Salam,
Mal was neues ueber VOIP in den VAE:
VoIP - Kehrtwende für Skype & Co in den VAE
Voice over IP (Internet Protocol) oder kurz VoIP, die politisch korrekte Bezeichnung für Internet-Telefonie, durch Anbieter wie Skype dürfte nun endlich hier in den VAE nicht nur in aller Munde sondern auch in aller Ohr sein.
Am 10. Januar 2011 liess die VAE Regulierungsbehörde (“TRA”) verlautbaren, dass nunmehr das offizielle Verbot von Skype und anderen VoIP-Anbietern nicht weiter durchgesetzt würde. Fortan soll es den beiden Telekom-Anbietern, Etisalat und Du, freigestellt sein, Skype & Co zuzulassen oder stattdessen eigene VoIP-Lösungen anzubieten.
Doch der Reihe nach! Nach wie vor gilt VoIP in den VAE gemäβ Federal Law No. 3 aus 2003 (Telekom Gesetz) als regulierte, lizenzpflichtige Aktivität. Aufsichtsorgan und damit den Regulierungsauftrag ausfüllende Behörde ist die TRA. Auf Grund einer TRA Richtline aus 2006 gilt, dass VoIP in den VAE nur von sogenannten Lizenznehmern, also in den VAE niedergelassenen und entsprechend lizenzierten Unternehmen rechtmäβig angeboten werden darf. Als solche kommen jedoch lediglich Etisalat und Du in Betracht, die beiden halb-staatlich organisierten und oligopolistisch co-existierenden Anbieter für Telekommunikationsdienste. Im Gleichklang taten sich beide lange Zeit schwer, tragbare Vereinbarungen mit einem global agierenden Anbieter wie Skype einzugehen oder alternativ eigene VoIP-Lösungen zu entwickeln.
Gröβtes Hindernis dürfte dabei der zu erwartende Umsatzeinbruch bei internationalen Telefongesprächen sein, welche in den VAE traditionell auf Grund des hohen Expat-Anteils den Löwenanteil des Telefonie-Geschäfts ausmachen. Deshalb fiel es beiden Unternehmen wohl auch nicht schwer, die von der TRA geforderte Blockierung der Webseiten von Skype & Co durchzuführen. Auch wenn die http://skype.com/ -Seiten blockiert waren, gab es doch Wege an die Skype-Software heranzukommen, die letztlich unabhängig vom Webauftritt des Anbieters funktioniert, sei es über alternative Download-Anbieter oder während eines Auslandsaufenthalts mit dem Notebook.
Die Entscheidung der TRA, die Durchsetzung des Skype-Verbots auszusetzen, ist eine De-Regulierungsmaβnahme, welche allerdings an rechtstaatlichen Prinzipien gemessen höchst fragwürdig erscheint. Anstelle einer echten De-Regulierung und der damit verbundenen Auflage an die Telekom-Anbieter, andere VoIP-Anbieter zuzulassen, wird Etisalat und Du nun ein im Grunde hoheitliches Ermessen eingeräumt, den Markt nach eigenem Gutdünken zu öffnen. Ganz ohne Beschönigungen wird damit offensichtlich, was ohnehin jeder ahnte, dass die entscheidenden Gründe für oder gegen eine Öffnung des Marktes für Skype & Co letztlich allein auf wirtschaftlichen Erwägungen der Oligopolisten beruhen.
Der Druck hin zu einer Legalisierung war zuletzt jedoch erheblich gestiegen und die VAE müssen in den Nachwehen der Weltwirtschaftskrise sicherlich um einen Image-Verlust fürchten. Das Aufbäumen gegen den internationalen Trend globaler und billiger Internettelefonie erinnert doch ein wenig an den Kampf gegen Windmühlen. Weder Etisalat noch Du dürften sich indessen nachsagen lassen wollen, alles andere als progressiv, innovativ und zukunftsorientiert zu sein. Während sie bisher jedoch den schwarzen Peter sicher bei der TRA verorten konnten, liegt die Verantwortung nun bei ihnen selbst.
Dies mag der Grund sein, dass Anbieter Du, der zuletzt im Gegensatz zu Etisalat sogar die Skype-Signale gestört hatte, so dass selbst Inhaber der Skype-Software, diese nicht mehr zum telefonieren nutzen konnten, inzwischen nicht nur diese Störsignale eingestellt, sondern darüber hinaus auch den Zugang zur offiziellen Skype-Webseite freigeschaltet hat. Etisalat hat seine Politik gegenüber Skype dagegen bisher noch nicht geändert. Das dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein. Immerhin können Etisalat-Nutzer Skype ohne Probleme nutzen, solange sie im Besitz der Skype-Software sind. Diese lieβe sich nun etwa von einem Internet-Cafe, welches dem Du-Netz angeschlossen ist, herunterladen.
Letztlich ist nunmehr folgendes Fazit zu ziehen: Die Nutzung von Skype & Co in den VAE ist inzwischen als legal anzusehen, und zwar unabhängig davon, ob Etisalat oder Du den Service anbieten. Es bleibt aber nach wie vor den Anbietern freigestellt, anstelle von Skype eigene Dienste anzubieten. Es ist vor diesem Hintergrund durchaus denkbar, dass in naher Zukunft Skype von Etisalat oder Du wieder geblockt wird, um die eigenen VoIP-Angebote mit Nachdruck auf den Markt zu bringen. Sehr wahrscheinlich erscheint dies allerdings nicht. Eine solche Kehrtwende ohne den möglichen Fingerzeig auf die “böse” TRA dürfte einen unerwünschten PR-Effekt nach sich ziehen, der auch den beiden Oligopolisten nicht schmecken kann.
Quelle: German-Emirates-Club / Axel Jacob
Gruss,
TheSaint der in Dubai friert
Mal was neues ueber VOIP in den VAE:
VoIP - Kehrtwende für Skype & Co in den VAE
Voice over IP (Internet Protocol) oder kurz VoIP, die politisch korrekte Bezeichnung für Internet-Telefonie, durch Anbieter wie Skype dürfte nun endlich hier in den VAE nicht nur in aller Munde sondern auch in aller Ohr sein.
Am 10. Januar 2011 liess die VAE Regulierungsbehörde (“TRA”) verlautbaren, dass nunmehr das offizielle Verbot von Skype und anderen VoIP-Anbietern nicht weiter durchgesetzt würde. Fortan soll es den beiden Telekom-Anbietern, Etisalat und Du, freigestellt sein, Skype & Co zuzulassen oder stattdessen eigene VoIP-Lösungen anzubieten.
Doch der Reihe nach! Nach wie vor gilt VoIP in den VAE gemäβ Federal Law No. 3 aus 2003 (Telekom Gesetz) als regulierte, lizenzpflichtige Aktivität. Aufsichtsorgan und damit den Regulierungsauftrag ausfüllende Behörde ist die TRA. Auf Grund einer TRA Richtline aus 2006 gilt, dass VoIP in den VAE nur von sogenannten Lizenznehmern, also in den VAE niedergelassenen und entsprechend lizenzierten Unternehmen rechtmäβig angeboten werden darf. Als solche kommen jedoch lediglich Etisalat und Du in Betracht, die beiden halb-staatlich organisierten und oligopolistisch co-existierenden Anbieter für Telekommunikationsdienste. Im Gleichklang taten sich beide lange Zeit schwer, tragbare Vereinbarungen mit einem global agierenden Anbieter wie Skype einzugehen oder alternativ eigene VoIP-Lösungen zu entwickeln.
Gröβtes Hindernis dürfte dabei der zu erwartende Umsatzeinbruch bei internationalen Telefongesprächen sein, welche in den VAE traditionell auf Grund des hohen Expat-Anteils den Löwenanteil des Telefonie-Geschäfts ausmachen. Deshalb fiel es beiden Unternehmen wohl auch nicht schwer, die von der TRA geforderte Blockierung der Webseiten von Skype & Co durchzuführen. Auch wenn die http://skype.com/ -Seiten blockiert waren, gab es doch Wege an die Skype-Software heranzukommen, die letztlich unabhängig vom Webauftritt des Anbieters funktioniert, sei es über alternative Download-Anbieter oder während eines Auslandsaufenthalts mit dem Notebook.
Die Entscheidung der TRA, die Durchsetzung des Skype-Verbots auszusetzen, ist eine De-Regulierungsmaβnahme, welche allerdings an rechtstaatlichen Prinzipien gemessen höchst fragwürdig erscheint. Anstelle einer echten De-Regulierung und der damit verbundenen Auflage an die Telekom-Anbieter, andere VoIP-Anbieter zuzulassen, wird Etisalat und Du nun ein im Grunde hoheitliches Ermessen eingeräumt, den Markt nach eigenem Gutdünken zu öffnen. Ganz ohne Beschönigungen wird damit offensichtlich, was ohnehin jeder ahnte, dass die entscheidenden Gründe für oder gegen eine Öffnung des Marktes für Skype & Co letztlich allein auf wirtschaftlichen Erwägungen der Oligopolisten beruhen.
Der Druck hin zu einer Legalisierung war zuletzt jedoch erheblich gestiegen und die VAE müssen in den Nachwehen der Weltwirtschaftskrise sicherlich um einen Image-Verlust fürchten. Das Aufbäumen gegen den internationalen Trend globaler und billiger Internettelefonie erinnert doch ein wenig an den Kampf gegen Windmühlen. Weder Etisalat noch Du dürften sich indessen nachsagen lassen wollen, alles andere als progressiv, innovativ und zukunftsorientiert zu sein. Während sie bisher jedoch den schwarzen Peter sicher bei der TRA verorten konnten, liegt die Verantwortung nun bei ihnen selbst.
Dies mag der Grund sein, dass Anbieter Du, der zuletzt im Gegensatz zu Etisalat sogar die Skype-Signale gestört hatte, so dass selbst Inhaber der Skype-Software, diese nicht mehr zum telefonieren nutzen konnten, inzwischen nicht nur diese Störsignale eingestellt, sondern darüber hinaus auch den Zugang zur offiziellen Skype-Webseite freigeschaltet hat. Etisalat hat seine Politik gegenüber Skype dagegen bisher noch nicht geändert. Das dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein. Immerhin können Etisalat-Nutzer Skype ohne Probleme nutzen, solange sie im Besitz der Skype-Software sind. Diese lieβe sich nun etwa von einem Internet-Cafe, welches dem Du-Netz angeschlossen ist, herunterladen.
Letztlich ist nunmehr folgendes Fazit zu ziehen: Die Nutzung von Skype & Co in den VAE ist inzwischen als legal anzusehen, und zwar unabhängig davon, ob Etisalat oder Du den Service anbieten. Es bleibt aber nach wie vor den Anbietern freigestellt, anstelle von Skype eigene Dienste anzubieten. Es ist vor diesem Hintergrund durchaus denkbar, dass in naher Zukunft Skype von Etisalat oder Du wieder geblockt wird, um die eigenen VoIP-Angebote mit Nachdruck auf den Markt zu bringen. Sehr wahrscheinlich erscheint dies allerdings nicht. Eine solche Kehrtwende ohne den möglichen Fingerzeig auf die “böse” TRA dürfte einen unerwünschten PR-Effekt nach sich ziehen, der auch den beiden Oligopolisten nicht schmecken kann.
Quelle: German-Emirates-Club / Axel Jacob
Gruss,
TheSaint der in Dubai friert