dem Jung-Fernmelder helfen konnte. (Hat mir Spaß gemacht, mich wieder mal damit zu befassen ;-))


MfG Peter
(Vor 50 Jahren auch mal Jung-Fernmelder gewesen)
 

Jung-Fernmelder

Neuer User
Mitglied seit
15 Dez 2016
Beiträge
30
Punkte für Reaktionen
2
Punkte
8
Sehr geehrter Herr Lehmann,
Sehr geehrter Jung-Fernmelder des Jahres 1970 (War damals denn nicht alles besser?),

über Ihre außerordentlich kompetente und umfassende Antwort, die offenbar Zeugnis jahrzehntelanger Erfahrung sein muss, habe ich mich sehr gefreut. Darf ich neugierig sein und fragen, ob Sie weiterhin im Dienste des Fernmeldewesens stehen? Tatsächlich war ich davon ausgegangen, dass ich psychisch zum Lesen Ihres Textes in der Lage sei. Doch leider habe ich mich da etwas überschätzt und bin nun traumatisiert. Eine Bekannte, die Psychologie studiert und die durch mich diesbezüglich informell konsultiert wurde, sah sich gezwungen, mir die Auskunft zu geben, dass dieses Trauma irreversibel und nicht behandelbar sei. Also werde ich nun bis zum Ende meines Lebens damit zurechtkommen.
Wegen des Hinweises bezüglich des Entfallens der nationalen Zulassungspflicht bin ich Ihnen sehr dankbar; ich habe schon einen Tag lang damit verbracht, die BZT-Zulassungsnummer meines Fernsprechapparates der Bauart Gigaset C430HX zu recherchieren und habe mich in Ermangelung eines Ergebnisses dazu entschieden, diesen zur Verhinderung einer Anzeige gegen mich und der damit verbundenden Sperre meines Teilnehmeranschlusses nicht einzusetzen.
Bei Gelegenheit werde ich einen FeTAp 611 an meine als Analog-Telefonie-Adapter konfigurierte AVM FRITZ!Box 7270 anschließen und ins Netzwerk einbinden. Ich freue mich schon sehr darauf, diesen hochmodernen, absolut großartigen Fernsprechapparat allerneuster Bauart, ausgeführt in höchster Bundespost-Qualität, bedienen und mit ihm am Fernsprechverkehr teilnehmen zu dürfen. An der elektromechanischen Wartung dieses Geräts werde ich mich versuchen und arbeite mich derweil ein, unter anderem anhand des unter dem veröffentlichten Links bereitgestellten Dokuments. Sobald dieses Vorhaben voranschreiten wird, werde ich eine Rückmeldung veröffentlichen.


Mit freundlichen Grüßen

Jung-Fernmelder
alias Manfred S. Schwirz-Schalling