Asterisk Anbindung an Octopus E800/E300 - mgl. Vorgehensweisen

_obelisk_

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Hallo zusammen,
da dies mein erster Beitrag in diesem Forum ist, vorab ein Lob an alle Beteilligten dieser Plattform.
Die verschiedensten Sub-Foren, speziell der Asterisk Bereich, haben mir in der Vergangenheit sehr oft weitergeholfen und möglicherweise einige Stunden Arbeit erspart. Also, Vielen Dank!
So, genug geschleimt...;)

Ein Problem jedoch konnte aus meiner Sicht nicht hundert
Prozent geklärt werden.
Es ist mehr eine Konzeptionelle Frage:

Ein Asterisk System soll möglichst Effektiv an eine T-Com Octopus E800/E300 Anlage gekoppelt werden um eine Callcenter Hotline darüber zu managen.

Sprich eingehende ISDN Anrufe werden z.B. auf die Nummer 0123 gemappt.
Diese Nummer wird von der TK Anlage an den Asterisk Server durchgereicht.

Dieser übernimmt daraufhin das komplette IVR/ACD/Queue Management. Was er ja zweifelsohne nahezu perfekt beherrscht.

Nun soll Asterisk die eingehenden Calls wiederum mit den Anlagentelefonen,
welche an der ISDN TK-Anlage hängen, verbinden.

Nun ergeben sich ja Bekantermassen zwei ( oder auch mehr?? ) generelle Möglichkeiten wie man den Asterisk Server an eine ISDN Anlage anbinden kann.

Variante 1:
Der Asterisk mit einer Quad/OctoBRI Karte als ISDN Unteranlage.
Die wohl einfachste und Ausfallsicherste Lösung.

Problem hier sind m.E. die Anzahl der zur Verfügung stehenden Kanäle.
Gehen wir mal von 8 S0 Ports aus.
D.h. ich kann 8 Telefonate annehmen und weiterleiten. da je zwei Kanäle je für einen Caller belegt werden
(eingehender Anruf + "zurückrouten" zur TK Anlage)
Danach ist Schluss und die Hotline besetzt?!

Alternativ halte ich mir vier Kanäle für die Warteschleife offen.
(entspricht hier nur zwei S0 Bussen, da diese Ja nicht "zurückgeroutet" werden müssen.)
Das heisst ich kann sechs Caller bedienen und max. vier in der Warteschleife halten. Nummer zehn hat in diesem Fall die Ar*** Karte gezogen ?!
und bekommt ein besesetzt durch die TK-Anlage?!

Sehen ich das so richtig ??

Natürlich ist das ganze mit weiteren Karten entsprechend erweiterbar.
Somit aber leider eine sehr unflexible Lösung!

Variante 2:
Der Asterisk steht mit einer PRI Karte vor der TK Anlage
und hängt direkt am S2M.
Dieser Ansatz löst sicherlich die oben beschriebene Problematik.
Aber ist natürlich äußerst Riskant und einem TK-Verantwortlichen nur schwer zu verkaufen! ;)
Sollte in diesem Szenario Astersik mal nicht verfügbar ist,
dann fällt die komplette Telekommunikation Aus!

Nun, gibt es denn möglicherweise noch einen anderen Weg mit Asterisk ?

Ich weiss von kommerziellen ACD Lösungen,
das sie quasi Variante 1 verwenden und die
Vermittlung der Anrufe dann mittels CSTA Link managen.

D.h. via CSTA teilt der ACD Server der TK-Anlage mit,
sie möchte den Anruf doch bitte an Nebenstelle XY weiterleiten.

Nun ist CSTA (laut meines Wissens) mit Asterisk nicht möglich.

Gibt es andere Möglichkeiten mit Variante 1 Kanäle zu sparen?
Oder das ganze flexibler zu gestalten?

Wie sieht es mit dem von Asterisk unterstützten Q.SIG Protokoll aus.
Kann dieses lt. Definition nicht auch Anrufe vermitteln ?

Ich hoffe Ihr könnt mir bei meinem Konzept ein wenig helfen,
wäre euch sehr dankbar.

viele Grüße
obelisk
 
Zu Variante 1: funktional deutlich eingeschränkt, da Call Routing abhängig vom TK-System sowie von der Art der Anbindung Asterisk<->TK-System.


_obelisk_ schrieb:
Variante 2:
[...]
Aber ist natürlich äußerst Riskant und einem TK-Verantwortlichen nur schwer zu verkaufen! ;)
Sollte in diesem Szenario Astersik mal nicht verfügbar ist, dann fällt die komplette Telekommunikation aus!

Zu Variante 2: funktional die bessere Lösung, da das Call-Routing im Asterisk möglich.

Zu Ausfallsicherheit+Stabilität: wenn man Asterisk "richtig macht", so ist dieser kein "single-point-of-failure", und damit hat man dann auch keine Argumentationsprobleme. Bei meinem Arbeitgeber realisieren wir ausschliesslich Variante 2 bei TK-Systemen aller Grössenordnungen.

Zu Q.Sig: schau Dich hier im Forum um, dazu gibt es einige Threads. Asterisk+Q.Sig finde ich arg gebastelt, darum verwende ich es erst gar nicht.

Es gibt noch eine Variante 3, sozusagen den Königsweg: Du schaltest ein Gateway (z.B. von Patton) zwischen TK-System und Amt (2xS2M), welches Dir die 30 Kanäle "per VoIP" zum Asterisk führt.

Grundsätzlich ist Deine Aufgabenstellung trivial und schnell lösbar.
 
Die Q.SIG Unterstützung kann durchaus Gespräche so vermitteln, dass die Kanäle frei werden. Allerdings wäre es im Prinzip günstiger, wenn die Gespräche im Asterisk bleiben und man den Asterisk nicht mit Callback Agents belasten müsste.

Die QSIG-Variante ist nicht mehr "gebastelt", als alle anderen ISDN Channels auch - mag sicher momentan nicht fehlerfrei sein, aber dafür gibts aber auch leider kaum Leute, die da aktiv was beitragen.

Eine CSTA Lösung wäre da sicher auch was elegantes, leider muss da für jede Anlage (Hersteller) eine CSTA Applikation für den Asterisk programmiert werden.
Ich habe es mir mal für die Alcatel angeschaut, allerdings ist das CSTA Protokoll dermassen umfangreich, so dass mir für sowas momentan die Zeit fehlt.

Die Variante 3 von foschi würde ich dir beim aktuellen Stand auch eher empfehlen. Damit wäre das ISDN Problem erstmal vom Asterisk selbst weg und mann muss sich nur noch um die Logik kümmern.

Mario
 
Danke euch für die Infos !!
Ich gebe euch ja durchaus recht, das Variante 2 die technisch
elegantere Lösung ist.

Variante 3 kann man m.E. (zumindest in unserem Fall) mit anderer
Hardware eleganter und kostengünstiger lösen.
Problem ist hier ja primär das Failover-Handling.

Gehen wir trotzdem mal von Variante 1 inkl. Q.Sig aus!

Die Q.SIG Unterstützung kann durchaus Gespräche so vermitteln, dass die Kanäle frei werden. Allerdings wäre es im Prinzip günstiger, wenn die Gespräche im Asterisk bleiben und man den Asterisk nicht mit Callback Agents belasten müsste.

Wie sieht das in der Praxis aus?
Ein eingehender Anruf wird angenommen und die Queue geschickt.
Nun gibt Asterisk via Q.SIG ein Signal an die TK Anlage,
welche dann die eigentliche Vermittlung übernimmt?!
Somit ist der belegte Kanal wieder komplett frei ?
Oder wird ein Kanal für den Q.SIG Response offen gehalten?


Desweiteren ist es wohl so, das es derzeit nur eine ISDN-Karte (Eicon Diva Server) gibt, die Q.Sig nativ unterstützt ?? Bzw. mit der es sich empfiehlt Q.Sig zu verwenden!
Oder gibt es noch weitere BRI Karten die des Q.Sig's ebenfalls mächtig sind?

@m.goegel
Es scheint mir, als hättest du Erfahrung mit der Anbindung von ISDN TK-Anlagen via Q.sig ? Würdest du die Asterisk Implementation dieses Protokolls für den produktiv Einsatz empfehlen ?


_obelisk_
 
Sobald Asterisk einen Bridged Call aufbauen will, wird dies von chan_capi zB erkannt und die entsprechende Funktion an die Anlage signalisiert - die Anlage nimmt nun Ihrerseits die Gespräche zurück und der Asterisk ist nun außen vor.

Es müssen in diesem Fall erstmal 2 B-Kanäle aufgebaut sein, bevor Path Replacement seitens Asterisk aktiviert wird.

Andere BRI Karten mit QSIG Support, außer Dialogic Server, wirst du wohl (momentan) nicht finden.
chan_zap (in Verbindung mit libpri) unterstützt wohl HFC in den neueren Versionen nicht mehr (zumindest nicht original), damit fällt diese Möglichkeit weg.


Ich denke es läuft aktuell stabil, hab's im produktiven Einsatz.

Mario
 
Also wenn ich das richtig verstehe,
würde ein CallTransfer folgendermaßen ablaufen:

- Eingehender Anruf auf der Asterisk Nebenstelle
- Asterisk hebt ab (1 ISDN B-Kanal wird belegt)
- Warteschleife/IVR/Was-auch-immer seitens Asterisk
- bei der Ziel-Nebenstelle klingeln
- Ziel-Nebenstelle hebt ab (2 ISDN B-Kanäle werden belegt)
- Path Replacement findet statt (beide Kanäle werden wieder freigegeben)

Ich denke mal das das Path Replacement doch innerhalb von ein paar Millisekunden stattfindet ?! D.h. der 2te Kanal sollte ja nur kurz belegt sein?

Für welchen Einsatz verwendest du Q.Sig?

danke und gruß!
 
Ungefähr so läuft das ganze ab, der zweite B Kanal ist halt für die Dauer der Rufphase belegt - solange der Zielteilnehmer nicht rangeht, bleibt der Kanal belegt.

Ich hab's hier an 'ner Kopplung zweier Alcatel Anlagen (eine Zuhause, die andere @work) über Asterisk.
Sonst als Voicemail-System für Alcatel Anlagen.
Ich kenne selbst noch eine größere Firma in Spanien, die das ganze mit 'ner PRI Karte an 'ner Hicom einsetzen.

Hab' bisher wenig Rückmeldungen dazu - scheinbar läufts ;-)

Mario
 
Hallo zusammen

Ich hab ein deutsches Wiki für die Kopplung einer TK-Anlage mit S2M an eine Asterisk geschrieben.
Ich hoffe es kann anderen (wie sie mir geholfen hätte) weiterhelfen.
Für Kritik und Ergänzungen immer dankbar.

www.ulmerfleisch.de/asterisk

Grüße Tk_Boy
 
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