Naja. Das ist jetzt aber auch wirklich Steinzeittechnik. Die 125/130 war ja gerade mal eine Evolutionsstufe über "Man gibt Parameteränderungen als Hex-Werte direkt in den Speicher ein" bzw. "Zum Berechtigung ändern löten Sie bitte eine Diode an Platz X271 ein".
Die Hicom 150E, aus der später die HiPath 3000 wurde, kannte schon einen expliziten Kundenzugang und es gab den frei zugänglichen Manager C. War alles hochoffiziell so vorgesehen, dass der Techniker den Kunden schult und der eigenständig bestimmte Aufgaben durchführen konnte. Die Serie kam gegen 1996 auf den Markt.
Gemeinschaft kam offenbar 2008 raus, LocaNet hat meines Wissens von Gemeinschaft 3 geforkt, weil sie weiter bei Asterisk bleiben wollten und Gemeinschaft 4.0 auf FreeSWITCH gewechselt hat.
Die Hicom Serie 100 war bereits seit Ende der 1980er (!) auf dem Markt.
Zu dem Zeitpunkt wo du die LocaPhone in Betrieb genommen hast, war die Hicom 125 schon 20 Jahre alt und die von Grund auf neu entwickelte Nachfolgegeneration auch schon seit 12 Jahren verfügbar. Die Hicom Serie 100 war bereits seit Ende der 1980er (!) auf dem Markt. Das ist dann irgendwie auch logisch, dass die Anlage an der auch nicht mehr weiter entwickelt wird, gegenüber heißem Scheiß "alt aussieht".
Witzigerweise hast du dir mit der LocaPhone gerade die Anlage rausgesucht, bei der ein zentrales Ziel war, Systemtelefonie "wie zu TDM-Zeiten" auf VoIP bringen zu wollen, was mitunter so ablief, dass man ein AAstra (ex DeTeWe) Systel genommen und Feature für Feature in LocaPhone eingebaut hat.
Und mit astbuttond geht man - meines Wissens nach einmalig in der Branche - auch den komplett umgedrehten Weg und nimmt den Telefonen ihre Intelligenz weg und steuert - wie es bei TDM-Anlagen war - Displayanzeigen und Funktionstasten komplett aus der Anlage heraus. Und es darf nicht einmal der Asterisk alles machen was er könnte, sondern das macht auch der astbuttond.
Aber zur Hicom 125:
Ich habe die ohne je einen Techniker gesehen oder eine Schulung besucht zu haben installiert, betrieben und gewartet. Und sie zusätzlich mit einer AskoziaPBX gepaart.
War jetzt alles andere als Hexenwerk, zumal man mit PCSATDIG auch für diesen Dino schon eine menügeführte Konfigurationssoftware hatte.
Netzteil: Ist halt so, die Dinger gehen mal kaputt. Versuch mal für einen 10 Jahre alten ProLiant oder PowerEdge fabrikneue originale Ersatzeile zu bekommen. Alternativ setzt man sich ne Stunde mit nem Lötkolben hin und tauscht mal Elkos durch, oder übergibt das einfach dem nächstverfügbaren Elektroniker. Um 2008 war die 125 mit ihren Gebrauchtpreisen aber auch schon auf Schüttgut-Niveau angekommen, da bekam man für nen Fuffi auch schon komplette Anlagen.
Grundlegend gilt: Man muss halt wissen was man tut. Bei TDM gilt das genauso wie bei VoIP auch.
Und klassisch hat man das so gelöst indem man Personal geschult hat und dafür gesorgt dass - offiziell - nur geschultes Personal die Anlagen betreut.
Und bei der LocaPhone ist es auch heute noch so, dass man bei Bedarf mal aufs Asterisk CLI muss und da per Hand bei gehen.
Ich sehe das sehr oft, dass Leute die VoIP favorisieren TDM verteufeln und umgekehrt, ich bin bisher nur auf sehr wenige getroffen, die sich in beiden Welten zurecht finden.
Ich kenne das möglicherweise auch so, dass man zu TDM-Zeiten bei größeren Kunden auch ohne offizielle Schulung die eigentlich nur für geschulte Techniker gedachte Software möglicherweise mal beim Kunden vergessen hat und der sich dann eine Sicherheitskopie davon gemacht hat. Und ein Mitarbeiter beim Kunden durchs über die Schulter schauen so viel Wissen aneignen konnte, dass er befähigt war, Arbeiten für den täglichen Betrieb (Rufnummernrouting, Tln. einrichten/umziehen, KWZ-Pflege, Rufgruppenverwaltung...) auch selbst machen konnte.
Und ich sag mal so: Von der Systemtelefon-Featureliste liegen zwischen Ultraset und Optiset ja auch mal Welten, die 125 war ja da noch ziemlich rudimentär unterwegs und hatte eher nur Ping-Pong-Dialoge und noch keine Menüführung am Endgerät.