[Frage] Spektrum und ControlBittfield

eYo

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Hallo,

habe ziemliche Probleme mit meinem DSL Anschluss. Ich hoffe, dass die Kenner unter euch ggf. schnell sehen wo da der Wurm ist.
Ich habe angeblich ADSL2+ mit Annex-J (ersteres steht jedenfalls so in der "Übersicht" und letzteres sehe ich am Upload).
Meine Fritz!Box 7390 synchronisiert mit ADSL2+ aber auf dem Spektrum sehe ich nur ADSL2, denn die Träger 256-512 scheinen nicht verwendet zu werden (oder sehe ich das falsch?).

Spektrum.png

Nun, meine 7390 handelt im Downstream 3300 kbit/s aus (8 dB Störabstand) und das maximum an Upload 1800 kbit/s (6 dB Störabstand). Jedenfalls - meine Fritz!Box verliert nach intensiver Leitungsnutzung (speedtest von QSC, starte dann immer den 1GB Transfer) ziemlich schnell den sync, ohne Leitungsnutzung nach ca. 30 Minuten. Danach pendelt er sich dann bei 2200 kbit/s ein und auch dort verliert er nach einiger Zeit den sync (trotz 10 dB Störabstand) und synced danach mit 1800 kbit/s (12 dB und die Leitung hält).

Daher dachte ich mir, da ich soviel Upload ja "eigentlich" nicht brauche, spiele ich am Powercutback rum (vielleicht überspricht der Upstream ja meinen Downstream?). Habe vom Upstream also den PCB auf +20 gestellt und den Downstream Margin etwas herabgesetzt (in der Hoffnung dass die Fritz!Box bei einer niedrigen SNR vielleicht endlich ein Auge zudrückt). Dann wollte ich eigentlich Interleaving aktivieren und den Stromsparmodus deaktivieren (um evtl. ein paar dB zu gewinnen), dafür hatte ich mir das FAQ bei "wehavemorefun" durchgelesen. Da meine Leitung mit 3km mMn. ziemlich lang ist (habe eine Dämpfung von 55 dB im Downstream und schon einige Screenshots mit DSL 3000 Stabil bei 60 dB gesehen), würde ich dazu noch die Optimierung für lange Leitungen verwenden (obs was bringt weiß vermutlich nur der liebe Gott) - womit ich zu einem ControlBitfield Wert von "44" komme.
Code:
Interleaving + lange Leitung + Stromsparmodus = 44
4 + 8 + 32

Diesen Wert kann ich aber offenbar nicht setzen (ctlmgr_ctl w sar settings/ControlBitfield 44). Neuerdings steht nämlich in meiner ar7.cfg folgendes:
Code:
ControlBitfield = 1073741868;

Wurde da seitens AVM was geändert? Muss ich da jetzt anders rechnen? Hoffe hier hat jemand ne Antwort für mich parat, ich verzweifle mittlerweile. Werde (hoffentlich) die Tage eine 7270 v3 von 1&1 an meinem Telekom-Anschluss testen können (Leihgerät vom Kumpel), denn ich hab auch irgendwo gelesen dass das Modem der 7390 sowieso nicht so gut für ADSL(2[+]) sei und daher ggf. Probleme an meinem Anschluss bereiten könnte. Kann das jemand bestätigen der ein ähnliches Setup hat?
 
eYo schrieb:
Wurde da seitens AVM was geändert?
Vielleicht - auf jeden Fall ist in ControlBitfield noch ein Bit mehr gesetzt als die von Dir gesteuerten Bits.

eYo schrieb:
Muss ich da jetzt anders rechnen?
Prinzipiell nein. Diese 1073741868 mit dem Windows-Taschenrechner (wissenschaftliche Ansicht) nach Hex konvertiert ergibt 4000002C. Die 2C hinten sind dezimal Deine 44 (Bit 2, 3 und 5 gesetzt). Die Beutung des zusätzlich gesetzten Bits 30 kenne ich nicht.

G., -#####o:
 
Okay, dann scheint er das ja doch zu nehmen. Wundert mich halt dass das nicht mehr die alte Schreibweise ist. Zumal es bis vor kurzem (müsste die letzte Stable gewesen sein) noch mit der alten Schreibweise wunderbar geklappt hatte. Das wurde anscheinend in den letzten BETA-Firmwares mit eingespielt.
 
Wieso "nicht mehr alte Schreibweise"?
Die ist doch geblieben, nur dass nun Bit 30 dazugekommen ist. Wie der Tausendfüßler schon genau aufgezeigt hat, sind die anderen Bits geblieben und in der .cfg wurde es schon seit eh und je dezimal abgebildet. Und wenn nun neue Control-Bits dazu kommen, dann sollte ja aufgrund der Abwärtskompatibilität oben erweitert werden. Mehr ist hier doch nicht passiert
 
Ich hätte schwören können dass da damals in der AR7.cfg auch der dezimale Wert stand, also "nur" die 44. Muss aber auch zugeben, dass ich mir da nicht ganz sicher bin, habe es vor ein paar Monaten, als ich da angefangen hatte zu testen, via Skript setzen lassen und das sonst nicht weiter beachtet.


Um nochmal auf meine Spektrums-Frage zurück zu kommen, meinem Verständnis nach müsste mein Spektrum doch eigentlich eher so aussehen (auch wenn nicht mit ganz so guten Werten, aber zumindest was den Downstream in der Breite angeht):
spektrum.jpg

Oder liege ich da falsch? Zumal die "Breite" meines Spektrums sich im laufe des Tages verändert (auf dem obigen Screenshot ist ja zu erkennen, dass er bei 256 halt macht, im Moment macht mein Spektrum bereits bei ca. 165-170 halt).

[Edith]
Hier mal auf einem Bild zu sehen:
spektrum-26092013.jpg
 
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Gegenfrage(n):
- Was ist anders an der dezimalen Schreibweise von früher und jetzt? Beides mal wird die Bitcodierung Deiner 3 Bits zumindest nicht "korrigiert". Es ist nur noch ein weiteres Bit dazugekommen. Lass dieses Bit doch Bit sein. Ändern kannst Du es ja offensichtlich eh nicht.
Was dann beim Aufbau der DSL-Kommunikation aber im Einzelnen ausgehandelt wird, entscheidet immer noch der Parametersatz des DSLAM. Du kannst mit den ControlBits nur um eine entsprechende Nutzung dieser Einstellung "bitten".
- Warum soll die Fritzbox und auch der DSLAM versuchen, höhere Kanäle zu nutzen, wenn es die niedrigeren Kanäle besser hinbekommen, wenn dort der Störpegel und Dämpfung geringer ist? Auch hier entscheidet letztendlich der DSLAM, welche Kanäle mit wieviel Bits beaufschlagt werden. Scheinbar sind ja gerade die hohen Kanäle bei Dir problematisch, wenn die Nutzung im Laufe der Zeit immer weiter begrenzt wird. Diese Umschichtung der Bits auf niedrigere Kanäle wird mit der Funktion Bitswapping realisiert, die fest zu den ADSL2-Funktionen gehört.

Und wenn der DSL-Synch ab und zu abreißt, dann liegt es an der langen Leitung in Kombinationen mit Störungen von anderen benachbarten DSL-Leitungen und anderen eingestreuten Störern entlang der von Dir geschätzten 3300 Metern Leitungslänge. Bzw die vereinbarten 3MBit DSL-Speed können aufgrund der auftretenden Störungen irgendwann trotz Bitswapping nicht mehr realisiert werden und dann bricht der Synch weg um mit einer neuen Leitungsaushandung wieder von vorne anzufangen.

Da bleibt Dir nur übrig, mit einem auf schlechten Leitungen extrem guten DSL-Modem zu testen, wie es z.B. die 7270 ermöglicht.
 
Ich dachte, das Modem kann per Control Bits ein paar Dinge "erzwingen". Quasi wie ein Browser der dem Server sagt "ich kann kein TLS 1.2" bei der Aushandlung der Verschlüsselungsalgorithmen.
Danke für die Erklärung, jetzt macht auch einiges Sinn.

Was das Spektrum angeht: die Downstream-Anzeige (blau) ist also nur so "schmal", weil nur diese Kanäle benutzt werden? Ich dachte es werden alle nutzbaren angezeigt und die Box bzw. der DSLAM entscheidet dann im Betrieb, welche verwendet werden. Ich sehe schon, ich muss mich mal in diese Materie mehr einlesen. Ich werde am Wochenende die 7270 v3 an meinem Anschluss testen, nächsten Monat kommt ein Kumpel aus dem Ausland wieder, der ist gelernter Elektriker und ggf. kann er mir noch eine Doppeldrossel in mein Annex-J Kabel löten (bringt das wirklich was?). Habe auch noch ein paar andere Dinge gesehen (netpirate.de) die man an einer schlechten Leitung machen könnte. Ich glaube, das werde ich mal versuchen.

Vielen Dank für die Antworten, ich werde mich am Wochenende mal bzgl. der 7270 v3 melden und ein paar Screenshots davon anhängen, möglicherweise gibt es noch mehr, die die 7390 verwenden und ähnliche Symptome und Fragen haben.
 
Ich habe jetzt die 7270 dran, allerdings handelt es sich dabei anscheinend um die erste Generation (hatte diese auch bereits das "gute" Modem für lange Leitungen verbaut?).
Hier mal zwei Spektrum an der gleichen Leitung mit der gleichen 7270 (unterschiedliche Zeit, ca. 1 Stunde versetzt):
Spektrum_7270.pngSpektrum_7270_2.png

Gleiche Leitung, 7330:
Spektrum_7330.png

Hatte vorhin mit der 7270 3300 kbit/s eine Zeit lang stabil, dann Abbruch und hat sich bei 2900 gefangen (dann nicht weiter getestet). Nach einem fehlgeschlagenen Freetz-Versuch (da ich dachte es wäre die V3 und ich daher das Image für die V3 gebaut hatte) und einem Reboot, kam dann der zweite Screenshot zustande (offenbar deutlich besser als der Erste). Habe unter "DSL" jetzt auch einen Störabstand von 13 bei 3300 kbit/s und der Upload hat sich auf 1,9 MBit/s erhöht.
Interessant ist die Leitungsdämpfung die sich offenbar auf 43 dB abgesenkt hat (Vergleich zur 7390 siehe im nächsten Bild).

DSL 7390 (hatte den zufällig gemacht wegen der negativen Störabstandsmarge, was das zu bedeuten hatte... jedenfalls war da auch die Leitung kurz darauf weg):
hilarious.png

DSL 7270:
DSL_7270.png


Auch mit den (meiner Meinung nach guten, oder?) Werten, habe ich gleich irgendwann einen desync und dann geht der Sync neu los...
Jemand eine Idee wieso die Box bei einem Störabstand von 13 trotzdem noch die Verbindung verliert?

So, hatte wie vorausgesagt den desync. Kurz vorher konnte ich folgenden Screenshot machen:
7270_direkt_vor_desync.png

Und jetzt sync mit 2200 kbit/s:
7270_direkt_nach_desync.png

Das ist doch nicht normal...
 
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