Telefónica Deutschland stellt Antrag auf Missbrauchsverfahren gegen Deutsche Telekom
Deutsche Telekom bremst Breitbandwachstum und insbesondere Wettbewerber bei der Aufschaltung der DSL-Kunden aus
München, 13. Dezember 2007 - Die Telefónica Deutschland GmbH wird morgen bei der Bundesnetzagentur ein Missbrauchsverfahren gegen die Deutsche Telekom einreichen. Dadurch möchte das Unternehmen einen fairen Wettbewerb auf dem DSL-Markt und eine marktgerechte und schnellere Bereitstellung von Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) für seine DSL-Kunden erreichen. Telefónica hatte die Bundesnetzagentur wiederholt auf den Marktmachtmissbrauch der Telekom hingewiesen, die deutlich weniger TAL bereitstellt als benötigt. Das Netz von Telefónica in Deutschland nutzen unter anderem HanseNet/Alice, 1&1, Freenet und o2 Germany.
"Wir haben massiv investiert und sind bereit, weitere Investitionen in den Ausbau unseres Netzes in Deutschland zu tätigen. Somit tragen wir zur wachsenden Verbreitung von DSL in Deutschland bei," begründet Johannes Pruchnow, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Telefónica Deutschland. "Dennoch können wir das vorhandene Potenzial bei weitem nicht abschöpfen, da die Telekom trotz langfristigen Planungsvorlaufs nicht die erforderlichen Ressourcen - für die wir im Übrigen die kompletten Kosten tragen - zur Verfügung stellt."
Mit dem Antrag auf das Missbrauchsverfahren fordert Telefónica von der Bundesnetzagentur eine rasche und wettbewerbsfördernde Entscheidung für einen Standardvertrag, der den TAL-Aufschaltprozess regelt und dem Unternehmen und seinen Kunden eine Befriedigung der Marktnachfrage ermöglicht. Telefónica hat bereits mehrfach angekündigt, dass höhere Bereitstellungsmengen benötigt werden. Die Deutsche Telekom wird aber nach bisherigen Ankündigungen auch 2008 nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung stellen, um die Nachfrage der alternativen Anbieter zu bedienen.
Durch den Marktmachtmissbrauch schädigt die Deutsche Telekom sowohl die Telefónica Deutschland als auch deren Partner. Die mangelhafte Bereitstellungsleistung der Deutschen Telekom wird derzeit auch von anderen alternativen Netzbetreibern beklagt. Neben dem wirtschaftlichen Schaden führen die Verzögerungen bei der Aufschaltung zu massiver Verärgerung der Endkunden der alternativen Anbieter. Die Partner von Telefónica unterstützen den Antrag bei der Bundesnetzagentur:
"Ein starkes Wachstum im DSL-Segment wird vor allem durch Verzögerungen beim Aufschalten von Komplettanschluss-Kunden durch die Deutsche Telekom verhindert," so Eckhard Spoerr, Vorstandsvorsitzender der freenet AG. "Wir unterstützen den Missbrauchsantrag von Telefónica und hoffen auf ein schnelles Unterbinden dieser unfairen Praktiken."
"Wir haben in den letzten Jahren mit der Telekom in einem ständigen Dialog zu Verbesserungen der Anschaltequalität gestanden und eine Vielzahl konstruktiver Vorschläge gemacht," sagt Harald Rösch, Geschäftsführer von HanseNet. "Leider haben unsere Bemühungen bis heute nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Ohne ein Einschreiten der BNetzA ist daher zu befürchten, dass sich die kritische und letztlich auch verbraucherschädigende Situation nachhaltig verfestigt. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Initiative der Telefónica."
"Viele unserer Bestandskunden würden gerne von Resale-DSL zum neuen Komplettanschluss 1&1 Surf&Phone 16.000 wechseln. Doch dafür reichen die von der Deutschen Telekom zugeteilten Schaltungen bei weitem nicht aus - was nicht nur den fairen Wettbewerb torpediert sondern auch eine noch stärkere Verbreitung von schnellem DSL in Deutschland," sagt Robert Hoffmann, Vorstand Consumer-Produkte bei der 1&1 Internet AG. "Der Antrag auf ein Missbrauchsverfahren ist daher leider notwendig."
"Wir begrüßen den Schritt von Telefónica Deutschland und hoffen auf eine schnelle und positive Entscheidung der Bundesnetzagentur im Sinne des fairen Wettbewerbs," so Lutz Schüler, Geschäftsführer Marketing und Sales bei o2 Germany. "Wir brauchen eine verbindliche und gerechte Regelung, die uns ermöglicht, die vorhandenen Potentiale abzurufen."
Hintergrund
Telefónica besitzt eine der am besten ausgebauten Netzwerkinfrastrukturen in Deutschland. Aktuell werden etwa 60 Prozent der deutschen Haushalte abgedeckt. Die TAL (auch "letzte Meile") mietet Telefónica von der Deutschen Telekom an. Die TAL bildet die Grundlage für das alternative Festnetz- und DSL-Komplettangebot. Die Telefónica und ihre Resale-Kunden prognostizieren ihren Bedarf an TAL und geben diese an die Telekom weiter. Die geltende Vereinbarung mit der DTAG sieht vor, dass Anpassungen der Prognose nur im Rahmen eines "normalen" Marktwachstums erfolgen dürfen. Bei einem überdurchschnittlichen Wachstum, wie es seit etwa zwei Jahren gegeben ist, reichen die bisherigen Ressourcen der Telekom nicht aus. Verhandlungen über eine Änderung der Vereinbarung scheiterten am Widerstand der Telekom.
Quelle: Pressemitteilung
Telefónica Deutschland GmbH
Die Telefónica Deutschland GmbH ist Teil der Telefónica o2 Europe und damit eine Tochtergesellschaft des spanischen Telekommunikationsunternehmens Telefónica S.A. Das Unternehmen betreibt und vermarktet in Deutschland ein eigenes, hochperformantes Breitbandnetz. Mit dieser Plattform auf Basis der schnellen Internet-Technologie ADSL2+ wendet sich das Unternehmen an Internet Service Provider und Carrier, die in Deutschland mit keinem eigenen Netz präsent sind oder die Telefónica Infrastruktur als Ergänzung zu ihrer eigenen nutzen. Somit können diese ihren Kunden differenzierte Produkte in den Bereichen Internet Zugang und Internet Services wie DSL, Daten und Telefonie sowie Triple Play oder Video-on-Demand anbieten. Zu den Kunden von Telefónica Deutschland zählen unter anderem 1&1 Internet AG, freenet.de AG, Alice und o2 Germany. Derzeit erschließt Telefónica mit rund 2.000 Hauptverteilern (Ortsvermittlungsstellen im Netz) mehr als 50 Prozent der deutschen Haushalte, bis Ende 2007 wird das Netz auf nahezu 60 Prozent ausgebaut.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.telefonica.de.
Deutsche Telekom bremst Breitbandwachstum und insbesondere Wettbewerber bei der Aufschaltung der DSL-Kunden aus
München, 13. Dezember 2007 - Die Telefónica Deutschland GmbH wird morgen bei der Bundesnetzagentur ein Missbrauchsverfahren gegen die Deutsche Telekom einreichen. Dadurch möchte das Unternehmen einen fairen Wettbewerb auf dem DSL-Markt und eine marktgerechte und schnellere Bereitstellung von Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) für seine DSL-Kunden erreichen. Telefónica hatte die Bundesnetzagentur wiederholt auf den Marktmachtmissbrauch der Telekom hingewiesen, die deutlich weniger TAL bereitstellt als benötigt. Das Netz von Telefónica in Deutschland nutzen unter anderem HanseNet/Alice, 1&1, Freenet und o2 Germany.
"Wir haben massiv investiert und sind bereit, weitere Investitionen in den Ausbau unseres Netzes in Deutschland zu tätigen. Somit tragen wir zur wachsenden Verbreitung von DSL in Deutschland bei," begründet Johannes Pruchnow, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Telefónica Deutschland. "Dennoch können wir das vorhandene Potenzial bei weitem nicht abschöpfen, da die Telekom trotz langfristigen Planungsvorlaufs nicht die erforderlichen Ressourcen - für die wir im Übrigen die kompletten Kosten tragen - zur Verfügung stellt."
Mit dem Antrag auf das Missbrauchsverfahren fordert Telefónica von der Bundesnetzagentur eine rasche und wettbewerbsfördernde Entscheidung für einen Standardvertrag, der den TAL-Aufschaltprozess regelt und dem Unternehmen und seinen Kunden eine Befriedigung der Marktnachfrage ermöglicht. Telefónica hat bereits mehrfach angekündigt, dass höhere Bereitstellungsmengen benötigt werden. Die Deutsche Telekom wird aber nach bisherigen Ankündigungen auch 2008 nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung stellen, um die Nachfrage der alternativen Anbieter zu bedienen.
Durch den Marktmachtmissbrauch schädigt die Deutsche Telekom sowohl die Telefónica Deutschland als auch deren Partner. Die mangelhafte Bereitstellungsleistung der Deutschen Telekom wird derzeit auch von anderen alternativen Netzbetreibern beklagt. Neben dem wirtschaftlichen Schaden führen die Verzögerungen bei der Aufschaltung zu massiver Verärgerung der Endkunden der alternativen Anbieter. Die Partner von Telefónica unterstützen den Antrag bei der Bundesnetzagentur:
"Ein starkes Wachstum im DSL-Segment wird vor allem durch Verzögerungen beim Aufschalten von Komplettanschluss-Kunden durch die Deutsche Telekom verhindert," so Eckhard Spoerr, Vorstandsvorsitzender der freenet AG. "Wir unterstützen den Missbrauchsantrag von Telefónica und hoffen auf ein schnelles Unterbinden dieser unfairen Praktiken."
"Wir haben in den letzten Jahren mit der Telekom in einem ständigen Dialog zu Verbesserungen der Anschaltequalität gestanden und eine Vielzahl konstruktiver Vorschläge gemacht," sagt Harald Rösch, Geschäftsführer von HanseNet. "Leider haben unsere Bemühungen bis heute nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Ohne ein Einschreiten der BNetzA ist daher zu befürchten, dass sich die kritische und letztlich auch verbraucherschädigende Situation nachhaltig verfestigt. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Initiative der Telefónica."
"Viele unserer Bestandskunden würden gerne von Resale-DSL zum neuen Komplettanschluss 1&1 Surf&Phone 16.000 wechseln. Doch dafür reichen die von der Deutschen Telekom zugeteilten Schaltungen bei weitem nicht aus - was nicht nur den fairen Wettbewerb torpediert sondern auch eine noch stärkere Verbreitung von schnellem DSL in Deutschland," sagt Robert Hoffmann, Vorstand Consumer-Produkte bei der 1&1 Internet AG. "Der Antrag auf ein Missbrauchsverfahren ist daher leider notwendig."
"Wir begrüßen den Schritt von Telefónica Deutschland und hoffen auf eine schnelle und positive Entscheidung der Bundesnetzagentur im Sinne des fairen Wettbewerbs," so Lutz Schüler, Geschäftsführer Marketing und Sales bei o2 Germany. "Wir brauchen eine verbindliche und gerechte Regelung, die uns ermöglicht, die vorhandenen Potentiale abzurufen."
Hintergrund
Telefónica besitzt eine der am besten ausgebauten Netzwerkinfrastrukturen in Deutschland. Aktuell werden etwa 60 Prozent der deutschen Haushalte abgedeckt. Die TAL (auch "letzte Meile") mietet Telefónica von der Deutschen Telekom an. Die TAL bildet die Grundlage für das alternative Festnetz- und DSL-Komplettangebot. Die Telefónica und ihre Resale-Kunden prognostizieren ihren Bedarf an TAL und geben diese an die Telekom weiter. Die geltende Vereinbarung mit der DTAG sieht vor, dass Anpassungen der Prognose nur im Rahmen eines "normalen" Marktwachstums erfolgen dürfen. Bei einem überdurchschnittlichen Wachstum, wie es seit etwa zwei Jahren gegeben ist, reichen die bisherigen Ressourcen der Telekom nicht aus. Verhandlungen über eine Änderung der Vereinbarung scheiterten am Widerstand der Telekom.
Quelle: Pressemitteilung
Telefónica Deutschland GmbH
Die Telefónica Deutschland GmbH ist Teil der Telefónica o2 Europe und damit eine Tochtergesellschaft des spanischen Telekommunikationsunternehmens Telefónica S.A. Das Unternehmen betreibt und vermarktet in Deutschland ein eigenes, hochperformantes Breitbandnetz. Mit dieser Plattform auf Basis der schnellen Internet-Technologie ADSL2+ wendet sich das Unternehmen an Internet Service Provider und Carrier, die in Deutschland mit keinem eigenen Netz präsent sind oder die Telefónica Infrastruktur als Ergänzung zu ihrer eigenen nutzen. Somit können diese ihren Kunden differenzierte Produkte in den Bereichen Internet Zugang und Internet Services wie DSL, Daten und Telefonie sowie Triple Play oder Video-on-Demand anbieten. Zu den Kunden von Telefónica Deutschland zählen unter anderem 1&1 Internet AG, freenet.de AG, Alice und o2 Germany. Derzeit erschließt Telefónica mit rund 2.000 Hauptverteilern (Ortsvermittlungsstellen im Netz) mehr als 50 Prozent der deutschen Haushalte, bis Ende 2007 wird das Netz auf nahezu 60 Prozent ausgebaut.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.telefonica.de.