[Info] Mehrere Glasfaseranschlüsse über eine GF-TA (Telekom FTTH)

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Deleted member 273463

Guest
Weil die Telekom meine Kündigung ignoriert hat, bin ich zur Zeit in der Situation, dass ich über zwei Internetanschlüsse (FTTH) verfüge; über eine GF-TA.

Online habe ich dazu noch nichts gefunden und auch hier im Forum wurde darüber noch nicht geschrieben (soweit ich das mitbekommen habe). Wie die beiden Anschlüsse genutzt werden können, möchte ich hier beschreiben. Vielleicht hilft es jemandem in Zukunft weiter.

  • Mir liegt die unbestätigte Aussage der Telekom vor, dass über deren FTTH Infrastruktur bis zu 4 Verträge/Anschlüsse je GF-TA möglich sind.
  • Nach wie vor ist aber nur eine PPPoE Session je Vertrag/je Modem möglich.
  • Ein Internetzugang kann dabei nur über das Modem genutzt werden, dessen Modem ID dem jeweiligen Anbieter mitgeteilt wurde. Ich kann also einen Anschluss von o2 nicht über ein Modem, das bei der Telekom registriert ist nutzen.

Um trotzdem mehrere Anschlüsse über eine GF-TA nutzen zu können, bedarf es eines LC/APC Splitters:

IMG_2368.jpg

Dieser splittet das Signal auf, sodass zwei Modems angeschlossen werden können. Das ist nichts anderes als das, was die Telekom mit ihren GPON Anschlüssen ohnehin schon macht. Eine Faser auf bis zu 32 Haushalte aufteilen:

IMG_2367.jpg

Darüber laufen jetzt zwei Internetzugänge:

Screenshot_20250709_142610.png

Mir sind dabei zwei Gedanken oder Fragen gekommen, die allerdings mehr der Unterhaltung dienen.

Was passiert bei drei aktiven Verträgen mit Gigabit Bandbreite? Wenn ich die Kündigung bei der Telekom zurücknehme, die Verträge bei o2 und Telekom auf Gigabit erhöhe und noch einen dritten Vertrag bei 1&1 abschließen würde. Bekomme ich dann eine eigene Faser oder werde zwangsweise auf mehrere Fasern migriert und erhalte eine zweite GF-TA?
Was passiert, wenn in diesem Szenario durch automatisierte Downloads die 2,5GBit/s permanent ausgelastet sind und somit bis zu 31 andere Kunden nicht mehr surfen können?
 
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Um trotzdem mehrere Anschlüsse über eine GF-TA nutzen zu können, bedarf es eines LC/APC Splitters:
Du kannst auch einfach ein Y-Kabel verwenden:
 
Was passiert, wenn in diesem Szenario durch automatisierte Downloads die 2,5GBit/s permanent ausgelastet sind und somit bis zu 31 andere Kunden nicht mehr surfen können?
Ich würde mal vermuten (bzw. eher hoffen, ist ggf. auch vom jeweiligen OLT bzw. dessen Konfiguration abhängig), dass das nicht passieren wird und im Extremfall alle Kunden (also auch die drei 1Gb/s Kunden) lediglich auf max. 78/39 (DS/US) Mb/s gedrosselt werden. Damit dürften alle Kunden im Segment noch surfen können (wenn nicht die Anbindung des OLT auch noch überlastet ist/wird).
 
Aus dem Taschenrechner: 2500 geteilt durch 32 ist gleich 78
 
78/39-Drosselung klingt fast so absurd wie meine ersten Gedanken - das Schalten von xPON für chrsto oder eben 31 Nachbarn mit Heugabeln und Fackeln vor der Tür.
 
Und der UL ergibt sich demnach aus 1250/32=39

Eine "Vollbelegung" halte ich für eher recht selten, zumindest wenn ein "Power-User" mit im Strang ist.
 
Daher Extremfall, also wenn wirklich alle 32 Kunden gleichzeitig voll auslasten. Schlimmer dürfte es imo nicht werden.
 
Welche Kapzität hat eigentlich so ein Telekom ONT auf der Glasfaser-Seite? 1, 2.5 oder 10 GB/s?
Müssen alle ONT am gleichen Splitter immer die gleiche Geschwindigkeit aufweisen?
Hat dann die Leitung vom Splitter zur Vermittlungsstelle dann die gleiche Geschwindigkeit wie das ONT?
 
Welche Kapzität hat eigentlich so ein Telekom ONT auf der Glasfaser-Seite? 1, 2.5 oder 10 GB/s?
Was GPON eben bietet (DS und US unterschiedlich, also asymmetrisch, meine Werte aus Beitrag #4 einfach mit 32 multiplizieren oder eine übliche Internetsuchmaschine zu GPON befragen). Bzw. (in Zukunft oder in den bisher wenigen Gebieten) zusätzlich auch das, was per XGS-PON zur Verfügung steht (dann DS und US symmetrisch).

Müssen alle ONT am gleichen Splitter immer die gleiche Geschwindigkeit aufweisen?
Jein. Über den gleichen Splitter können schließlich unterschiedliche xPON-Standards bedient werden, also bspw. GPON und XGS-PON parallel (unterschiedliche Wellenlängen).

Hat dann die Leitung vom Splitter zur Vermittlungsstelle dann die gleiche Geschwindigkeit wie das ONT?
Splitter sind rein passive (optische) Bauteile, die ändern nichts an der Bandbreite bzw. Datenrate des jeweiligen xPON OLT-Ports.
 
Welche Kapzität hat eigentlich so ein Telekom ONT auf der Glasfaser-Seite? 1, 2.5 oder 10 GB/s?
Müssen alle ONT am gleichen Splitter immer die gleiche Geschwindigkeit aufweisen?
Hat dann die Leitung vom Splitter zur Vermittlungsstelle dann die gleiche Geschwindigkeit wie das ONT?
Die Bruttokapazität einer Faser beträgt bei der von der Telekom genutzten GPON-Version 2.48832 Gbit/s im Downstream und 1.24416 Gbit/s im Upstream. Um diese Bandbreite auf die einzelnen Haushalte zu verteilen wird jede Sekunde in 8000 Timeslots à 125µS Dauer aufgeteilt. Ein solcher Slot kann brutto 38880 Byte im Download und die Hälfte im Upload transportieren.

Downstream:
Physikalisch gesehen liegt bei allen Teilnehmern, welche an der gleichen Faser hängen, stets die volle Bandbreite an. Die Verteilung der Bandbreite erfolgt per Zeitmultiplex, indem jedem Haushalt, anhängig von der gebuchten Geschwindigkeit, vom OLT eine bestimmte Anzahl an Timeslots zugewiesen wird. Damit nur der berechtigte Teilnehmer diese Daten lesen kann, sind sie mit AES-128 kodiert.

Upstream:
Die Zuteilung der Timeslots im Upstream erfolgt dadurch, daß jedes Downstreampaket eine Angabe darüber enthält, welcher ONT wann senden darf (Upstream BWmap).

Somit erklärt sich auch, wieso der ONT im OLT mit seiner Seriennummer registriert sein muß. Der OLT muß alle seine "Kunden" kennen, einerseits um den jeweils richtigen Key für die AES-Kodierung im Downstream anzuwenden, andererseits um eindeutig festlegen zu können, wann welcher ONT senden darf.

Das wichtigste für den Endverbraucher ist daß der ISP seine OLTs korrekt konfiguriert und kein overselling betreibt, wie es zumindestens früher oft bei den Anbietern von Kabelinternet der Fall war. Derzeit gibt es afaik bei der Deutschen Telekom keinerlei Anzeichen für ein overselling.

Auf dieser Seite gibt es (auf englisch) eine sehr gute Erkärung darüber wie Bandbreitenverteilung bei GPON funktioniert:
https://blog.linfre.de/2022/02/g-pon-framing-and-overhead/
 
Mag sein das geringfügige Abweichungen erlaubt sind, denn technische Geräte müssen ja immer gewisse Fehlertolanzen haben. In der ITU-T G.984.3 in der Fassung von 2014 ist im Absatz 5.6 Satz 3 und 4 die Länge eines Frames jedenfalls ausdrücklich mit 125µS festgelegt.
 
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Die Auflösung: µS = MikroSiemens von Siemens = Einheit des elektrischen Leitwerts = 1/Ohm

So könnte ich auch für eine "langsame Migration" mehrere Glasfaser-Boxen bzw. -Modems parallel anschließen und erspare mir das spätere Umstecken.
 
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Die Bruttokapazität einer Faser beträgt bei der von der Telekom genutzten GPON-Version 2.48832 Gbit/s im Downstream und 1.24416 Gbit/s im Upstream. Um diese Bandbreite auf die einzelnen Haushalte zu verteilen wird jede Sekunde in 8000 Timeslots à 125µS Dauer aufgeteilt. Ein solcher Slot kann brutto 38880 Byte im Download und die Hälfte im Upload transportieren.
Werden diese Timeslots dann fest zugeteilt, z.B. 3-4 Slots, wenn 100MBit/s gebucht sind,
oder hat jeder erstmal nur einen Slot und es werden dynamisch weitere Slots bis zum gebuchten Limit zugeordnet, wenn die aktuelle Anforderung steigt?
 
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