[Gelöst] Telekom Sip-Trunk und Netzwerkprobleme

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Moin liebe Mitforisten,

ich hab ein große Sorge bei einem Kunden und keine Ahnung mehr, wie ich weitermachen soll:

Ich habe vor vielen Jahren (12-15 Jahre ist es bestimmt her) bei einem Kunden eine AGFEO AS200IT ISDN Anlage gebaut. Als ich sie gebaut habe, mit 4 NTBAs. Zwischenzeitlich wurde die Anlage mal auf VoIP mit einem LANCOM Router getauscht (kann nicht sagen, wann das war, ich war es jedenfalls nicht...) In dem Zuge wurde auch der vierte ISDN Anschluss abgenommen, da sich die Firma aufgeteilt hat. Das lief dann wohl auch so seine paar Jahre. Seit Ende letzten Jahres fiel immer häufiger aber die Telefonie aus. Man konnte nicht mehr raustelefonieren und auch nicht mehr angerufen werden. Ich wurde dann gerufen um mal in der Anlage nach dem Rechten zu schauen. Die Anlage lief aber problemlos, keine Aussetzer am ISDN Bus festzustellen. Es wurde daraufhin bei der Telekom angerufen und dort gab es die Aussage, der Router sei zu alt, wird nicht mehr gepflegt und könne seitens der Telekom nicht mehr geprüft werden.
Der Kunde und ich haben uns dann beraten und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ich die Anlage in eine moderne VoIP Anlage tausche. So, dass wir den Router aus der Telefonie-Geschichte rausnehmen können. Gesagt, getan. Ich habe eine neue Anlage installiert (AGFEO ES628IT, TP-Link POE Switch, AGFEO IP Telefone). Angeschlossen ist der Switch direkt am Router an einem eigenen LAN Port. An einem anderen LAN Port hängt die Firewall des Kunden. Beides (Telefon-Netzwerk und Kundennetzwerk) sind also voneinander getrennt.
Die Anlage lief nach der Installation sauber....eine Woche lang. Dann fingen die Probleme an... Die Anlage ist telefontechnisch von Aussen nicht erreichbar, "Teilnehmer besetzt"; von innen kann nicht nach Aussen telefoniert werden, es kommt gar kein Freizeichen, nur ab und zu hört man mal ein leichtes "Knack-Raschel". Schon wenn man abhebt passiert das. Der SIP Trunk ist laut des Protokolls der Anlage aber mit Status 200 aktiv. Nachdem dann aber die Anlage während der Fernwartung komplett ausgestiegen ist, habe ich einen Vorabaustausch beantragt und gleich noch einen neuen Router und einen neuen Switch besorgt.
Diese habe ich dann letzte Woche Mittwoch getauscht, aber es brachte keine Abhilfe... Donnerstag habe ich einfach mal auf Verdacht die Anlage komplett platt gemacht, eine Pre Firmware von AGFEO, die ich von der Hotline erhalten habe, aufgespielt und die Anlage komplett neu programmiert. Siehe da... Donnerstag lief alles...Freitag auch...
Heute morgen nicht mehr... Anlage ist von Aussen nicht erreichbar bzw. man kann anrufen und hört die Warteschleife der Anlage (Die Anlage ist so programmiert, dass man erstmal in einer Ansage landet und dann auf die Telefone weitergeleitet wird; Also, dass man während der Wartezeit Musik hört). Allerdings hört man diese Warteschleife extrem abgehackt, wie bei einer schlechten Mobiltelefon-Verbindung.
Ich habe dann gemeinsam mit dem Kunden bei der Telekom angerufen (die der Kunde die letzten 1,5 Wochen auch fast jeden Tag wegen des Problems am Telefon hatte, die aber immer gesagt haben, an denen liege es nicht...).
Heute war dann die Aussage des Kollegen der Telekom:" Ja, wir messen das mal und melden uns." Warum wurde das noch nicht gemessen? Egal.
Die riefen auf jeden Fall zurück und sagten: "An uns liegt es nicht...aber die Telefonie-Datenpakete kommen verstümmelt an. Sowas kommt vor, wenn die Internetverbindung ausgelastet ist!"

Ich bin also in die FritzBox rein und konnte keine übermäßige Auslastung feststellen, auch sehen die Switche des Kunden so aus, als hätte die nicht allzu viel zu tun, ab und zu mal ein leichtes blinken bei "active" aber nichts Auffälliges.

Ich habe dann nochmal den Netzwerker für das interne Netz angefragt, ob er verdächtigen Traffic sieht, aber da warte ich noch auf eine Rückmeldung.

So, nun zu meinen weiteren Beobachtungen: Der Kunde hat eine 50Mbit/20Mbit DSL Leitung...nicht die schnellste, aber OK. Die Telefonanlage meldet öfter (mindestens einmal am Tag) "Verbindung zum Fernwartungsserver unterbrochen, wird wiederhergestellt". Das dauert etwa eine viertel Stunde. Die FritzBox ist die ganze Zeit über online, keine Unterbrechung DSL oder Internet (Zwangstrennung nach 24 Stunden soll es, laut Telekom, seit Umstellung auf VoIP nicht mehr geben, macht die FritzBox auch nicht). Auch meldet die Telefonanlage (öfter als die Meldung der Trennung der Fernwartung) dass sie eine neue externe IP erhalten habe...es ist immer die gleiche IP da der Kunde eine feste externe IP hat, aber die Ports sind immer andere.
Laut AGFEO kann das darauf hindeuten, dass die Anlage versucht einen VoIP Tunnel aufrecht zu erhalten, der aber immer, aus welchen Gründen auch immer, nicht gehalten werden kann.

Ich habe mal in diverse andere Anlagen, die ich verwalte, reingeschaut, und von denen macht das keine Einzige (gut, mal abgesehen davon, dass mal Stromausfall war oder der Router neu gestartet wurde).

Jetzt nach dem langen Text eine kurze Frage:

Seid Ihr nicht auch der Meinung, dass sich das Problem inzwischen ganz stark nach einem Problem bei der Telekom anhört?
Ich weiss ja nicht, wie das bei der Telekom abläuft, aber den Endpunkt der DSL Leitung seitens der Telekom ist doch ein DSLAM, oder? Dort muss ja auch irgendwie eine "Telefonverbindung" sein, oder ein "Telefon-Endpunkt" oder sowas...

Es ist dann nur noch die Frage, wie kriege ich die Telekom dazu, das die mal was bei sich umschalten oder austauschen? Gerade auch in Anbetracht, dass die ganze Schose ja schon mit aussetzendem VoIP angefangen hat, welches wir ja, mangels Wartung des LANCOM Routers, erstmal den Selbigen geschoben haben...

Vielleicht weiss ja jemand von Euch Rat.

Danke!

MfG
Christoph
 
Zuletzt bearbeitet:
Das lief dann wohl auch so seine paar Jahre. Seit Ende letzten Jahres fiel immer häufiger aber die Telefonie aus. Man konnte nicht mehr raustelefonieren und auch nicht mehr angerufen werden. Ich wurde dann gerufen um mal in der Anlage nach dem Rechten zu schauen. Die Anlage lief aber problemlos, keine Aussetzer am ISDN Bus festzustellen.
Der ISDN-Bus endet am Lancom, die Telefonie-Verbindung nicht.
Warum wurde bei der Fehleranalyse "auf der Hälfte der Strecke" aufgehört?
Was sagten denn Traces aus bei Verbindungsversuchen? Wo ging es schief?
Angeschlossen ist der Switch direkt am Router an einem eigenen LAN Port. An einem anderen LAN Port hängt die Firewall des Kunden. Beides (Telefon-Netzwerk und Kundennetzwerk) sind also voneinander getrennt.
Das schreibst du hier. Weiter unten schreibst du was von Fritzbox. Die Fritzbox kann nicht wirklich Netze trennen. Was ist denn jetzt der Router? Oder gibt es einen oder mehrere? Welche Rolle spielt die Firewall?
Die Anlage lief nach der Installation sauber....eine Woche lang. Dann fingen die Probleme an... Die Anlage ist telefontechnisch von Aussen nicht erreichbar, "Teilnehmer besetzt"; von innen kann nicht nach Aussen telefoniert werden, es kommt gar kein Freizeichen, nur ab und zu hört man mal ein leichtes "Knack-Raschel". Schon wenn man abhebt passiert das.
Auch hier die Frage: Was passiert auf Paket-Ebene? Wird der SIP-Proxy der Telekom erreicht? Warum wird der Ruf abgewiesen, etc., etc.?
Der SIP Trunk ist laut des Protokolls der Anlage aber mit Status 200 aktiv.
... was keine Aussage darüber trifft, ob die Registrierung aktiv und funktionabel ist.

Um welchen SIP-Trunk-Typ der Telekom handelt es sich denn überhaupt? Ist das ein PK-Tarif?
Nachdem dann aber die Anlage während der Fernwartung komplett ausgestiegen ist, habe ich einen Vorabaustausch beantragt und gleich noch einen neuen Router und einen neuen Switch besorgt.
Das klingt mir zu erratisch.
Heute morgen nicht mehr... Anlage ist von Aussen nicht erreichbar bzw. man kann anrufen und hört die Warteschleife der Anlage (Die Anlage ist so programmiert, dass man erstmal in einer Ansage landet und dann auf die Telefone weitergeleitet wird; Also, dass man während der Wartezeit Musik hört).
Konkret die Frage: Warum werden hier immer nur Symptome beobachtet, aber nie in die Ursachenforschung auf Netzwerkebene eingestiegen?
Allerdings hört man diese Warteschleife extrem abgehackt, wie bei einer schlechten Mobiltelefon-Verbindung.
Einfach mal Mitschneiden und gucken was geht.
Oder einfach mal einen zweiten SIP-Trunk parallel anbinden und gucken wie spontan der läuft.

Übrigens: Den bestellt man mit CLIP no screening, richtet bei der Telekom eine Umleitung auf zweiten Anbieter ein "bei Nicht-Registrierung" und so könnte man die Probleme erstmal umschiffen. Oder, in der Hoffnung die Telekom ist dazu in der Lage, den Trunk splitten, den einen Teil direkt abarbeiten, den anderen Teil statisch weiterleiten.
Die riefen auf jeden Fall zurück und sagten: "An uns liegt es nicht...aber die Telefonie-Datenpakete kommen verstümmelt an. Sowas kommt vor, wenn die Internetverbindung ausgelastet ist!"
Das ergibt keinen Sinn.
Wenn Pakete *verstümmelt* sind, fehlen offenbar Daten. Ich würde eher davon ausgehen, dass gemeint ist, dass die kleinen RTP-Pakete trotzdem noch fragmentiert werden.
Ja, das kann passieren wenn viele große Pakete unterwegs sind, dafür muss der Bandbreitenzähler nicht am am Anschlag sein, sondern es reicht allein schon, wenn z. B. dicke Windows-Updates, Downloads und vielleicht noch ein paar MS Teams o.ä.-Sitzungen parallel laufen.
Das lässt sich aber vermeiden, indem für VoIP eine gescheite Prioriorisierung definiert wird. Was die Fritzbox aber alles nur intern und "magisch" macht.
Ich bin also in die FritzBox rein und konnte keine übermäßige Auslastung feststellen,
Stichprobengröße n=1 hilft bei solchen Problemen selten etwas.
Davon ab: Paketgrößen/Raten sind analyisert?
auch sehen die Switche des Kunden so aus, als hätte die nicht allzu viel zu tun, ab und zu mal ein leichtes blinken bei "active" aber nichts Auffälliges.
Diese Form der "Analyse" kommentiere ich mal nicht weiter.
So, nun zu meinen weiteren Beobachtungen: Der Kunde hat eine 50Mbit/20Mbit DSL Leitung...nicht die schnellste, aber OK. Die Telefonanlage meldet öfter (mindestens einmal am Tag) "Verbindung zum Fernwartungsserver unterbrochen, wird wiederhergestellt". Das dauert etwa eine viertel Stunde.
Auch das kann man durchaus nachvollziehen, was da passiert.
Die FritzBox ist die ganze Zeit über online, keine Unterbrechung DSL oder Internet (Zwangstrennung nach 24 Stunden soll es, laut Telekom, seit Umstellung auf VoIP nicht mehr geben, macht die FritzBox auch nicht). Auch meldet die Telefonanlage (öfter als die Meldung der Trennung der Fernwartung) dass sie eine neue externe IP erhalten habe...
Ein v4-Netzwerkgerät hinter NAT kann das nicht "einfach so" erkennen. Hier sind also bereits weitere Mechanismen/Services im Spiel.
es ist immer die gleiche IP da der Kunde eine feste externe IP hat, aber die Ports sind immer andere.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Laut AGFEO kann das darauf hindeuten, dass die Anlage versucht einen VoIP Tunnel aufrecht zu erhalten, der aber immer, aus welchen Gründen auch immer, nicht gehalten werden kann.
Was soll ein VoIP-Tunnel sein?
"Aus welchen Gründen auch immer" ... ein IP-Netzwerk ist keine Blackbox.
Tracen, Verhalten nachvollziehen, Timestamps aufschreiben, Packet-Traces zusammenstellen und dann kann man der Telekom auch mal detaillierte Informationen liefern. Wenn die Fehlerbeschreibung schwammig ist, wundert mich nicht dass die Antworten genauso schwammig sind und man den Kunden damit erstmal los wird.

Seid Ihr nicht auch der Meinung, dass sich das Problem inzwischen ganz stark nach einem Problem bei der Telekom anhört?
Der Beweis steht noch aus. Beweis durch Beispiel ist halt auch immer so ne Sache. Die Telekom kann genauso gut behaupten "Wir haben auf dem gleichen Server 10000 andere Kunden, bei allen anderen läuft das", das bringt dich auch nicht weiter.

Ich weiss ja nicht, wie das bei der Telekom abläuft, aber den Endpunkt der DSL Leitung seitens der Telekom ist doch ein DSLAM, oder? Dort muss ja auch irgendwie eine "Telefonverbindung" sein, oder ein "Telefon-Endpunkt" oder sowas...
Ich weiß nicht, was du damit konkret meinst oder worauf du da hinauswillst.
Ein DSLAM ist mit Glasfaser Richtung Backbone angebunden. Es stecken viele dicke, teure Baugruppen drin wo ganz viele DSL-Modems drauf stecken. Die Aufgabe eines DSLAM ist, die Datenströme aus dem Glas auf die einzelnen DSL-Ports zu bringen bzw. umgekehrt.
Ein DSLAM arbeitet auf Layer 1 und 2. Allein mit IP hat der in aller Regel schon nichts mehr am Hut, von Layer 7 ganz zu schweigen. Wozu sollte er auch?
Es ist dann nur noch die Frage, wie kriege ich die Telekom dazu, das die mal was bei sich umschalten oder austauschen? Gerade auch in Anbetracht, dass die ganze Schose ja schon mit aussetzendem VoIP angefangen hat, welches wir ja, mangels Wartung des LANCOM Routers, erstmal den Selbigen geschoben haben...
Aus meiner Sicht wurden da schon Fehler gemacht, indem man die "Schuld" auf irgendein Gerät "geschoben" hat, ohne das durch entsprechende Analysen belegt zu haben.
Die Aussage "Der ist ja irgendwie nicht gewartet" ist auch Murks. Und selbst wenn: Einen Lancom 884 VoIP (bzw. die Telekomvariante R884VA) hätte man ohne Probleme und für kleines Geld zum testen bekommen können, zumindest letzterer bekommt sicher noch aktuellen Provider-Support. Dafür muss man nicht einmal die komplette TK-Anlage neu kaufen, ohne wirklich zu wissen, was Jetzt eigentlich die Probleme sind.
Ja, das Verhalten der Provider verändert sich immer mal wieder, Lancom ist aber Telekom-zertifiziert, im Zweifel hätte man auch einfach bei Lancom nachfragen können, ob die LCOS-Version die drauf ist, noch lauffähig ist mit dem spezifischen SIP-Trunk.
An dem Lancom hätte man auch schon parallel SIP-Endgeräte betrieben können und da zum Beispiel die Agfeo als Fehlerquelle ausschließen können.
Ich verstehe diese Form von Rumraten ehrlich gesagt nicht, wenn man so leistungsfähige Tools wie LANMonitor, LANTracer kostenlos zur Verfügung hat und sie nicht nutzt.

Reicht dir das erstmal als Ideen und Anregungen? :)
Konkrete Vorschläge:
- Topologie zusammenfassen und hier aufschreiben. Welche Geräte gibt es, welche Netze, was ist womit verbunden, wo sind Router, Firewalls, etc.?
- Test mit einem zweiten SIP-Trunk
- Traces auf SIP-Ebene machen. Speziell "Raustelefonieren geht nicht" kann man extrem einfach nachgucken
- Im Netz die mutmaßlichen "Ausfälle" nachstellen, Monitoren, etc.
- Ggf. mit dem Netzwerker mal gezielt Monitoren, ob es Paketverluste o.ä. gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wollte nochmal Rückmeldung geben. Es war ein Firmwareproblem bei Agfeo... nach einem Update auf Beta Firmware läuft die Anlage jetzt problemlos.
 
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