[Frage] meine Fritzbox 7390 statt DRG703 vom Provider

StroLLi

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Hallo zusammen,

die lokalen Stadtwerke haben jetzt bis in mein Dorf Glasfaser gelegt (FTTC). Die letzte Meile wird mit VDSL überbrückt. Meine eigene Fritzbox 7390 synchronisiert sich ohne Probleme mit dem DSLAM, aber die Verbindung ins Internet kommt nicht zu Stande weil ich nicht weiß was ich einzustellen habe (u.a. keine Zugangsdaten bekommen).

Von den Stadtwerken habe ich 2 extra Geräte für den Zugang bekommen.
1. Zyxel DSL-Modem
2. Packetfront (jetzt Genexis) DRG703

Diese Kombination empfinde ich als schrecklich umständlich, zudem ist das DRG als Router im Vergleich zu meiner Fritz eine Katastrophe.

Ich hab kein Triple-Play gebucht (VoIP oder IPTV), nur reines IP. Ein langes Telefonat mit der Hotline hat ergeben, dass das DRG scheinbar uuunbedingt sein muss. Denn in dem ganzen Netz der Stadtwerke wird angeblich ein Management-Protokoll gefahren welches nur das DRG versteht.

Was kann das dieses ominöse Protokoll sein? Ob man es der Fritzbox irgendwie beibringen kann? TR-069 wird es kaum sein, dass kann die Fritz doch. Welche Einstellungen könnte ich probieren (VLAN, VPI, VCI)?

Hat jemand Erfahrung/Einblick in der Technik von Genexis? Ist es üblich, dass in solchen Stadtnetzen (Mischbetrieb von FTTC (VDSL) und FTTH) solche propriäteren Protokolle gefahren werden? Ich sehe Parallelen zu dem Thread nebenan.

Viele Grüße.
Strolli
 
TR-069 wird es kaum sein, dass kann die Fritz doch.
Du gehst naiv davon aus, dass man jedes Gerät, was TR-069 kennt, einfach anschließen kann. Hat deine Fritzbox die Credentials für den ACS, bei dem sie sich melden soll?
 
Nein, ich hab überhaupt gar keine Credentials. Die Fritz hat anscheinend noch nicht einmal ein IP-Verbindung, nur die VDSL-Verbindung zum Broadcomm-DSLAM steht.

Meine naive Hoffnung ist einfach die Fritz anstatt Zyxel+DRG nutzen zu können.
 
Dann wirst du diese Hoffnung wohl begraben müssen. :(
Oder du gehst von Familie Kabel in Lindau zu Familie Kabel in Öhningen. Dort bekommst du eine Fritzbox. :)
 
Wow. Einmal über (fast) den ganzen See - naja, wenn's am Weg liegt ...

G., -#####o:
 
Ich werde jetzt erstmal die Hotline noch ein wenig nerven und versuchen die technischen Hintergründe für diesen Router-Zwang zu erfragen...

Scheinbar haben FTTH-Kunden der Stadtwerke auch so eine Genexis DRG als CPE... Also muss dieser ominösen Netzwerk-Management-Schicht egal sein wie die physische Datenübertragung läuft (VDSL oder Glasfaser).

Kann mir bitte jemand erklären wie den eigentlich die "Einwahl" bei VDSL funktioniert? Was passiert nachdem sich Modem und DSLAM synchronisiert haben? Und wie unterscheidet es sich bei FTTH?

Danke.
Strolli
 
Die "Einwahl" funktioniert per PPPoE am BRAS des Providers, auch bei FTTH. Sobald der physical link zwischen Modem und DSLAM steht, spielt er für den Verbindungsaufbau keine Rolle mehr.
 
Danke für die Links in die Wikipedia...

PPPoE bedeutet Point-to-Point over Ethernet. Also besteht zwischen Router und BRAS nach der DSL-Synchronisation dann schon eine richtige Ethernet-Verbindung? Bei DSL kommunizieren Modem und DSLAM über ATM, bei Glasfaser sind es nur ein paar Medienwandler, aber das ist quasi ein Schicht weiter unten. Für PPPoE ist es egal weil es ein Ethernet ist. Richtig?

Auf diesem Ethernet wird dann das PPPoE initiert (Router bekommt öffentliche IP-Adresse usw). Und durch diese Point-to-Point-Verbindung läuft dann zum ersten mal richtiger IP-Verkehr. PPPoE selber braucht ja keine Benutzerauthentifizierung. Die "Anmeldung" selber passiert dann erst über ein AAA-System, und wenn der meine Credentials für gültig erklärt hat gibt er grünes Licht und der große Router fängt an IP-Pakete aus dem Internet zu meinem Anschluss weiter zu leiten.

Gibt es außer PPPoE andere Methoden der "Einwahl"? Stichwort: VLAN?

Welche Protokolle werden normalerweise für das AAA-System verwendet? Gibt es da Standards? Was könnte an dem Netz der Stadtwerke Lindau so besonders proprietär sein? Oder ist die Fritzbox bekannt dafür besondere Authentifizierungs-Methoden nicht zu unterstützen?

Viele Grüße.
Strolli
 
Zuletzt bearbeitet:
So, neue Erkenntnisse... Ich habe mir einen Switch mit Monitoring-Port organisiert und diesen zwischen Modem und Router gehängt und mit Wireshark folgenden Dump mitgeschnitten.

folgende Erkenntnisse:
  • Es findet kein Verbindungsaufbau á la PPPoE statt.
  • Der Router holt sich direkt die öffentliche IP via DHCP.
  • Bei einer zweiten Verbindung (evtl über ein anderes VLAN) wird via DHCP eine private Adresse 172.17.x.x geholt. Beim dem DHCP-Offer dazu wird ein Boot-File angegeben.

Boot-File:
Code:
hostname drg700
dhcp server pool 1 253 120
dhcp server inherit option dns-server
dhcp server inherit source-interface vlan1
interface wan
vlan member 1
vlan untagged 1
ip address none
interface vlan1
ip address dhcp
service nat
interface lan
ip nat external-interface vlan1
interface vlan1/1
ip address dhcp
service mgmt
management source-interface vlan1/1
voice
voip signaling source-interface vlan1
voip media source-interface vlan1
snmp-group version 2c
community private read-only
community public read-write
snmp agent source-interface vlan1/1
wlan country de
wlan txpower 100
ntp server 93.184.180.221
clock timezone Europe/Berlin
access-list my-gui-acl
seq 10 permit tcp source any destination any 80
seq 20 permit tcp source any destination any 22
seq 30 permit udp source any destination any 68
seq 31 permit tcp source any destination any 68
seq 40 permit udp source any destination any 161
seq 50 permit icmp source any destination any
interface vlan1/1
ip access-group my-gui-acl in
username operator password operator
cos map dot1p 6 queue 2
cos map dot1p 7 queue 3
!cmd: replace-running-config
!cmd: write-memory
!end

Das alles sieht nach Cisco IOS Befehlen aus... Kennt sich da jemand aus? Was bedeuten die Befehle?

Wenn die Fritzbox allein am Anschluss ist sieht man im Paketmitschnitt, dass auf den DHCP-Discover niemand reagiert. Ich denke der DHCP-Server reagiert nur auf Anfragen von bekannten MAC-Adressen von bekannten/registrierten Endgeräten.

Wie kann ich die MAC-Adresse des DSL-Interfaces meiner Fritzbox 7390 ändern? Wird das reichen um eine Verbindung aufbauen zu können oder müssen noch Einstellungen aus dem Boot-File übernommen werden?

Danke für eure Hilfe.
Strolli
 
[Edit Novize: Überflüssiges Fullquote des Beitrags direkt darüber gelöscht - siehe Foren-Regeln]

Das war am Anfang auch nur eine Vermutung...

Jetzt sieht es eher nach Problemen aus die viele hinter einem Kabel-Modem haben.

Kannst Du mir bei dem Umstellen der MAC-Adresse helfen? Oder kennst Du dich mich dem Cisco IOS aus?
 
Jetzt sieht es eher nach Problemen aus die viele hinter einem Kabel-Modem haben.
Das ist eine weitere Vermutung, die sich als falsch herausstellen wird.
Ich sehe das ganze als vergebene Liebesmüh an. Du wirst die Fritzbox direkt an diesem Anschluss nicht zum Laufen bekommen.
 
StroLLi, kamst Du bei Deinen Bemühungen weiter? Ich stehe gerade vor genau dem gleichen Problem, nämlich dass ich scheinbar beide von den Stadtwerken Lindau gelieferten Geräte (ZyXEL und DRG) verwenden muss. Wobei ich mit dem Anschluss nicht einmal telefonieren will, sondern nur ins Internet.

Die Stadtwerke blocken im Moment Nachfragen nach den Zugangsdaten. (Haben mir irgendwelche SIP-Zugangsdaten geschickt, was mit dem Aufbau der VSDL-Verbindung ja überhaupt nichts zu tun hat.)

Abgesehen davon, dass Fernwartung in meinem Fall einfach nicht nötig ist, habe grundsätzliche Sicherheitsbedenken gegen TR-069. Ich könnte natürlich mein LANCOM-Modem/Router hinter die beiden Kästchen der Stadtwerke hängen und mich auf die Weise abschotten, aber technisch sollte es ja kein Problem sein, direkt das VDSL-Modem des LANCOM-Routers zu verwenden, oder!?

Hoffe es ist okay wenn ich dieses ältere Thema noch einmal aufwärme.
 
Nein, auch bei mir gibts nix neues... Auch bei mir laufen noch beide Geräte und verbrauchen beide Strom und beide blinken mit etlichen LEDs vor sich hin.

Laut TKLi-Hotline arbeitet der Hardware-Lieferant aber an einem Gerät welches VDSL-Modem und Super-Spezial-Router in einem Gerät vereint. Man will sich bei mir melden wenn es solches Gerät zu Verfügung steht.

Das reine VDSL-Modem in der Fritzbox funktioniert übrigens super mit dem Broadcom-DSLAM draußen auf der Straße. Das macht aus dem VDSL wieder ein Ethernet. Aber dann ist die Fritzbox am Ende und man braucht das seltsame DRG von TKLi. Das gleiche Gerät hängt aber auch bei einem Kollegen in Hegnau mit FTTH an der Wand. Also benutzt die gesamte TKLi-Infrastruktur diese DRG-Boxen, unabhängig davon ob die letzte Meile über Glas oder DSL geht.

Wie oben schon geschrieben denke ich, dass die TKLi den gesamten DRG unter voller Kontrolle hat. Die können den neu konfigurieren (zB ihr eigenes VoIP einrichten), neu booten, etc. Es ist aber wahrscheinlich kein TR-069, sondern wird über das Bootfile bei dem DHCP-Discover gemacht. Zudem lassen sie nur DRGs in ihr Netz dessen MAC-Adresse sie vorher eingetragen und für dich als Kunde frei geschalten haben.

Tipp: Wenn Du denkst, dass Du von TKLi nur das Inet buchen kannst und Telefonie über einen anderen VoIP-Anbieter regeln kannst... Vergiss es. Da gibt sich TKLi schon Mühe, dass das immer mal IP-Pakete verloren gehen (QoS für VoIP auf super-schlecht eingestellt). Es ist keine ordentliche Sprachverbindung möglich. Selbst mit der 100Mbit-Variante kann man seinen Gesprächspartner nicht verstehen. Direkt nach einem Reconnect funktioniert es für ein paar Stunden super, danach klingt jedes Gespräch wie abgehackt.
Auf Rückfrage bei der Hotline sagte man mir durch die Blume, dass ich doch bitte Telefonie bei TKLi kaufen sollte wenn ich gescheit telefonieren möchte.
 
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