Du hast meine Erläuterungen immer noch nicht verstanden.
Doch, doch, ich verstehe Dich schon. Du formulierst aber Wünsche an die Funktionalität der Firmware der Box und ich versuche Dir zu vermitteln, warum das nicht so einfach ist, wie Du Dir das vorstellst. Das Konzept der Umsetzung der entsprechenden Funktionalitäten gibt das nun mal einfach nicht her. Jetzt ist es natürlich einfach zu sagen, dass man das Konzept ändern muss. Gut, das bedeutet aber nun mal nicht mehr und nicht weniger, dass der gesamte Telefonieteil der Firmware neu erstellt werde muss, um einen getrennten S0 abzubilden.
Angenommen, ich wähle an einer analogen Nebenstelle (z. B. Fon 1) die Rufnummer der ersten ISDN-Nebenstelle (**51). Dann klingelt auch nur diese erste ISDN-Nebenstelle.
Von welcher Hardware redest Du. Bei der FritzBox gibt es keine ISDN-Nebenstellen. Das ist das Grundproblem, welches Du ignorierst. Die 50er Nummern sind ein Workaround, der diese auf die externen, im Gerät eingerichteten, MSNs umsetzt. Dass dieses Einrichten von 50er MSN in angeschlossenen ISDN-Telefonen funktioniert, um einzelne Geräte direkt ansprechen zu können, ist ein undokumentiertes Feature und so nicht vorgesehen, oder findest Du im Handbuch darauf einen Hinweis? Dort werden bei der Einrichtung einzelner ISDN-Geräte die 50er Nummern den MSN und nicht den Geräten zugeordnet. Darum ist dieses GUI auch so verwirrend.
Selbstverständlich wird bei einem Anruf von Fon 1/2, SIP oder DECT auch die korrekte Nebenstellen-Nummer übertragen, und zwar unabhängig davon, welche externe Abgangs-MSN der jeweiligen Nebenstelle zugewiesen wurde.
Logisch, denn diese Geräte werden bezüglich der Rufnummer auf von der FritzBox verwaltet, heißt sie erhalten eine interne Nummer und ihnen werden die entsprechenden externen Rufnummern zugeordnet. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, ohne FritzBox hätten sie gar keine Rufnummer und würden am Anschluss nicht funktionieren (theoretisch betrachtet, wenn man sie wie die ISDN-Geräte direkt anschließen könnte). ISDN-Geräte verwalten ihre MSN im Gegensatz dazu selbst.
In dieser Hinsicht ist der interne S0-Bus samt Gateway zu anderen Schnittstellen also schon einmal "vollwertig". Warum unter diesen Umständen jede ISDN-Nebenstelle die gleiche Rufnummer überträgt, ist mir nach wie vor schleierhaft.
Falsch, auf Grund dieses Workarounds erscheint er vollwertig, bei genauer Betrachtung ist er es aber nicht. Jedes ISDN-Gerät (nicht Nebenstelle!) übermittelt die MSN, die in ihm selbst konfiguriert ist. Wenn in allen Geräten die gleiche konfiguriert ist, dann wird diese auch übermittelt und eine Unterscheidung ist nicht möglich.
Die Fritzbox ist so konfiguriert, dass ausgehende Gespräche bei jeder Nebenstelle automatisch über die jeweils gewünschte Abgangs-MSN laufen und die Fritzbox wahlregel-gesteuert je nach Anrufziel auch noch die richtige ISDN-MSN bzw. den richtigen VoIP-Account auswählt.
So ist es auch vorgesehen und kann so im Handbuch nachgelesen werden.
Die Geräteidentifikation wird aber über den internen S0-Bus übertragen (s. o.). Es scheitert also nur an der Auswertung dieser Geräte-Identifikation.
Die Geräte identifizieren sich gegenüber dem Amt über die eingerichtete MSN und die hat laut Handbuch bei einem ISDN-Anschluss die externe zu sein, weil (ich wiederhole mich) die FritzBox keinen getrennten S0 besitzt und für ISDN-Geräte keine Umsetzung von internen Rufnummern auf ISDN-MSN macht (/machen kann).
[/QUOTE]Was SoHo-Anlagen können, beweist mir übrigens immer wieder aufs Neue meine betagte Fritz!X ISDN-Telefonanlage. [/QUOTE]
Steilvorlage! Dem Anschein nach ist genau diese Gerätegattung der "Spender" für die Telefoniefunktion der FritzBox. Sie besitzt neben dem USB-Anschluss ausschließlich analoge Telefonanschlüsse, also keinen internen ISDN-Bus(!) und diese verhalten sich ähnlich den Geräten an der FritzBox. Sie haben zur Steuerung bestimmter Features sogar die gleichen Codesequenzen.
Du musst Dir jetzt die FritzBox vorstellen, wie eine FritzX an einem Amtsanschluss und parallel dazu die ISDN-Geräte am NTBA. Die FritzBox hat gegenüber diesem Konstrukt noch ein Gateway zur direkten Kommunikation der Analog-/DECT-/SIP-Geräte mit den parallel angeschlossenen ISDN-Geräten (wie auch immer man sich diese Stück Software auch vorstellen muss). Wie in aller Welt sollte in dieser Konstellation irgendwelche Rufnummern der parallel angeschlossenen ISDN-Geräte steuern können. Dass am ISDN-Bus manchmal Sachen möglich sind, die nicht gerade im Standard geregelt sind, ist ein offenes Geheimnis. Leider habe ich den Hersteller vergessen, aber es gab z.B. mal ISDN-Telefone, die parallel am Amt angeschlossen trotzdem kostenlose interne Gespräche führen konnten, weil sie eine bestimmte Signalisation auf dem S0 machten, den nur Geräte des gleichen Herstellers verstanden (hier wurden Codes, die eigentlich dazu gedacht waren, Gespräche am Bus zu vermitteln für diesen Zweck "missbraucht"). Andere Geräte reagierten darauf nicht. Das war noch zu Zeiten, als TK-Anlagen in Privathaushalten eher unüblich waren und einen exorbitant hohen Preis hatten. Hiermit wollte ich verdeutlichen, dass über Software durchaus die Kommunikation der Geräte geregelt werden kann, aber wenn kein getrennter Bus besteht, der mit eigenen internen Rufnummer arbeitet, der Einfluss auf die parallel angeschlossenen Geräte äußerst begrenzt ist.
Die kennt nicht eine einzige der Einschränkungen des Telefonieteils einer Fritzbox.
Klar, hatte ja auch keinen S0 und alle angeschlossenen Geräte wurden in der X verwaltet. Genau wie alle anderen Geräte an der FritzBox außer den per ISDN angebundenen.
Wenn es mehrere Telefone mit der gleichen Abgangs-MSN gibt, ist auch die übertragene Nummer bei allen Telefonen gleich und man kann sie nicht mehr unterscheiden.
Genau das ist das Verhalten, was sich daraus ergibt, weil die FritzBox keinen eigenen S0 besitzt, sondern nur den externen erweitert, der übrigens auch vorhanden ist, wenn gar nichts daran angeschlossen ist (nur um Argumenten voraus zu kommen, dass dieser ja gar nicht arbeitet, wenn man nur z.B. VoIP betreibt oder einen Analoganschluss hat und darum die Box ja einen eigenen aufbaut).
AVM könnte Abhilfe schaffen und die Firmware so programmieren, dass trotz eingestellter externer Abgangs-MSN bei Interngesprächen die Internnummer übertragen wird.
Und genau die wäre wieder gleich, weil sie nicht an das Gerät, sondern an die übermittelte MSN gebunden ist, die in vielen Haushalten für fast alle Geräte auch gleich sein wird. Denn es besteht außer der separaten Verwendung für Rufnummern der Kinder oder geschäftliche Nutzung kein Grund, z.B. dem Telefon in der Küche, eine andere externe Rufnummer zuzuweisen, als dem Telefon im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer. Und genau für so ein Umfeld ist die FritzBox gedacht. Die ganze Problematik kommt sowieso nur zum Tragen, wenn man mehrere Gerätearten mischt. Wenn man nur DECT-Geräte oder analoge Telefone oder SIP-Telefone benutzt, dann hat man zu der "Problematik" überhaupt keine Berührung. Auch wenn man z.B. eine ISDN-DECT-Basis mit mehreren Mobilteilen anschließt, merkt man davon nichts, weil die interne Gespräche selbst abwickelt. Aus diesem Grund wird wohl AVM darauf verzichten, derartig tiefgreifende Eingriffe in die bestehende Telefoniefunktion zu machen, zumal (mehrere) ISDN-Geräte in Privathaushalten eher selten anzutreffen sind, diese Einschränkung also nicht die breite Anwendermasse betrifft und die anderen damit kein Problem haben. Leute, die z.B. nur analoge und ISDN-Geräte betreiben, schalten einfach eine TK nach, die alle Features unterstützt und nebenbei noch eine funktionale TFE-Unterstützung bei Bedarf bietet. Diese ist bei FritzBoxen auch nicht so richtig vorhanden. Die TK wird nur wieder problematisch, wenn ich auch SIP-Geräte über die FritzBox anbinden will. Aber auch da gibt es Hersteller, die auch das unterstützen. Die FritzBox ist keine eierlegende Wollmilchsau, kommt dieser aber schon recht nahe.
Gruß Telefonmännchen