[Frage] LAN-Kabel unterirdisch im Leerorhr verlegen

Bib

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Hallo,
ich möchte mein Haus mit dem Nachbarhaus mittels eines Cat.7 Installationskabels verbinden und ein gemeinsames Netzwerk aufbauen.

Ich habe bereits ein Leerrohr vom Technikraum durch den Fussboden der Garage bis zur Grundstücksgrenze. Dort soll das Rohr 6m unter einem Privatweg durch (wird nur hin und wieder durch schwere Traktoren befahren) und dann 10m im Garten des Nachbarhauses unterirdisch und dann durch die Hauswand zu einer Netzwerkdose.

Länge der Leitung wird insgesamt unter 50m betragen das sollte soweit kein Problem sein.

Wie tief sollte ich das Kabel unter dem Privatweg verlegen? Und in was für einem Leerrohr? Im Haus hab ich betonfestes 25mm Leerrohr in die Betondecken eingelegt. Reicht das hier auch aus oder sollte ich lieber DN100 KG-Rohr vergraben und dann darin das Kabel frei verlegen? Oder im KG-Rohr nochmal ein Kabelschutzrohr einziehen?

Wenn ich alles in Leerrohren verlege, kann ich ja normale Hausinstallationskabel verwenden, oder? Es muss dann kein Erdkabel sein? Das nimmt man doch nur bei direkt in Erde verlegten Kabeln, ohne Leerrohr?

Muss ich die Leerrohre alle gegen eindringende Feuchtigkeit abdichten oder macht das nichts, wenn da mal Wasser hineinlaufen würde? Das Kabel ist ja ummantelt und komplett aus einem Stück.


Gibt es eine Möglichkeit, das Netzwerkkabel galvanisch zu trennen, so dass eine Überspannung im Nachbarhaus meiner Netzwerktechnik nichts ausmacht? Ich meine richtig galvanisch trennen, nicht nur irgendwelche billigen Sicherungszwischenstecker gegen Überspannung aus dem Baumarkt dazwischen stecken.
 
Gibt es eine Möglichkeit, das Netzwerkkabel galvanisch zu trennen, so dass eine Überspannung im Nachbarhaus meiner Netzwerktechnik nichts ausmacht? Ich meine richtig galvanisch trennen...
Ja die Möglichkeit gibt es, nennt sich Glasfaser. Es gibt ausreichend viele Anbieter im Internet, die fertig konfektionierte Glasfaserkabel anbieten. Die haben so viele davon, dass sie diese sogar verkaufen. :lach:

Mal im Ernst: Diese Strecke mit fertig konfektioniertem Glasfaser zu überbrücken, kostet nicht viel, die dazugehörigen Media-Konverter (100MBit/sek oder auch 1000 MBit/sek) sind ebenso bei Stck. ~30€ zu erwerben. Wichtig ist hier nur, dass die Steckverbinder der Kabel zu den Steckverbindern der Media-Konverter passen. Normale Multi-Mode-Glasfasern und -Konverter sind hier angesagt. Genaueres kann Dir der Anbieter des Glasfaser-Kabels nennen.
Alles andere ist Pfusch!

Zu den baulichen Gegebenheiten: Es reicht i.d.R. ein Kabelgraben (>50cm tief), in dem das feuchtigkeitsresistente und Nagetier-geschützte Glasfaser schön in einem Bett aus Sand hineingelegt wird. Darüber ebenfalls noch eine satte Lage Sand und zu damit. Da können dann auch Traktoren, Radlader, LKWs und Co drüber fahren, dann passiert nichts mehr.
Nimmst Du ein Leerrohr, dann muss das sehr steif sein und sehr tief verbuddelt werden, damit die Hohlräume nicht von außen zerdrückt werden und damit dann das Kabel einschneiden. Da würde ich zu >1m Tiefe raten und auch dieses dann ebenfalls satt in Sand einfassen. Das hat natürlich den Vorteil, nachträglich einfach an das Kabel wieder zu kommen bzw weitere Leitungen durch das Rohr zu ziehen. Dazu führe gleich am Anfang einen Zugdraht mit ein - einfache Litze (1,5mm Querschnitt) reicht aus. Ein 100er Rohr und dann zusätzlich einen Flexschlauch im das Galsfaser als weiteren Schutz nur für diese Kabel ist natürlich das Beste und Zukunftssicherste. Ein 25er Rohr ist für fertig konfektioniertes Glasfaserkabel schon arg (imo zu) eng. Bedenke: Die Stecker am Ende müssen da durch.


Flatterband mit Warnaufdruck "Achtung Kabel" o.ä. gehört auf jeden Fall ausreichend hoch über dem Kabel mit verbuddelt, egal, für welche Variante Du Dich entscheidest.
 
Wie biegsam sind denn diese Glasfaser-Kabel? Komm ich durch ein Leerohr mit einer engen Kurve? Mit dem LAN-Kabel gehts problemlos.


Und warum ist ein Cat.7-Kabel Pfusch? Von der Reichweite her doch kein Problem. Oder meinst du das nur in Bezug auf den Überspannungsschutz? Wenn das jetzt keine Anforderung wäre, dann ginge es auch mit Cat.7?
 
Hattest du schon mal ein optisches Audiokabel in der Hand ? Dann weißt du wie biegsam Glasfaser ist, besser als Kupfer.
 
TOSLINK kenne ich. Ok, dann geht es damit auch.


Sind dann nur noch die Fragen offen, wie tief und welches Leerrohr unter dem Weg und ob Cat.7 auch geht, wenn man den Überspannungsschutz weglässt - bzw. ob das überhaupt notwendig ist. Wenn der Blitz über die Stromleitung kommt, nutzt das beste LWL-Kabel nichts...
 
Und warum ist ein Cat.7-Kabel Pfusch? Von der Reichweite her doch kein Problem. Oder meinst du das nur in Bezug auf den Überspannungsschutz?
Richtig, Du bekommst keine saubere galvanische Trennung hin und auch die Einstreuung von Störeinflüssen ist "leicht" höher, als bei Glasfasern.
Als kleine galvanische Trennlösung ginge auch: 2x den Mediakonverter bei Dir, 1x mit dem Netzwerkkabel des Nebenhauses und 1x mit Deinem Netzwerk per Netzwerkkabel verbunden, dazwischen kurze Glasfaser-Patchkabel. Dann hast Du nur noch die Störeinflüsse vom Kabel selbst.

...wie biegsam Glasfaser ist, besser als Kupfer.
Unsinn!
1. Die Dämpfung des Kabels steigt enorm an, wenn es zu stark gebogen wird.
2. Weiterhin ist das komplette Kabel (nicht die einzelne Faser(!)) schon recht steif.

Das Plastik-Toslink-Zeug ist blöde Spielerei mit sehr schlechten Datenübertragungsraten. Das ist nicht vergleichbar mit richtigen Glasfaserstrecken
 
CAT 7 ist natürlich kein Pfusch, Novice bezog das auf die Verbindung Kupfer zu Glasfaser. Ich würde bei dieser Strecke Kupferkabel nehmen. Es gibt auch inzwischen Mehrfach Steckdosenleisten mit Blitz und Überspannungsschutz wo die Netzwerkkabel mit einbezogen sind.
 
CAT 7 ist natürlich kein Pfusch, Novice bezog das auf die Verbindung Kupfer zu Glasfaser
Nein, ich bezog mich auf die saubere galvanische Trennung und Störunempfindlichkeit.
Die Verbindung "Kupfer zu Glasfaser" nennt sich Media-Konverter und ist kein Pfusch sondern Stand der Technik, um die Signale von einem zum anderen Medium zu konvertieren.
Es gibt auch inzwischen Mehrfach Steckdosenleisten mit Blitz und Überspannungsschutz wo die Netzwerkkabel mit einbezogen sind.
Und auch das ist irgendwas zwischen Augenwischerei und Pfusch, denn es findet keine galvanische Trennung statt und kurzzeitige Überspannungen werden nur in homöopathischer Dosis abgefangen. Nicht aber statische Potentialunterschiede. Dafür aber geht die Störempfindlichkeit des Kabels aufgrund des störenden Dämpfungsgliedes hoch.
Bei unterschiedlichen Potentialen zwischen den beiden Endstellen, wie sie diese Häuser darstellen bringen diese Schutzsteckerchen rein garnichts!
 
Fachgerecht wäre aufgrund der Potentialtrennung (ich LIEBE Ausgleichsströme über geschirmte Verkabelungen; da kann man mit dem Zangen-Ampèremeter auch mal 3-5A messen) die Verlegung eines Glasfaserkabels (4 Fasern, Multimode). Technisch funktionieren würde auch alles von Cat.5 an aufwärts.

Bitte beim Kabeltyp auf ein (frostsicheres, nagetiergeschütztes) Aussen-Verlegekabel achten. Die in Rohren verlegten Installationskabel für Innenräume verschleissen aufgrund der Witterungsumgebungen und Materialbewegungen doch recht schnell.
 
Danke für die Info, novize.

Würdest du für diese kurze Strecke (sind so ca. 40m) komplett Glasfaser oder einfach Cat.7 und dann in meinem Technikraum Mediakonverter zwecks galvanischer Trennung installieren oder komplett auf Glasfaser gehen?

Eine Leerdose ist in der Mitte als Verteiler und Zugdose gesetzt. Also Leerrohr rein - Leerohr in der selben Dose wieder raus. Wird mit LWL dann nicht so toll sein?


EDIT:
Das Kabel wird komplett in Leerrohren verlegt - und zwar in stabilen, entweder KG-Rohr oder betonfestes Kabelschutzrohr. Das hab ich zuhause auch um sämtliche Stromkabel hinter der Couch gelegt, weil meine Katzen da gerne dran rumgekaut haben. Da kommen sie nicht durch.

Aber wegen Frsotschutz - gefrieren kanns natürlich schon. Wenn das ein normales Haus-Kabel nicht abkann...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich persönlich würde, wie foschi auch vorschlug, ein 4-Faser-Multimode-Außenkabel (OM3) nehmen und damit komplett von einem zum anderen Gebäude verbinden. Da hättest Du dann noch die Option, eine weitere getrennte Glasfaserverbindung zu errichten oder Du lässt die 2 anderen Fasern als Reserve wegen Kabeldefekt. So hast Du auf jeden Fall eine störungsfreie 1GBit-Verbindung (& 1x Reserve).
Nur mit einem kompletten Glasfaserkabel kannst Du beide Gebäude potentialgetrennt halten. Ansonsten holst Du das fremde Potential zu Dir ins Haus, um es dann irgendwie halbwegs zu eliminieren. Ist halt nur die 2.-beste Lösung. Spätestens bei einem Blitzeinschlag im Nachbarhaus holt Dich das Problem ein, denn dieser fegt dann über die Abschirmung bis zu Dir und tobt auch in Deinem Haus ein wenig herum. Dazu muss er nur das Netzteil des Mediakonverters überwinden, was einem Blitz auch gelingen dürfte :(
Diese "Leerdose"... ich kann mir im Moment nicht vorstellen, was Du genau damit meinst. Mach doch mal nen Bild vom vorhandenen Aufbau und stell das hier ein.
 
Leerrohr geht vom Technikraum bis zur Aussenwand der unterkellerten Garage. Dort ist dann eine ganz normale Elektro-Installationsdose für Betoneinbau innen gesetzt: http://www.mercateo.com/images/products/721_kluxen/kaiser_ig_125543.jpg
Durchmesser 60mm und Tiefe wahrscheinlich 40mm. Kann jetzt nicht genau sagen, ob das normale oder tiefe Dosen sind.

Ist eine ganz normale Elektrodose, für Steckdoseneinbau usw, nur eben bereits in die Betonschalung eingesetzt worden.

In die Elektroinstallationsdose geht das Leerrohr 25mm vom Technikraum und dann ein weiteres Leerrohr in 25mm nach draussen. Diese Dose kann dann zum einzeihen des Kabels verwendet werden. Ich wollte aussen am Haus nämlich keine Öffnungen, Leerdosen oder so. Das Leerrohr geht unter der Sockeldämmung in die Erde und dann in ein noch zu verlegendes Leerrohr zum Nachbarhaus.


EDIT: Hab nachgesehen. Es sind zwei Leerdosen nebeneinander mit Verbindung. 1 Leerdose mit dem Leerrohr vom Technikraum, die daneben mit dem Leerrohr nach draussen.

Also müsste ich in der Dose mit dem LWL-Kabel einen 90°-Bogen machen. Geht das so eng ohne Probleme?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Du durch die kompletten Leerrohre ein Zugdraht gezogen hast, sollte das gehen. Vorausgesetzt, das Kabel mit den konfektionierten Steckern und dem darum gestülpten Flexschlauch ist schmaler, als die genannten 25mm, was ich erst mal anzweifle...
Aber die Kabelkonfektionierer, die Dir dann das Kabel zusammen basteln, können da vielleicht mal Tipps und Alternativen geben, um diese Schutz- und Zug-Tülle so schmal, wie möglich auszuführen.
Wenn z.B. die LC-Steckervariante genommen wird, dann ist das alles schon recht dünn und könnte passen. Wichtig ist beim durchfädeln nur, dass das in einem Rutsch passiert und nicht erst bis zur Dose und dann in einem weiteren Schritt von der Dose weiter zu dem nächsten Punkt, um die Knickgefahr im Bereich der Dose zu eliminieren.

EDIT: Hab nachgesehen. Es sind zwei Leerdosen nebeneinander mit Verbindung. 1 Leerdose mit dem Leerrohr vom Technikraum, die daneben mit dem Leerrohr nach draussen.
Bilder sagen mehr, als 1000 Worte. ;)
Weiterhin wäre die "Endstelle" im Nachbarhaus auch interessant.
 
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