Hallo zusammen,
vielleicht habt ihr einen Tipp für mich. Ich möchte mich ein wenig nach einer VoIP Telefonanlage mit einer professionellen WebGUI,
Linux basierter Unterbau umsehen.
Der Tipp, der hier im Forum bereits die Tage mehrfach aufkam: Der Markt schrumpft kontinuierlich und es ist auf dem ganzen Thema "Telefonanlage" halt einfach noch weniger Dampf auf dem Kessel als das vor 10 Jahren noch war. Nicht umsonst konsolidiert sich allein die Landschaft der Hersteller von closedSource-Systemen zusehends.
Die Gemeinschaft gefiel mir recht gut, hatte eine einfache GUI,
doch die Weiterentwicklung wurde ja - sofern ich mich recht erinnere - eingestellt.
Ein Blick auf
https://github.com/amooma/GS5 spricht für sich.
Asterisk => FreePBX Wechsel.
FreeSWITCH, nicht FreePBX.
Auch auf dem Markt gibts weniger Bewegung, das letzte Release von Yate ist bspw. auch 4 Jahre her.
OutOfTheBox wäre natürlich ideal

Vielleicht wahlweise als VMWare VM / echter Hardware ....
Verstehe nicht, was du in dem Zusammenhang mit OutOfTheBox meinst. Dass es das auch als Appliance gibt?
Gibt es da etwas, was ihr wirklich empfehlen könnt? Es müsste sich ja einiges im Laufe von 15-20 Jahren getan haben
Ja, dass es da weniger gibt
Das was dem am nächsten kommt ist FreePBX und ist meiner Kenntnis nach auch das einzige System dieser Art das überhaupt noch irgendwie gepflegt wird.
Ich habe mich zuletzt vor 1-2 Jahren mit FreePBX beschäftigt, es ist meinem Empfinden nach eine GUI für Asterisk mit ein bisschen "Zucker", Es gibt etliche Menüs und kilometerlange Konfigurationsseiten, weil man alles nur erdenkliche was Asterisk könnte konfigurieren kann.
Ich fand es daher völlig überladen und für einfache Lösungen zu kompliziert.
Den "Opensourcige"-Teil des Geräteprovisionings schien man wohl auch links liegen gelassen zu haben. Ansonsten braucht man den kostenpflichtigen EndPoint Manager (
https://www.freepbx.org/add-on/endpoint-manager-ucp-for-epm/). Was aber konkret der Umfang ist, welche Funktionalitäten auf den Endgeräten konkret abgebildet werden, konnte ich nicht ermitteln.
Meine Erfahrungen mit FreePBX waren da sehr durchwachsen, ich hatte eine aktuelle Version nach Anleitung aufgesetzt, aber schon Startschwierigkeiten, da Teile des Webinterfaces kaputt waren und ich da erstmal Hand anlegen musste.
Die Hoffnung, dass bei FreePBX Endgeräte unterschiedlicher Hersteller jeweils für den Hersteller optimal unterstützt werden und z. B. jeweils Hersteller-eigene Features auch ausgenutzt werden, hätte ich nicht.
Favorisiert bei FreePBX wird soundso, dass man sie mit Sangoma-Endgeräten betreibt. Und dann hat sich das mit "offenes System" auch ganz schnell wieder.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir beide an dasselbe denken wenn die Rede von "Open Source" ist. Viele Leute verwenden den Begriff auch für Systeme die man erstmal irgendwie kostenlos verwenden kann. Gemeint ist aber, dass der Sourcecode frei zugänglich ist.
Viele Leute wünschen sich das, weil sie denken, man kann dann "mal eben" auch eigene Funktionen hinzu-entwickeln. In der Realität ist es so, dass das halt nicht "mal eben" geht, weil so eine Software halt eine Architektur hat, interne Strukturen, etc., auf dessen Basis man arbeiten muss. Und jenachdem wie gut der Code dokumentiert oder wie "durchschaubar" diese Architektur ist, ist so etwas gut möglich oder eher nur theoretischer Natur.
Der "Trend" für (freie) VoIP-Telefonanlagen ist halt vorbei, sie hatten ihre Hoch-Zeit, als man damit gegenüber TDM-Tankern Geld sparen konnte, und meine Auffassung ist, es war der Traum damit verbunden, dass man künftig keine Telefon-Spezialisten mehr braucht weil Telefonie halt einfach nur irgendein Dienst im IP-Netz ist.
Auch das hatten wir schon mehrfach hier im Forum, "die" TK-Anlage ist halt nicht mehr das was zu jedem guten Unternehmen dazu gehört, sondern es gibt halt mittlerweile ganze Branchen, wo sie keine Rolle mehr spielt, und wo andere Features der Kommunikation viel wichtiger (geworden) sind (Dokumente teilen, kollaboratives Arbeiten, Hybridkonferenzen, Chats, ...) wo die konventionellen TK-Hersteller versagt haben. Da gabs ja in der OpenSource-Community oder durch diese getrieben Ansätze mit Integration von XMPP in Telefonsysteme, aber XMPP hat mWn bis heute noch keine Lösung für mobile Endgeräte gefunden, die mindestens so gut funktioniert wie es Zoom, Teams und co das den meisten Teil der Zeit tun.
Gleichzeitig ist Telefonie im Sinne einer TK-Anlage weiterhin etwas, für das man weiterhin Spezialwissen braucht und die Brücke zwischen beiden Welten nicht so wirklich doll existiert. Wer also eine "richtige" TK-Anlage haben will, ist wieder oder weiterhin auf einen "richtigen" Hersteller angewiesen. Oder nimmt halt Programmierer zu Hand und baut auf Basis von Asterisk o.ä. eine interne Lösung.
Aus meiner Sicht hat das Thema OpenSource für den praktischen Einsatz aber erstmal keine Relevanz, denn du möchtest ja gerade etwas, das "out of the box" funktioniert. So etwas hast du bspw. einer 3CX. Cloud-Account klicken, MAC-Adresse eines Telefons eintragen, einschalten, fertig.
Und durch den generellen Trend zur Cloud haben ja auch diverse Firmen, z. B. vor 10 Jahren noch eher offenere Systeme für onPrem hatten, mittlerweile komplett auf SaaS umgestellt. Pascom hatte zum Beispiel meine eine kostenfreie Lizenz, ließ sich einfach installieren und hatte auf den Endgeräten ein Grundprovisioning. Es gab so ungefähr kaum Möglichkeiten für Endgeräte-Features, das musste man dann schon alles manuell lösen indem man händisch Template geschrieben hat.
Mittlerweile gibts das System aber nur noch als Cloudservice und sie unterstützen nur noch sich selbst als SIP-Trunk, wenn ich das richtig erinnere.
Ich fürchte, du wirst deine Anforderungen priorisieren müssen, ein System das all deine Anforderungen erfüllt, ist mir bisher nicht untergekommen.