Web.de erschreckt die Investoren

faximan

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Der Internetdienstleister Web.de glänzt mit seinen digitalen Bezahldiensten. Ein unerwartet aufgetauchter Posten trübt allerdings die Quartalsbilanz

Web.de konnte im dritten Quartal Umsatz und operativen Gewinn steigern. Unter dem Strich führte eine unerwartete einmalige Wertberichtigung an einer Beteiligung aus den USA hingegen zu einem deutlichen Verlust.

Im Quartal sei der Umsatz auf 10,8 Mio. Euro gestiegen nach 8,3 Mio. Euro im Vorjahr, teilte das im TecDax gelistete Unternehmen am Donnerstag mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liege bei 0,9 Mio. Euro nach 0,8 Mio. Euro in der Vorjahresvergleichszeit.



Wertberichtigung reißt Loch in die Bilanz

Netto sei dagegen ein Minus von 3,6 Mio. Euro nach einem Gewinn von 0,1 Mio. Euro im Vorjahr angefallen. Das Nettoergebnis sei von einer einmaligen und nicht zahlungswirksamen Wertberichtigung in Höhe von 3,9 Mio. Euro beeinflusst worden, hieß es. Die im Jahr 2000 eingegangene Minderheitsbeteiligung an der VoIPGroup aus Miami sei wegen einer neuen Ausrichtung des Unternehmens als Vorsichtsmaßnahme voll abgeschrieben worden.


Web.de war mit sechs Prozent bei dem Internettelefonie-Spezialist eingestiegen, um sein Geschäftsfeld Web-Telekommunikation aufzubauen. "Ich bewerte die Abschreibung als unschön, aber nicht als dramatisch", sagte Analyst Viktor Hund von der BW-Bank.



Kräftiges Umsatzwachstum erwartet

Der Umsatz soll 2004 um 35 bis 40 Prozent steigen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 32,8 Mio. Euro umgesetzt. Im Gesamtjahr erwarte Deutschlands zweitgrößter Internetportal-Betreiber nach der Telekom-Tochter T-Online auch einen positiven Überschuss "vor dem außerordentlichen Beteiligungsergebnis aus dem dritten Quartal". Ende Juli hatte das Unternehmen einen zum Vorjahr höheren Gewinn für 2004 angekündigt.



Der Umsatz der digitalen Bezahldienste, bei denen über das Internet-Portal unter anderem kostenpflichtige Klingeltöne und Bildlogos für das Handy sowie Schutz vor unerwünschten Werbemails (Spam) angeboten werden, verdoppelte sich im dritten Quartal nahezu auf 6,5 Mio. Euro von 3,5 Mio. Euro im Vorjahr.



Anleger schicken Aktie auf Talfahrt

Die Zahl der Mitglieder im gebührenpflichtigen Web.de Club sei auf 322.000 gestiegen. Das Geschäft mit Online-Werbung verbesserte sich um 13 Prozent auf 3 Mio. Euro. Auch in den kommenden Jahren sei mit einer positiven Entwicklung des profitabel wachsenden Portalgeschäfts zu rechnen, hieß es.


Die Aktie des Unternehmens zählte am Mittag in einem schwächeren Gesamtmarkt mit einem Minus von 3,2 Prozent auf 6,69 Euro zu den größten Verlierern im TecDax. "Ich vermute, dass am Markt viele negativ von der Abschreibung überrascht wurden", sagte Analyst Hund.

quelle: www.ftd.de
 

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