Umfrage: Spannung der Telekomleitung (Zusammenhang mit Echos?)

Oetker schrieb:
Bist Du Dir da sicher? Früher waren es auf jeden Fall zwischen 60 und 120, aber seit dem wir alle an den "digitalen" Vermittlungsstellen hängen sind es doch weniger als 48V, oder?

Naja, da müsste wirklich mal jemand messen ;-)
Ich hätte zwar ein Oszilloskop zum nachmessen, aber "nur" einen ISDN-Anschluss, auf dem ja alles anders (nämlich digital) sinalisiert wird...
UNd wenn jemand nur ein Multimeter hat, kann man das mit dem Messen sowieso klemmen, da beim Klingeln ja keine 50 Hz-Sinus-Wechselspannung "gesendet" wird...
 
Oetker schrieb:
Dann hat mich mein im Finger integriertes Ozzi doch getäuscht. Ich hätte so an pulsierende 4-6kHZ gedacht, aber dann wars wohl doch nur die Gleichspannung, werd´demnächst noch mal nachfühlen ;-)

BTW: Ist die Gleichspannung eigentlich richtig glatt? Normalerweise merkt man die doch nicht so auf der Hautoberfläche?!?

Warum soll man die nicht so merken? In früheren Jahren hab ich mal bei der Reichsbahn Dieselloks gewartet und bei den rumänischen waren bei den Batteriekästen die Einschübe nicht richtig mit der Masse verbunden, so daß man beim Rausziehen, wenn man auf feuchtem Boden stand ab und zu eine gewischt bekam, je nachdem wieweit man vom Erd- (Minus-) Pol weg war. Da man mit beiden Händen zupacken mußte (auch die Handschuhe haben nicht unbedingt gut isoliert) hat das ganz schön gezuckt, die maximale Spannung war 110V. Das waren zwar nur kleine Ströme aber reiner Gleichstrom.
 
Doch mal etwas Senf abgeben....

Ich denke auch nicht, daß die Spannung am analogen Eingang etwas mit Echos zu tun hat.

Aber zu den Betriebszuständen am analogen Telefon:

Ruhezustand:
Je nach Anschluß 60V (öffentliches Netz), 48 oder 24V (PriNas) Gleichspannung über Teilnehmerrelais (oder das elektronische Pendant) und Anschlußleitung. Im Apparat sitzt dafür ein 1µF-C in Reihe zum Wecker (früher war alles besser).

Rufsignalisierung:
Je nach Anschluß etwa 100V (öffentliches Netz), 50V oder knapp weniger (PriNa) Wechselspannung mit 25 bis 50Hz.

Gesprächszustand:
Je nach Anschluß 5 bis 12V Gleichspannung am a/b mit mittels Übertrager aufmoduliertem Wechselspannungsanteil. Der Schleifenstrom bemißt sich aus der Reihenschaltung Teilnehmerrelais, Anschlußleitung und Apparatestromkreis.
Teilnehmerrelais hat etwa 600 Ohm, ebenso die Apparateschaltung (Übertrager und Leitungsnachbildung).

Bei ISDN am Uk0 liegen etwa 100V Gleichspannung bei angeschlossenem NTBA an. Diese Gleichspannung ist überlagert (moduliert) mit dem zu übertragenden Uk0-Protokoll in Form von Wechselspannung.
Die etwa 100V Gleichspannung dient nur der NTBA-Speisung.

Am S0 liegen wie schon beschrieben zwei mal 40V an, mit der die passiven Endgeräte gespeist werden können. Die Informationsübertragung findet nicht in Form von Wechselspannung über die Betriebsspannung statt, sondern separat in digitaler Form. Zwischen 1a und 2a und zwischen 1b und 2b liegen die Betriebsspannungen und zwischen 1a und 1b sowie 2a und 2b die Wege fürs RX und TX.

Ich hoffe, daß alles richtig ist...meine Ausbildung ist schon seeeehr lange her und die Theorie braucht man nicht sehr oft.
 
RealHendrik schrieb:
An einem ISDN-Anschluss verhalten sich die Dinge ein klein wenig anders: VOR dem NTBA (am Uk) liegt dauerhaft eine Gleichspannung von ca. 96 Volt an, die übrigens NUR für den Betrieb eines NTBAs erforderlich ist und NICHT für die Spannungsversorgung des nachfolgenden S0-Anschlusses. Lediglich ein Notbetrieb mit einer Speiseleistung von knapp einem halben Watt ist noch vorgesehen.

Gruss,

Hendrik

Hallo,

habe ich das jetzt richtig verstanden? Wenn an den Klemmen (a + b) der TAE keine Spannung anliegt, dann funktioniert (z.B.) der NTBA nicht weil ihm die interne Versorgungsspannung fehlt? Ich messe dort max. 3,4 Volt (also so gut wie nichts!) Ist DAS der Grund das mein DSL funktioniert, ISDN allerdings nicht?:mad:

Mfg Metex
 
Wenn Du die Leitung "offen", d.h. ohne NTBA oder Splitter gemessen hast: JA

Leuchtet denn die grüne LED am NTBA ohne 230V Versorgung?
 
Hi Oetker,

ja - TAE lag nackt und lastlos vor mir. NTSplitt (Versatel) zeigt sowohl ohne als auch mit externer Spanungsversorgung ausschließlich eine leuchtende "Power-Led". "ISDN-Led" bleibt aus. Ein NTBA aus Telekom-Zeiten zeigt mir an: "Kein ISDN-Signal". (grüne ISDN-Led bleibt dunkel) auch hier - mit und ohne externe Spanungsversorgung!

Nur noch einmal zu Verdeutlichung: An einer funktionierenden "ISDN-Zweidrahtleitung" müßte ich (an den klemmen 1 & 2) 96Volt= messen können. Wenn diese nicht anliegen dann bekommt der NTBA keine interne Spannungsversorgung und somit ist Telefonieren unmöglich! Die externe Spannungsversorung dient, soviel scheine ich hier gelernt zu haben, ausschließlich den wenigen ISDN-Endgeräten, welche nicht über eine eigene Spannungsversorung verfügen.

Da eben diese Spannung fehlt, frage ich mich warum das die Techniker (Versa/T-Com) nicht via Computer schon im Vorfeld feststellen können?!

Bin auf morgen gespannt, Versa schickt einen T-Com-Techniker :verdaech:

Grüsse
Metex
 
Hi!

Versatel kann an der Leitung selbst gar nichts machen oder messen. Die haben die Leitungslänge in einer Datenbank, und das wars auch schon. Die T-Com hat diverse Test- und Messmöglichkeiten, aber wenn jemand vorbei kommt ist ja umso besser. Hoffentlich kommt er auch ;-)

Versatel steht dabei übrigens im krassem Gesensatz zu QSC. Die "sehen" genau was auf der Leitung passiert. Die Kundenbetreuung kann einige Leitungsmessungen sofort automatisiert starten und gibt dann je nach Auswertung zur genaueren Analyse und weiteren Messungen an die Technik weiter. Zum DSL Modem gibts gleich noch einen zweiten TAE Stecker. Dieser rote Stecker wird einem zusammen mit dem Modem geliefert und enthält nur eine Kurzschlussbrücke. Die Kundenbetreuung bittet einen für einige Messungen auch, den roten Stecker einzustecken.

Ich denke dass Versatel einfach grösstenteils T-Com Technik nutzt und daher nur sehr Beschränken Zugriff auf die T-Com Technik hat.
 
Hi,

und wie er kam ... der T-Com Techniker!

Wo ist das Problem? fragte er. Ich sagte: Ein NTsplitt und ein (versuchs) NTBA von T-Com signalisieren: "Kein ISDN-SIGNAL"! Internetz is' am funktioniern wie Kpt. Picards Enterprise bei Worb 12 aber telefonieren geht nur in der Telefonzelle einen Ort weiter!

"Ahhhhhh..." - rief er. Ich warf ein: "Wetten da is'n Draht ab?!" *glucks* Worauf er sich vor die TAE kniete und einen TAE-Stecker mit "Hirschmann Büschelsteckern" in irgenwas prummelte.

Ich zischelte leise: "... da sind keine 96 Volt nich ... da is'n Draht ab ... :) " Er stand auf und sagte: "Ich gehe mal eben die Straße runter zum Zwischenverteiler - aber ich melde mich noch bei ihnen" Ich sah ihm noch am Fenster hinterher :verdaech: " Haut er ab ...?! Kommt der wieder ?!! " Dachte ich so. Ich verspürte den Drang ihm hinterher zu rufen: "Da is'n Dra..." aber ich ließ es lieber sein!

20 Minuten später kingelte mein "Festnetz-Telebim" Ich war wie von den Socken ...! Ich dachte: "Bin ich hier neuerdings bei der NASA!" "Festnetztelefon UND Internetz ... " So, sagte die Techniker-Stimme am anderen Ende - "Alles wieder i.O. - da war'n Draht ab ... nu' geht's wieder ... schönen Tag noch!"

Fazit: Wegen einem Draht der "ab" ist konnte ich also 5 Tage nicht telefonieren! Aber bestimmt war der Draht sooooo ap, das er apper gar nicht sein konnte!!

Ich werde wohl nie versteh'n wie Menschen in heutiger Zeit eine bemannte "Mars-Mission" planan können?! Was wenn da auf halben Weg n' Draht ab is' ?!?!

Grüße

Metex
 
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