Frage zu Strombedarf Wählscheibentelefon

gg42

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Hallo zusammen,
ich würde gerne ein altes Siemens Wählscheibentelefon (1981) verwenden, um es über Einspeisung von Volt klingeln zu lassen - ich möchte nicht damit telefonieren.
Es dient einem Kunstprojekt.
Kann mir jemand die Schaltung eines solchen Telefons erklären und sagen wieviel Strom das Telefon benötigt, damit die internen Klangschalen erklingen?
Oder mir einen Tip geben, wo ich etwas nachlesen kann.
Vielen Dank.
 
Hallo,

lege 48 bis 60 Volt Wechselspannung an a und b.
Zur Stromstärke kann ich Dir leider nichts sagen, aber Du kannst mit einem Ohmmeter einfach mal den (abgeklemmten) Wecker messen.
Und dann rechnen: U=R•I

Gruß S
 
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lege 48 bis 60 Volt Wechselspannung an a und b.
Der Wecker des W 48 ist zwar für eine Rufstromfrequenz von 25 Hz und 50 Hz geeignet, läutet aber bei 50 Hz weniger harmonisch und neigt bei nicht korrekter Einstellung eher zum Schnarren bzw. Scheppern.
Während des Klingelns benötigt der Wecker Wechselstrom mit einer Spannung von etwa 40-60 Volt und einer Frequenz von ca. 25-50 Hz. Der Stromverbrauch während des Klingelns liegt bei etwa 10-20 mA.
 
Laut Slang von Funkamateuren und CB-Funkern wird die Kommunikation per Festnetztelefon als Gespräch über 600 Ohm bezeichnet
 
Wobei 600 Ω der Schleifenwiderstand bei abgehobenem Hörer beträgt, hat also nichts mit dem Wechselstromwecker zu tun, denn sobald man abgehoben hat, sollte es nicht mehr klingeln.
 
vielen Dank für die prompten Antworten.
48-60V Wechselstrom dazu benötige ich (wahrscheinlich) ein Labornetzteil?
Der Widerstand der Spule(?) die den Schlägel für die beiden Klangschalen antreibt zeigt 1.948Ohm an. DAs wären dann 24mA.
Somit benötige ich eine Stromquelle mit 48V und 24mA die ich an die Spule anschließe.
Wenn meine Schlussfolgerung korrekt ist, kann mir jemand ein Produkt empfehlen, was diese Spannugnsversorgung sicherstellen kann?
 
Somit benötige ich eine Stromquelle mit 48V und 24mA die ich an die Spule anschließe.
Damit hättest du einen einzigen "Klick" und fertig:
Du benötigst eine Wechselspannung mit >=25 Hz, Labornetzteile hingegen sind keine Frequenzgeneratoren, die in der Lage sind, eine solche Frequenz abzugeben. Ein erster Versuch mit unrealistischem "Rassel"-Klang ist, ein Trafo zu besorgen, das 48V abgibt, das dann mit 50 Hz betrieben wird.
 
Ein Netztrafo mit 48V Ausgangsspannung ist nicht leicht zu beschaffen. Für einen ersten Test kannst du auch einen Klingeltrafo probieren. Der hat zwar nur 12V Ausgangsspannung aber eine recht hohe Leerlaufspannung, könnte klappen.
 
Gemäß https://de.wikipedia.org/wiki/Signalisierung#Signalisierung_in_der_Telekommunikation ist der Rufspannungs-Bereich bei 32 bis 75V AC, wobei die Signalisierungsspannung bei Telefonanlagen 50 Hz haben kann.

Leider gibt es dank des relativ geringen Bedarfs nicht viele Transformatoren mit einer Ausgangsspannung in diesem Bereich.
Ein 48V-Kandidat wäre z.B. https://www.conrad.de/de/p/block-st...-x-215-v-ac-230-v-ac-245-v-ac-385-717748.html - zwei Ausgänge mit 24V AC, die sich zu 48V AC zusammenschalten lassen.

Nicht viel günstiger ist https://www.conrad.de/de/p/elma-tt-...-6-v-ac-24-v-ac-36-v-ac-75-va-3-a-514330.html - dieser hat bis zu 36V.

In Telefonroutern wird die Signalspannung über einen Frequenzgenerator erzeugt, d.h. sie ist stabil und hat eine optimale Frequenz.

Was die Schaltung eines Analogtelefons angeht ... man sollte meinen, die wäre leicht auf Wiki zu finden ... nope. Aber hier sind zwei Resultate:
 
super, vielen Dank für die weiteren Hinweise und Informationen, ich lese mich ein und schau mal ob ich es hinbekomme :-)
 
Viel Erfolg.

Falls Du keinen Elektriker-Background hast: Laß' das Netzteil von einem Fachmann bauen. Der Trafo ist zwar die wichtigste, aber nicht die einzige Komponente.
 
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Hallo @gg42!

Ich denke mal in eine ganz andere Richtung.
Bitte definiere mal den eigentlichen "Telefonie-Bedarf" des Kunstobjekten.
Wenn dort das Telefon nur zu bestimmten Anlässen einen Anruf simulieren soll, dann würde ja auch eine uralte Fritzbox für lau aus der Bucht reichen. Zusammen mit einem beliebigen 2. Telefon könntest du das bequem realisieren. Oder sogar mit einem Tastendruck auf der F!B. Es klingelt, wenn auch vielleicht nicht ganz so laut wie bei der RSM (Ruf und Signalmaschine) aus der Vermittlungsstelle.

vy 73 de Peter
 
Die 20 mA wurden ja schon genannt. Bei der Spannung solltest du unter 42 Volt bleiben, da alles darüber (also ab 60 Volt) nicht mehr Schutz-Kleinspannung ist und deshalb sehr viel stärker abgesichert werden muss.
die alte Telefontechnik, die noch mit 60V und einen Klingelspannung von +60V~ arbeitete, hatte damals noch eine Ausnahmegenehmigung.
eine Schaltung, die zwei Telefone miteinander verbindet, so dass man auch sprechen kann, wir in
https://www.mikrocontroller.net/topic/372668#4213214 beschrieben.
Achtung, weiter unten ist ein korrigierte Schaltplan.

Ich hatte vor Jahren (25 oder so) mal bei Conrad eine fertige "Anlage" gekauft, an die man zwei Telefone angeschlossen hatte. Hatte man das eine abgenommen, klingelte das andere. Wurden beide abgenommen, konnte man miteinander sprechen. also eine einfache Haustelefonanlage.

Ganz primitiv, wenn man es nur klingeln lassen will, könnte man auch einen Trafo mit 30 bis 40 Volt Ausgangsspannung verwenden, in dessen Leitung mach eine Diode einbaut und einen Taster.
beim Drücken wird dann etwas mit ungefähr 25 Hertz Wechselspannung auf den aufgelegten Wecker des Telefons geschaltet.
Achtung:
Dabei ist keine Strombegrenzung vorhanden, es können also mehr als 20 mA fließen und das Telefon beschädigen.

Und als vorletztes noch:
eine alte (ISDN)-Telefonanlage, die man sicher in gewissen Seiten findet, könnte man auch verwenden. Zum Klingeln muss man dann aber das zu klingelnde Telefon anrufen.

Die FritzBox wurde ja schon erwähnt.
 
Bei der Spannung solltest du unter 42 Volt bleiben, da alles darüber (also ab 60 Volt) nicht mehr Schutz-Kleinspannung ist und deshalb sehr viel stärker abgesichert werden muss.
Das mag vor Jahren (25 oder so) richtig gewesen sein, heute gelten 120 V Gleichspannung als Schutzkleinspannung.
Jedoch: Bei Wechselspannungen unter 25 V oder Gleichspannung unter 60 V kann gänzlich auf einen Schutz gegen Berühren verzichtet werden; diese Spannungen gelten auch für Tiere und Kinder als ungefährlich.
 
Schutzkleinspannung ist die falsche Bezeichnung, das sind nur Kleinspannungen. Bei Schutzkleinspannung sind weitere Bedingungen einzuhalten.
Das mag vor Jahren (25 oder so) richtig gewesen sein, heute gelten 120 V Gleichspannung als Schutzkleinspannung.
Kann, sein, bei meiner Ausbildung waren es noch die 42V, doch bei der Harmonisierung haben sie das wohl angepackt.
Jedoch: Bei Wechselspannungen unter 25 V oder Gleichspannung unter 60 V kann gänzlich auf einen Schutz gegen Berühren verzichtet werden; diese Spannungen gelten auch für Tiere und Kinder als ungefährlich.
Interessant ist hierbei, dass für Feuchträume andere Grenzwerte gelten:
In Bereichen der Feuchtrauminstallationen gelten andere Bedingungen: auf Isolation gegen Berühren kann nicht verzichtet werden, und Wechselspannungen sind auf 25V bzw. 12V und Gleichspannungen auf 60V begrenzt.
Wobei man sich dann doch fragt, wann die 25 und wan die 12V gelten, und weshalb es bei der Gleichspannung keine Unterschiede gibt.
 
Zur Zeit meiner Ausbildung (Mitte der 90er Jahre) wurde sogar noch berücksichtigt, ob es sich um ein von Menschen (*Zwei*beinern) oder Tieren (*Vier*beinern) bewohntes Gebäude handelt. Tiere haben einen besseren Bodenkontakt (vier Beine und "barfuß"), daher waren die Anforderungen an die Schutzeinrichtungen unterschiedlich.
 
Hmm,
wo wurden Vögel eingeordnet? (2 Beine)
wo Pferde (4x „nur“ Horn)
und Guppies haben nur Flossen, sind durch das umgebende Medium aber komplett auf dem gleichen Potential
Die hiesigen (deutschen) Vorschriften hatten darauf sicherlich auch Antworten :cool:
(Scnr)
 
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