[Frage] Wie lange funktioniert ein IP-Anschluss bei Stromausfall

Daher auch die letzten beiden Absätze in Beitrag #18 die auch etwas zum nachdenken anregen sollen. Solche pauschalen Feststellungen wie "einhergehende Nicht-Krisentauglichkeit" kann man jedenfalls nicht gelten lassen, wenn dann muss für so etwas ein Gesamtkonzept her was die betreffenden Institutionen mit einbezieht und das ist prinzipiell auch unabhängig einer All-IP Umstellung zu beachten.
Ein Beispiel wäre, was ich schon angesprochen hatte, allein schon Luftkabel die insb. außerhalb von Städten nach wie vor nicht selten zum Einsatz kommen. Solche Anschlüsse könnte/müsste man wohl unter deinen Gesichtspunkten prinzipiell schon als "Nicht-Krisentauglichkeit" einstufen. Ein weiteres Beispiel wären Überspannungsschäden usw. Bei diesen Problemen ist es auch erst einmal sekundär mit welcher Technik die Anschlüsse realisiert werden, vor beiden Problempunkten ist weder der einfache POTS-Anschluss noch ein xDSL-Anschluss "abgesichert".

Ich finde es es auch in Ordnung dass du das Problem bei "höheren Stellen" zur Ansprache bringen möchtest damit man sich evtl. darüber Gedanken macht wie man die Kommunikation in Extremfällen möglichst gut absichern kann. Allerdings ist da die alleinige Betrachtung einer All-IP Umstellung zu einseitig, da muss man schon prinzipiell mehr Punkte mit einbeziehen.
 
Die Bundesnetzagentur hat bereits einige Papiere zum Thema "Sicherstellung der Kommunikationswege im Krisenfall" verfasst. Da bei den Behörden und den Unternehmen nicht nur Volltrottel angestellt sind, ist das Problem durchaus bekannt.
 
Oder auch mal folgenden Bericht z.B. ab Seite 205 ff. lesen:
http://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab141.pdf

Oder auch "KRITIS":
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2007/Kritis.pdf

Das Problem der Energieversorgung zur Aufrechterhaltung der normalen Telekommunikationstechnik ist ein generelles in Krisen und kommt nicht erst mit "All-IP" zum Tragen sondern auch schon bei POTS und ISDN.
Natürlich wird die Aufgabenstellung mit VoIP nicht einfacher sondern verkompliziert sich das damit aber sich erst mit der Einführung von VoIP darüber richtig Gedanken zu machen wäre m.E. aber auch wieder etwas zu spät...
 
Und mehrstündige bis mehrtägige Stromausfälle sind jetzt nichts, was so selten wäre.
In Deutschland ist dieses Szenario ABSOLUT selten.
GSM gewährt ja nur eine Stunde was eigentlich ein Witz ist.
Das hängt ja letzlich von der Versorgung der Antenne ab,abgesehen vom Strom fürs Handy,sehe ich gerade keinen Grund wieso Analog in dem Punkt zwingent besser sein sollte.
 
Hallo,

Wenn etwas nicht passieren würde, gäbe es uns nicht. Und Stromausfälle (auch längere) sind bei uns keine Seltenheit. Mag woanders nicht so sein, ich lebe aber im hier und jetzt und muss mich mit den örtlichen Gegebenheiten abgeben.
Bei Lothar hielt das GSM-Netz bei und rund eine Stunde, danach konnte ich unseren eingeschlossenen Einsatzleiter nur mit Tricks erreichen (improvisiertes Relais mit 2m Handsprechfunken).
Also bitte erzählt mir nicht wie toll und sicher alles ist.
Mit dem Analogtelefon konnte ich nach 12 Stunden noch mit dem Krisenlagezentrum in Stuttgart telefonieren, um große Notstromaggregate für unsere Nachbarorte zu organisieren. Die waren 3 Tage ohne (Netz)Strom. Meine Ringe an den Fingern taten mir noch nen Tag Später weh (Wahlscheibentelefon - nix Wahlwiederholung:mad:).

Nochmal - wir als Feuerwehr haben sicher Mittel und Wege um telefonieren zu können. Das ist aber nur die halbe Miete. Auch beim Stromausfall passieren Unglücke (Herzanfall, Unfälle) bzw. brauchen wir den Kontakt zur Bevölkerung und Spezialisten oder sonstwie wichtigen Personen. Da sehe ich ein gewaltiges Manko auf uns zukommen. Was bringt mir eine Rettungsleitstelle, wenn niemand sie mehr anrufen kann.
In den verlinkten Dokumenten konnte ich leider keine nützlichen Informationen finden, mit Ausnahme des üblichen Bürokratengewäsch.

Gruß
Onki
 
Mag woanders nicht so sein, ich lebe aber im hier und jetzt und muss mich mit den örtlichen Gegebenheiten abgeben.
Nein, musst du nicht. Aber deine Wehklagen hier im Forum helfen dir da nicht weiter. Wende dich an den Abgeordneten deines Vertrauens und schildere ihm die Situation und rege konkrete (aber durchführbare) Verbesserungen an. Wenn es bei euch tatsächlich so dramatisch sein sollte kann evtl. eine Vereinbarung mit den Mobilfunkbetreibern über eine (externe) Notspeisung der Masten getroffen werden. Sowas wurde in Berlin mal für Tankstellen überprüft. Was nutzt ausreichend Spritt in den unterirdischen Tanks, wenn kein Fahrzeug wg. Stromausfall betankt werden kann...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
TankNotStrom
...ja, genau, das ist ja auch viel wichtiger als ein brennendes Haus.
Für mich als führescheinfreier Mensch hört sich das wie Hohn an.
Was mich zu der Frage führt: Gibt es noch Notrufsäulen an den Autobahnen?
Die könnte man ihn Kombination mit diesen "TankNotStrom" Stellen immerhin noch erreichen.
...oder man fragt gleich den/die Tankwart/Tankwärtin, ob man telefonieren darf.
Denn wenn die Kasse klingelt, warum nicht auch das Telefon?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich wollte hier nicht wehklagen und es tut mir leid, wenn das so rüberkommt. Es galt mir die Sache mal aus der Praxis zu schildern.
Die Sache ist ja schon beim Regierungspräsidium anhängig. Mal abwarten. Kann ja, wenn gewünscht, ob bei der Sacxhe was greifbares rauskommt (was in der Politik eher unüblich ist).

Das mit dem Tanken ist so eine Sache. Wir haben die Tankstelle gleich neben dem Feuerwehrhaus und könnten notfalls eine Einspeisung hinzaubern (natürlich alles andere als Normkonform).
Eine Nachbarfeuerwehr hatte bei Lothar echte Treibstoffprobleme weil keine Tankstelle im Ort war und sie von den Nachbarorten abgeschnitten waren (viele, viele Bäume über der Straße).
Die haben dann notgedrungen Heizöl getankt um weiter einsatzfähig zu bleiben (Arbeit gab es mehr als genug).
Da wollten dann irgendwelche Bürokratenvollpfosten ein Fass aufmachen wegen Steuerbetrug und so. Unfassbar wie engstirnig einige Leute doch sind.

Gruß
Onki
 
OK, geb ich zu, schwante mir schon, und onki69 sein Beitrag zeigt deutlicher worum es da wohl geht.

Dazu hätte ich aber auch was anzumerken. :mrgreen:
In Berlin gibt es ja ne Menge Tankstellen...
Sollte es dann nicht "ausgewählte", strategisch wichtige sein?
Und mal ländlich gesehn? Wo ist denn da die nächste Tankstelle?
...eine existenzielle Frage dann, im Notfall.
 
Wie sieht es den in anderen Ländern aus, wie wird es den da gehandhabt? Ich denke da an Österreich oder die Schweiz die in der Topographie mit weniger flachem Land bedacht sind wie wir da wird wohl nicht jedes kleine Dorf analoge Anschlüsse haben (oder was dort gleichwertig ist). Rettungsstellen werden immer irgendwie erreichbar sein durch USV´s oder Notstromer ect. ähnlich wird die Telekommunikation redundant aufgebaut sein, für Privatpersonen gibt es das GSM Netz, Voip oder Mobiles I-net (letzteres ist nicht zu empfehlen aber dennoch eine Möglichkeit mit der Außenwelt in Kontakt zu treten)
Mal eine Gegenfrage wie stellst du dir eine optimale Lösung vor und wie würdest du sie realisieren? Den der abschied von der analogen Telefonie ist nun mal beschlossene Sache.
 
Den der abschied von der analogen Telefonie ist nun mal beschlossene Sache.

Nein, das wird leider immer wieder missverstanden. Der Abschied von den DIV ist beschlossen, allerdings noch nicht mit einer festen Terminplanung. Die derzeit durchgeführten Umstellungen bis 2016 bzw. angekündigten ab 2017 betreffen noch nicht direkt die Abschaffung der DIV sondern sind nur ein Schritt in diese Richtung.

Die DIV sind übrigens noch gar nicht mal so alt, erst 1995/1997 war Deutschland offiziell komplett auf digitale Vermittlungsstellen (EWSD und S12) umgestellt. Langfristig soll nun VoIP/NGN per Paketvermittlung die leitungsvermittelt basierten DIV komplett ablösen.

Je nachdem was man nun unter "analoger Telefonie" versteht kann man also entweder sagen:
  • Nein, denn die analoge Telefonie gibt es bereits seit Mitte der 90er nicht mehr oder
  • Nein, denn analoge Telefonanschlüsse (sog. POTS-Anschlüsse) wird es auch weiterhin geben.

POTS-Anschlüsse werden also schon seit einer ganzen Zeit in der VSt. digitalisiert, daran änderst sich auch mit VoIP/NGN nichts, nur das die Digitalisierung von analogen Anschlüssen in der VSt. bis jetzt eben noch per EWSD oder S12 Technik stattfindet und in Zukunft in der VSt. per POTS-Linecard im MSAN stattfinden soll (also ein Wechsel von ISDN auf VoIP).
Zusätzlich soll (vermutlich langfristig) ISDN wegfallen (worauf ja quasi die Technik der DIV basierte und somit eigentlich auch nicht mehr notwendig sein sollte mit NGN) sowie kurz- bis mittelfristig xDSL-Anschlüsse mit Splitter in der VSt. und beim Kunden. Ebenfalls auf das "Altenteil" geschickt werden soll noch OPAL/HYTAS (gehört zu den DIV) und die "ATM-Plattform" für DSL-Anschlüsse.
 
Hhm ein wichtiger Einwand und gute Antworten! Manchmal macht man sich wirklich zu sehr von Technik abhängig und dann kommt das böse erwachen wenn etwas passiert.
 
Wenn zurzeit das Internet ausfällt ist mein VoIP gestört.
Mein ISDN funktioniert dennoch.

Wenn mein ISDN über die Paketvermittlung geschaltet wird muss ich mir eine Trommel anschaffen - Rauchzeichen werden ja nicht geduldet. :)
 
Mit dem gebetsmühlenartigen "Analogleitung geht immer" (oder verdammt lange) versteckt man die Problematik nur per PAL(Problem anderer Leute [Douglas Adams])-Feld. Jegliche Kommunikation läuft nur solange, wie es die USV-Maßnahmen des Anbieters und des Kunden zulassen. Sich in Krisenzeiten auf die amtsseitig Speisung der Telefone zu verlassen, ist und bleibt (grob) fahrlässig. Ebenso fahrlässig ist es natürlich vom Anbieter, da nichts zu machen.
 
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