Komplexere (?) Telefonanlage mit Asterisk

a_engels

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Hallo Forumler,

Ich habe ein etwas komplexeres (vielleicht seht ihr es auch anders) Telefonanlagenproblem. Ich möchte eine Warteschleife für Anrufe einrichten, die auf einer ISDN Nummer eingehen, und diese dann auf 2 räumlich getrennte Standorte verteilen.

Standort 1:
DSL 16000 mit ISDN (2 Kanäle)
ISDN Rufnummer <- Hier gehen die Anrufe ein
normales ISDN Telefon mit DECT
Permanent angeschalteter Linux Server, 2.4 Kernel, Fritz PCI mit AVM Capi, hylafax

Standort 2:
DSL 16000 mit ISDN (2 Kanäle)
normales ISDN Telefon mit DECT
Permanent angeschalteter Linux Server

Beide Standorte sind per OpenVPN verbunden. Über die Leitung betreiben wir Remotedesktop, jedoch dürfte die Upload-Bandbreite von 1 mbit/s nicht so sehr ausgelastet sein.

Anrufe gehen nur bei Standort 1 ein. Wie ihr seht, sind die ISDN Kanäle unterdimensioniert für eine Warteschleife (effektiv haben wir eigentlich nur 1 Kanal für eingehende Gespräche, da der 2. Kanal unbedingt für ausgehende Gespräche offen sein muss). Die Warteschleife sollte mindestens 4 Anrufer gleichzeitig abwickeln können. Die Anrufe sollen nur an einem einzigen Telefon entgegengenommen werden.

Ein Anlagenanschluß kommt wegen der hohen monatlichen Kosten eigentlich nicht in Frage. Ich habe gerade mit der Telekom gesprochen - mit ca. 200 Euro pro Monat für 4 Kanäle und ca. 2000 Euro für die Anlage müsse man rechnen. Ist das korrekt? Ausserdem würden wir unsere jetzige Rufnummer verlieren, was auch bei einer 1 jährigen kostenlosen Umleitung unakzeptabel ist.

Meine Idee ist nun, dass man das ganze per VOIP und Asterisk löst. Man könnte die eingehenden Gespräche auf eine VOIP Rufnummer umleiten (müsste eigentlich kostenlos bei Call&Surf Plus sein?), die dann von einem Asterisk Server entgegengenommen werden.

Priorität 1: Wir brauchen unbedingt eine Warteschleife. Die Frage ist, ob man sich eine Lösung selbst bastelt (mit einem vServer oder einem der vorhandenen lokalen Linuxserver?) oder einen Provider dafür benutzt (gibt es so etwas überhaupt?). Und wie sollten dann die Anrufe geroutet werden? ISDN Rufnummer 1 -> VOIP Rufnummer -> ISDN Rufnummer 2? Oder ISDN Rufnummer -> VOIP Rufnummer -> lokaler Asterisk Server -> ISDN Telefon? Was haltet ihr für zuverlässiger?

Priorität 2: Es wäre nett, aber nicht unbedingt notwendig, dass ein Telefon bei Standort 1 und 2 gleichzeitig klingelt, wenn ein Anruf eingeht.

Kann man so etwas hinbekommen? Ich kenne mich mit Linux sehr gut aus, habe aber absolut keine Ahnung von Asterisk.

Ich bin auch bereit, für die Installation etwas zu bezahlen, sofern man sich auf einen vernünftigen Betrag einigen könnte.

Danke für alle Antworten.
 
Warum so umständlich? Anlagenanschluss bei VoIP-Provider bestellen (oder Nummer portieren) und von dort die Anrufe auf die Standorte verteilen, entweder an VoIP Telefone oder über Gateway an die vorhandene Anlage.

jo
 
@rollo: Welcher Anbieter ist denn zu empfehlen? Das ganze muss schon sehr zuverlässig sein (es handelt sich um eine Arztpraxis).
 
Zuletzt bearbeitet:
Entweder an einem Standort Anlagenanschluss (Arcor knapp 18 EUR pro zwei Leitungen) und dann dort ggbf. an zweiten Standort per Internet weiterleiten.

Oder Nummern z.B. bei dus.net bestellen und auf ersten Standort terminieren, ggbf. auf zweiten Standort weiterleiten.

Mit Asterisk alles kein Problem.
 
Die Preise von Arcor für einen Anlagenanschluß wären wirklich bezahlbar, allerdings möchten wir unbedingt die Rufnummer behalten (auch eine einjährige Umleitung der Gespräche von der alten auf die neue Nummer ist eigentlich nicht akzeptabel). Kennt ihr eine Möglichkeit, wie man die alte Rufnummer doch noch behalten könnte (sowohl Arcor als auch Telekom meinen, dass dies nicht möglich sei)?

Falls man das ganze per VOIP Anlagenanschluss löst, wie würde das dann genau aussehen? Würden die Gespräche wieder per ISDN an uns weitergeleitet werden? Bitte schreibt doch ein bisschen mehr. Die bisherigen Antworten sind schlicht zu kurz.
 
wie man die alte Rufnummer doch noch behalten könnte (sowohl Arcor als auch Telekom meinen, dass dies nicht möglich sei)?

Ich gehe mal davon aus, ihr wechselt beim Umzug das Ortsnetz. Wenn nicht könnt ihr auch die Rufnummern behalten.
Redet mit dem Hausbesitzer/Nachmieter, dass ihr einen Brifkasten dort lassen könnt (gelegentliche Leerung nicht vergessen). Andere Adresse innerhalb des Ortsnetzes (z.B. Mitarbeiter der Praxis) ist auch möglich.
Damit ist die Vorraussetzung für den Ortsbezug gegeben. Eine polizeiliche oder gewerbliche Meldung wird nirgendwo verlangt.
Portiert die Rufnummern zu einem VOIP-Provider und bindet sie in den Asterisk ein. Ein solches Vorgehen mit einem realen Telefonanschluß ist prinzipiell auch möglich, dann müsst ihr aber Hardware vor Ort vorhalten und die Kosten für die Weiterleitung zahlen.
 
Ein Briefkasten oder die Privatanschrift eines Mitarbeiters ist weder ein Betriebssitz noch eine Wohnung des Arztes. Die Voraussetzung für den Ortsnetzbezug wäre damit eindeutig nicht gegeben. (Allerdings ziehen Arztpraxen selten über eine größere Entfernung um.)

Auf einen einzelnen v-Server würde ich mich übrigens nicht verlassen, sondern zumindest einen zweiten v-Server bei einem anderen Anbieter besorgen, damit bei Problemen kurzfristig Ersatz bereit steht.
 
Wieso redet ihr eigentlich von einem Umzug? Dazu kann ich in den Aussagen des Threaderöffners nichts lesen.
 
Ich lese eigentlich auch nichts von einem Umzug. Auf die Idee ist kombjuder vielleicht auch nur deshalb gekommen, weil es hieß, die Arztpraxis werde die bisherige Rufnummer verlieren. Das dürfte aber eher daran liegen, dass sich weder Telekom noch Arcor in der Lage sehen, diese Rufnummer auf einen Anlagenanschluss zu schalten.
 
Kennt ihr eine Möglichkeit, wie man die alte Rufnummer doch noch behalten könnte (sowohl Arcor als auch Telekom meinen, dass dies nicht möglich sei)?

Kann durchaus sein dass man Rufnummern eines Mehrgeräteanschlusses nicht auf einen Anlagenanschluss portieren kann. Wahrscheinlich haben die Anbieter der ortsfesten ISDN-Dosen altertümliche Technik von gestern die man nicht umprogrammieren kann.

Bei einer Portierung zu einem SIP-Provider ist das nicht das Problem. Vereinbare wieviel gleichzeitige eingehenden Gespräche Du haben möchtest.

Die Gespräche werden bei dem Provider aus dem alten Telefonnetz terminiert und Dir per SIP über das Internet zugestellt.

PS: Ein weiterer Stolperstein ist Fax.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo a_engels,
beide Anforderungen, sowohl die Warteschleife als auch das gleichzeitige Klingeln beider Telefone müssten sich mit einer Asterisk Anlage realisieren lassen.
Dabei würde ich folgendes Szenairo vorschlagen:
Eine Asterisk Anlage mit ISDN Karte aufsetzen, die mit an den ISDN Mehrgeräteanschluss angeschlossen wird, auf dem die eingehenden Anrufe für die Warteschlange eingehen.
In der Asterisk wird nur die MSN konfiguriert, die in die Warteschlange gehen soll, alle anderen MSNs bleiben außen vor. Damit reagiert die Asterisk auch gar nicht, wenn für eine dieser MSNs ein Anruf eingeht.
Einrichten von 2 oder mehr SIP Accounts in der Asterisk für die Telefone, die als Agenten für die Warteschlange verwendet werden sollen. Als Telefone können beliebige SIP Telefone oder analoge Telefone eingesetzt werden, die über einen SIP ATA angeschlossen werden. Da die Standorte über Open VPN miteinander verbunden sind, ist es unerheblich an welchem Standort sich ein Telefon befindet. Für die Asterisk liegen sie im selben lokalen Netz.
Einrichten einer Warteschlange für eine beliebige interne Nebenstelle und Mapping der MSN auf diese Nebenstelle.
Zuweisen der SIP Telefone als Agenten für die Warteschlange. Dabei sollte die Warteschlange so konfiguriert werden, dass alle Agenten einer Prioritätsklasse gleichzeitig klingeln. Fertig!
Falls Ihnen die Konfiguration der Asterisk auf der Kommandozeilenebene zu mühsam ist, können Sie eine Lösung mit einer komfortablen Web-Oberfläche einsetzen. Geeignet wäre z.B. unsere kostenlose IPTAM PBX5 (www.iptam.com).

Viel Spaß und freundliche Grüße
Ralph Griebenow
 
Verbessert dieser Vorschlag irgendetwas an der Kapazität, die auf der Hauptrufnummer für mehrere gleichzeitig eingehende Anrufe verfügbar ist?
 
Verbessert dieser Vorschlag irgendetwas an der Kapazität, die auf der Hauptrufnummer für mehrere gleichzeitig eingehende Anrufe verfügbar ist?

Sorry der Punkt war mir entgangen.
Dann würde ich folgendes vorschlagen:
einen SIP Account bei einem SIP Provider einrichten. Die Asterisk müsste sich dann beim SIP Provider registrieren und die Rufnummer, die vom SIP Provider zugewiesen wird, wird auf die Warteschlange geleitet.
Für die eingehenden ISDN-Calls eine Anrufweiterleitung per Call Deflection auf die Rufnummer beim SIP Provider in der Asterisk konfigurieren. Bei einem älteren ISDN Anschluss muss das Leistungsmerkmal "Anrufweiterleitung im Netz" oder Neudeutsch "Call Deflection" von der Telekom noch freigeschaltet werden. Das ist aber kostenlos.
Die Einrichtung der Anrufweiterleitung per Call Deflection bewirkt, dass die Asterisk den eingehenden Anruf ablehnt und der Telekom dabei die neue Zielrufnummer mitgibt. Die Bandbreite auf dem ISDN Anschluss bleibt also frei. Die Weiterleitung des Anrufs ist jedoch kostenpflichtig. Es fallen die Gesprächsgebühren für ein abgehendes Telefonat an.
 
Die Leistungsbeschreibung der Deutschen Telekom sagt dazu:
Für einen ISDN-Mehrgeräteanschluss werden maximal zwei ankommende Verbindungen gleichzeitig weitergeleitet.

Wenn man die Rufnummer gleich zu dem SIP-Provider portieren lässt (wie es oben bereits vorgeschlagen wurde), kann man sich die Anrufweiterschaltung und vielleicht auch die ISDN-Karte sparen.
 
Zuerst einmal Danke für die vielen Antworten. Ich musste die Sache erst einmal zurückstellen, da es Probleme mit der EDV Anlage selbst gab (wir lassen alles über Terminalservices laufen und hatten da Performanceprobleme; das ist aber eine andere Baustelle).

Wir wollen tatsächlich nicht umziehen, das Problem liegt - wie einige richtig vermutet hatten - darin, dass weder Arcor, noch die Telekom die alte Rufnummer auf einen Anlagenanschluss portieren können/wollen.

Bei euren Lösungsvorschlägen gehen die Anrufe per SIP ein. Das ist ziemlich schlecht, da eine Internetleitung erfahrungsgemäß häufiger gestört ist, als eine einfache ISDN Leitung. Vergesst auch erst einmal die Voraussetzung, dass 2 Telefone gleichzeitig klingeln sollen.

Inzwischen denke ich, dass folgende Lösung die beste Wäre:
1.) Umleitung der Hauptrufnummer auf eine SIP Festnetznummer (zum Testen; später dann Portierung der Rufnummer auf SIP).
2.) Warteschleifenrealisierung in SIP.
3.) Anrufweiterleitung an eine ISDN Festnetznummer. Kann man Asterisk so konfigurieren, dass periodisch eine Festnetzrufnummer angewählt wird, so lange bis sie nicht mehr besetzt ist?

Kann man so etwas basteln?

Ansonsten wäre noch folgendes denkbar:
2. ISDN Anschluss, der exklusiv dazu benutzt wird, um nach aussen zu telefonieren. Der 1. Anschluss hat dann 2 Leitungen frei, so dass wenigstens ein Patient in der Warteschleife warten könnte. Ist zwar nicht schön, aber das würde die Kapazität immerhin verdoppeln. Welche Hardware könnte man dafür verwenden?
 
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